24.5 C
Stuttgart
Dienstag, 16. Juli , 2024

Lebensmittel nutzen statt verschwenden

Stadt Stuttgart fördert das Einrichten von Lebensmittel‐Fairteilern...

Letztes Fußballspiel in der Stuttgart-Arena

Polizei zufrieden mit dem Einsatzverlauf Stuttgart.| Das letzte...

Nach Wasserrohrbruch: Behinderungen in Stuttgart-Münster

Verkehr wird durch Bad Cannstatt umgeleitet Stuttgart. In...
StartSportLudwigsburg verliert zuhause gegen Potsdam

Ludwigsburg verliert zuhause gegen Potsdam

SportLudwigsburg verliert zuhause gegen Potsdam

Keine Punkte im zweiten Heimspiel. Die Wasserballer des SVL haben die Bundesligapartie am Samstag im Sportbad NeckarPark gegen die Orcas aus Potsdam knapp verloren. Beim Schlusspfiff steht 12:13.

Der Sechste gegen den Fünften. Die Partie des SV Ludwigsburg gegen den OSC Potsdam verspricht spannend zu werden. Das sagt der Sprecher am Samstagnachmittag im Sportbad Stuttgart wenige Minuten vor dem Anpfiff. Und er wird Recht behalten. Das Spiel wird bis wenige Sekunden vor dem Ende spannend bleiben – und ein unglückliches Ende nehmen für die Heimmannschaft.

Laute Musik schallt aus den Boxen am Beckenrand. Und dann ist es 16 Uhr. Der Anpfiff. Das erste Anschwimmen gewinnt Ludwigsburg. Das ist immer gut, nicht zuletzt für die Moral der Truppe. Der erste Angriff, kein Tor. Ein Distanzschuss geht vorbei am Kasten. Aber im zweiten Anlauf, Tor SVL durch Zoran Bozic. Das 1:0. Gute Abwehrarbeit SVL, der nächste Angriff. Distanzschuss Sergio Prieto Hernandez, Parade des OSC-Keepers. Im Gegenzug eine Topparade des Ludwigsburger Torwarts Max Vernet Schweimer. Nach fünf Minuten der Ausgleich zum 1:1. Ein bis dato ausgeglichenes Spiel. Dann ein platzierter Schuss zum 2:1, wieder durch Zoran Bozic. Aber quasi im Gegenzug das 2:2. Foul SVL, Strafwurf für Potsdam – zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Ludwigsburg, nur noch eine Minute in diesem Viertel. Verwandelt zum 2:3. Die erste Führung für die Gäste vom OSC. Foul Potsdam, Strafwurf für Ludwigsburg. Verwandelt durch den SVL-Kapitän Nino Blazevic. 3:3. Der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel ist ganz zufrieden mit dem ersten Viertel, „ist okay“, sagt er am Beckenrand.

Das zweite Viertel. Wieder Ballgewinn für Ludwigsburg. Ein Treffer aus einem super spitzen Winkel, erneut Zoran, er macht das 4:3, sein bereits drittes Tor. Überzahl SVL, eine schöne Kombination und Treffer SVL. Timotej Filo erzielt das 5:3. Auf der anderen Seite auch ein schöner Spielzug, der Anschlusstreffer zum 5:4. Es bleibt spannend. Tobias Bauer mit einem Heber aus der Distanz zum 6:4. Großartige Abwehrarbeit SVL, Ludwigsburg ist jetzt richtig gut im Spiel. Der OSC macht in dieser Phase der Partie zu wenige aus seinen Chancen, und der SVL-Keeper ist gut drauf. Die nächste Parade von Max. Doch dann fällt das 6:5 für Potsdam. Distanzschuss Nino, der Treffer zum 7:5. Super verteidigt, Konter SVL. Unterzahl SVL, Auszeit OSC. Und der neuerliche Anschlusstreffer zum 7:6. Der Halbzeitpfiff.

Das Anschwimmen Nummer drei geht erneut an Ludwigsburg. Ein verunglückter Schuss geht indes weit am Tor des OSC vorbei. Auch vor dem SVL-Tor zunächst nichts Zählbares. Angriff SVL, Parade. Angriff OSC, ein schöner Heber geht ins Ludwigsburger Tor, der Ausgleich zum 7:7. Überzahl SVL, Auszeit SVL. Schöne Kombination, abgeblockt. Foul SVL, Strafwurf OSC, Treffer. Führung für die Gäste. 7:8. Ein schlechter Start für Ludwigsburg in die zweite Hälfte. Foul SVL, Strafwurf OSC – der nächste Treffer zum 7:9. Timo macht den wichtigen Anschlusstreffer zum 8:9. Konter SVL, Foul OSC, Strafwurf SVL – Timo verwandelt zum 9:9. Alles wieder offen. Ludwigsburg spielt mit Moral, leistet jetzt gute Abwehrarbeit, ist oft schnell vorm OSC-Tor. Aber keine weiteren Treffer für Ludwigsburg, sondern das 9:10. Ein blödes Tor, Max hatte den Ball eigentlich schon pariert, der landet dann doch noch hinter der Linie. Diese Szene ist s ymptomatisch für die zweite Hälfte des Viertels und auch den Rest der Partie. Ludwigsburg hat Pech. Im Gegenzug fällt aber das 10:10 durch den Ludwigsburger Jugendnationalspieler Tobias Bauer. Wenige Sekunden vor dem Ende des Viertels aber das 10:11.

