OB Kuhn eröffnet internationalen Mobilitätskongress „Cities for Mobility“

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Bild: OB Fritz Kuhn | Fotorechte: Stadt Stuttgart/Frederik Laux

Stuttgart.| Das Stuttgarter Rathaus wird zwei Tage zum Treffpunkt für Mobilitäts-Experten aus aller Welt: Auf dem neunten internationalen Kongress „Cities for Mobility“ diskutieren noch bis Dienstag, 19. Juni, rund 350 Experten aus über 47 Ländern zum Thema „Neue Mobilität und die Transformation der Städte“.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte in seiner Eröffnungsrede am Montag, 18. Juni: „Ich freue mich, dass unser Kongress „Cities for Mobility“ inzwischen eine richtige Institution geworden ist und bedanke mich bei den Rednern und Teilnehmern aus der ganzen Welt für ihr Kommen. Das diesjährige Thema, die Transformation der Städte, ist für mich nicht nur ein verkehrspolitisches Thema. Es ist auch ein städtebauliches Thema, denn es geht um die grundsätzliche Frage: Wie wollen wir in Zukunft leben und arbeiten und welche Mobilitätsformen brauchen wir dafür? Es geht also ums Ganze, um eine Vision, wie unsere Städte in Zukunft aussehen können.“

Zur besonderen Situation in Stuttgart sagte der OB: „Stuttgart ist eigentlich keine große Stadt, aber sie hat ein riesiges Einzugsgebiet mit über fünf Millionen Menschen, die hier einkaufen, das Kulturangebot oder die medizinische Versorgung nutzen wollen. Das sorgt für viel Verkehr, zu viel Staus und Probleme mit der Luft. Wir müssen deshalb unsere Mobilität anders organisieren. Mein Ziel ist weiterhin 20 Prozent weniger Verkehr in der Innenstadt. Davon sind wir noch weit entfernt, auch wenn wir schon viel dafür tun: Wir bauen den öffentlichen Nahverkehr und Radverkehr aus, setzen auf neue Verkehrssysteme wie elektrische Leih-Roller oder On-Demand-Angebote, planen eine große Reform des Tarifsystems, die Tickets für Bus und Bahn günstiger machen und diskutieren auch neue Formen der Mobilität, wie zum Beispiel Seilbahnen.“

Die Transformation, die in Stuttgart notwendig sei, sei jedoch nicht nur eine der Verkehrsmittel und -wege, sondern müsse von einer Transformation der Automobilindustrie begleitet werden, so Kuhn. „Ansonsten würde eine Transformation der Technik die wirtschaftliche Stärke der Stadt Stuttgart gefährden. Stuttgart leidet nämlich nicht nur unter den vielen Autos, sondern lebt auch vom Auto wie kaum eine andere Stadt. Deshalb muss die Autoindustrie die Transformation begleiten und auch hier am Standort Stuttgart das Nötige tun. Die Zukunft der Mobilität sieht anders aus als heute. Wir brauchen neue Verkehrssysteme und Fahrzeugen mit neuen Antriebstechniken und modernen Nutzungsformen, wie etwa Carsharing. Es ist nun dringend an der Zeit, diese Systeme marktfähig zu machen. Denn: Die Frage, wie sichern wir die Arbeitsplätze in unserer Region ist für unsere Transformationsstrategie mindestens genauso wichtig wie die Frage, wie man in Zukunft von A nach B kommt.“

Prominente Key-Note-Speaker
Bei der neunten Ausgabe des internationalen Kongresses dreht sich alles um aktuelle Mobilitätstrends und deren Einfluss auf die Schaffung von lebenswerten, städtischen Räumen. Neben OB Fritz Kuhn hielt auch der Bürgermeister aus der Partnerstadt Straßburg, Roland Ries, einen Eröffnungsvortrag zum Thema Mobilität in Städten. Die Key-Note-Speaker waren Prof. Dr. Stephan Rammler, der Autor des Buches „Stadt ohne Wagen?!“, Klaus Entenmann, Vorstandsvorsitzender der Daimler Financial Services AG, und Karen Vancluysen, die Generalsekretärin des Städtenetzwerks POLIS aus Brüssel.

Im Anschluss diskutierten die Fachleute aus Europa, Lateinamerika, Asien und der USA über nachhaltige Mobilität und die Transformation der Städte. Sie beschäftigten sich unter anderem mit den Fragen: Wie reagiert die Stadtplanung auf die Anforderungen durch neue Mobilitätsformen? Wie geht man mit dem wachsenden Logistikverkehr um? Der Kongress steht auch im Zeichen des 150-jährigen Jubiläums der SSB, die sich nicht nur thematisch am Kongress beteiligt, sondern am Abend auch zu einer Veranstaltung in der Straßenbahnwelt einlädt.

Am morgigen Dienstag, 19. Juni, stehen weitere Vorträge auf dem Programm. So geht es vormittags u. a. um neue Entwicklungen und Trends im ÖPNV und beispielhafte Mobilitätsinitiativen aus Lateinamerika und Asien. Am Nachmittag werden die Teilnehmer an verschiedenen Exkursionen durch Stuttgart teilnehmen – einer Pedelec-Tour, einer City-Logistik-Tour, einer Stäffele-Tour und einer multimodale ÖPNV-Tour.

„Cities for Mobility“ als etablierte internationale Plattform
Für die Stadt Stuttgart ist es zu einer Tradition geworden, den alle zwei Jahre stattfindenden Kongress „Cities for Mobility“ zu nutzen, um Innovationen und Erfahrungen aus Stuttgart und der Region zu verbreiten sowie neue Konzepte für nachhaltige Mobilität aus dem In- und Ausland zu präsentieren.

In den vergangenen zwölf Jahren nahmen ca. 3.000 Vertreter aus Deutschland, Europa und der Welt an den Kongressen teil, die sich als Plattform für den Austausch von Erfahrungen und Wissen sowie für den Aufbau von Kooperationen im Bereich der nachhaltigen Mobilität fest etabliert haben.