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Die Olgäle-Stiftung ermöglicht den Kauf eines Hightech-Systems für das Kinderherzzentrum und neuer Software im Wert von insgesamt 360.000 Euro anlässlich ihres 25-jährigen Jubiläums

Stuttgart.| Die Olgäle-Stiftung für das kranke Kind e.V. hat den Kauf der hochmodernen Elektrophysiologieanlage im Wert von einer Viertelmillion Euro anlässlich ihres 25- jährigen Jubiläums ermöglicht und heute an Prof. Dr. Gunter Kerst, Leiter des Zentrums für angeborene Herzfehler, übergeben. Herzfehler sind die häufigste angeborene Fehlbildung bei Kindern. Im Zentrum für angeborene Herzfehler (ZAHF) im Olgahospital werden jährlich rund 1.000 Patienten stationär betreut und 200 Operationen bei Kindern sowie 80 Operationen bei Erwachsenen am Herzen durchgeführt. Mit dieser neuen elektrophysiologischen Hightech-Anlage kann nun die ganze Bandbreite an minimal- invasiven Behandlungen erstmals Röntgenstrahlen-frei oder zumindest mit einer enorm verminderten Menge an Röntgenstrahlen durchgeführt werden. „Die Gesundheit der kleinen Herz-Patienten ist uns eine echte Herzensangelegenheit“, betont Dr. Stefanie Schuster, Präsidentin der Olgäle-Stiftung, „Ich freue mich besonders, Ihnen dieses Gerät dank vieler Spenderinnen und Spender anlässlich unseres 25-jährigen Jubiläums für die hochkomplexen Eingriffe übergeben zu dürfen“.

Seit Sommer 2022 ist Prof. Dr. Gunter Kerst Leiter des Herzzentrums im Olgahospital. Er behandelt Herzrhythmusstörungen mithilfe der hocheffektiven Ablationstherapie. „Im Zentrum für angeborene Herzfehler werden Kinder und Jugendliche auf höchstem Niveau interdisziplinär und interprofessionell behandelt. Mit Prof. Gunter Kerst ist der führende Experte in der interventionellen Elektrophysiologie zur Behandlung von Herzrhythmus- störungen im jungen Lebensalter in Deutschlands größtem Kinderkrankenhaus, dem Olgahospital, tätig“, so Prof. Jan Steffen Jürgensen, Vorstand im Klinikum Stuttgart.

Für Kinder sind Herzrhythmusstörungen nur selten lebensgefährlich. Sie sind jedoch für die Familien eine große Belastung im Alltag – und können langfristig zu einer Herzschwäche führen. Da Medikamente nicht immer zuverlässig wirken und bei Kindern möglichst vermieden werden sollen, ist eine minimal-invasive Behandlung mit dem Katheter meist die zuverlässigere Option, die ungewünschten Störungen loszuwerden.

Die von Prof. Kerst durchgeführte minimalinvasive Ablationstherapie ist schonend und sehr effektiv. Durch Veröden der Erregungsherde können die Störungen dauerhaft werden. Dank des neuen Hightech-Geräts können die Eingriffe frei von Röntgenstrahlen durchgeführt werden. Davon profitieren besonders Kinder und Jugendliche, aber auch alle anderen Patientinnen und Patienten mit angeborenen Herzfehlern – bis ins hohe Erwachsenenalter.

„Wir sind in Stuttgart eines von wenigen Zentren in Deutschland, das Katheterablationen dieser teilweise hochkomplexen Herzrhythmusstörungen mit solch hoher Expertise und dieser hervorragenden Hightech Ausstattung anbietet“, weiß Prof. Dr. Kerst. „Für Kinder und Jugendliche sind wir sicherlich das führende Zentrum in Deutschland für die Röntgenstrahlenfreie Katheterablation. Dieses Vorgehen wird auch durch die gestiftete, hochmoderne EPU-Anlage ermöglicht, für die ich der Olgäle-Stiftung sehr dankbar bin“.

