Turn-WM Stuttgart 2019: Stadt zieht positive Bilanz

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Stuttgart.| Die Turn-Weltmeisterschaft 2019 in Stuttgart geht zu Ende. Kurz vor Abschluss der letzten Wettkämpfe in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle hat die Landeshauptstadt Stuttgart insgesamt eine positive Bilanz der Veranstaltung gezogen. Die Stadt hat die Turn-WM mit drei Millionen Euro unterstützt.

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sagte: „Stuttgart hat sich als hervorragender Gastgeber für Gäste aus 92 Nationen präsentiert. Einmal mehr hat die Stadt bewiesen, was für ein großartiges und fachkundiges Publikum es hier für große Sportveranstaltungen gibt. Die einmalige Atmosphäre in der Halle hat die 540 Athletinnen und Athleten beflügelt.“

Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport sagte: „Die Turn-WM 2019 war in allen Bereichen ein Aushängeschild für die Sportstadt Stuttgart. Mein herzlicher Dank geht an die Sportler, an die Fédération Internationale de Gymnastique, den Deutschen und den Schwäbischen Turnerbund, an die vielen freiwilligen Helfer und vor allem auch an die begeisterten 100.000 Zuschauer, die diese WM zu einem einzigartigen Erlebnis für alle gemacht haben.“

Neben dem Spitzensport in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle gab es im Vorfeld, während und nach der WM zahlreiche Aktivitäten zur Förderung des Turnsports und der Bewegung im Allgemeinen. Die Veranstalter der Turn-WM wollten damit zeigen, was Turnen noch alles sein kann. Unter dem Motto „Raus aus der Halle – Rein in die Stadt“ waren während der gesamten WM vielfältige Bewegungsmöglichkeiten in der Stuttgarter Innenstadt erlebbar. Dafür sorgte ein urbaner Bewegungsraum auf dem Schloßplatz – unter anderem mit einem Gymnastics Warrior Parkour und einer Salto-Station.

Bürgermeister Schairer dazu: „Wir wollten die Turn-WM auch mitten in der Stadt präsent machen und Impulse der Bewegungsförderung setzen. Das ist mit dem City Event auf dem Schloßplatz und weiteren Aktionen gelungen. Damit wird die WM ihrem Ziel nachhaltig gerecht, neue Zeichen zu setzen, die auch weit über die Veranstaltung hinaus in der Stadt zu spüren sind.“

Über die WM hinaus läuft außerdem noch die Aktion „Schule turnt“, die Handreichungen zur modernen Interpretation des klassischen Turn-Unterrichts bietet.

Außerdem wird die Stadt künftig die Turn-Nachwuchsförderung im Rahmen der städtischen Talentförderung intensivieren.

Die Turn-WM fand vom 4. bis 13. Oktober 2019 statt. Nach 1989 und 2007 war es bereits die dritte Weltmeisterschaft im Turnen, die in Stuttgart ausgetragen wurde. Besondere sportliche Bedeutung erhielt die WM, da sich die Athletinnen und Athleten unmittelbar für die nächsten Olympischen Spiele in Tokio (Japan) qualifizieren konnten – was auch den deutschen Teams gelungen ist.


Rechtsextremistisches Rockkonzert in Ellwangen verhindert

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Ellwangen.| Auf dem Freizeitgelände Wagnershof bei Ellwangen sollte am Samstagabend ein Konzert von rechtsextremistischen Musikgruppen stattfinden. Die Veranstalter bewarben die Musikveranstaltung bundesweit. Die Verfassungsschutzbehörden informierten hierüber das Landeskriminalamt Baden-Württemberg und das Polizeipräsidium Aalen, das umgehend die Versammlungsbehörde der Stadt Ellwangen über die geplante Veranstaltung unterrichtete.

Anhand der vorliegenden Erkenntnisse gibt es eindeutige Bezüge zu der Bewegung “Blood & Honour”. Diese Bewegung ist eine international aktive und rechtsextremistische Skinheadorganisation. Am 12. September 2000 hat das Bundesinnenministerium “”Blood & Honour Division Deutschland” und ihre Jugendorganisation “White Youth” auf Grundlage des Paragraphen 3 Vereinsgesetz verboten. Dieses Verbot ist seit dem 13. Juni 2001 durch Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes rechtskräftig.

Die Stadt Ellwangen hat daher die Veranstaltung am Samstagmorgen verboten und eine entsprechende Verbotsverfügung an den Veranstalter ausgehändigt. Zudem hatte der Veranstalter beim Vermieter des Wagnershofes lediglich eine Geburtstagsparty angemeldet und somit nicht die tatsächliche Nutzungsabsicht angegeben.

