von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Mit der Nachholpartie vom 10. Spieltag gegen den ASV Hamm-Westfalen reduziert die SG BBM Bietigheim am Freitag (18:30 Uhr) ihre corona-bedingten Spielrückstände in der 2. Handball-Bundesliga auf nur noch eine offene Partie. Mit einem Erfolg könnten die Schwaben ihr Punktekonto wieder auf Positiv stellen. Die Begegnung beginnt eine Stunde eher als üblich und wird wie gewohnt auf www.sportdeutschland.tv im Livestream zu sehen sein.

Im Vorfeld der letzten Partie gegen den TV Hüttenberg wurden die Bietigheimer Handballer einmal mehr als „Wundertüte“ der Liga tituliert. Zu schwankend lesen sich die Resultate in dieser außergewöhnlichen Saison. Ungewöhnlich oft wechseln sich deutliche Niederlagen mit ebenso hohen Siegen ab. Es gab Zeiten, in denen dieses Attribut an Metter und Enz als Kompliment aufgefasst worden wäre, als die SG BBM in den ersten Jahren der Zugehörigkeit zur 2. Liga noch als Underdog unterwegs war. Die Zeiten ändern sich, jetzt wollen die Jungs von Hannes Jón Jónsson diesen Beinamen möglichst schnell wieder loswerden. Helfen könnte da ein weiterer Erfolg gegen den nach Minuspunkten gleichauf liegenden ASV Hamm-Westfalen (16:18), der lediglich ein Spiel weniger aufweist als die Schwaben.

„Das sind ja alles clevere Jungs“, sagt SG BBM-Trainer Hannes Jón Jónsson. „Die spüren schon den Unterschied zwischen dem Auftritt gegen Hüttenberg und zuvor in Dormagen.“ Am letzten Freitag leuchtete ein klarer 35:26-Erfolg gegen die Mittelhessen von der Anzeigetafel. Am Niederrhein hatte die SG BBM zuvor eine schlechte 2. Halbzeit hingelegt und das Spiel am Ende mit 27:33 Toren abgegeben. Es wird klar, wo der Isländer die Hauptgründe für die Schwankungsbreite verortet, jetzt, da die SG BBM die pandemiebedingten Schwächungen hinter sich gelassen hat. Im mentalen Bereich. „Es gilt, diese Einstellung zu halten bis zum Spiel gegen Hamm“, gab der 41-Jährige die Marschrichtung für die aktuelle Trainingswoche vor. Wenn wie gegen Hüttenberg die Abwehr- und Torhüterleistung passt, spielen sich die Bietigheimer Handballer auch offensiv frei. Die Wurfquote stimmt dann nicht nur bei Top- Torewerfer Christian Schäfer (116/52 Saisontore), sondern, wie die Verteilung der Torerfolge zeigt, auf praktisch allen Positionen.
Auch der ASV Hamm-Westfalen hat in dieser Saison schon wechselhafte Phasen erlebt. Einem Blitzstart mit vier Siegen folgten bis zum Jahresende acht Partien, aus denen die Truppe von Michael Lerscht nur drei weitere Zähler mitnehmen konnte. Schon frühzeitig in der vergangenen Runde war bekannt geworden, dass der 36-Jährige von Liga- Konkurrent Ferndorf zu den Westfalen wechseln wird, um dort die Nachfolge des langjährigen Trainers Kay Rothenpieler anzutreten. Nachdem Hamm-Westfalen die abgebrochene Vorsaison auf dem fünften Tabellenplatz beendet hatte, hatten viele den ASV auch in dieser Saison für einen der ganz vorderen Plätze auf dem Zettel. Mit Neuzugängen im Rückraum wie den bundesligaerfahrenen Jo Gerrit Genz und Marian Orlowski (beide von TuS N- Lübbecke) hatte Hamm die Erwartungen geschürt. Und auch wenn der ASV sein Saisonziel nie offiziell nach außen gegeben hat, intern dürfte es ein niedriger einstelliger Tabellenplatz sein. Von dem ist das Team um Kapitän und Kreisläufer Jakob Schwabe aktuell noch ein Stück weit entfernt.

Die Begegnungen über viele Jahre in der 2. Handball-Bundesliga zwischen Bietigheim und Hamm-Westfalen haben das Zeug zum Klassiker. Kurios die Resultate aus der Vorsaison. Während Hamm zum Saisonauftakt mit 27:18 in der EgeTrans Arena dominierte, drehte die SG BBM zum Rückrundenauftakt den Spieß um und gewann in Hamm mit 36:33 Toren.