• COVID19-Pandemie zerstört die Zukunft von Kindern weltweit
  • Langfristige Folgen weit über COVID19-Krise hinaus

Friedrichsdorf.| Die indirekten Folgen der COVID19-Pandemie wirken sich auch langfristig auf das Leben von Millionen Kindern weltweit aus. In einem Report hat die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision einen deutlichen Anstieg der Kinderarbeit festgestellt. Die Organisation fordert internationale Anstrengungen, um den Anstieg zu stoppen.

Für den Report wurden Familien in sechs asiatischen Ländern befragt. Von den befragten Familien gaben 830 an, dass sie durch die Maßnahmen zur Bekämpfung der COVID19-Pandemie gezwungen sind, ihre Kinder zur Arbeit zu schicken. Das entspricht 8 Prozent der befragten Familien. Weitere 415 Familien, also 4 Prozent der Befragten, erklärten, dass sie ihre Kinder jetzt betteln lassen. Als Gründe führten diese Familien an, dass sie durch die Corona-Maßnahmen kein oder weniger Einkommen haben. Zudem führten zum Beispiel die Schließungen von Schulen zum Wegfall von Schulspeisungen. Das erhöht den Druck auf die Ernährungssituation von Familien noch einmal deutlich.

Antje Lüdemann-Dundua, Referentin für Kinderrechte bei World Vision Deutschland: „Diese Tendenz sehen wir auch in anderen Teilen der Welt, besonders in Afrika und Lateinamerika. Die Folgen sind extrem. Denn die Kinder werden so ihrer Zukunft beraubt. Viele von ihnen werden nicht mehr in die Schule zurückkehren. Sie verlieren die Chance auf ein besseres Leben.“

Statt Schulen zu besuchen schuften diese Kinder als Helfer in der Landwirtschaft, auf Müllhalden, wo sie nach verwertbaren Materialien suchen oder sie arbeiten in Fabriken und Steinbrüchen.

Der Anstieg der Kinderarbeit ist laut der Befragung auf die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus zurückzuführen. In vielen Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens haben die Lockdowns dazu geführt, dass Erwachsene ihre Arbeit verloren und somit keine Einkünfte mehr haben. Davon sind gerade die finanziell schwächsten Teile der Bevölkerung betroffen, da diese kaum oder gar nicht über finanzielle Reserven verfügen. Zudem steigen vielerorts die Preise, vor allem für Lebensmittel. Kinder finden in solchen Situationen häufiger eine Arbeit als ihre Eltern, weil sie für noch geringere Löhne und unter noch menschenunwürdigeren Bedingungen arbeiten.

Antje Lüdemann-Dundua: „Wir können diese Armutsspirale nur unterbrechen, wenn wir gezielt arme Familien unterstützen. Mit Lebensmitteln, mit Bargeld und mit Aufklärung über die Folgen von Kinderarbeit für ihre Kinder. Dazu braucht es eine gewaltige internationale Anstrengung – doch ohne weltweite Solidarität schicken wir Millionen Mädchen und Jungen in eine perspektivlose Zukunft.“