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StartAktuellWasserstoffbusse im Remstal starten in den Testbetrieb

Wasserstoffbusse im Remstal starten in den Testbetrieb

AktuellWasserstoffbusse im Remstal starten in den Testbetrieb

Ortstermin an der neuen Wasserstofftankstelle am Waiblinger Tor mit Stadt- und Kreispolitik

Bald wird man sie im Remstal auf der Straße sehen: Die ersten sechs Wasserstoffbusse starten in den nächsten Wochen schrittweise in den Testbetrieb. Betankt werden sie an der neuen Wasserstofftankstelle am Waiblinger Tor. Landrat Dr. Richard Sigel und Waiblingens Oberbürgermeister Sebastian Wolf haben am Montag, 18. Mai, feierlich den ersten Wasserstoff-Bus betankt.

Insgesamt sind drei Wasserstofflinienbündel (Verkehrsraum Fellbach-Kernen, Stadtverkehr Waiblingen und Weinstadt/Korb) geplant. Damit wird ab August 2027 in Fellbach/Kernen sowie Weinstadt/Korb der gesamte und in Waiblingen ein großer Teil des regulären Linienverkehrs vollständig emissionsfrei erbracht. Die gesamte verbleibende Verkehrsleistung wird mit sauberen Fahrzeugen erbracht werden. Die Klassifizierung als „sauberes Fahrzeug“ bedeutet einen um 90 Prozent geringeren C02-Ausstoß im Vergleich zum herkömmlichen Dieselbus.

Bis spätestens 1. August sollen die Wasserstoffbusse dann schrittweise in den regulären Einsatz im Linienverkehr überführt werden. Weitere sieben Wasserstoffgelenkbusse werden gegen Ende des Jahres erwartet. Anfang 2027 wird der noch fehlende Elektrolyseur erwartet, der dann vor Ort grünen Wasserstoff produzieren wird. Der Einsatz der weiteren Wasserstoffbusse ist ab August 2027 vorgesehen.

Das Projekt gilt als Leuchtturmprojekt in Deutschland, da die Tankstelle nicht nur die Busse betankt, sondern ab voraussichtlich Anfang 2027 grünen Wasserstoff direkt vor Ort herstellt. Ein weiterer Baustein ist die geplante Nutzung der entstehenden Abwärme: Diese soll in das Wärmenetz der Stadt Waiblingen eingebunden werden. Bei einem solchen Vorreiter-Projekt gehen die Beteiligten bewusst schrittweise vor und erproben die Nutzung in der Praxis.

Der Landkreis und die Stadt Waiblingen investieren dabei gemeinsam 11,7 Millionen Euro in das Projekt – jeweils hälftig. Die hy.waiblingen hat für das Projekt insgesamt 5 Mio. € an Bundesfördermitteln erhalten. Auch im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung wird Wasserstoff als eine Schlüsseltechnologie genannt. „Baden-Württemberg soll ein Wasserstoffland werden“ – so heißt es dort. Dafür ist man im Rems-Murr-Kreis gewappnet, dank eines Grundsatzbeschlusses des Kreistags im Jahr 2020.

„Wasserstoff ist bei uns Teil einer Gesamtstrategie zum stärkeren Einsatz von erneuerbaren Energien – unter anderem auch mit einer Zukunftswerkstätten am Beruflichen Schulzentrum Backnang. Dort bilden wir den technischen Nachwuchs bewusst für alle Antriebsformen aus,“ betont Landrat Dr. Richard Sigel.