Kräfte des Polizeipräsidiums Aalen, des Polizeipräsidiums Einsatz und des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg waren ab Samstagmorgen in Ellwangen präsent, um die Verbotsverfügung durchzusetzen.

Der polizeiliche Einsatz sowie die Übergabe der Verbotsverfügung seitens der Stadt an den Veranstalter verliefen reibungslos und ohne Vorkomnisse.

Trotz des Vereinsverbots von “Blood & Honour” gibt es weiterhin Bands, Musikproduzenten, Verbände und Gruppierungen, die diesem internationalen Netzwerk angeschlossen sind oder sich in der Tradition dieser Bewegung sehen. Der Termin des Konzertes spricht dafür, dass es sich um ein Gedenkkonzert – ein sogenanntes ISD-Memorial – für den Gründer der Bewegung, Ian Stuart Donaldson, handelt. Donaldson starb am 24. September 1993. Seit Jahren veranstalten “Blood & Honour”-Aktivisten in mehreren europäischen Ländern diese sogenannten ISD-Memorials und ziehen so eine internationale Besucherschaft an.

Der Anmieter des Freizeitgeländes Wagnershof ist seit vielen Jahren in der deutschen rechtsextremistischen Szene aktiv und hat nachweislich Bezüge zur “Blood & Honour” Bewegung.

Rechtsextremistische Musikveranstaltungen waren im Jahr 2018 und im ersten Halbjahr 2019 ein wesentlicher Bestandteil der rechtsextremistischen Szene. Über die Musik werden rechtsextremistische Feindbilder und Rassenhass verbreitet, entsprechende Denkmuster verfestigt und das Gemeinschaftsgefühl gestärkt.

Die Stadt Ellwangen wollte diesem Vorgehen solcher Rechtsextremisten keinerlei Plattform bieten. Im Bereich des politischen Extremismus ist die Einschreitschwelle der Landespolizei grundsätzlich gering, was auch durch diesen Einsatz deutlich wird.


Katastrophenschutzübung „Neuer Wind“ in Waldenbuch

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Medizinische Fachdienstübung mit neuem Einsatzkonzept

Kreis Böblingen.| Am Samstag, 19. Oktober von 14 bis 16, Uhr findet eine Katastrophenschutzübung in Waldenbuch statt. Hinter der Bezeichnung „Neuer Wind“ steckt die Idee, ein neues Einsatzkonzept zu üben, das schneller und effektiver als aktuelle Standards ist. Die Übung wird vom Landkreis Böblingen, einer Einheit des Deutschen Roten Kreuz (DRK) und der Freiwilligen Feuerwehr Waldenbuch organisiert und durchgeführt. Teilnehmen werden verschiedene DRK-Ortsvereine, die Leitende Notarztgruppe, der Regelrettungsdienst, die Technische Einsatzleitung, die Integrierte Leitstelle Böblingen sowie die Feuerwehr Waldenbuch. Fachlich wird die Übung von der Stabsstelle für Bevölkerungsschutz und Feuerwehrwesen des Landratsamts Böblingen geleitet.

Inhalt der Übung ist, mit einer simulierten Verletztenanzahl von 25 Menschen einen mobilen Behandlungsplatz aufbauen. Es wird getestet, wie schnell die Rettungskette, die Erstversorgung und der Abtransport funktionieren könnten. Insgesamt werden an der Aktion rd. 130 Helferinnen und Helfer mit 25 Fahrzeugen beteiligt sein.

Die Bahnhofstraße wird im Bereich der Firma HAKA Kunz und HAKA Schloz von 10 bis 16 Uhr für den öffentlichen Verkehr voll gesperrt. Die LIDL-Zufahrt ist vom Stadtkern aus möglich, die Zufahrt zu Penny und zu den Gebäuden Bahnhofstraße 35 und 41 über den Liebenaukreisel. Die an der Übung beteiligten Fahrzeuge werden im Bonholz aufgestellt und werden von dort, über die Ramsbergstraße und die Schlossgartenstraße zum Übungsgelände fahren.

Die Bevölkerung ist im Besucherbereich herzlich willkommen. Es wird um Verständnis dafür gebeten, dass vor, während und nach der Übung mit vermehrten Fahrten von Einsatzfahrzeugen gerechnet werden muss.


