Bild: Riley Moore (Nr. 6) erreicht sicher die dritte Base im Spiel gegen die Mannheim Tornados | Foto: Iris Drobny
  • Etwas zu viel Risiko und fehlerhafte Verteidigung
  • 1:2- und 1:7-Heimniederlagen der Stuttgart Reds gegen die Mannheim Tornados am Ende der regulären Saison

Stuttgart.| Mit zwei Heimniederlagen gegen die Mannheim Tornados beendeten die Baseballer des TV Cannstatt die reguläre Bundesliga-Saison 2019. Mit einer Gesamtbilanz von 13 Siegen und 15 Niederlagen wurden die Playoff-Plätze von den Stuttgart Reds knapp verpasst. Bei den beiden mit 1:2 und 1:7 verlorenen Spielen bewies das Team aber erneut, dass man 2019 mit den Top-Teams der Liga meist auf Augenhöhe spielt. Oft fehlte nur im richtigen Augenblick der entscheidende Spielzug. So auch an diesem Samstag: beide Partien hätten durch die Reds durchaus auch gewonnen werden können.

Bei bestem Baseball-Wetter waren die Zuschauerränge auf dem Cannstatter Schnarrenberg mit erwartungsfrohen Fans aus Stuttgart und Mannheim gefüllt. Stuttgarts Bundestagsabgeordneter Dr. Stefan Kaufmann warf einen der beiden zeremoniellen „First Pitches“. Und die Ausgangslage für die Reds war klar, die Hürde hoch: um noch in die Playoffs einzuziehen hätte man das mit vielen Profis besetzte Mannheimer Team zweimal mit insgesamt 14 Runs Differenz schlagen müssen.

Im ersten Spiel begann Toni Horvatic auf dem Werferhügel und dominierte das starke Gästeteam in beeindruckender Manier: Während seinen 7 2/3 Innings ließ er nur drei Hits und keinen einzigen Run zu. Auch die Reds ihrerseits bissen sich an den Würfen von Gäste-Pitcher Gian Franco Rizzo die Zähne aus. Nur einmal – im zweiten Inning – konnte man punkten: Marcel Hering und Joel Johnson hatten sich mit Base Hits in Position gebracht und Hering überquerte nach einem unkontrollierten Wurf Rizzos, der am Mannheimer Catcher vorbei segelte, die Home Plate – 1:0 für Stuttgart. Dieses Ergebnis hatte dann auch lange Zeit Bestand. Immer wieder ließen die Reds ihre Chancen zur Ergebnisverbesserung ungenutzt – so im vierten, sechsten und siebten Inning.

Das sollte sich rächen. Daniel Zeller war im achten Spieldurchgang als Pitcher eingewechselt worden, als er die Reds unter großem Jubel aus einer bedrohlichen Spielsituation herausbrachte. Auf ihm lastete nun die Aufgabe, den knappen Ein-Punkte-Vorsprung im Schluss-Inning zu halten. Zeller warf zwar erneut souverän, doch seine Mitspieler in der Feldverteidigung begingen ausgerechnet jetzt entscheidende Fehler. Erst ließ der erfahrene Hagen Rätz einen Ball durch die Beine rollen. Und nachdem ein weiterer Mannheimer durch eine umstrittene Schiedsrichterentscheidung auf Base durfte, beging auch Toni Horvatic, der nun an der dritten Base verteidigte, einen Fangfehler. Das ermöglichte Mannheim den Ausgleich zum 1:1.

Die Reds hatten es dann selbst in der Hand, in ihrem folgenden Halbinning den Siegpunkt zu erlaufen. Doch eine riskante Entscheidung von Reds-Coach Greg Lemon sorgte dafür, dass Andrija Tomic an der Home Plate „aus“ geworfen wurde. Die Tornados nutzen dann gleich das erste Zusatz-Inning, um 2:1 in Führung zu gehen. Die Reds hatten ihrerseits eine weitere Siegchance, aber Marcel Herings weiter Flugball geriet ein wenig zu kurz und landete – statt überm Zaun – im Handschuh des Mannheimer Outfielders.

Viel Zeit, den vergebenen Chancen hinterher zu trauern, blieb den TVC-Baseballern nicht. Im zweiten Spiel begann Dustin Ward als Pitcher für die Reds und hatte schon im zweiten Inning eine – für ihn ungewohnte – Phase mangelnder Ballkontrolle: ein Base Hit und zwei Walks sorgten für eine „Bases loaded“-Situation, die Mannheim eine 1:0-Führung brachte. Tornados-Pitcher Sam Holland stellte seinerseits die Hausherren mit seiner unkonventionellen „Sidearm“-Wurftechnik vor lange Zeit unlösbare Probleme. Erst im fünften Inning gelang Jonas van Bergen der erste Base Hit für die Reds. Da stand es bereits 2:0 für Mannheim, nachdem Jonathan Wagner einen Homerun geschlagen hatte.

Tatsächlich sahen die Zuschauer, dass sich die Stuttgarter immer besser auf Holland einstellten und im sechsten Spieldurchgang erlief der schnelle Reds-Outfielder Joel Johnson nach einem Walk, einer gestohlenen Base und einem Fehler der Tornados-Verteidigung auf einen folgenden Base Hit durch Riley Moore den Anschluss-Run zum 1:2. Bereits ein Inning später war Stuttgart nahe daran, die Führung zu übernehmen: Jonas van Bergens Double hatte Xavi Gonzalez bis zur dritten Base gebracht. Es fehlte also nur noch ein Base Hit für zwei weitere Punkte, als sich die Reds durch einen Verständigungsfehler zwischen Gonzalez, Coach Greg Lemon und dem am Schlag befindlichen Tristan Hurler ein demoralisierendes „Aus“ zwischen dritter Base und Home Plate einhandelten.

Letztlich brachte das Inning keinen weiteren Punkt und wie so oft rächte sich der Fehler prompt: Dustin Ward traf den ersten Mannheimer Schlagmann im achten Inning mit seinem Wurf und der nachfolgende David Kandilas schlug den zweiten Homerun des Spiels – 4:1 für die Gäste. Während die Auswechselwerfer der Tornados das Spiel souverän nach Hause brachten, hatte Hagen Rätz, der Stuttgarts Dustin Ward im neunten Inning ablöste, keinen guten Tag. Drei weitere Runs der Tornados führten zum 7:1-Endstand.

Ausblick
Bei den Platzierungsspielen in der Playdown-Runde in den kommenden Wochen treffen die Stuttgart Reds auf die München-Haar Disciples, die Ulmer IT sure Falcons sowie die Saarlouis Hornets.