Foto: SG BBM

von Bernhard Gaus

Der ThSV Eisenach hatte mit der prekären Tabellensituation im Auge einen Heimsieg zur Pflichtaufgabe gemacht. Am Samstag jubelten jedoch die Gäste gemeinsam mit ihren mitgereisten Fans über einen verdienten 26:29 (12:12) – Erfolg. Eisenach rutscht ans Tabellenende, Bietigheim feiert den dritten Auswärtserfolg.

„Das war eine phantastische kämpferische Leistung von den Jungs, wir waren heute körperlich sehr präsent“, freute sich SG BBM-Coach Hartmut Mayerhoffer. „Denn Eisenach hat heute wie erwartet alles in dieses Spiel reinlegt.“ Nicht unerwähnt ließ Mayerhoffer nochmals die „bittere Niederlage“ in der Werner-Aßmann-Halle in der letzten Saison, die wichtige Punkte im Aufstiegskampf gekostet hatte. Aufarbeitung gelungen.

In der aktuellen Saison trennen die beiden Teams, zumindest was die Tabellensituation anbelangt, Welten. Bietigheim gehört vor der Länderspielpause zu den Spitzenteams, Eisenach rangiert nach einem klassischen Fehlstart mit 2:18 Punkten am Tabellenende. „Wir haben viele Dinge verbessert, doch das nützt uns am Ende nix“, so ein konsternierter ThSV-Trainer Christoph Jauernik. „Wir hatten in der 2. Hälfte eine Phase mit Fehlern, in der Bietigheim weggezogen ist. Bei dem konstanten Druck von Bietigheim war es schwer, das am Ende rumzureißen.“

Noch nicht ganz zufrieden war Hartmut Mayerhoffer mit der Leistung seiner Jungs vor der Pause. „Unsere Abwehr war im Großen und Ganzen in Ordnung. Wir sind aber nur mit einem 12:12 in die Pause, weil wir noch etwas zu viele Chancen haben liegen lassen.“ Jauernik bedauerte, dass seine Mannschaft eine zwischenzeitliche 10:8-Führung nicht hatte ausbauen können. „Dann wäre es für Bietigheim nochmal schwerer geworden.“

Im zweiten Abschnitt waren es dann die Bietigheimer Handballer, die vom Anpfiff an konzentrierter zu Werke gingen. „Wir sind mit einem Plan aus der Pause gekommen“, freute sich Mayerhoffer, „die Jungs haben unheimlich viel investiert.“ Die spielentscheidende Phase folgte allerdings erst dem 20:20-Ausgleich von Eisenachs erfolgreichstem Werfer Alexander Saul. Bietigheim zog innerhalb von fünf Minuten auf 20:25 davon und ließ sich diesen Vorsprung in den letzten zehn Minuten nicht mehr entreißen. „Wir hatten mit zunehmender Spieldauer auf jede Aufgabe, die uns Eisenach gestellt hat, die richtige Antwort parat“, so Mayerhoffer. Die SG BBM machte durch Abwehr/Angriffs- Wechsel ihre Hintermannschaft kompakter, um die Kreise von Eisenachs gefährlichem Kreisläufer Marcel Niemeyer einzuengen. Mit Erfolg. Vorne zahlten Dominik Claus oder auch Felix König Einsatzzeiten uns spielerische Freiheiten mit wichtigen Treffern aus der zweiten Reihe zurück. Kapitän Patrick Rentschler, Gerdas Babarskas und Christian Schäfer mit einer Hundertprozentquote vom Siebenmeterpunkt waren auch in Eisenach wie zuletzt Konstanten im Bietigheimer Spiel. Jan Asmuth, nach dem Ausfall von Martin Marcec (Adduktorenverletzung) alleine auf der linken Außenposition hatte in Eichhörnchen-Manier am Ende vier Treffer auf dem Konto.

Da passte am Samstag vieles im Spiel der SG BBM, auch dass die Bietigheimer mit Domenico Ebner und dem in den letzten Minuten eingewechselten Jürgen Müller das Torhüterduell gegen Jan-Steffen Redwitz und Stanislaw Gorobtschuk deutlich für sich entscheiden konnten.

ThSV Eisenach: Redwitz, Gorobtschuk; Saul (10/6), Niemeyer (4), Gerlich (3), Wöhler (3), Weyhrauch (2), Luther (1), Meoki (1), Miljak (1), Richardt (1), Iffert, Schliedermann, Baur, Streckhardt, Popa.

SG BBM Bietigheim: Ebner, Müller; Rentschler (6), Schäfer (5/5), Babarskas (4), König (4), Asmuth (4), Claus (3), Emanuel (1), Barthe (1), Döll (1), Schmidt, Haller, Erifopoulos.

Spielverlauf: 5:5 (12.), 10:8 (21.), 11:12 (27.), 12:12 (30.), 13:15 (34.), 17:16 (38.), 18:19 (41.), 20:20 (44.), 20:25 (49.), 24:27 (56.), 24:29 (59.), 26:29 (60.)

Zeitstrafen: Schliedermann (5.), Miljak (9.), Meoki (24.), Wöhler (27.), Iffert (44.), Gerlich (53.) – Asmuth (8.), Babarskas (9.), Barthe (38.), Rentschler (43.)

Siebenmeter: 6/6 – 5/5

Zuschauer: 1403 (Werner-Aßmann-Halle Eisenach)

Schiedsrichter: Arndt / Kobilke