von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| An diesem Wochenende schließen die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim die erste Phase ihrer Saisonvorbereitung ab. Drei Wochen nach dem Trainings-Aufgalopp geht es ins Kurz-Trainingslager ins österreichische Montafon.

Teambuilding ist für SG BBM-Trainer Hannes Jón Jónsson für die vier Tage in einem Montafoner Hüttendorf fast schon ein zu großes Wort. „Den Aufwand für ein großes Trainingslager werden wir in diesen Zeiten vermeiden“, sagt der Isländer. „Wir werden von Freitag bis Montag einfach viel Zeit miteinander verbringen. Wir werden sicher viel miteinander reden über die Aufgaben, die wir vor uns haben. Und wir werden wandern, vielleicht ein bisschen viel für den einen oder anderen.“

Ganz ohne Handball wird das Wochenende nicht ablaufen. Bei der Anfahrt am Freitag machen die Schwaben in Bregenz Station, zu einem Kräftevergleich mit dem österreichischen Erstligisten. Es wird für das Team um Kapitän Jan Asmuth das erste Spiel unter Wettkampfbedingungen seit mehr als fünf Monaten werden.

Die Gespräche am Wochenende sollen sich dann nicht mehr um die vergangene Saison drehen. „Den Ärger um den undankbaren dritten Platz hat zwar jeder noch im Kopf“, sagt Jónsson. „Jeder wird das für sich als Motivation nutzen können, um in dieser Saison gleich von Anfang an voll dabei zu sein.“ Zur Erinnerung: Die SG BBM belegte nach der letzten Vorrunde den 7. Rang, war in der Rückrunde bis zu Corona-bedingten Abbruch Anfang März die Mannschaft der Stunde. Am Ende steht Rang drei in den Annalen einer in vielen Aspekten außergewöhnlichen Saison.

Die ersten Einheiten seit dem Trainingsauftakt sind für Bietigheims Coach sehr gut angelaufen: „Man sieht, dass den Jungs die Arbeit mit unseren neuen Partnern vom Athletic Solution Center viel Spaß macht. Beim einen oder anderen sieht man schon jetzt einen Riesenunterschied im Vergleich zum Frühjahr.“ Die Bietigheimer Handballer haben sich in der ungewöhnlich langen trainingsfreien Zeit individuell mehr als fit gehalten. „Wir konnten vom ersten Tag an mit Ball arbeiten“, berichtet Jónsson, „und gleich mit relativ hoher Handball-Belastung beginnen.“

Auch der von den sechs baden-württembergischen Erst- und Zweitligisten initiierte BGV Handball Cup 2020 (30. August bis 13. September) ist für Bietigheims Isländer „eine starke Sache“ und wird optimal in die Saisonvorbereitung eingepasst. Am 4. September greift die SG BBM mit dem Spiel gegen den TVB Stuttgart (in der Balinger Sparkassen- Arena) erstmals ins Geschehen ein. „Sportlich ist es aus meiner Sicht für uns ein Riesenvorteil, ein Turnier über einen längeren Zeitraum gegen ausnahmslos starke Gegner zu spielen“, sagt Jónsson. Und weiter: „Hut ab für alle, die das auf die Beine gestellt haben.“ Für die Vereine bedeuten Organisation und Durchführung des Turniers zwar eine riesengroße Kraftanstrengung. Vor dem ersten Liga-Spieltag bietet der BGV-Cup aber auch die zwingend erforderliche Plattform, Hygienekonzepte umzusetzen und deren Praxistauglichkeit unter Beweis zu stellen. Schließlich soll Anfang Oktober die Saison vor Zuschauern und nicht vor leeren Rängen beginnen. Daran arbeiten alle mit Hochdruck.