„SOKO Stuttgart“ geht in die 250. Folge

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  • Erfolgreiche und langlebige Stuttgarter ZDF-Serie mit MFG-Fördermitteln vor zehn Jahren gestartet
  • Nachhaltige Arbeitsplatzsicherung: 80 Prozent des Stabs aus Baden-Württemberg
  • 250. Folge der „SOKO Stuttgart“ wird am 31. Oktober ausgestrahlt; aktuell finden Dreharbeiten zur elften Staffel statt

Stuttgart.| Die Kulturstaatssekretärin Petra Olschowski zeigte sich bei ihrem Besuch mit MFG-Geschäftsführer Prof. Carl Bergengruen am Set der „SOKO Stuttgart“ im Römerkastell am Mittwoch (9.10.2019) begeistert von der nachhaltigen Wirkung der ZDF-Serie: „Dass wir hier am Standort so vielen Filmschaffenden aus der Region dauerhaft Beschäftigung bieten können, konnte bei Ausstrahlungsbeginn vor elf Jahren niemand erwarten. Das ist ein Riesenerfolg für unsere hervorragend ausgebildeten Filmschaffenden vor Ort und die damalige Anschubfinanzierung der MFG, worüber ich mich sehr freue.“

Die erste Staffel der ZDF-Serie „SOKO Stuttgart“ hatte die MFG 2009 mit einer knappen Million Euro in Entwicklung und Herstellung zu Sendebeginn gefördert. Die Serie ist fest in den Händen von Filmschaffenden aus dem Südwesten. Dem Produktionsteam der Bavaria Fiction gehören von Beginn an neben Produzent Oliver Vogel und Producer Torsten Lenkeit fünf weitere Absolventen und Absolventinnen der Ludwigsburger Filmakademie an. Regisseure aus Baden-Württemberg inszenieren die ersten Folgen, der nahezu komplette Produktionsstab ist aus der Region und auch die Postproduktion findet im Südwesten statt.

Selbst „abtrünnige“ Landeskinder fanden wieder zurück: Harald Schmidt hatte einen Gastauftritt und zeigte sich davon überzeugt, dass „in Stuttgart – filmisch – ermordet zu werden, so mit das Attraktivste ist, was einem Schauspieler passieren kann.“ Weitere Stars wie beispielsweise Didi Hallervorden hatten ihre Gastrollen, wogegen das Kernteam mit den Darstellern Astrid M. Fünderich, Karl Kranzkowski, Peter Ketnath und Benjamin Strecker seit Serienbeginn stabil und beim Publikum beliebt blieb.

Möglich wurde das auch, weil mit Filmfördermitteln ein für solche Großproduktionen geeignetes Studio im Römerkastell in Stuttgart-Bad Cannstatt ausgebaut werden konnte.

Prof. Carl Bergengruen: „Damit ist es der MFG gelungen, eine TV-Serie hier am Filmstandort zu etablieren, die inzwischen seit vielen Jahren ohne den Einsatz öffentlicher Mittel langfristig Effekte für das Land generiert. Diese Förderung hat sich für Baden-Württemberg voll ausgezahlt.“

Und Produzent Oliver Vogel ergänzte: „Die Anschubfinanzierung der MFG war ein Schlüssel, der uns die Türen für die Dreharbeiten in Stuttgart geöffnet hat. Denn nur mit Hilfe der Förderung konnten die hohen Investitionskosten gestemmt werden.“

Auf einer Studiofläche von rund 1.600 Quadratmetern wurden alle Abteilungen eines modernen Polizeipräsidiums eingerichtet, eine Werkstatt, das Innere eines Hausbootes und eine komplette Gerichtsmedizin. Mit fast vier Millionen Zuschauern und einem durchschnittlichen Marktanteil von mehr als 19 Prozent ist die Serie kontinuierlich sehr beliebt. Aktuell finden die Dreharbeiten zur elften Staffel statt.

Die 250. Folge „#Mord“ wird am 31. Oktober im ZDF ausgestrahlt.


Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher

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OB Kuhn: „Ein guter Tag für Stuttgart“

Stuttgart.| Einwegbecher für Heißgetränke sind eine große Belastung für die Umwelt: Laut Umweltbundesamt werden in Deutschland pro Jahr etwa 2,8 Milliarden Becher verbraucht, viele davon landen auf der Straße. Um ihre Zahl in Stuttgart zu reduzieren, unterstützt die Landeshauptstadt die Einführung eines Pfandsystems für Mehrwegbecher mit insgesamt über 300.000 Euro. Oberbürgermeister Fritz Kuhn hat am Montag, 7. Oktober, gemeinsam mit Ines Aufrecht, Leiterin der Abteilung Wirtschaftsförderung, und Fabian Eckert, Geschäftsführer der reCup GmbH, den neuen Pfandbecher auf dem Kronprinzplatz vorgestellt.