„Die neue Wasserstofftankstelle vereint klimafreundliche Mobilität mit dem Aufbau einer zukunftsfähigen Energieinfrastruktur vor Ort. Unser Ziel ist dabei, Dieselbusse zu ersetzen – das bedeutet weniger Lärm und weniger Abgase im Linienverkehr“,

Oberbürgermeister Sebastian Wolf sagt: „Der Umwelt- und Klimaschutz gehört seit vielen Jahren zu unserem Selbstverständnis als Kreisstadt. Ich bin unserem Gemeinderat sowie allen weiteren Partnern dankbar für den Mut, dieses bundesweit innovative Projekt anzugehen. Es braucht Pioniergeist, wenn neue Wege beschritten werden und noch keine langjährigen Erfahrungen vorliegen. Genau dieser Mut ist notwendig, um Fortschritt zu ermöglichen und Innovationen entstehen zu lassen.“

Birgit Stoib, Geschäftsführerin Friedrich Müller Omnibusunternehmen GmbH (FMO), sagt: „Die Einführung der Wasserstoffbusse ist ein wichtiger Meilenstein für einen zukunftsfähigen und klimafreundlichen öffentlichen Nahverkehr. Für die FMO zeigt dieses Projekt, wie innovative Antriebstechnologien und eine verlässliche Infrastruktur gemeinsam den Wandel zu emissionsfreier Mobilität ermöglichen können.“

Warum Wasserstoff im ÖPNV eine wichtige Alternative bleibt

Der Landkreis verfolgt die Entwicklung von Antrieben mit Batterieantrieb und Brennstoffzelle mit großem Interesse. Dabei zeigt sich: Busse mit Brennstoffzellenantrieb werden zunehmend konkurrenzfähiger.

Gleichzeitig schreitet der Ausbau des Stromnetzes gerade im ländlichen Raum sowie die Elektrifizierung von Busbetriebshöfen nicht in der nötigen Geschwindigkeit voran, damit Elektroantriebe konsequent überall eingesetzt werden können. Auch zeigen praktische Erfahrungen im Schwäbischen Wald, dass die Reichweite von Elektrobussen bei anspruchsvollen Linienwegen und kalten Temperaturen betrieblich noch nicht optimal ist.

Vor dem Hintergrund auch perspektivisch zu erwartender strengerer Vorgaben zum Ausbau eines emissionsfreien öffentlichen Nahverkehrs bleibt Wasserstoff daher ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einer Ausweitung emissionsfreier Mobilität im ÖPNV.

Warum die Wasserstoffversorgung gestärkt werden muss

Der technologische Wandel im ÖPNV gelingt nur, wenn ausreichend leistungsfähige Lade- oder Betankungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Genau hier setzt das Projekt an: mit einer Wasserstofferzeugungsanlage und Tankstelle für den Linienverkehr – als Grundlage, um dezentral die zukünftig zwingend notwendige Versorgung mit grünem Wasserstoff zu verstetigen.

Wer trägt das Projekt?

In Waiblingen realisiert die hy.waiblingen bestehend aus den Stadtwerken Waiblingen, der ITEM UG und dem integrierten Energieversorger GP JOULE ein komplettes Wasserstoffökosystem für die Mobilität.

Das Projekt setzt den Fokus auf nachhaltige Innovation und regionale Wertschöpfung. Denn der grüne Wasserstoff soll langfristig direkt vor Ort aus regionalen erneuerbaren Energien produziert und von den Menschen in der Region im öffentlichen Nahverkehr genutzt werden.

hy.waiblingen gehört zum Verbundprojekt „H2Rivers“, das sich über die Metropolregion Rhein-Neckar erstreckt. hy.waiblingen erhält eine Förderung im Rahmen des bundesweiten Programms HyLand in der Kategorie HyPerformer.  Das Projekt H2Rivers wird im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP2) durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.

Tanken für die Öffentlichkeit

Die Tankstelle wird in Kürze auch für die Öffentlichkeit freigegeben. Privatnutzer können dann bequem per Kartenzahlung an der 700-bar-Zapfsäule Wasserstoff beziehen. hy.waiblingen ist zudem Teil des H2.live-Wasserstofftankstellennetzwerks. Auf der Website lassen sich alle aktuellen Informationen zum Standort sowie zur geplanten Inbetriebnahme abrufen.


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