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Zecken stechen immer früher

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AOK rät zur Vorsorge

Stuttgart.| Der Klimawandel sorgt für immer mildere Winter. Das hat Auswirkungen auf die Verbreitung von Zecken. Die Gefahr, außerhalb der üblichen Saison gestochen zu werden, steigt stetig. Dabei können Zecken Krankheiten wie Borreliose oder FSME übertragen – mit schwerwiegenden Folgen. Die AOK rät deshalb, sich über die richtigen Schutzmaßnahmen zu informieren.

Naturfreunde kennen sie nur zu gut: Zecken. Sie stechen, saugen sich voll und können dabei verschiedene Krankheiten übertragen. Die Landeshauptstadt zählt laut Robert-Koch-Institut (RKI) schon heute zu den Risikogebieten. Werden nun die Temperaturen im Winter immer milder, so können Zecken auch außerhalb der üblichen Saison, von Frühsommer bis Oktober, aktiv sein und stechen. Damit steigt die Gefahr, sich mit FSME-Viren oder Borreliose-Bakterien zu infizieren.

Borreliose ist die mit Abstand häufigste durch Zecken übertragende Krankheit. 2021 wurde bei den AOK-Versicherten in Stuttgart 379 Borreliose-Infektionen gemeldet. Die tatsächliche Zahl von Erkrankungen dürfte wesentlich höher liegen. Mediziner gehen gerade im Fall der Borreliose wegen der diffusen Symptome von einer hohen Dunkelziffer aus. Die sogenannten Borrelien befinden sich im Darm der Tiere. Die Zecke muss eine längere Zeit saugen, bevor der Erreger übertragen wird. Das Infektionsrisiko steigt in der Regel nach einer Saugzeit von mehr als 12 Stunden. Entfernt man die Zecke frühzeitig, ist das Übertragungsrisiko daher nur sehr gering. Kommt es zu einer Infektion, kann die Krankheit verschiedene Organsysteme betreffen, insbesondere die Haut, das Nervensystem und die Gelenke. Bisher gibt es keine Schutzimpfung.

Die häufigste Erkrankungsform bei der Borreliose ist die sogenannte Wanderröte. Sie tritt nach einigen Tagen nach Zeckenstich auf. Diese deutliche ringförmige Hautrötung ist oft im Zentrum blasser als am Rand. Der rote Ring wandert dann allmählich nach außen. Weitere allgemeine Krankheitssymptome wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen, Müdigkeit können hinzukommen. Wer solche oder ähnliche Symptome zeigt, sollte einen Arzt aufsuchen.

Anders die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Sie ist die zweithäufigste durch Zecken übertragene Krankheit, die aber durch ein Virus ausgelöst wird. Sie kommt deutlich seltener in Zecken vor und auch nur in bestimmten Gebieten. Stuttgart gehört allerdings dazu. FSME kann zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute führen, die teilweise tödlich verläuft. Die FSME-Viren befinden sich in den Speicheldrüsen der Zecken. 2021 wurden laut RKI in Stuttgart eine geringe Fallzahl von zwei Personen gemeldet. Gegen FSME ist eine Impfung möglich. Das rät auch die AOK Stuttgart-Böblingen. „AIs Risikogebiet ist es in Stuttgart sehr sinnvoll, eine FSME-Impfung in Betracht zu ziehen. Gerade für Menschen, die beruflich viel in der Natur sind, z.B. Forst- und Gartenarbeiter, ist eine Impfung sinnvoll“, so der Sprecher der AOK Stuttgart-Böblingen, Sebastian Scheible. „Aber auch für Freizeitsportler oder Erwachsene und natürlich für Kinder, die viel Zeit in der Natur und im Grünen verbringen, kann eine Impfung sinnvoll sein. Das entspricht auch der Empfehlung der Ständigen Impfkommission“, betont der AOK-Pressesprecher Scheible.

Grundsätzlich gilt: Zeckenstiche sollten vermieden werden. „Auch wenn nicht jeder Zeckenstich eine Infektion bedeutet, ist Vorsicht geboten. Der beste Schutz ist immer, Zeckenstiche zu vermeiden“, weiß Sebastian Scheible. „Vor allem bei Aktivitäten im Freien ist die richtige Kleidung wie geschlossene Schuhe, Strümpfe und Kopfbedeckung sowie ein regelmäßiges Absuchen des Körpers besonders wichtig. Kinder sollten dabei von ihren Eltern unterstützt werden. Helle Kleidung macht die winzigen Zecken sichtbarer“, so AOK-Sprecher Scheible weiter. Übrigens: Beim Auftragen von Insektenschutzmitteln, die einige Stunden Schutz bieten können, sollten die Haaransätze nicht vergessen werden.


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