Einzelausstellung von Jan Zöller in der städtischen Galerie

Ostfildern.| Dank der gesunkenen Sieben-Tage-Inzidenz kann die städtische Galerie voraussichtlich am 15. Juni mit einer neuen Ausstellung endlich wieder ihre Türen öffnen. Vom 15. Juni bis 21. September sollen die Werke von Jan Zöller zu sehen sein.

Jan Zöller gehört aktuell zu den Stipendiaten des Arbeitsstipendiums der Stiftung Kunstfonds und zu den sieben Preisträgern des Bundespreises für Kunststudierende 2019. Die erste institutionelle Einzelausstellung des 1992 in Baden-Württemberg geborenen Künstlers in der städtischen Galerie Ostfildern präsentiert bestehende Arbeiten aus Sammlungen, neue großformatige Malereien aus der Werkgruppe „Badebrunnen“, sowie eine eigens für den Raum konzipierte Installation, bestehend aus verschiedenen Objekten und einer raumgreifenden Videoinstallation.

Jan Zöller zeigt in seiner Ausstellung materialisierte Gedankenwelten. Seine Kunst steckt voller persönlicher Bezüge und Erfahrungen, die er in seine ganz eigene Bildsprache übersetzt und in den Kontext des Werkkomplexes setzt.

Der Titel „keine Zeit zum Baden“ bezieht sich zum Einen auf die präsentierte Werkgruppe der „Badebrunnen“, verweist andererseits auf das Dilemma, die richtige “Work-Life-Balance” zwischen Leben, Arbeit und Berufung zu finden.

Bilder, installative Elemente und eine Videoarbeit ergänzen einander und ermöglichen unterschiedliche Perspektiven. Brunnen, Wannen und an orientalische Bade-Oasen erinnernde Szenerien seiner Bilder verweisen auf private Momente der Entspannung, des persönlichen Luxus, aber auch auf kulturhistorische Bezüge. Springbrunnen sind zudem eine Metapher für Kreisläufe und “meditatives Geplätscher“.

Das Bild mit dem Titel „keine Zeit zum Baden“ stellt in seiner grauen Tonigkeit einen Kontrast zu den oft in kräftigen Blau-Gelb-Tönen gehaltenen Badeszenerien dar. Ein dystopisch anmutendes Szenario, in dem der Künstler – vertreten durch die abstrahiert angedeuteten, rennenden und farbverklecksten Hosenbeine – Welten einreißt und sich auf den Weg macht, eine neue Welt entstehen zu lassen.

Oliver Körner zu Gustorf bezeichnet dies in seinem Katalogtext „Für immer Baustelle“ wie folgt: “ (…) die Auflösung der alten Welt und der Wille zur Schaffung einer neuen halten sich in einer fragilen Balance.”

Dauer der Ausstellung:
Voraussichtlich vom 15. Juni bis 21. September. Jeweils aktualisierte Möglichkeiten des Ausstellungsbesuches unter www.ostfildern.de/galerie

Kunst erleben!
Öffentliche Führung für kunstinteressierte Erwachsene und Jugendliche am Sonntag, 1. August und Sonntag, 12. September, jeweils ab 16 Uhr.

Für alle Veranstaltungen gilt die aktuelle Hygieneverordnung. Die Besucherzahl ist jeweils begrenzt.