Ludwigsburg verschlankt seinen Verwaltungsapparat von vier auf drei Dezernate
OB Dr. Knecht: „Reduzierung auf 3 Dezernate ist „ein schmerzhafter Schnitt“
Ludwigsburg.| Die angespannte finanzielle Situation der Stadt Ludwigsburg sowie neue und immer schneller wechselnde gesellschaftliche Herausforderungen erfordern eine umfassende organisatorische Neuausrichtung der Stadtverwaltung.
Im Zuge des Konsolidierungs- und Modernisierungsprogramms WINLB wurde ab Ende des Jahres 2023 zunächst primär die Ablauforganisation in den Fokus der internen strukturellen Betrachtungen gerückt. Seit dem Sommer 2024 zeichnete sich ab, dass auch Veränderungen an der Aufbauorganisation erforderlich sind, um Prozesse und Schnittstellen zu verbessern und die Aufgabenerfüllung effizienter zu gestalten.
In einem mehrmonatigen Prozess wurden verschiedenste Varianten einer neuen Verwaltungsstruktur untersucht und mittels Reifegradanalyse durch die Verwaltungsleitung bewertet. Aus diesem Prozess wurde sichtbar, dass ein umfangreicher Umbau der Verwaltung ein wichtiger Hebel für die Konsolidierung und Modernisierung der Verwaltung darstellt.
Ab dem Herbst 2024 wurden die Fachbereichsleitungen in die Überlegungen zu einer neuen Verwaltungsstruktur einbezogen. In einer Führungsklausur signalisierten die Führungskräfte einen großen Handlungsbedarf für strukturelle Veränderungen sowie die Bereitschaft, als Fachbereichsleitungen mehr Verantwortung für ihre Bereiche zu übernehmen. Die ganz überwiegende Mehrheit der Fachbereichsleitungen votierte zu einer Rückkehr zur Struktur mit drei Dezernaten. Dieses Bild bestätigte sich auch bei weiteren ähnlichen Veranstaltungen.
Im Januar 2025 vereinbarte sich die Verwaltungsleitung schließlich auf ein gemeinsames Zielbild für die Verwaltung, in dessen Zentrum die Rückkehr zu einer Struktur mit drei Dezernaten sowie die Reduzierung der Anzahl der Fachbereiche und fachbereichsähnlicher Einheiten steht. Als angestrebtes Zieldatum der neuen Struktur wurde der 01.01.2027 definiert, wobei die Veränderung in Phasen umzusetzen ist.
Das Zielbild wurde erstmals am 15.03.2025 den Gemeinderäten in der Klausur des Wirtschaftsausschusses aufgezeigt und dort grundsätzlich unterstützend aufgenommen. Am 19.03.2025 wurde die Belegschaft vom Oberbürgermeister während der Personalversammlung über den aktuellen Stand der geplanten Veränderungen informiert. Am 08.04.2025 wurde im Wirtschaftsausschuss nichtöffentlich ein Zwischenbericht gegeben. Die Rückmeldungen des Gremiums wurden in den weiteren Prüfungen berücksichtigt und flossen in die Abwägungen und Entscheidungen des Oberbürgermeisters ein.
Man rechnet nach dem Verwaltungsumbau mit einem Einspareffekt von 1,5 bis 1,8 Millionen Euro. Der Oberbürgermeister sagte im Zeichen der „Ludwigsburger Garantie“ auch zu, dass keine betriebsbedingten Kündigungen ausgesprochen werden. Die neue Struktur soll nach der Umsetzungsphase keine weiteren Mehrbelastungen für die Mitarbeitenden verursachen.
Das zwischenzeitlich in mehreren Punkten weiterentwickelte Zielbild wurde nun für die Erteilung des Einvernehmens nach § 44 Abs. 1 der Gemeindeordnung sowie zur grundsätzlichen Zustimmung der Veränderungen dem Gemeinderat vorgelegt.
Bei der Aussprache waren sich alle Fraktionen darüber einig, dass es ohne den Verwaltungsumbau nicht gehen würde. Auch wenn der eine oder andere dabei etwas „Bauchschmerzen“ hatte, wurde dem Antrag einstimmig zugestimmt. So kann sich die Stadtverwaltung nun an die Bewältigung der Großaufgabe machen.