Trend zum klimaneutralen Drucken: Was verbirgt sich dahinter?

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Bei Klimaschutz und Nachhaltigkeit handelt es sich keinesfalls um Nischenthemen: Zunehmend legen viele Menschen Wert darauf, dass die gekauften Produkte unter möglichst geringen Belastungen für die Umwelt hergestellt und vertrieben werden können. Einer Studie zufolge, welche in Zusammenarbeit mit dem imug Institut erstellt wurde, wird klar gestellt: Immer mehr Verbraucher in Deutschland bewerten Nachhaltigkeit als wichtiges Qualitätsmerkmal. Auch beim Drucken gerät dieses Thema zunehmend in den Fokus. Welchen Beitrag kann klimaneutrales Drucken hierzu leisten?

Unternehmer in der Verantwortung
Viele Onlinedienstleister bieten Druckprodukte wie Briefpapier, Broschüren oder Flyer günstig an. Doch neben dem Preis hat sich auch in vielen Büros und Marketingabteilungen mittlerweile die Haltung durchgesetzt, dass hinsichtlich des Umweltschutzes eine besondere Verantwortung besteht: Im Vergleich zu privaten Verbrauchern werden ungleich mehr Ressourcen genutzt, woraus auch eine Handlungsaufforderung abgeleitet werden kann. Denn wer viele Ressourcen nutzt, kann die Art und Menge der Ressourcennutzung auch stärker beeinflussen.

Was klimaneutralen Druck auszeichnet
Einige Anbieter bieten ein klimaneutrales Drucken, zum Teil auch Öko-Druck genannt, an. Diese Dienstleistung ist allerdings nicht so zu verstehen, dass beim Druck tatsächlich keine Belastung des Klimas durch CO2 stattfindet. Allerdings wird der Ausstoß reduziert, indem ein Sammeldruckverfahren zum Einsatz kommt. Bei Flyeralarm wird der Energiebedarf verringert, in dem so viele Druckprodukte wie möglich auf einem Druckbogen platziert werden. Das übrige CO2 wird kompensiert, indem Projekte zum Klimaschutz gefördert werden. Zunächst wird hierfür errechnet, wie viel klimaschädliche Gase ausgestoßen werden. Bei den Klimaschutz-Projekten kann ebenso ermittelt werden, welche Einsparung des CO2-Ausstoßes durch die Förderung erzielt werden kann. Beispielsweise werden in Mali energieeffiziente Kochherde für städtische Haushalte finanziert. Die Alternative zu diesen Kochherden besteht darin, Holz zu verbrennen und damit für eine hohe CO2 Belastung zu sorgen. Auch Projekte zur Stromerzeugung mit Windenergie werden mithilfe dieser Zahlungen vorangetrieben.

Nachhaltige Rohstoffe verwenden
Natürlich ist auf diese Weise nur das Drucken als solches klimaneutral, die Erzeugung des Papiers sowie die Auswirkungen von genutzten Farben und Lacken sind hier noch nicht einkalkuliert. Einige Druckereien setzen hierbei auf Farben, die ausschließlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Mindestens genauso sinnvoll ist der Einsatz von Öko-Papier mit FSC-Zertifizierung, wie er von einigen Druckereien auf Wunsch angeboten wird. Ebenso wichtig ist dabei die Einflussnahme auf Zulieferer und Dienstleister, damit eine ganzheitliche Betrachtung erfolgen kann. So zeigt sich: Auch Druckereien haben bereits Konzepte entwickelt, um das Angebot von Druckprodukten um ökologisch nachhaltige Varianten zu erweitern. Verantwortungsvolle Unternehmer können mit einem geringen Aufpreis dafür sorgen, dass das eigene Marketing die Umwelt weniger stark belastet – und selbst verständlich auch diese Tatsache werbewirksam kommunizieren.