Reds vom Glück verlassen

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Bild: Eng waren die Spiele gegen Karlsruhe. Wie hier bei dem Spielzug an der 1. Base mit Stuttgarts Colleen Fenton | Foto: Iris Drobny

Stuttgart.| Dass die Reds-Damen des TV Cannstatt seit der Rückrunde vom Verletzungspech verfolgt werden, ist inzwischen bekannt. Nun kommt aber noch zudem eine gehörige Portion Pech bei den Ligaspielen dazu. Am heißesten Wochenende des Jahren musste man ausgerechnet vier Mal im Derby gegen die Karlsruhe Cougars spielen. Sagenhafte 29 Innings wurden an den beiden Tagen gespielt. 27 Spielabschnitte lang waren beide Teams gleichwertig. Doch am Ende hatte immer Karlsruhe die Nase vorne.

Stuttgarts Stefanie Schneider gab nach ihrer Babypause endlich ihr Comeback auch in der 1. Bundesliga. Und dies dann erstmals in ihrer Bundesligakarriere überhaupt als Pitcherin. Doch Anfangs wackelte die gesamte Defensive der Schwaben. Acht Runs in den beiden ersten Innings waren hier schon quasi eine Vorentscheidung. Doch ab dem 3. Inning wehrten sich die Reds-Damen gewaltig und ließen im restlichen Spiel überhaupt keine weiteren Gegenpunkte mehr zu. Und plötzlich klappte es auch offensiv besser. Man brachte zwar einige Runner aussichtsreich auf die Bases, allerdings bedeuteten die drei Runs, die man noch erzielen konnte, nur noch eine Ergebniskosmetik.

Das zweite Spiel des Tages war quasi ein amerikanisches Duell. Karlsruhes US-Neuzugang Hannah Parker in der Position des Pitchers gegen Stuttgarts US-Werferin Makinna Akers. Zudem in der Offensive auf Badener Seite Stefanie Ceo und Stuttgarts Hope Cornell. Beide Werferinnen spielten mit Hilfe ihrer Defensive eine starke Partie. Hope Cornell konnte gleich im ersten Spielabschnitt punkten. Doch Karlsruhes Ceo schaffte es zwei Mal zu punkten. Und so ging auch diese hochklassige und gleichwertige Partie mit 2:1 für Karlsruhe zu Ende.

Dramatik pur im dritten Duell: Einen Tag später nun im DB-Ballpark der Stuttgart Reds sahen die zahlreichen Zuschauer bei tropischen Temperaturen zwei starke Teams. Die Reds mit sagenhaften 13 Hits, Karlsruhe hingegen nur mit 6 Hits. Doch die Spielerin des Spiels war zweifelsohne Lisa Kälblein der Cougars. Ihr Schlag in der Verlängerung bei bereits 2 Aus, 2 Strikes und Bases loaded machte den Unterschied. Der weit geschlagene Ball flog unerreichbar von den Reds-Outfieldern bis an den Zaun und Karlsruhe packte nach den drei Punkten in der regulären Spielzeit noch drei weitere Punkte in dem Verlängerungsinning drauf. Die Reds-Damen schafften es zwar auch im Nachschlag alle Bases mit Runnern zu besetzen, wonach es dem TVC-Team auch immer gelang den Ball ins Spiel zu bringen, doch mehr als einen weiteren Run erzielte das Heimteam nicht mehr. So verloren die Reds auch die dritte Partie, in acht Innings, mit 8:6.

Und auch im vierten Spiel des Wochenendes hatten die Reds-Damen viel Pech. Wieder hatten die beiden US-Werferinnen Parker und Akers mit ihren Defensivreihen alles im Griff. Die Reds gingen im 2. Inning durch Tatjana Teschner mit 1:0 in Führung. Youngster Alia Petzold schaffte es mit ihren Schlag Teschner punkten zu lassen. Doch schon im Folgeinning der Ausgleich durch Karlsruhes Stefanie Ceo. Ein Passed Ball von Stuttgarts junger Catcherin sorgte direkt im Anschluss für die Führung der Badener. Zum Leidwesen der Reds spielten nun beide Teams fehlerfrei und mit tollen Aktionen in der Verteidigung. Dies war damit gleichbedeutend mit keinen weiteren Punkten der Cougars. Aber auch keine weiteren Runs für die Stuttgart Reds. Und so verlor der bis dahin Tabellenzweite Stuttgart nicht nur diesen Platz an Regensburg, sondern auch die vierte Partie innerhalb von 24 Stunden denkbar knapp mit 2:1.

Zu allem Unglück hält auch noch das Verletzungspech der Reds-Damen weiter an. Alia Petzold brach sich den Zeigefinger und wird damit auch noch dem Team auf unbestimmte Zeit fehlen.

Kommenden Sonntag treffen die Reds in den letzten beiden Heimspielen auf den Tabellenletzten Augsburg. Hier hoffen die Reds auf keine weiteren Verletzten, mehr Spielglück und endlich auch mal wieder einen Sieg der Roten.