OB Kuhn sagte: „Heute ist ein guter Tag für Stuttgart: Mit dem neuen Pfandbecher sorgen wir für weniger Müll in der Stadt und schonen gleichzeitig die Umwelt.“ Der OB erklärte, Coffee-to-go-Becher seien auf der Innenseite mit Plastik beschichtet und dadurch nicht recyclebar. Außerdem müssten zahlreiche Bäume gefällt werden, um sie zu produzieren. Deswegen führe an der Einführung des Mehrwegbechers kein Weg vorbei. Kuhn: „Das neue Pfandsystem wird in Stuttgart bereits zum Start gut angenommen, es beteiligen sich schon heute mehr als 50 Unternehmen – das ist ein starkes Signal.“ Der OB ist überzeugt, dass die Rückgabe der Pfandbecher gut funktionieren wird. „Bei einem Pfand von einem Euro wird der Schwabe den Becher wieder zurückgeben“, so Kuhn.

Um möglichst viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter für das neue Pfandsystem zu gewinnen, hat die Stadt auf dem Kronprinzplatz einen Aktionsstand eingerichtet. Hier können sich die Bürger am 7. Oktober noch bis 18 Uhr und am 8. Oktober von 8 bis 18 Uhr informieren. Dazu Ines Aufrecht, Leiterin der Abteilung Wirtschaftsförderung: „Je mehr Kunden wir für die Alternative zu Einweg begeistern können und je mehr Partnerbetriebe sich beteiligen, desto wirksamer das gesamte Mehrwegbecher- Kreislaufsystem.“

Zur besseren Wahrnehmung des Pfandsystems in der Öffentlichkeit startet der RECUP-Becher mit einer eigenen Stuttgart-Edition: Der Becher zeigt die Wahrzeichen der Stadt wie den Fernsehturm, die Stiftskirche oder das Mercedes- Benz- und Porsche-Museum. reCup-Geschäftsführer Fabian Eckert erklärte: „RECUP als offizielles Pfandsystem der Stadt Stuttgart – ein weiterer Meilenstein für uns auf dem Mehrweg! Als weitere große Stadt in Deutschland setzt Stuttgart ein deutliches Zeichen gegen Einweg! Wir freuen uns auf den Ausbau des Pfandsystems und die Zusammenarbeit mit der Stadt.“

An der Einführung des Mehrwegbecherpfandsystems für Coffee-to-go in Stuttgart haben im Vorfeld viele Betriebe Interesse gezeigt. Über 50 Cafés, Bäckereien, Gastronomen und andere Unternehmen haben sich bereits für das RECUP- Pfandsystem entschieden. Um das Pfandsystem sowohl für Kaffeetrinker als auch für Kaffeeanbieter noch attraktiver zu machen, ist es wichtig, dass sich weitere Unternehmen anschließen. Cafébesitzer, Kantinen oder Bäckereien können sich über die Website recup.de informieren, registrieren und dem System selbstständig anschließen. Alle Betriebe, in denen Kaffee im RECUP-Becher ausgeschenkt wird, sind auf einer Karte auf der Website recup.de zu finden.

So funktioniert das Pfandsystem
Wer seinen Kaffee künftig also unterwegs trinken möchte, bestellt ihn, wenn möglich, im RECUP-Mehrwegbecher. Dafür hinterlegt man einen Euro Pfand. Ist der Kaffee ausgetrunken, gibt es den Euro gegen den leeren Becher zurück – egal in welchem der deutschlandweit derzeit 3.000 beteiligten Betriebe. Die Becher werden vor Ort gereinigt und anschließend direkt wieder eingesetzt. Für die Zukunft wird die Aufstellung von Rückgabeautomaten für die Pfandbecher geprüft.

Hintergrund
Nachdem der Gemeinderat Mittel für das Mehrwegbecherpfandsystem bewilligt hatte, führte die Abteilung Wirtschaftsförderung ein europaweites Auswahlverfahren durch, um nach einem Betreiber für das Pfandsystem zu suchen. Eine Fachjury aus Vertretern von Bäckereien, Systemgastronomien, Forschung und Wissenschaft, Hochschulen und Studierendenwerk sowie der städtischen Abfallwirtschaft begleitete das Auswahlverfahren. Die Firma reCup GmbH konnte sich letztlich mit ihrem Konzept durchsetzen: Ihre RECUP-Becher sind aus vollständig recyclebarem Polypropylen und werden im Allgäu produziert.