Die letzten acht Minuten. Potsdam am Ball. Unterzahl SVL, trotzdem gut verteidigt. Gute Chance für den SVL, vertan. Der Versuch eines Hebers in das SVL-Tor scheitert. Und die nächste Chance für Ludwigsburg vertan. Angriff Orcas. Foul SVL, Fünfmeter, Parade Max. Der Keeper hält sein Team im Spiel. Der nächste Strafwurf für den OSC, vergeben. Hektik im Becken und am Beckenrand. Sergio muss wegen Meckerns auf die Tribüne. Später wird er sagen: „Ein Spiel verloren, dass wir hätten gewinnen müssen.“ Ein Lattentreffer für den SVL. Wieder Pech. Unterzahl, Treffer OSC zum 10:12. Nur noch drei Minuten auf der Uhr. Jetzt müssen Treffer her. Überzahl SVL, aber weiter keine Tore für Ludwigsburg. Eineinhalb Minuten vor Schluss der Anschlusstreffer zum 11:12 – wieder Zoran Bozic. Top Parade Max. Überzahl und Auszeit SVL. Der Ausgleich durch Andrei Covaci. 12:12. Noch 45 Sekunden. Unterzahl SVL, Au szeit Orcas – und der Treffer des OSC zum Endstand 12:13.

Die Spieler steigen aus dem Becken. Die Männer aus Potsdam mit einem Grinsen im Gesicht, die Spieler des SVL dagegen sind konsterniert. So hatten sie sich diese Partie nicht vorgestellt. Ein Sieg im zweiten Heimspiel war eigentlich fest eingeplant gewesen. Die Ludwigsburg Zuschauer verlassen das Bad, Roland „Lucky“ Glück, ein ehemaliger SVL-Spieler, sagt beim Rausgehen, die Wasserballer müssten aus seiner Sicht das Überzahlspiel besser trainieren. Der Ludwigsburger Trainer Raul de la Pena ruft sein Team zusammen, mit hängenden Köpfen hören sie was der Coach zu sagen hat: Viel zu viele Angriffe verloren, Ludwigsburg habe es dem OSC zu einfach gemacht.

Wenig später ruft der SVL-Kapitän seinem Team zu: „Wir müssen zurück in unseren Modus!“ So wie in diesem Spiel dürfe die Saison keinesfalls weiter gehen. Zwei fest eingeplante Punkte fehlen! „Wir müssen wieder gewinnen, bitte!“ Die gezeigte Leistung sei nicht akzeptabel. Potsdam habe den Sieg mehr gewollt, „das ist sehr schmerzhaft“, dieses Spiel werde Ludwigsburg nachhängen, „denn jetzt müssen wir jedes Spiel gewinnen – wir stehen unter Druck“, so Nino Blazevic.

Viele Spieler gehen schnell in Richtung Duschen. Guram Kutchuashvili steht noch am Beckenrand, gefragt nach einer Erklärung für die Niederlage sagt er sinngemäß: sein Team habe zu viele Herausstellungen bekommen. Zu Recht oder zu Unrecht? Darüber will er nicht spekulieren. Klar sein aber: „Wir haben zu viele Fehler gemacht.“ Tobias Bauer antwortet zunächst nur mit einem Wort: „Verloren.“ Dann sagt er noch: „Schlecht gespielt, Mund abwischen, weiter machen.“ Am Sonntag haben die Spieler frei, gleich am Montag wird wieder trainiert.

Matthias Nagel sagt, das Team habe nicht so schlecht gespielt, aber viele Chancen nicht genutzt. Erfreulich sei, dass die beiden Neuzugänge Zoran und Max tolle Leistungen gezeigt hätten. Aber klar ist, dass der Club nicht mehr voll im Plan ist. Punkte gegen die Orcas, die man im Vorbereitungsturnier in Potsdam noch geschlagen hatte, seien eingeplant gewann. Der Vize ist sicher: Ludwigsburg holt in den nächsten zwei Auswärtsspielen in Krefeld und in Neukölln dann eben die Punkte.

Der beste SVL-Mann dieses gebrauchten Ludwigsburger Spätnachmittags im Sportbad, Zoran Bozic, sagt im Interview: „Wir hatten das Spiel unter Kontrolle.“ Leider nur bis zur Halbzeit. Dann seien zu viele Chancen liegen gelassen worden. Womöglich seien die unerfahrenen Spieler „zu aufgeregt“ gewesen. Was tun? Schnelle Antwort: „Trainieren.“ Der zweite Torwart, Josip Katusa, der verletzungsbedingt nicht spielen konnte, spricht mit Blick auf den Leistungsabfall nach der Halbzeit von einem „schwarzen Loch“. Jetzt gelte es, Vollgas zu geben. Gleich am nächsten Samstag beim SV Krefeld.


Weitere Artikel

Beliebte Artikel