40 Jahre deutsch-französische Partnerschaft mit Montluel

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Bild: Anne Plat und Marc Grimand (rechts) überreichten Oberbürgermeister Christof Bolay eine Keramikscheibe. | Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger

Ostfildern.| Seit vier Jahrzehnten hält die Städteehe zwischen Ostfildern und Montluel. Dieses Partnerschaftsjubiläum wurde kürzlich mit einem Festabend im KuBinO in Nellingen begangen.

Ungefähr 90 Gäste waren zum Jubiläum aus Montluel und den umliegenden Gemeinden angereist. Die Feuerwehr Scharnhausen hatte sie mit einem Oldtimer-Fahrzeug am vergangenen Freitag an der Autobahnausfahrt erwartet und zum KuBinO eskortiert, wo sie vom Spielmannszug der Feuerwehr musikalisch begrüßt und von ihren Gastfamilien erwartet wurden. Am Samstag nahm ein Team mit neun Läufern aus Montluel am Nellinger Kirbelauf teil. Im Feuerwehrhaus in Scharnhausen lud der Verein Deutsch- Französische Freundschaft nachmittags zu Kaffee und Kuchen ein.

Ungefähr 220 Gäste, Gastgeber und weitere in der Partnerschaft Engagierte fanden sich dann abends im KuBinO ein. Etliche sind der Partnerschaft seit 40 Jahren verbunden, manche kennen sich durch den Schüleraustausch oder von anderen Gelegenheiten. Der Abend begann mit einem Konzert des Orchesters „Eime“ der Musikschule Montluel, das ein halbstündiges, anspruchsvolles Programm präsentierte.

Oberbürgermeister Christof Bolay erinnerte in seiner Rede daran, dass die Anfänge der Partnerschaft noch weiter als bis 1978 zurückreichen. 1975 legte eine Begegnung zwischen der Feuerwehr Scharnhausen und den Feuerwehren aus Montluel und Beynost den Grundstein. Seither sei die „Jumelage“ eine Erfolgsgeschichte. Vertrautheit sei entstanden, die auf Säulen wie dem Schüleraustausch und der Feuerwehrkameradschaft, aber auch auf vielen persönlichen Beziehungen beruhe, sagte Bolay. Der Schüleraustausch zwischen den beiden Ostfilderner Gymnasien und der Partnerstadt sei der wichtigste Baustein der Partnerschaft. „Generationen von Schülerinnen und Schülern haben sich gegenseitig besucht und so etwas gelernt über den Alltag im anderen Land“, sagte Bolay. Manche Austauschschüler seien inzwischen selbst Gasteltern. Der Schüleraustausch gebe jungen Menschen Gelegenheit, ein anderes Land kennen zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und so Vorurteile abzubauen. Dies sei von besonderer Bedeutung „gerade heute, wo sich Nationalismus und Separatismus wieder breit zu machen drohen“, sagte Bolay. Weil die junge Generation internationaler aufgestellt sei als jede andere vor ihr, müsse man diese Chance beherzt ergreifen.

„Entweder schaffen wir es, am gemeinsamen Haus Europa zu bauen oder wir fallen zurück in die unglückliche Zeit der Kleinstaaterei, der Engstirnigkeit und der nationalistischen Umtriebe“, warnte der Oberbürgermeister. Sein Kollege Marc Grimand, Bürgermeister von Pizay, dagegen riet dazu „den aktuellen Aufregungen, die von einigen Amtsträgern bekundet werden, nicht allzu viel Bedeutung beizumessen“. Auch er betonte die „unerschütterliche Verbundenheit“ der beiden Partner und präsentierte dazu Stationen der Partnerschaft. Als sichtbares Zeichen der Freundschaft überreichte er gemeinsam mit Anne Plat, der Vorsitzenden des Partnerschaftskomitees von Montluel, eine Keramikscheibe, die eine Künstlerin aus Beligneux geschaffen hat und die graviert ist „mit dem Symbol des Vogels als Zeichen der Langlebigkeit unserer Partnerschaft“, wie Plat betonte. Die Nachhaltigkeit der Beziehungen hänge vom Engagement ab, sagte Grimand. Dies müsse an die jüngeren Generationen vermittelt werden, um „das Streben nach einem gemeinsamen Leben“ fortzuführen.

Bolay und Grimand unterzeichneten schließlich eine Urkunde zur Bekräftigung der Partnerschaft, bevor der Abend mit einem Abendessen und einem Auftritt des Akkordeonorchesters Nellingen ausklang. Nach einem Frühschoppen am Sonntag hieß es dann „Au revoir“.