Die Wüstenrot Immobilien GmbH (WI), das Maklerunternehmen der W&W-Gruppe, hat ihre Vermittlungsumsätze im ersten Halbjahr 2019 um rund 25 Prozent auf 339 Millionen Euro gesteigert. Auch für das zweite Halbjahr ist die WI bei anhaltend guten Marktbedingungen optimistisch. Bezogen auf das angekündigte Wohnungspaket der Bundesregierung, plädiert die Immobiliengesellschaft insgesamt für weniger Regulierung und mehr politische Förderung des Wohnungsbaus.

Die WI ist in den drei Tätigkeitssparten Immobilienvermittlung, Verwertung und Finanzdienstleistungen tätig. Bei einem Vermittlungsumsatz von 339 Millionen Euro (Vorjahr 270 Millionen Euro) legten die Provisionserlöse von rund elf Millionen Euro auf 13 Millionen Euro zu. Der Löwenanteil entfiel auf die Immobilienvermittlung mit 262 Millionen Euro (Vorjahr 219 Millionen Euro) – eine Steigerung von knapp 20 Prozent. Die Zahl der Vermittlungen nach Objekten betrug knapp 1.200. Darin waren circa 200 Vermietungen enthalten. Das mit weniger als zwei Prozent Anteil an den Vermittlungen enthaltene Verwertungsgeschäft war wie in den Vorjahren weiter rückläufig. Einen großen Sprung gab es bei der Vermittlung von Finanzdienstleistungsprodukten; diese stiegen um 62 Prozent auf 73 Millionen Euro (Vorjahr 45 Millionen Euro).

Jochen Dörner, Sprecher der WI: „Das Wachstum geht auf externe Kooperationen und die verstärkte Zusammenarbeit mit den Außendiensten von Wüstenrot und der Württembergischen zurück. Neben dem Ausbau der Vertriebswege haben wir auch unsere internen Prozesse weiter optimiert und in die Weiterbildung unserer Makler investiert. Das alles zahlt sich jetzt aus.“

Noch mehr Regulatorik schafft keine bezahlbaren Wohnungen
Zu den Ursachen der Wohnungsknappheit und den Preissteigerungen zählen aus Sicht der  WI, dass in vielen Regionen die Wohnungsmärkte nicht mehr nach marktwirtschaftlichen Prinzipien von Angebot und Nachfrage funktionieren. In attraktiven Orten übersteigt die Kauf- und Mietnachfrage bei weitem das Angebot. Es fehlen rund 1,5 Millionen Einheiten. Der Bauüberhang, d. h. die Zahl von genehmigten, aber nicht gebauten Wohnungen, stieg Ende 2018 auf 690.000 Einheiten. Im Jahr 2018 wurden nur 287.000 Wohnungen fertiggestellt; der Bedarf liegt aber bei mindestens 350.000 Wohnungen jährlich.

Mit einem Bündel neuer gesetzgeberischer Maßnahmen versucht die Politik derzeit, Wohnungen bezahlbarer zu machen. Stichworte sind unter anderem die Mietpreisbremse, der Mietendeckel, die neue Grundsteuer und das Bestellerprinzip. Nach Einschätzung der WI wird der Wohnungsbau damit jedoch nicht angekurbelt, weil der Engpass bleibt.

Mit 14,5 Millionen Wohnungen sind die privaten Vermieter mit einem Anteil von 65 Prozent die größte Vermietergruppe Deutschlands. Ein Mietendeckel würde den finanziellen Spielraum für Instandhaltungen und Modernisierungen erheblich einschränken. Das hätte nicht nur negative Auswirkungen auf die Wohnqualität der Mieter, sondern auch auf die persönliche Altersvorsorge. Denn Privateigentümer sind im Durchschnitt 60 Jahre alt und besonders auf funktionierende Märkte angewiesen.

Noch einmal WI-Chef Jochen Dörner: „Wir sprechen uns gegen ein Bestellerprinzip aus. Die Entscheidungsträger sollten sich als Vorlage für eine bundesweite Lösung das in zwei Dritteln der Märkte übliche Provisions-Teilungsmodell ansehen. In Märkten mit ausschließlicher Außenprovision wie in Berlin würde es die Käuferprovision halbieren und den Makler zur strikten Neutralität und Interessenwahrung beider Parteien verpflichten.“ Für Käufer ist dies zudem die verbraucherfreundlichste Lösung, denn dadurch erhalten sie Zugang zu sämtlichen Maklerleistungen, was beim geplanten Bestellerprinzip nicht mehr möglich wäre. Die Qualität der Maklerleistung sollte über einen echten Sachkundenachweis für Immobilienmakler sichergestellt werden.