Foto: Junge Union Gebietsverband Strohgäu
„Physi“ bietet griechische Naturprodukte in Ludwigsburg an

Ludwigsburg.| Beim Vorbeifahren auf der starkbefahrenen Schorndorfer Straße fällt einem der kleine Laden von Konstantinos Nottas nicht direkt ins Auge. Zumindest noch nicht. Der gebürtige Grieche hat vor gut einem Jahr das Start-Up Physi gegründet, welches sich auf griechische Naturprodukte spezialisiert hat. Neben seinem Geschäft in Ludwigsburg betreibt der geschäftige Gründer einen Onlineshop und ist zudem auf diversen Gourmetmessen in ganz Deutschland vertreten. Die Junge Union Strohgäu besuchte vergangenen Dienstag das Start-Up. Gemeinsam mit dem Landtagsabgeordneten Fabian Gramling und dem Geschäftsführer wurde über die Entwicklung von Start-Ups in der Region und Probleme bei der Existenzgründung diskutiert.

Nottas konnte dabei einen tollen Einblick in seinen Alltag als Start-Up Gründer und die Schwierigkeiten, welche beim Schritt in die Selbstständigkeit entstehen, geben. So sei an Genehmigungen und Gebühren für die Etikettierung genauso zu denken wie an die Gebühren für den Test der Waren im Labor. Physi verwendet ausschließlich natürliche Produkte ohne Konservierungsstoffe. Besonders betont Nottas, dass seine Erzeugnisse keinen Zucker enthielten – somit seien sie bestens für eine „Anti-Zucker-Diät“ geeignet, wie er selbst sagt. Seine Leidenschaft zeigt sich aber nicht nur in seiner exklusiven Auswahl an hochwertigen griechischen Lebensmitteln. Auch sein erst neu eröffneter Laden in der Stadt zeichnet hauptsächlich seine Handschrift: „Die Regale, Tische und die Theke habe ich selbst gebaut. Das hat schon einen Monat in Anspruch genommen, ist aber günstiger, als es machen zu lassen.“, sagt er stolz und fügt hinzu, dass eben nicht jeder Existenzgründer im Business einfach mal eben einen Raumausstatter für ein paar Tausend Euro engagieren könne. „Wenn ich als Startkapital 15.000€ gehabt hätte, sähe die Welt auch ganz anders aus.“, meint Nottas wehmütig, aber nicht verärgert. Er weiß, auf was er sich eingelassen hat. Klar sei das Geschäft hart und er müsse schnellstmöglich zusehen, dass er Kunden gewinnt und regelmäßige Einnahmen generiere.

Für seine Lieferanten in Griechenland, die immer frisch per Flugzeug oder LKW liefern, müsse er in Vorleistung gehen, was natürlich auf Dauer ohne ausreichende Rücklagen und ohne geregelten Umsatz extrem schwierig sei. Die Politik will er nicht tadeln, jedoch sind schon ein paar Kritikpunkte erkennbar. „Die Datenschutzgrundverordnung macht uns schon zu schaffen.“, sagt Nottas und auch Fabian Gramling MdL stimmt zu, dass dies nicht optimal sei. Auch vermeintlich kleinere Dinge, wie die Künstlersteuer werden bei 30°C Außentemperatur in Nottas´ Geschäft mit dem Landtagsabgeordneten und einer großen Anzahl von Jungunionisten diskutiert. Es könne nicht sein, dass eine solche Steuer für das Design eines Logos in Deutschland existiere, weshalb man dieses in Russland habe designen müssen.

Natürlich ist aber auch nicht alles schlecht, was Förderungen von jungen Unternehmern angeht, sagt der Besitzer des Start-Ups. Er sei beispielsweise von der Gründungsfinanzierung sehr überzeugt. Leider passte diese nicht auf sein junges Unternehmen.

Das Gründen eines Start-Ups ist risikoreich, deswegen gingen auch viele den Schritt nicht, so Nottas. „Aber bis jetzt ist alles gut gegangen und wir hoffen, dass es weiter so geht.“ Physi ist sowohl offline, als auch online vertreten. Bald will man auch auf dem Marktplatz auf dem Ludwigsburger Wochenmarkt aktiv sein, um neue Kunden zu gewinnen und sie auf den Geschmack zu bringen, sie in ihren Laden zu locken und von der erstklassigen Qualität der Waren zu überzeugen. Fabian Gramling ist schon von der Idee überzeugt. Der Politiker nimmt an diesem Nachmittag aus dem Gespräch viel mit. Für Existenzgründer wie Konstantinos Nottas ist es nicht einfach. Auch wenn sich in der Politik immer um die vermeintlich großen Player gekümmert wird, so sind auch Start-Up Gründer wie er wichtig. Das wolle die Junge Union Strohgäu mit der Veranstaltung auch nochmal unterstreichen, so Michael Wolf, der Vorsitzende des Gebietsverbandes: „Deswegen nehmen sich die Junge Union und Herr Gramling auch die Zeit für Sie, um sich einmal aus erster Hand über die Schwierigkeiten in der Start-Up-Szene zu informieren.“ Gramling wurde nicht umsonst zu der Veranstaltung eingeladen: Der Abgeordnete sitzt im Wirtschaftsausschuss und konnte sich in der Vergangenheit schon öfter ein Bild von Start-Up-Szenen in ganz Europa, wie beispielsweise in Estland, aber auch im kalifornischen Silicon Valley machen.

Die Diskussion schließt natürlich nicht ohne Abschlussgeschenk. Für Herrn Nottas gibt es, statt griechischen, Württemberger Wein aus der Region, um auch ihn von der hiesigen Qualität überzeugen zu können.

Die Anwesenden sind von seinen Produkte schon überzeugt, sodass die ein oder andere Flasche Olivenöl über den Ladentisch des kleinen Start-Ups geht. Wir danken Fabian Gramling und Konstantinos Nottas nochmals ganz herzlich für die tollen Einblicke und das tolle Gespräch und wünschen Physi alles Gute!