Stuttgart.| Polizeibeamte des Referats Prävention sowie zahlreiche Helfer, Unterstützer und auch Darsteller machen sich bereit für die Fortsetzung des landesweiten Präventionsprojekts „ACHTUNG?!“ am Mittwoch, den 11. Dezember 2019 im Johannes-Kepler-Gymnasium in Stuttgart-Bad Cannstatt. Wie bei den bisherigen Aufführungen auch, zählt das interaktive Theaterstück des Theaters Q-Rage zu den zentralen Punkten des Projektes. Dabei bildet das Publikum einen unverzichtbaren Teil der Aufführung. Gemeinsam werden die Ursprünge von religiösem Extremismus sowie rechtem Fanatismus erörtert und Radikalisierungsmechanismen herausgearbeitet. Ab 09.45 Uhr nehmen rund 75 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe neun an der Aufführung teil. Hierzu ist sind auch Pressevertreter willkommen.

Dabei richtet sich das in Modulen aufgebaute Präventionsprojekt gegen alle Formen des Extremismus, Schwerpunkte bilden jedoch der Rechtsextremismus sowie der religiöse Radikalismus. Ziel ist es, insbesondere Jugendliche der Klassenstufe neun sowie Berufsschüler zu erreichen, zu sensibilisieren und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, potenziellen Radikalisierungstendenzen sicher und selbstbewusst entgegenzutreten. Auch sollen so Vorurteile und Halbwahrheiten abgebaut sowie metaphorische Mauern eingerissen werden, um so einen respektvollen Umgang miteinander zu fördern. In weiteren Modulen werden Lehrkräfte sowie auch Eltern im Rahmen verschiedener Vortragsreihen durch Polizeibeamte des Referats Prävention geschult. Unterstützt werden die Beamten dabei auch von Mitarbeitern der Landesstelle für politische Bildung. Zusätzlich wird das Präventionsprojekt von der Ausstellung „Weltethos“ begleitet, die bereits seit zwei Wochen im Johannes-Kepler-Gymnasium zu sehen ist. Schülerinnen und Schüler haben so die Möglichkeit, anhand von Bildern und Motiven gemeinsame ethische Werte und Normen der Religionen aufzugreifen und später im Unterricht aufzuarbeiten.

Das Präventionsprojekt „ACHTUNG?!“ wurde im Jahr 2015 durch das Polizeipräsidium Ludwigsburg zusammen mit den Präventionsbeauftragten des Regierungspräsidiums Stuttgart sowie weiteren kompetenten Partnern entwickelt und bis 2018 durch Fördermittel der Europäischen Union finanziert. Auf Initiative der Regierungsfraktionen des Landtages ließ sich durch bereitgestellte Mittel aus dem Landeshaushalt das Projekt für die Jahre 2018 und 2019 fortsetzten. Die Gesamtkoordination des Projekts erfolgt durch das beim Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg angesiedelte Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg (konex), welches das Projekt nach wissenschaftlichen Kriterien evaluiert und zur Information auch eine Internetseite eingerichtet hat: https://achtung.polizei-bw.de Für die Jahre 2018/2019 wird das Projekt landesweit an über 50 Schulen Halt machen. Davon alleine an fünf Schulen in Stuttgart. Aufgrund der hohen Nachfrage und der vielen positiven Resonanz beabsichtigt das Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg das Präventionsprojekt nach Auslaufen der Mittel für weitere zwei Jahre aus Mitteln des konex weiterzuführen.