von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Im dritten Anlauf soll endlich der erste Heimsieg her. Am Freitag trifft die SG BBM in der Bietigheimer EgeTrans-Arena (19:30 Uhr) auf den Aufsteiger ThSV Eisenach.

Zwei Auswärtssiege stehen in der noch jungen Saison zwei Heimniederlagen gegenüber. Die Bilanz ist ein klein wenig dem Spielplan geschuldet. Aber es bleibt festzuhalten, dass der Bundesliga-Absteiger in den Spielen gegen Hamm und Essen vor den eigenen Zuschauern nicht die erhoffte Leistung abrufen konnte. „Auch wenn das gegen zwei starke Teams passiert ist, es wurmt uns gewaltig“, sagt Hannes Jón Jónsson. Gegen die Wartburgstädter wollen die Schwaben jetzt ihr anderes Gesicht zeigen. Der Aufsteiger aus Eisenach ist in seine bisherigen Auswärtsspiele stets mit einer guten ersten Hälfte gestartet, die Bietigheimer Handballer werden bei ihrer Mission Heimsieg am Freitag von Beginn an gefordert sein.

Der isländische Trainer der Schwaben hat eine besondere Beziehung zum Verein aus Thüringen, spielte er doch von 2012 an drei Jahre lang für die thüringischen Handballer. Anschließend wechselte er zunächst als Spielertrainer zu seiner ersten Trainerposition nach West Wien. In seine Zeit in Eisenach fallen zwei Aufstiege in die 1. Liga und die Auszeichnung als Spieler des Jahres 2012/13. „Das war eine gute Zeit für uns. Wir haben viel erlebt in den drei Jahren dort, auf dem Spielfeld und außerhalb“, blickt der frühere Eisenacher Spielmacher ausgesprochen positiv zurück.

Der ThSV Eisenach ist an Metter und Enz alles andere als unbekannt. In der Bilanz der insgesamt 21 Aufeinandertreffen in der 2. Liga seit 2005 behält die SG BBM mit 10 Siegen und zwei Unentschieden knapp die Nase vorn. Unter Trainer-Ikone Sead Hasanefendić hat Eisenach den Sturz in die 3. Liga als „Betriebsunfall“ postwendend korrigieren können. Die Handschrift des mittlerweile 71-jährigen Kroaten, der zahlreiche Stationen international ebenso wie in der Bundesliga (zuletzt VfL Gummersbach) in seiner Vita hat, ist unschwer zu erkennen. Angesichts der drei slowenischen und 7 kroatischen Ballwerfer in den Reihen der Thüringer kommt eine geballte ex-jugoslawische Handballschule in die EgeTrans Arena. Für Jónsson hat der Aufsteiger das Zeug, im positiven Sinne zur „Wundertüte“ der 2. Liga zu werden. „Ich glaube nicht, dass Eisenach am Ende etwas mit dem Abstieg zu tun haben wird“, ist er sich sicher. „Eisenach hat viele junge Talente geholt, die zum ersten Mal in Deutschland spielen und sich zeigen wollen.“ Beispielhaft nennt er den mit 23 Feldtoren erfolgreichsten Eisenacher Werfer Ante Tokic auf der rechten Außenbahn, oder Luca Kikanovic im linken Rückraum, der Jónsson schon während seiner Zeit in Österreich aufgefallen ist.

Ob Hasanefendić nach dem knappen 27:26-Erfolg gegen Mitaufsteiger HSG Konstanz etwas an seiner Aufstellung ändern wird, will der Trainerfuchs kurzfristig entscheiden. Mit Stanislaw Gorobtschuk könnte zumindest ein Spieler mit Bietigheimer Vergangenheit in der EgeTrans Arena nachrücken. Der 31-jährige Torsteher fehlte zuletzt aus einem sehr erfreulichen Grund, er wurde vor einer Woche Vater.

Auf Bietigheimer Seite wird der angeschlagene Michael „Mimi“ Kraus nach seiner Oberschenkelverletzung erneut pausieren. Das letzte Auswärtsspiel beim EHV Aue ging auch ohne den routinierten Spielmacher deutlich an den Bundesliga-Absteiger – nicht ohne zum wiederholten Male einem frühen Rückstand hinterherzulaufen. „Daraus will ich kein großes Thema machen“, sagt Jónsson. „Mir hat die Körpersprache der Mannschaft trotzt der etwas unglücklichen Anfangsphase gefallen. Wir sind defensiv gut gestanden, haben unsere Chancen gut herausgespielt, nur anfangs die Tore nicht gemacht.“ Das holte Bietigheim nach dem 2:8-Rückstand mit einem 12:4-Lauf gewaltig nach. „Das spricht für unseren Charakter. Wer in Aue schon sechs Tore zurückliegt, holt dort nicht oft die Punkte“, betont der Isländer.

„Das muss jetzt am Freitag ganz anders aussehen als in den ersten zwei Heimspielen“, fordert Jónsson vor dem dritten Heimauftritt von den Spielern um Kapitän Jan Asmuth. „Wir wollen ganz klar in Abwehr und Angriff an die Leistung in Aue anknüpfen“.