Ostfildern.| An der Heumadener Straße im Zentrum von Kemnat bietet sich die Chance für Wohnungsbau und einen Supermarkt. Die Verwaltung hat die Pläne kürzlich bei einer Bürgerinformation vorgestellt.

Die Planungen für die Aufwertung der Ortsmitte von Kemnat gehen voran. Nun bietet sich auf einem Areal an der Heumadener Straße die Chance für eine zeitgemäße Nahversorgung. Bei einer Informationsveranstaltung im Alten Rathaus Kemnat stellte die Verwaltung die Pläne für den Bau von vier Häusern mit insgesamt zwölf Wohnungen und einem Supermarkt vor. Allerdings muss zunächst noch ein Bebauungsplan erstellt werden.

Etliche Häuser in Kemnat sind in einem schlechten Zustand, manche stehen leer, einige Areale sind ungenutzt. Hinzu kommen ein starker Durchgangsverkehr, eine geringe Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und eine mangelhafte Einkaufssituation. Eine umfassende Sanierung der Ortsmitte wird wohl erst auf mittlere Frist wirksam werden, doch in einem kleinen Bereich des Ortskerns könnte sich in absehbarer Zeit bereits einiges verändern. Wie die Baubürgermeisterin Monika Bader erläuterte, könnte an der Heumadener Straße nahe der Ecke zur Hauptstraße ein Ensemble von vier Wohnhäusern mit insgesamt zwölf Wohnungen, darunter auch eine für Seniorenwohnen, und einem Supermarkt entstehen. Dort finden sich derzeit noch zwei ehemals landwirtschaftlich genutzte, nunmehr leerstehende Häuser in schlechtem Bauzustand und eine Scheune. Ein Teil des Areals ist Brachland. „Es bietet sich die Chance, die Zukunftsfähigkeit von Kemnat im Bereich der Nahversorgung sicherzustellen. Und neben den Einkaufsmöglichkeiten kann auch dringend benötigter Wohnraum entstehen“, sagte Bader.

Wie die städtische Planerin Junko Terai erklärte, bietet das etwa 0,4 Hektar große Areal die Möglichkeit, dem Netto-Markt in der Hauptstraße „einen zeitgemäßen Standort“ anzubieten. Der Supermarkt verfügt derzeit über eine Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern und hat keine Erweiterungsmöglichkeit. Zudem stehen nur wenige Kundenparkplätze zur Verfügung. An der Heumadener Straße wären nach den Plänen der Stadt ein Laden mit etwa 1.000 Quadratmeter Fläche und ausreichend Parkplätze in einer Tiefgarage möglich, sagte Terai.

Die rund 20 Zuhörer reagierten fast einhellig positiv. Eine Zuhörerin merkte zwar an, dass erhebliche Verkehrsprobleme auf der Heumadener Straße durch die Anlieferungen zum Supermarkt drohten, doch Bader beruhigte damit, dass wie auch bei Märkten im Zentrum großer Kommunen für die Anlieferung „nur ein kleines Zeitfenster in verkehrsarmen Zeiten“ erlaubt werde.

Ein Zuhörer schlug vor, mehr als die zwölf Wohnungen zu bauen. „Wir müssen zukunftsorientiert denken und noch stärker nachverdichten. Wir haben schließlich nicht viel Baugrund in der Stadt“, sagte er. Monika Bader sah das Areal allerdings mit den Plänen ausgelastet. „Wir wollen genügend Freiflächen und Grün auf dem Gelände haben. Deshalb glauben wir, dass vier Häuser das richtige Maß sind“, sagte sie.

Nun muss ein Bebauungsplan für das Gebiet aufgestellt werden. Zudem ist nur die Hälfte der Grundstücke in städtischem Besitz, so dass auch ein Umlegungsverfahren nötig ist. Das könnte zwar noch etwas Zeit beanspruchen, doch „wenn alles rund läuft, kann die Baustelle in zwei Jahren starten. Auch Netto wird dann noch an dem Standort interessiert sein, wir werden es also alle noch erleben“, versicherte der Stadtplaner Karl-Josef Jansen.