Aktuelles zum Musical Stuttgart: Übernahme Stage Entertainment und Deutschland-Premiere von „Anastasia“

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Foto: alessandrodandrea (/pixabay.com)

Die Stage Entertainment Beschäftigten am Musical-Standort Stuttgart können aufatmen. Nach der Übernahme durch den amerikanischen Medienkonzern Advance Publications bleibt Stuttgart als zweifacher Musical-Standort erhalten. Mit der Broadway-Inszenierung „Anastasia“, die am 15. November Deutschland-Premiere im Palladium Theater feiert, blickt das Stuttgarter Musical auf einen neuen Publikumsmagneten.

Advance Publications übernimmt Stage Entertainment
Die Zukunft des SI-Centrum ist gesichert. Der US-Konzern Advance Publications Inc. übernimmt den Musicalbetreiber Stage Entertainment vollständig. Wie die Konzernzentrale von Stage Entertainment in Hamburg mitteilte, sind die primären Ziele des neuen Investors Wachstum, langfristige Investitionen, Markterweiterung sowie die Stärkung der Kreativität. Beide Stuttgarter Bühnen, sowohl Stage Apollo als auch das Stage Palladium Theater sollen erhalten bleiben. Das Musical-Imperium freut sich, dass die Arbeit von Gründer Joop van den Ende vom neuen amerikanischen Besitzer geschätzt wird. Das 1922 gegründete familien- und inhabergeführte Unternehmen achte auf Inhalte und lege Wert auf Qualität.

Das Potenzial von Stage Entertainment hat überzeugt. Das Unternehmen mit 20 Theatern weltweit, allein 13 in Deutschland und 3.000 Mitarbeitern entwickelte sich seit der Gründung vor 20 Jahren zu einem der Marktführer in der globalen Musical-Branche. Dass sich in der Musicalmetropole Stuttgart nach dem Inhaberwechsel größere Veränderungen ergeben, scheint derzeit unwahrscheinlich. Das SI-Centrum vereint Entertainment mit Gastronomie, Hotellerie, Business sowie Wellness und ist aus der Landeshauptstadt Baden-Württembergs nicht mehr wegzudenken. „Das Konzept des Erlebniszentrums geht auf, jedes Jahr besuchen rund 2 Millionen Gäste das SI-Centrum“, fasst das Musical-Portal Musical1 zusammen, das Informatives zum Musical Stuttgart arrangiert hat. Mit zwei Hotels, elf Restaurants, drei Cafés und sieben Bars direkt im SI-Centrum sowie weiteren Übernachtungsmöglichkeiten in Stuttgart Möhringen sei die Großstadt ein Anziehungspunkt für Musicalreisen und Kurztrips. Eine Tatsache, die Advance Publications sicherlich nicht entgangen ist. Stillschweigen vereinbarten die Beteiligten der Übernahme hinsichtlich des Kaufpreises. Grünes Licht seitens der Kartellbehörden wird zwischen Oktober und Dezember erwartet.

„Anastasia – Das Broadway Musical“ feiert Deutschland-Premiere
Ab 15. November 2018 gewinnt das SI-Centrum eine neue vielversprechende Aufführung hinzu: Das Musical „Anastasia“ feiert im Herbst Deutschland-Premiere im Stage Palladium Theater und entführt das Publikum in die Welt des russischen Zarenreiches. Bislang konnten Musical-Fans das Highlight ausschließlich in New York und Madrid sehen. Jetzt kommt es nach Baden-Württemberg und bereichert die deutsche Musicalszene um ein faszinierendes Erlebnis mit aufwändigen Kostümen und eingängigen Melodien. Die Geschichte um die Straßenkehrerin Anya beruht auf einer wahren Begebenheit und soll die Zuschauer nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache in jeglicher Hinsicht berühren.

Die Hauptrolle der Anya übernimmt Judith Caspari, eine 24-Jährige aus Kassel, die durch ihre Titelrolle Maria im Musical „West Side Story“ am Staatstheater Kassel Bekanntheit erlangte. „Die Charaktere dieser Familie finde ich spannend, weil es sich dabei um keine heile Disney-Familie handelt, sondern eine echte und auch brutale Zarenfamilie – aber die Töchter hatten für mich immer etwas Magisches“, erklärt die Sopranistin im Interview gegenüber der Hessischen Niedersächsischen Allgemeine. Caspari setzte sich gegen 1.700 Sängerinnen durch und wurde für ein Jahr engagiert. Acht Shows wöchentlich wird sie geben. „Eine große Herausforderung“, wie die Hauptdarstellerin selbst sagt. Das Einteilen der Kräfte sei wichtig, um auch noch am nächsten Tag singen zu können. Anastasia war der erste Kinofilm, den die Kasselerin als Kind sah. Seither hat sie sich viel mit der Zarenfamilie und dessen jüngster Tochter Anastasia beschäftigt. Unter anderem über zahlreiche Bücher zur Romanow-Familie. Mittelpunkt der Inszenierung von Stephen Flaherty, Terrence McNally und Lynn Ahrens ist der Mythos, wonach Anastasia die Einzige war, welche die Ermordung der Familie Romanow überlebt haben soll. Die Großfürstin Maria Fjodorowna setzte nach der Oktoberrevolution eine hohe Belohnung für Denjenigen aus, der ihre Enkelin findet. Den größten „Gänsehautmoment“ erwartet Judith Caspari kurz vor Ende des ersten Aktes, wenn sie den Lieblingssong ihrer Kindheit „Reise durch die Zeit“ inszenieren darf. Ein Vorgeschmack liefert Stage.TV

Unterstützung bekommt Caspari von Daniela Ziegler, TV-Star und eine der bekanntesten Schauspielerinnen des deutschen Fernsehens. Die 70-Jährige wird in die Rolle der Zarenmutter schlüpfen. Dank ihrer Erfahrung mit Charakterrollen im TV sowie ihren Erfolgen auf Musicalbühnen dürfte auch Ziegler eine Bereicherung für das Broadway-Musical in Stuttgart sein.