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Klimaschutz- und Energietag in Murrhardt setzt Impulse und vernetzt Akteure im Kreis, bei Kommunen und Energiegenossenschaften

Rems-Murr-Kreis.| Am 21. September hat der Rems-Murr-Kreis Vertreter der Kommunen und Energiegenossenschaften zu einem gemeinsamen Austausch über Solarenergie eingeladen. Im Fokus des regelmäßigen Austauschs stand dieses Mal das Thema Solarenergie. Ganz bewusst hat der Klimaschutz- und Energietag trotz Corona stattgefunden – mit strengen Hygieneregeln selbstverständlich. „Es war uns wichtig, dass der Klimaschutz dieses Jahr nicht hinten runterfällt. Dass wir beim Klimaschutz vorankommen müssen und das Thema weiter sehr wichtig ist, hat auch die EU jetzt gezeigt“, so Landrat Dr. Richard Sigel.

Der Rems-Murr-Kreis ist sich seiner Vorbildrolle in Sachen Klimaschutz bewusst und ist zusammen mit seinen Beteiligungsgesellschaften beim Photovoltaik-Ausbau aktiv. Mit Freiflächen-PV-Anlagen auf ehemaligen Deponien und PV-Anlagen auf kreiseigenen Gebäuden leistet der Kreis seinen Beitrag und baut den in den kommenden Jahren noch deutlich aus. Beim geplanten Neubau zweier Verwaltungsgebäude am Standort Waiblingen spielen PV-Anlagen und klimafreundliche Energiekonzepte eine besondere Rolle. Schließlich soll die Kreisverwaltung bis 2030 klimaneutral sein. Zusammen mit der Stadt Waiblingen unterhält der Rems-Murr-Kreis außerdem die Energieagentur Rems-Murr, die Bürger, Unternehmen und Vereine berät.

Alle Akteure mitzunehmen, ist das Ziel und Motto des aktuellen Klimaschutzhandlungsprogramms des Rems-Murr-Kreises unter dem Titel „Klimaschutz zum Mitmachen“. Ganz in diesem Sinne lädt der Kreis die Kommunen und Energiegenossenschaften zum regelmäßigen Austausch zu verschiedenen Klima- und Energiethemen.

Eine Erkenntnis des diesjährigen Klimaschutz- und Energietags: Im Bereich der erneuerbaren Energien, insbesondere mit Photovoltaik, gibt es im Rems-Murr-Kreis noch viel Potential. Zwar gab es seit 2008 einen Ausbau von mehr als 175 Prozent. Mittlerweile werden im Landkreis pro Jahr über 156 Gigawattstunden Strom aus regenerativen Energiequellen gewonnen. Das technisch realisierbare Potential für die Stromgewinnung aus Erneuerbaren Energieträgern liegt jedoch weitaus höher: Allein mit Photovoltaik könnten 900 Gigawattstunden gewonnen werden. Dieses Potential gilt es auszuschöpfen. Zur Einordnung: Bereits mit einer 16 Kilowattpeak-Photovoltaikanlage, wie sie auf Einfamilienhäusern montiert wird, lassen sich zehn Tonnen CO2 pro Jahr vermeiden. Das entspricht der Menge CO2, die 800 Bäume pro Jahr binden.

Daher war es dem Rems-Murr-Kreis wichtig, mit den Akteuren die Möglichkeiten des Ausbaus von Freiflächen-Photovoltaikanlagen zu beleuchten. Zusammenfassend könnte man es aus Sicht von Landrat Sigel so formulieren: Trotz Landschafts- und Naturschutz ist vieles möglich, wenn auch nicht überall und alles. Es gilt, die einzelnen Interessen und Ziele lösungsorientiert in Einklang zu bringen.

Als Teil des aktuellen Klimaschutz-Handlungsprogramms 2019 – 2022 fördert der jährliche Klimaschutz- und Energietag den interkommunalen Austausch im Rems-Murr-Kreis. Ziel der Veranstaltung ist es, den kommunalen Vertreter und den Vertreter des Landratsamtes eine Plattform zum Austausch über Energie- und Klimaschutzthemen zu bieten und Impulse zu geben. Die Vorträge des diesjährigen Klimaschutz- und Energietags sind im Klimaschutzportal auf der Homepage des Landratsamtes abrufbar. Für Rückfragen dazu steht das Amt für Umweltschutz gerne zur Verfügung.