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Schlaflos in Stuttgart

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Forsa-Umfrage der AOK: Die Hälfte der Menschen im Land leiden unter Schlafproblemen.

Stuttgart.| Schlaf – Wir alle brauchen ihn, wünschen ihn uns oftmals herbei und sind schlecht gelaunt, wenn er zu schnell endet. Ob Stress, Sorgen oder Existenzängste, schlaflose Nächte können viele Gründe haben. Immer mehr Menschen in Stuttgart sind von solchen Schlafstörungen betroffen. Die Gesundheitskasse zeigt mit ihrer Forsa-Umfrage die Ausmaße auf und macht mit einer Kampagne „Ohne Schlaf bist du nicht du“ auf die gesundheitliche Bedeutung eines erholsamen Schlafes aufmerksam.

Bei der Forsa-Umfrage der AOK Baden-Württemberg gaben zwei Drittel (67 Prozent) der Menschen im Ländle an, dass sie mindestens ab und zu nachts mehrmals wach werden. Laut aktuellen Daten der AOK Stuttgart-Böblingen befanden sich im Jahr 2021 insgesamt 10.433 AOK-Versicherte in der Landeshauptstadt aufgrund von Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung. Die Behandlungsprävalenz stieg von 2017 bis 2021 jährlich um 3,6 Prozent an. Das bedeutet ein Plus seit 2017 von 1.406 Fällen. Frauen und Männer sind ungefähr gleich stark betroffen. Auffällig ist, dass im Stuttgart die Altersgruppe zwischen 55 und 59 am Stärksten mit Schlafstörungen zu kämpfen hat. „Schlafstörungen zu haben bedeutet, keinen erholsamen Schlaf zu finden. Das kann daran liegen, dass man sehr lange braucht, um einzuschlafen, nachts unruhig schläft und oft aufwacht, nachts wach wird und lange wach liegt oder morgens viel zu früh wach ist und nicht wieder einschlafen kann“, sagt Dr. Alexandra Isaksson, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie bei der AOK Baden-Württemberg.

Welche Auswirkungen Schlafprobleme auf den Alltag der Betroffenen haben, zeigen die Ergebnisse der Forsa-Befragung: 59 Prozent der Betroffenen mit Einschlaf- oder Durchschlafproblemen sind erschöpft und weniger leistungsfähig, wenn diese auftreten und rund ein Drittel (35 Prozent) ist in diesem Fall tagsüber unkonzentriert. Von einer erhöhten Reizbarkeit und Ungeduld berichten 31 Prozent der Befragten mit Einschlaf- und Durchschlafproblemen. Rund jeder Fünfte (21 Prozent) der Betroffenen fühlt sich mental schlecht bzw. hat depressive Stimmungen, wenn die Schlafprobleme auftreten. „Schlafmangel beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität. Er kann auch riskant sein, weil er zum Beispiel Unfälle wahrscheinlicher macht. Auch erhöhen chronische Schlafstörungen längerfristig das Risiko für Herzinfarkte und Bluthochdruck sowie das Auftreten von depressiven Episoden. Für Menschen, die regelmäßig schlecht schlafen, ist es daher wichtig, den Ursachen auf den Grund zu gehen“, sagt Dr. Isaksson weiter.

Äußere Einflüsse sorgen teilweise ebenfalls für schlaflose Nächte. Etwas mehr als ein Drittel (36 Prozent) hatte schon einmal das Gefühl, dass sich globale Ereignisse, wie z. B. die Corona-Pandemie oder der Krieg in der Ukraine, auf ihre Schlafqualität auswirken. Dass sich der Krieg in der Ukraine auf die eigene Schlafqualität ausgewirkt hat, berichten dabei die meisten Befragten: 73 Prozent derjenigen, die ihre Schlafqualität durch globale Ereignisse beeinflusst erachten, nennen den Ukraine-Krieg, gefolgt von der Corona-Pandemie mit 70 Prozent. Weniger Befragte geben an, dass Wirtschaft-, Finanz bzw. Energiekrisen (41 Prozent) und Naturkatastrophen in Folge der globalen Erderwärmung bzw. des Klimawandels (38 Prozent) ihre Schlafqualität beeinflussten. „Betroffene machen sich meist viele Sorgen rund um die Schlafstörungen und fühlen sich im Alltag beeinträchtigt. Ein Gespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt kann klären, ob es eine medizinische Ursache dafür gibt und welche Behandlungsmöglichkeiten denkbar sind“, rät die AOK-Expertin abschließend.

Mit einer aktuellen Kampagne (www.aok.de/bw/gesunderschlaf) möchte die AOK Baden-Württemberg aufklären, was Schlaf fördert oder erschwert und wann Schlafstörungen behandlungsbedürftig sind. Dabei geht es einerseits um möglichst individuelle Schlafbedürfnisse und andererseits um eine positive Perspektive auf das Thema Schlaf.


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