Stuttgart.| Die lange angekündigte Ausschreibung von Baugrundstücken an Baugemeinschaften im Quartier „Rote Wand“ ist am 20. Dezember vom Gemeinderat der Landeshauptstadt beschlossen worden.

In direkter Nachbarschaft zu den historischen Siedlungen „Am Kochenhof“ (Holzbausiedlung) und „Am Weißenhof“ (Internationale Bauausstellung „Die Wohnung“ von 1927) sowie dem neuen Quartier Killesberghöhe soll auf dem Gelände an der Roten Wand ein Wohnquartier der Zukunft entstehen, das sich durch sozial orientierte Wohnformen und innovative Wohnkonzepte im Miet- und Eigentumswohnungsbau und Baugemeinschaften sowie durch seine klimaneutrale, ökologische Ausrichtung und seinen hohen gestalterischen Anspruch optimal in den städtebaulichen Kontext einfügt. Das Areal an der Roten Wand ist der letzte von vier Bauabschnitten auf dem Gelände der ehemaligen Messehallen.

Grundlage der Vermarktung städtischer Grundstücke ist der städtebauliche Entwurf des Büros ksg/Köln, das den ersten Rang im städtebaulichen Wettbewerb von 2014/15 belegte. Der Entwurf basiert auf der Idee einer bewohnbaren Mauer, bestehend aus „Minimalhäusern“ entlang der Straße Am Kochenhof und fünf in zweiter Reihe liegenden amorphen großflächigen Baustrukturen, den sogenannten „Wolkenhäusern“. Insgesamt können circa 120 Wohneinheiten umgesetzt werden.

Das Areal ist aufgeteilt in zwei Baufelder. Auf Baufeld 1 errichtet ein Bauträger drei „Wolkenhäuser“ sowie etwa 21 „Minimalhäuser“ mit frei finanzierten und geförderten Mietwohnungen, einer Kindertagesstätte mit drei Gruppen und Sonderwohnformen für inklusive Wohnangebote. Im Baufeld 2 werden zwei Grundstücke an Baugemeinschaften vergeben, auf denen jeweils ein „Wolkenhaus“ mit circa 17 Wohnungen gebaut werden kann. Bauwillige Gruppen können sich auf diese Baugrundstücke bewerben.

Die Vergabe durch die Stadt erfolgt im mehrstufigen Konzeptverfahren. In der ersten Stufe gilt es für interessierte Gruppen, niederschwellig „Interesse zu bekunden“. Dafür müssen bis zum 21. Februar 2019 zwei Formblätter eingereicht werden.

In Verfahrensstufe 2 gilt es dann, bis Juni 2019 eine Bewerbung mit einem Konzeptvorschlag zu erarbeiten, in dem die Gruppe gemeinschaftlich ihre Ideen und Vorstellungen vom künftigen gemeinsamen Wohnprojekt darlegt. Alle eingereichten Konzeptbeiträge werden von einem Auswahlgremium begutachtet und bewertet. Das Gremium bestimmt eine Rangfolge und empfiehlt dem Gemeinderat die Vergabe der Grundstücksoptionen (befristete Reservierung eines Bauplatzes) an die Gruppen mit den besten Beiträgen.

Alle weiteren Informationen zum Verfahren sind den Unterlagen zur Ausschreibung zu entnehmen Diese stehen ab Freitag, 21. Dezember, im Internet unter stuttgart.de/immobilien zum Download zur Verfügung.

Am 25. Januar 2019 veranstaltet die Stadt Stuttgart um 18 Uhr in der Brenzkirche (Am Kochenhof 7, 70192 Stuttgart, direkt neben dem künftigen Baugebiet) eine öffentliche Informationsveranstaltung zum „Vermarktungsauftakt Baugemeinschaften an der Roten Wand“. Hier erhalten Interessenten Informationen zum Thema Baugemeinschaften, zum neuen Quartier und zum Vergabeverfahren. Es besteht die Möglichkeit andere Interessenten und bereits bestehende Gruppen kennen zu lernen.

Gruppen, die einen Info-Stand einrichten möchten wenden sich bitte bis zum 11. Januar 2019 per E-Mail unter baugemeinschaften@stuttgart.de an die Kontaktstelle Baugemeinschaften.

Weitere Informationen zu Baugemeinschaften finden sich unter stuttgart.de/baugemeinschaften.