„Zusammen leben, zusammen wachsen“: unter diesem Motto findet bundesweit vom 22. bis 29. September die Interkulturelle Woche statt. Die Stadt beteiligt sich erstmals an der Reihe.

Ostfildern.| Das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche lautet „Zusammen leben, zusammen wachsen“ und passt somit gut zum Anliegen des Integrationskonzepts der Stadt „Vielfalt in Ostfildern. Auf dem Weg zur Teilhabe“. Mit einem kurzen Vorlauf, viel Engagement und finanzieller Unterstützung seitens der Kooperationspartner hat das Team der Stabsstelle Integration im Fachbereich 1 (Bürgerservice) das Auftaktprogramm erstellt, insbesondere Torsten Hoffmann vom Projekt „Sei mein Nachbar“ und Tuba Nemez vom Programm „Partnerschaft für Demokratie“.

Das Programm greift im Wesentlichen auf bereits bestehende integrative Veranstaltungen zurück, ergänzt durch besondere Aktionen, bietet aber auch Neues. „Wir wollten zum Auftakt keine Großveranstaltungen, sondern sichtbar machen, was einzelne Organisationen und Vereine bereits im Bereich Integration und Zusammenleben leisten“, erklärt Oberbürgermeister Christof Bolay.

Seit 1975 wird die Interkulturelle Woche bundesweit von Kirchen, Kommunen, Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften, Integrationsbeiräten und Migrantenorganisationen unterstützt. Auch in Ostfildern beteiligen sich zwei evangelische Kirchengemeinden. „Die Kirche ist interkulturell, der Glaube verbindet Kulturen“, sagt Pfarrer Markus Hägele aus Scharnhausen. So sei es auch mit der Jazzmusik von Uli Gutscher.

Die Interkulturelle Woche (IKW) startet am Sonntag, 22. September, um 17 Uhr mit einer Soirée des Uli-Gutscher-Trios. Der Abschluss der IKW wird am Sonntag, 29. September, mit einem interkulturellen Erntedankgottesdienst in der Bartholomäuskirche in Kemnat gefeiert. Beteiligt sind die Kinder der Kita Haus Birkacher Straße, die selbst aus verschiedenen Kulturen kommen. Mit einem Infostand ist Sarah Naaseh vertreten, die für das Mentoring-Programm der Bürgerstiftung neue Mentoren sucht, die Geflüchtete begleiten wollen. Für Pfarrer Thomas Ebinger ist es ein Anliegen, sich in einer globalen Welt Gedanken zu machen, welche Folgen unsere Art und Weise der Ernährung auf andere Länder und die Schöpfung hat.

Die Stadtbücherei bietet im KuBinO zwei Märchenstunden für Kindergartenkinder an, einmal Deutsch-Arabisch und einmal Deutsch-Chinesisch. Das Internationale Frauenfrühstück, das Hayal Ayik vom Projekt „Tempo pro Ausbildung Plus“ immer mittwochs im L-Quadrat ausrichtet, wird dieses Mal mit Fair-Trade-Produkten zubereitet.

Zudem ist dort die Ausstellung „3-Generationen- Porträts“ des Kölner Dokumentationszentrums und Museums über die Migration in Deutschland zu sehen. Danach wird sie am Donnerstag, Freitag und am Samstag im Tempo-Büro in der Parksiedlung gezeigt. Ebenfalls am Mittwoch veranstaltet der Freundeskreis Asyl das Internationale Café in den Räumen des Christusbunds in Ruit.

Im Schülertreff wird am Donnerstag über den zuvor gezeigten Film „Wie die Demokratie gerettet werden soll“ diskutiert. Beim Poetry Slam International im Zentrum Zinsholz machen sich am Freitag die Slammer Gedanken über „Zusammen leben, zusammen wachsen“.

Diesen Gedanken greift auch die Nachbarschaftshocketse in der Parksiedlung am Samstag auf, die von bürgerschaftlich Engagierten von „Wips“ (Wir in der Parksiedlung) sowie der neuen Treffpunktleitung und Quartiersmanagerin Tamara Orban organisiert wird. Es gibt ein kleines Begleitprogramm, unter anderem Darbietungen von Kindergruppen des Vereins Karussell, ein Tischkickerturnier des Ikeros-Jugendbüros, Vorleseaktionen am Bücherstamm sowie Kinderschminken der Elternbegleiterinnen des Projekts „eins plus b“.

Zudem kann die Baustelle besichtigt werden: Die Räume der ehemaligen Volksbank werden nach dem Umbau der Quartiersentwicklung zur Verfügung stehen. Mit einem Wettbewerb soll ein Name für die neue Nutzung gesucht werden.

Diese erste Interkulturelle Woche soll der Auftakt für weitere sein. „Es wäre schön, wenn sich weitere Akteure finden könnten, die sich am Entstehen eines bunten, vielfältigen Programms beteiligen würden“, sagt die Integrationsbeauftragte Andrea Koch- Widmann.

Das Programm gibt es im Internet unter www.ostfildern.de/termine_integration. Anregungen für 2020 nimmt Andrea Koch- Widmann unter Telefon 0711 3404-156 oder E-Mail: a.koch-widmann@ostfildern. de entgegen.