Alle Tunnelröhren zum künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof sind nun aufgefahren. | Foto: Malte Hombergs
Bahn erreicht mit der vierten Röhre den Hauptbahnhof
  • Fildertunnel verkürzt mit S21-Inbetriebnahme Fahrtzeit zwischen Stuttgarter Talkessel und Flughafen um 20 Minuten
  • DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Ein starkes Symbol für die starke Schiene“
  • 85 Prozent der Stuttgart-21-Tunnel sind vorgetrieben

Stuttgart.| Die Deutsche Bahn hat beim Projekt Stuttgart 21 ein weiteres bedeutendes Etappenziel erreicht: Mit dem Durchschlag der Oströhre des 9,5 Kilometer langen Fildertunnels ist die letzte von vier Tunnelröhren am künftigen Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen. Die Verbindung zwischen der Filderebene im Süden von Stuttgart und dem Stuttgarter Talkessel steht damit. Der Tunnel macht die Verbindung zwischen dem künftigen Hauptbahnhof und dem Flughafen Stuttgart besonders schnell: Nur noch acht Minuten wird die Fahrzeit betragen. Heute benötigt man für die Verbindung eine knappe halbe Stunde.

DB-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla: „Wir sind durch! Alle Tunnelröhren zum Stuttgarter Hauptbahnhof sind vollständig aufgefahren. Das ist ein Meilenstein auf dem Wege zum neuen Bahnknoten Stuttgart und ein starkes Symbol für eine starke Schiene. Stuttgart schafft eine wichtige Voraussetzung für schnellere, bessere Verbindungen in der Region und in ganz Deutschland, für einen attraktiven Deutschland-Takt. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die den heutigen Tunneldurchschlag trotz der schwierigen Bedingungen der Corona-Krise planmäßig geschafft haben.“

„Beim innerstädtischen Tunnelvortrieb stehen die Mineure und Ingenieure stets vor besonderen Herausforderungen, die sich nur gemeinsam und mit viel Herzblut für die Arbeit unter Tage meistern lassen. Das war hier in hervorragender Weise gegeben“, sagt Günter Osthoff, der verantwortliche Projektleiter der DB Projekt Stuttgart–Ulm GmbH für den Fildertunnel.

„Natürlich ist es ungewöhnlich, den Erfolg eines Vortriebs-Durchschlages nicht gemeinsam mit allen Beteiligten vor Ort feiern zu können. Der höchste Respekt und Dank gebührt hier unseren Mineuren und Ingenieuren, die auch in den letzten Wochen mit außerordentlicher Umsicht diese herausfordernden Vortriebsarbeiten zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht haben“, sagt Andreas Rath, Geschäftsführer der bauausführenden Firma Arbeitsgemeinschaft ATCOST 21.

„Der heutige Tag ist ein großer Erfolg. Als Tunnelpatin bin ich froh und dankbar dafür, dass unsere unermüdlichen Mineure den Fildertunnel so verlässlich bauen konnten. Ich wünsche mir von Herzen eine weiterhin unfallfreie Vollendung des Fildertunnels in den letzten Arbeitsabschnitten“, sagt Tunnelpatin Tülây Schmid.

Insgesamt sind bei Stuttgart 21 von 59 Kilometern Tunnelröhren jetzt 50 Kilometer und damit 85 Prozent vorgetrieben.

Stuttgart 21 ist die komplette Neuordnung des Bahnknotens Stuttgart. Das Gemeinschaftsprojekt wurde 2009 mit dem Finanzierungsvertrag von Bund, Land Baden-Württemberg, Landeshauptstadt Stuttgart, Verband Region Stuttgart, Flughafen Stuttgart GmbH und der Deutschen Bahn beschlossen. Gebaut werden:

vier neue Bahnhöfe
57 Kilometer neue Schienenwege, die mit bis zu 250 km/h befahren werden
59 Kilometer Tunnelröhren
16 Tunnel und Durchlässe
44 Brücken
Stuttgart 21 trägt dazu bei, die Reisezeiten im Fern- und im Regionalverkehr erheblich zu verkürzen, schließt den Flughafen an die Fernbahn an und verlagert so Verkehr von der Straße auf die Schiene. Beispiele:

Stuttgart Hbf–Flughafen: 8 Minuten statt heute 27 Minuten
Ulm–Flughafen: 30 Minuten statt heute 1:35 Stunden
Rottweil–Flughafen: 59 Minuten statt heute 2:02 Stunden
Tübingen–Flughafen: 35 Minuten statt heute 65 Minuten
Der künftige Durchgangsbahnhof ermöglicht zudem viele neue umsteigefreie Verbindungen im Regionalverkehr und entlastet so auch die an der Belastungsgrenze fahrende S-Bahn.