• Nach mündlicher Verhandlung: Anträge auf einstweilige Verfügungen des SGV Freiberg Fußball und der Stuttgarter Kickers haben nur geringe Erfolgschancen.
  • Beide Vereine halten nach wie vor an ihren Anträgen fest.
  • Termin für die Gerichtsentscheidung ist der 11.06.2021.

Freiberg a. N.| Am Mittwoch, 02.06.21, hat vor dem Landgericht Stuttgart die mündliche Verhandlung über die Anträge des SGV Freiberg Fußball und der Stuttgarter Kickers auf einstweilige Verfügung stattgefunden, mit denen sich die Vereine gegen die Entscheidung von Regionalliga Südwest und Oberliga Baden-Württemberg gewandt hatte, die Spielzeit 2020/21 ohne die Möglichkeit des Aufstiegs in die Regionalliga zu annullieren. Die Verhandlung endete nach ausführlicher und mehrstündiger Erörterung zur Sach- und Rechtslage mit einem enttäuschenden, wenn auch nicht gänzlich unerwarteten Ergebnis.

Nach vorläufiger Einschätzung misst das Gericht den Anträgen beider Vereine im Ergebnis keine großen Erfolgschancen bei. Zur Begründung für diese vorläufige Einschätzung verwies das Gericht zum einen auf die bestehenden Einschränkungen aufgrund der geltenden Corona-Verordnung. Diese würden auch unter der Annahme günstigster Bedingungen eine Fortsetzung des Spielbetriebs, um zumindest die Hinrunde der Spielzeit 2020/21 zu absolvieren, nicht als realistisch erscheinen lassen. Insoweit laufe die Zeit – so das Gericht – gegen die Vereine aus Freiberg und Stuttgart. Einer Meldung als Aufsteiger auf der Grundlage der beim Abbruch bestehenden Tabellenkonstellation, die den SGV Freiberg Fußball als Tabellenführer und die Kickers als Tabellenzweiten ausweist, steht nach der vorläufigen Einschätzung des Gerichts entgegen, dass die Vereine noch keine gesicherte Rechtsposition erlangt hätten, nachdem erst rund ein Drittel der Spielzeit absolviert worden sei. Beide Vereine hielten trotz dieser vorläufigen Einschätzung des Gerichts an ihren Anträgen fest, so dass das Gericht nun eine Entscheidung treffen wird. 
Als Termin für die Verkündung dieser Entscheidung wurde der 11. Juni 2021 bestimmt.

SGV-Präsident Emir Cerkez:
„Von der gerichtlichen Einschätzung sind wir nicht überrascht. Nach vielen Gesprächen mit unserem Rechtsbeistand, wussten wir, dass unsere Erfolgschancen vor Gericht gering sein würden. Wir sind dennoch bewusst diesen Schritt gegangen um unser Anliegen in die Öffentlichkeit zu transportieren und somit dem Verband zu verdeutlichen, dass für uns die Art und Weise, wie mit Mitgliedsvereinen umgegangen wird, schwer hinnehmbar ist. Wir haben, vor allem nach dem gestrigen Termin, auch weiterhin das Gefühl, dass hinsichtlich der nächsten Saison vom Verband weiter kein Konzept erarbeitet wurde, mit dessen Hilfe vermieden werden kann, dass wir oder ein anderer Verein sich in der nächsten Saison in einer ähnlichen Situation wiederfindet.