Bilanz des Pandemie-Jahres 2020

Ludwigsburg.| 2020 war wegen Corona auch für die Sportvereine extrem schwierig. Der SVL ist relativ gut durch das Jahr gekommen. Es gab sogar ein paar herausragende sportliche Ergebnisse in einem Jahr, das von Absagen geprägt war.

Das zu Ende gehende Jahr wird beim SVL nicht nur als das „Corona“-Jahr in die Annalen eingehen, sondern auch als das Jahr, in dem der Club im Wasserball erstmals international mitgemischt hat. Das Team hat sich Anfang Dezember gut beim Len Euro-Cup in Südfrankreich präsentiert und sogar ein Spiel gewonnen. Gegen die Mannschaft aus Ländern, in denen der Spielbetrieb trotz Pandemie läuft, hatte Ludwigs burg aber leider keine Chance. Die Bundesliga-Mannschaften sollen Anfang 2021 mit einem Turnier starten, der reguläre Spielbetrieb wird im März beginnen.

Auch der SVL-Schwimmer Martin Tschepe hat Schlagzeilen gemacht. Er hat bereits im Januar bei den Internationalen Deutschen Meisterschaften im Eisschwimmen in seiner Altersklasse viermal Gold gewonnen, über 500 und 1000 Meter Freistil sowie über 50 Meter und 100 Meter Brust. Bei den Weltmeisterschaften im Winterschwimmen im Februar in Bled, Slowenien, wurde Tschepe dreimal Vizeweltmeister: über 500 und 1000 Meter Freistil sowie mit einer Freistilstaffel.

Der Ludwigsburger Top-Triathlet Fabian Knobelspies sagt mit Blick auf das Sportjahr 2020: „Bei mir gibt es leider nichts Berichtenswertes.“ Alle Wettbewerbe seien wegen Corona ausgefallen. Er konzentriere sich voll auf Hawaii 2021, die inoffizielle WM bleibe „das große Ziel und ist der Grund, dass ich jeden Tag trainiere“. Er hoffe, dass im Frühjahr ein paar Rennen in Deutschland stattfinden und dass die Liga startet. „Ein Zwischenziel würde helfen auf dem Weg nach Hawaii.“

Der SVL hat Ende des Jahres 1035 Mitglieder, das sind deutlich mehr als Ende 2019 – vor einem Jahr waren es 951. Ende 2016 zählte der Verein noch 763 Mitglieder. „Wir gehören damit voraussichtlich zu den Top Fünf Sportvereine in Ludwigsburg und das als Monoverein“, sagt der Vizepräsident Matthias Nagel. „Wir sind im schwierigen Pandemie-Jahr gegen den Trend gewachsen.“ Viele andere Sportverein in der Stadt und im Land kämpfen mit sinkenden Mitgliederzahlen. Vielen Clubs berichten von einem Schwund von zehn Prozent und mehr im Jahresverlauf.

Dass der SVL stetig Mitglieder gewinnt, liegt sicherlich auch an den mittlerweile sehr guten Bedingungen für alle, die schlicht schwimmen wollen. Selbst im Pandemie-Jahr ist es dem Verein gelungen, den Mitgliedern viele Schwimmangebote zu machen – im Campusbad und im Freibad Hoheneck.

Immer, wenn die Bäder überhaupt öffnen durften, konnten die SVL-Mitglieder ohne Zusatzkosten schwimmen und trainieren. Das Online-Buchen der Tickets hat gut funktionieret – auch dank der guten Kooperation mit der Stadt Ludwigsburg beziehungsweise mit den Stadtwerken Ludwigsburg-Kornwestheim. Viel Schwimmer haben im Sommer gesagt, sie hätten noch nie so entspannt trainieren können wie in diesem speziellen Sommer – weil die Bahnen im Freibad meistens freier waren als gewohnt.

Viele Schwimm- und Aquafitkurse mussten Corona-bedingt aber ausfallen. Der SVL hat versucht, möglichst viele Kompaktkurse anzubieten, um auch den etwa 400 Kursteilnehmern ein Angebot machen zu können.

Auch die Kooperation mit den Schulen sei mit Leben gefüllt worden, „wann immer das möglich war, um auch in den Schulen an der mangelnden Schwimmfähigkeit zu arbeiten“, so Nagel. Mit Blick auf das nächste Jahr warnt der Vorstand aber vor den Konsequenzen, falls die Bäder auch 2021 länger geschlossen werden sollten. Man müsse mit einem ganzen Jahrgang von Nichtschwimmern rechnen. Schwimmen müsse notfalls anders geregelt werden als andere Sportangeboten. Denn es ist lebensgefährlich, wenn Kinder nicht schwimmen lernen und die Defizite sind bereits erkennbar und sorgen für Besorgnis.

Die Hauptversammlung des SVL konnte wegen der Pandemie 2020 nicht stattfinden. Sie soll möglichst im ersten Quartal 2021 nachgeholt werden – in Kombination mit der Hauptversammlung 2021. Dann steht auch die Wahl des Vorstands an. Der Präsident Volker Heyn und sein Vize Matthias Nagel möchten wieder kandidieren, es werden aber noch Frauen und Männer gesucht, die den Vorstand und den Hauptausschuss komplettieren wollen.

Finanziell steht der SV Ludwigsburg sehr geordnet da. Nagel spricht von einer schwarzen Null, mit der das Jahr 2020 voraussichtlich abgeschlossen werde. „Die Zahlen passen, wenn auch das sehr gute Ergebnis aus dem Vorjahr bei weitem nicht erreicht werden konnte“.

Aber klar: „Es fehlen uns in diesem Jahr wesentliche Einnahmen“ – etwa die Gewinne, die der SVL in normalen Jahren mit dem Einsatz seiner Zeitmessanlage für Schwimmwettkämpfe erzielt. Wenn keine Wettbewerbe stattfinden, dann wird eben auch keine Zeitmessung benötigt.

Ähnlich verhält es sich bei den anderen Vereinsangeboten und Vereinsfesten, die nicht stattfinden konnten. Durch Umstrukturierungen und Kürzungen konnten Kosten eingespart werden, was bei der Konsoliedierung geholfen habe. Der SVL hofft nun auf bessere Zeiten im neuen Jahr und hat bereits einige Projekte in Vorbereitung, die man in 2021 realisieren möchte. Wir wünschen allen Mitgliedern und Freunden des Vereins einen guten Rutsch und für das Neue Jahr vor allem Gesundheit und hoffen gemeinsam darauf unseren Sport schon bald wieder gemeinsam erleben zu dürfen!