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Mit neuem Trainer gegen den SSV Esslingen

SportMit neuem Trainer gegen den SSV Esslingen

Ludwigsburg.| SV Ludwigsburg gegen SSV Esslingen – mal wieder der Klassiker, diesmal im DSV-Pokal. Bei dem Spiel am Donnerstagabend sind die Männer aus der Barockstadt klar die Favoriten. Wobei die alte Regel gilt: der Pokal hat seine eigenen Gesetze.

Alles andere als ein Sieg für die Ludwigsburger Bundesliga-Wasserballer wäre eine kleine Überraschung. Im DSV-Pokal trifft der SVL am Donnerstagabend im neuen Sportbad in Stuttgart auf den Lokalrivalen aus Esslingen. In der Liga haben die Esslinger bis dato noch keine Punkte sammeln können, sie stehen aktuell im Tabell enkeller in der Gruppe A auf Platz acht. Ludwigsburg ist derzeit fünfter (sechs Punkte).

Der SVL-Betreuer Dieter Gscheidle sagt mit Blick auf das Spiel gegen Esslingen: „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze“ – sprich: Überraschungen sind immer möglich. Er sagt aber auch: „Alles andere als das Erreichen der nächsten Runde wäre eine Enttäuschung, ich sehe uns deutlich besser als Esslingen.“

Der Teammanager und zweite Torwart, Ivan Pisk, sagt: „Wir kennen keine Mannschaft so gut wie Esslingen – und keine Mannschaft kennt uns so gut wie Esslingen.“ Gewinnen werde das Team, das „im ganzen Spiel die Ruhe und Konzentration behält“.

Der SVL-Neuzugang Ivo Dzaja sagt, die gesamte Mannschaft sei hoch motiviert, er selbst womöglich noch ein klein bisschen mehr als sonst. Denn der deutsche Jugendnationalspieler war in der vorigen Saison noch im Kader des SSV Esslingen. „Ich freue mich sehr auf dieses Spiel.“ Alle hätten nach der kurzen Weihnachtspause sehr fleißig trainiert.

Tobias Bauer spricht mit Blick auf zwei Abgänge von „einer neuen Konstellation“ für Ludwigsburg. Aleksa Manic und Zvonimir Andelic haben das Team verlassen. Neu im Kader ist der SVL-Rückkehrer Domagoj Mijatovic und Centerverteidiger Jure Bozan vom kroatischen Erstligisten Mornar Split. Die Mannschaft, so Tobias Bauer, müsse sich im Pokalspiel zunächst finden, er sei aber sehr optimistisch und gehe davon aus, „dass wir ins Viertelfinale einziehen“.

Auch der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel erwartet, „dass wir gewinnen gegen Esslingen“. Das Ziel sei klar: Beim Final 4 im Pokal und in der Liga um eine Medaille mitspielen. Dieter Gscheidle hofft jetzt beim Spiel gegen Esslingen auch „auf einen guten Einstand für unseren neuen Trainer“. Ludwigsburg hat sich in der Winterpause bekanntlich von bisherigen Coach Marko Martinic getrennt.

Der neue Trainer kommt Marko Curic ist seit dem 9. Januar in Ludwigsburg. Und er sagt mit einem Augenzwinkern: keine Frage, er wolle fortan mit dem SVL möglichst alle Spiele gewinnen. Der Vertrag von Curic mit dem SV Ludwigsburg läuft zunächst bis zum Ende dieser Saison, also bis Ende Mai.

Porträt Marko Curic

Mit sechs Jahren lernt Marko Curic in Zagreb, Kroatien, schwimmen. Bald trainiert er regelmäßig, schwimmt seine ersten Wettkämpfe, wird mit einer Lagenstaffel Dritter bei den kroatischen Landesmeisterschaften. Als Teenie, erzählt der neue Ludwigsburger Wasserball-Trainer und lacht, sei ihm das Schwimmen dann aber zu langweilig geworden. Also der Wechsel zum Wasserball. Bis 2013, Marko ist damals 21 Jahre alt, spielt er für den kroatischen Top-Klub Mladost Zagreb. Wasserball ist in Kroatien eine der beliebtesten Sportarten. Viele Spieler sind Profis, sie leben nicht nur für ihren Sport, sondern auch von ihrem Sport.

Eine Schulterverletzung stoppt Markos Karriere. Er wird Trainer, macht an einer Sportschule des Wasserballverbands und des Ministeriums seine Ausbildung, erwirbt die Lizenz als Schwimm- und als Wasserballtrainer. Später arbeitet er als Coach der U16- und der U15-Frauen-Nationalmannschaft Kroatiens.

Bei der WM 2022 führt er das U16-Team zu Platz sieben, „die beste Platzierung, die eine kroatische Frauenmannschaft jemals erreicht hat“, erzählt er. Noch habe er auch einen Vertrag beim kroatischen Verband. Wie es weiter geht? Abwarten. Erst im Sommer stehe die EM für die U15-Frauen an.

Gut möglich, dass Marko Curic lieber beim SVL bleibt. Der Verein und der Trainer haben vereinbart, dass man schaut, wie die Zusammenarbeit läuft. Der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel sagt, der Vereine und der Trainer seien offen, den Vertrag zu verlängern, wenn alles passt. Curic sieht in Ludwigsburg eine große Chance für sich. „Ein toller Verein, nette Leute.“ Ludwigsburg sei eine schöne, kleine Stadt mit kurzen Wegen zu den Bädern. Er freue sich schon auf den Sommer.

Den Kontakt von Curic zum SVL hat Adrijan Jakovcev hergestellt, er war in der vorherigen Saison noch Ludwigsburgs Teammanager. Adrijan ist auf der kroatischen Insel Murter aufgewachsen, Marko hat früher oft bei seinem Großvater auf dieser Insel den Sommer verbracht. Die Männer kennen und schätzen sich, haben zusammen Wasserball gespielt. Nagel sagt, er sei froh, dass Marko Curic als neuer Trainer so kurzfristig habe einsteigen können, der Markt sei im Wasserball doch eher überschaubar.

Curic hat einen zweijährigen Sohn, seine Verlobte erwartet das zweite Kind, die Tochter soll im Juni zur Welt kommen. Dann dürfte feststehen, ob der neue Trainer länger in Ludwigsburg bleibt. Nagel sagt, der Klub erwarte keine ganz konkrete Platzierung in der Bundesliga – aber klar: man wolle besser als auf Platz fünf die Saison beenden. Wichtiger sei es, dass die Spieler – speziell die jungen – sich weiterentwickeln. Deshalb werde sich Curic auch um die Nachwuchsmannschaft und um das zweite Team kümmern. Hat der Mann überhaupt noch Zeit, selbst Sport zu treiben? Ins Wasser, sagt Curic, komme er kaum mehr. Leider. Aber hin und wieder ins Fitnessstudio.


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