von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Der TuS N-Lübbecke lässt sich im Rückspiel bei der SG BBM Bietigheim kein zweites Mal überraschen und gewinnt beim Tabellenzwölften ungefährdet mit 24:29 (11:15) Toren. Nettelstedt behauptet seine Position hinter den beiden führenden Teams, während Bietigheim jetzt auf die zwei Spiele gegen Mittelfeldkonkurrenten in der bevorstehenden Englischen Woche hofft.

Anders als noch im Nachholspiel am Mittwoch, als die Schwaben mit einem 27:27 überraschend einen Punkt in Lübbecke holten, konnte die Mannschaft von Emir Kurtagic die Konzentration über die gesamte Spielzeit hochhalten. „Wir haben besser verteidigt mit einer besseren Torwartleistung als am Mittwoch“, so der Chefcoach des TuS. „Wir haben die Stabilität in der Abwehr behalten“, so Kurtagic und deshalb auch die zwei Punkte.

Den Unterschied machte am Samstag auch die Chancenverwertung. „Wir haben gut gespielt im Angriff, lassen aber zu viele Chancen liegen“, so Interimscoach Brian Ankersen. Das seien dann gegen eine Mannschaft wie Nettelstedt, die prompt im Tempospiel antwortet, Szenen, die doppelt schmerzten. „Ich bin zufrieden mit der kämpferischen Leistung. Wir wollten nie aufgeben, das ist uns gelungen“; unterstreicht der Däne.

Spätestens nach dem 4:4 übernahm der Tabellendritte nach zehn Minuten die Initiative im Spiel. Bietigheim spielte seine Angriffe von Beginn an mit dem siebten Feldspieler. „Die Idee war, das in den ersten Minuten als Überraschung zu bringen“, sagte Ankersen. Doch dann sicherte sich Nettelstedt schnell das erste Polster, baute die 5:6-Führung auf 5:11 Tore (19.) aus. Auffallend viele Abpraller landeten als zweite Bälle beim hochkonzentrierten TuS, während die SG BBM in dieser Phase nur Holz traf oder TuS-Keeper Aljosa Rezar zur Stelle war.

Die Chancenverwertung blieb das große Manko auch nach der Roten Karte gegen Patrick Rentschler nach einem Foul an Florian Baumgärtner. „Wir haben viel zu viel verworfen“, so Paco Barthe. „Wenn wir die Freien reinmachen, hätte wir eine gute Chance gehabt, bis am Ende dabei zu sein.“ Ablesen lässt sich das an der Wurfquote. Während die Außen des TuS, Tom Skroblien und Peter Strosack, fast fehlerlos blieben, reicht bei der SG BBM kaum einer an eine 50-prozentige Abschlussquote heran.

So aber ging Nettelstedt mit einer 11:15-Führung in die Pause und näher als auf drei Tore Abstand kam Bietigheim im zweiten Abschnitt nicht mehr heran. Die Moral immerhin stimmte bei den Gastgebern. Selbst noch nach dem 15:22, dem höchsten Rückstand in diesem Spiel. Und einen Moment lang sah es nach einer Parallele zum Mittwoch aus, als Bietigheim nach einer Auszeit mit zwei schnellen Toren von Christian Schäfer auf 17:22 verkürzen konnte und noch eine Viertelstunde auf der Uhr war. In Lübbecke hatte die SG BBM in 15 Minuten sieben Tore aufgeholt. Aber solche Geschichten wiederholen sich nicht nach Belieben.

Weil N-Lübbecke nicht wackelt, dem Druck diesmal standhält und die SG BBM nur noch bis auf 22:25 heranließ, konnte Emir Kurtagic am Ende hochzufrieden sein: „Die Jungs sind auf einem guten Weg, wir spielen guten Handball.“ Als Martin Marčec vier Minuten vor dem Ende zum 22:25 verkürzt, antwortet TuS-Spielmacher Roman Becvar mit dem entscheidenden Tor zum 22:26.

SG BBM Bietigheim: Edvardsson, Reich; Link (5), Claus (5), Schäfer (4), Barthe (3), Vlahovic (2), Fischer (2), Dahlhaus (1), Marčec (1), de la Peña (1), Asmuth, Rentschler, M. Urban, Öhler, Boschen.

TuS N-Lübbecke: Rezar, Jepsen; Skroblien (9/1), Strosack (6), Baumgärtner (4), Ebner (3), Heiny (3), Becvar (2), Bagaric (1), Petrovsky (1), Petreikis, Mundus, Spohn, Nissen, Speckmann.

Spielverlauf: 4:4 (8.), 5:11 (19.), 6:13 (21.), 10:13 (25.), 11:15 (30.), 15:19 (42.), 15:22 (45.), 19:25 (54.), 22:25 (57.), 24:29 (60.).
Zeitstrafen: Vlahovic (5., 41.), Barthe (57.) – Petrovsky (23.), Bagaric (35., 40.), Spohn (48.) Rote Karte: Rentschler (19.)
Siebenmeter: 0/0 – 1/2
Schiedsrichter: Fabian Friedel / Rick Herrmann (DHB Bundesligakader)
Zuschauer: 0 (Sporthalle am Viadukt, Bietigheim)