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StartLokalesStuttgartPlanung für Villa Berg nimmt Gestalt an

Planung für Villa Berg nimmt Gestalt an

LokalesStuttgartPlanung für Villa Berg nimmt Gestalt an

Stadt und ATELIER BRÜCKNER stellen zwei Varianten der Nutzung und Erweiterung vor

Stuttgart.| Die Wiedereröffnung der Villa Berg ist eines der größten kulturpolitischen Projekte in Stuttgart: Sie soll als „Offenes Haus für Musik und Mehr“ umgebaut werden und 2029 als städtisches Kultur‐ und Veranstaltungszentrum in Betrieb gehen. Neben zwei Veranstaltungssälen sind auch Projekträume, Werkstätten und Gastronomie geplant.

Vorgesehen ist eine Nutzfläche von 4.000 m2, was neben der Sanierung und des Umbaus auch eine Erweiterung der Villa Berg erforderlich macht. Dafür gibt es zwei konkrete Planvarianten, die die Landeshauptstadt und das beauftragte ATELIER BRÜCKNER am Montag, 18. September, vorstellten.

Die Variante Nord sieht die Erweiterung der Villa Berg im Norden zwischen Bestand und SWR-Gebäude vor. Die Anbauten werden dort ergänzt, wo noch bis 1945 zwei Flügelanbauten standen. Die künftigen Flügel sollen in Höhe und Breite den früheren entsprechen, ihre Länge ist durch den Gutbrod-Bau begrenzt. Ein großzügiges Untergeschoss mit Lichthöfen ermöglicht weitere Nutzungen.

Die Variante Ost sieht den Anbau dort vor, wo aktuell vor der Villa Berg geparkt wird. So kann die wichtige Parkachse – wie heute schon – freigehalten und die Verbindung der Ost- und Westteile des Parks gestärkt werden. Der Anbau im Osten verlängert den Sockel der Villa in moderner Form- und Materialsprache und soll für alle offen zugänglich sein. Auf diesem Anbau sitzt ein weiterer Veranstaltungssaal und zitiert mit seiner gewellten Außenhülle aus Holz den markanten und denkmalgeschützten Ausbau des Saals in der Villa Berg. Bei beiden Varianten soll das Dach der Villa offenstehen. Stadt und Planer wollen so einen außergewöhnlichen Blick auf weite Teile der Stadt ermöglichen.

Der Erste Bürgermeister Dr. Fabian Mayer sagte: „Die Villa Berg wird sich zu einem einzigartigen kulturellen Leuchtturm in Stuttgart entwickeln. Mit ihrer bestechenden Architektur und dem breiten Nutzungskonzept hat sie ein enormes Potential zur Identifikation für die Bürgerinnen und Bürger. Tausende haben im fortgesetzten und intensiven Beteiligungsprozess ihre Vorstellungen für die Weiterentwicklung eingebracht. Vieles ist seit dem Erwerb der Villa im Hintergrund vorangetrieben worden, jetzt haben wir endlich ein Bild für die Planungen: Zwei hervorragende Vorentwürfe, die das gestellte Anforderungsprofil jeweils gekonnt umsetzen, sich aber in ihrer architektonischen Gestik und Typologie vollständig voneinander unterscheiden. Es dürften spannende Diskussionen werden, die uns zum Beschluss über den finalen Entwurf führen werden.“

Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt Peter Pätzold sagte: „Für mich sind Villa und Park ein wichtiger Baustein unserer schönen Stadt: Zum einen öffnen wir das denkmalgeschützte Gebäude für die Öffentlichkeit und erweitern den Park. Durch die Entsiegelung schaffen wir mehr Grün und machen wichtige Schritte zur Klimaanpassung. Ich sehe eine riesige Chance in der Weiterentwicklung, vor allem weil der Stuttgarter Osten schon jetzt so dicht besiedelt ist und in unmittelbarer Nähe, im Stöckach-Quartier, weitere 800 Wohnungen entstehen werden.“

Sabine Birk, die Projektleiterin des beauftragten Büros ATELIER BRÜCKNER sagte: „Es ist eine große Freude und Verantwortung, dieses Projekt gemeinsam zu gestalten. Wir sind noch in einem frühen Stadium: Die Vorentwurfsphase ist die zweite von insgesamt neun Phasen. Hier haben wir zwei alternative Konzepte. Beide sind aus der historischen Architektur heraus entwickelt und begründet. Unsere Planungen berücksichtigen die denkmalgeschützte Bausubstanz und die Interessen der künftigen Nutzerinnen und Nutzer.“

Michel Casertano, Leiter der Architekturabteilung, ATELIER BRÜCKNER, unterstrich: „Wir haben die Geschichte der Villa Berg studiert, historische Pläne gesichtet und uns mit den – ebenfalls denkmalgeschützten – Umbauten der 1950er Jahre auseinandergesetzt. Im Dialog mit der Stadt Stuttgart und der Bürgerschaft entsteht ein lebendiger Ort der Kultur, der ein großer Gewinn für die Stadt und die Umgebung sein wird.“ Und weiter: „Die Villa Berg weist eine sehr qualitätsvolle, im Detail herausragende Architektur auf. Nach Zerstörungen im 2. Weltkrieg wurde sie in den 1950ern durch den SDR überformt und um einen Sendesaal ergänzt. Auf Basis eines zukunftsorientierten Nutzungskonzeptes erfolgt nun der Umbau zu einem „Offenen Haus für Musik und Mehr“, der respektvoll mit der denkmalgeschützten Architektur umgeht und die Villa um selbstbewusst auftretende neue Funktionen ergänzt.“

In den Rat werden die Entwürfe im September eingebracht, eine Beschlussfassung ist für Frühjahr 2024 vorgesehen. Ende 2022 hatte der Rat den Weg freigemacht für die Auftragsvergaben an Architekten und Fachingenieure. Die Gesamtkosten dürften nach vorsichtiger Schätzung etwa 100 Millionen Euro betragen.

Die Sanierung des Landschaftsparks verläuft parallel. Sie ist aufgeteilt in räumliche und historische Einheiten und erfolgt in zehn Bauabschnitten über voraussichtlich zehn Jahre. Während der gesamten Zeit der Parksanierung bleibt die „Grüne Oase“ im Stuttgarter Osten für die Besucherinnen und Besucher geöffnet. Auch Kulturveranstaltungen können im Park weiterhin stattfinden.

200 Interessierte bringen Vorschläge bei Aktionstagen Villa Berg ein Die Öffentlichkeitsbeteiligung zu den beiden alternativen Varianten NORD und OST durch das Kulturamt und das Amt für Stadtplanung und Wohnen umfasste fünf Beteiligungsveranstaltungen. Insgesamt nahmen ca. 200 Bürgerinnen und Bürger teil.

Die präsentierten Entwurfsstände wurden mit großem Interesse aufgenommen. Auf allen Veranstaltungen kam Lob für die frühe Beteiligung, für die hohe Qualität der Veranstaltungen und der Entwürfe. In allen Veranstaltungen wurde intensiv und konstruktiv diskutiert und eine Vielzahl an inhaltlichen Fragen, Anmerkungen und Anforderungen erörtert. Über alle Workshops hinweg zeigte sich eine Präferenz für die Variante Nord, die eine interpretierende Rekonstruktion der historischen Villa vorschlägt. Neben dem gestalterischen Ansatz haben besonders die Möglichkeiten für vielfältige, gleichzeitig durchgeführte Angebote, die Anlage der Gastronomie und der kleine Saal im Untergeschoss mit einer Außenbühne überzeugt.


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