Zwei weitere Anschaffungen der Olgäle-Stiftung in Höhe von insgesamt 110.000 Euro kommen ebenfalls herzkranken Kindern zugute und sind in der Radiologie angesiedelt. Ein modernes Software-Paket für die MRT erweitert durch optimierte Bildgebung die diagnostischen Möglichkeiten dieser nicht-invasiven und völlig schmerzfreien Unter- suchungsmethode am Herzen. Chronische Erkrankungen des Herzmuskels und Herzmuskelentzündungen können so besser abgebildet werden. Die entstandenen Bilddaten lassen sich mittels einer neuen Analyse-Software halb-automatisch auswerten und ermöglichen eine effektivere und schnellere Untersuchung. Auch das Vorhandensein einer Herzmuskelentzündung lässt sich zuverlässig abklären und erspart mitunter eine Herzkatheteruntersuchung.

„Gerade bei Kindern und Jugendlichen spielt eine schnelle und zuverlässige Analyse der entstandenen Bilddaten eine entscheidende Rolle“, so PD Dr. Thekla von Kalle, Ärztliche Direktorin der Radiologie. „Wenn wir dann sogar einen invasiven Eingriff vermeiden können, haben wir viel für die jungen Patienten gewonnen“. Das neue Software-Paket hilft auch bei MRT-Folgeuntersuchungen, wenn es darum geht, den Verlauf von Herzmuskelentzündungen zu beurteilen. Aufgrund der seit Corona immer häufiger auftretenden Myokarditiden ist eine solche Abklärung auch in der Kinder- und Jugendmedizin besonders wichtig. Stiftungs-Präsidentin Dr. Stefanie Schuster stimmt zu: „Ich bin froh, dass die kleinen Herz-Patienten im Olgäle nun noch besser versorgt werden können und hoffe, dass ihre Herzen dank der Unterstützung unserer Spender bald wieder im richtigen Takt schlagen.“

Olgäle-Stiftung für das kranke Kind e.V.

Seit 25 Jahren hilft die Olgäle-Stiftung erfolgreich den kranken Kindern und deren Eltern im Olgahospital in Stuttgart, um die Situation, unabhängig von deren Krankheitsbild, zu erleichtern und die medizinische Versorgung stetig zu verbessern. Gleichzeitig setzt sich die Stiftung auch als Lobby für die kleinen Patienten und Familien ein und wird dort aktiv, wo Stadt, Land und Krankenkassen an ihre finanziellen Grenzen stoßen. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Aufenthalt der oft schwerstkranken Kinder im Stuttgarter Olgahospital, Deutschlands größtem Kinderkrankenhaus, durch eine kindgerechte Atmosphäre angenehmer zu gestalten, die psychosoziale Betreuung der kleinen Patienten und ihrer Eltern zu verbessern, modernste medizinische Geräte anzuschaffen und Fortbildung und Forschung zu fördern.

Olgahospital im Klinikum Stuttgart

In Deutschlands größter Kinderklinik, dem Olgahospital des Klinikums Stuttgart, werden jährlich über 16.000 kranke Kinder und Jugendliche stationär behandelt. Hinzu kommen mehr als 100.000 ambulante Patientenkontakte. In fünf pädiatrischen und drei operativen Fachabteilungen (Kinderchirurgie, Kinderorthopädie und Kinder-HNO) wird, unterstützt von Kinderradiologie, Kinderanästhesie und weiteren Spezialbereichen wie der Kinderkardiologie, in interdisziplinärer Zusammenarbeit nahezu das komplette Behandlungsspektrum in der Kinder- und Jugendmedizin angeboten. In den pädiatrischen Spezialambulanzen und dem Sozialpädiatrischen Zentrum kümmert man sich um die ambulante Versorgung von chronisch und schwer kranken Kindern. Notfälle (ambulant und stationär) werden rund um die Uhr versorgt. Zusammen mit der Frauenklinik bildet das Olgahospital das zweitgrößte Perinatalzentrum Deutschlands.

Spendenkonto Olgäle-Stiftung:
BW-Bank Stuttgart
IBAN DE22 6005 0101 0002 2665 50 BIC SOLADEST600
Weitere Informationen unter: www.olgaele-stiftung.de.


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