Das Mehrwegsystem für Kaffeebecher ist Teil des Konzepts „Sauberes Stuttgart“. Dabei handelt es sich um ein umfangreiches Maßnahmenpaket, mit dem die Landeshauptstadt den Kampf gegen die zunehmende Vermüllung öffentlicher Plätze und Parks aufnehmen will. Die Vermüllung innerstädtischer Bereiche ist kein Stuttgarter Phänomen, vielmehr steigt europaweit das Müllaufkommen in den Innenstädten. Experten sehen den Grund in einer immer intensiveren Nutzung des öffentlichen Raums. Das soziale Leben verlagert sich zunehmend nach draußen, hinzu kommen längere Öffnungszeiten von Handel und Gastronomie. Um dieser Entwicklung zu begegnen, investiert Stuttgart bis zum Jahr 2022 insgesamt 45,4 Millionen Euro – rund 10 Millionen Euro pro Jahr. Schwerpunkte des Konzepts „Sauberes Stuttgart“ sind umfangreichere Reinigungen, verstärkte Prävention, mehr Kontrollen und eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne sowie die Beteiligung am Pfandsystem für Mehrwegbecher.


Kürzungen bei unfallbedingtem Verdienstausfall möglich

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Unfallopfer müssen die entstandenen körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen angemessen behandeln lassen. Andernfalls erhalten sie unter Umständen ihren unfallbedingten Verdienstausfall nicht voll ersetzt. Die Württembergische Versicherung, ein Unternehmen der Wüstenrot & Württembergische-Gruppe, weist auf ein aktuelles Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig (7 U 134/16) hin.

Ein Motorradfahrer erlitt bei einem von einem PKW-Fahrer verschuldeten Unfall einen mehrfachen Oberschenkelbruch, was einen mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt erforderlich machte. Schon bald stellten sich auch depressive Störungen ein, die sich im Laufe der Jahre verstärkten. Die Depression führte schließlich dazu, dass er seinen Beruf aufgeben musste und eine Rente wegen vollständiger Erwerbsunfähigkeit erhielt. Er verlangte vom Unfallgegner und dessen Haftpflichtversicherung neben dem Schmerzensgeld vollen Ausgleich für seinen Verdienstausfall.

Das Gericht ging zwar aufgrund des Gutachtens eines Sachverständigen davon aus, dass die Depression und die nachfolgende Arbeitsunfähigkeit auf den Unfall zurückzuführen sei. Dennoch gab es der Klage nur teilweise statt und sprach dem Motorradfahrer für die 20 Jahre bis zum Erreichen des Ruhestandsalters nur 25 Prozent des Verdienstausfalls als Schadensersatz zu. Das Unfallopfer habe es nämlich versäumt, durch eine angemessene Behandlung der Depression seine Erwerbsfähigkeit wieder herzustellen. Damit habe er seine Pflicht verletzt, den Schaden so weit als möglich zu mindern. Werde eine Depression länger als zwei Jahre nicht behandelt, habe dies einen „dominierenden Einfluss“ darauf, dass die Erkrankung chronisch wird, so das Gericht. Eine angemessene psychiatrische und psychotherapeutische Behandlung hätte dagegen zu einer positiven Veränderung des Befindens und des Leistungsniveaus geführt. Es wäre daher dem Unfallgeschädigten mit großer Wahrscheinlichkeit möglich gewesen, mit der Zeit wieder für vier bis sechs Stunden am Tag in einer nicht zu belastenden Tätigkeit zu arbeiten.


Generationenwechsel auf Schloss Solitude

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Stuttgart.| Ein neues Gesicht auf Schloss Solitude: Jasmin-Patricia Hofmann ist die neue Schlossverwalterin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg auf dem einstigen Lustschloss von Herzog Carl Eugen. Die junge Frau, aufgewachsen in der Region, hat jetzt die Nachfolge von Gabriele Kuhn angetreten, die nach vielen Jahren im Sommer in den Ruhestand gegangen ist.

Neue Verwalterin im herzoglichen Lustschloss
Angefangen hat sie schon im September und sich erste Orientierung in der neuen Aufgabe verschafft: Jasmin-Patricia Hofmann ist die neue Verwalterin der Schlossanlage mit der berühmten Aussicht und freut sich darauf. „Es ist vor allem die Vielfalt und Vielseitigkeit der Aufgaben, die Arbeit mit einem Team, aber auch, danach zu schauen was das Schloss braucht“, erklärt sie. Die junge Frau hat ein Faible für historische Bauwerke, es sei etwas Besonderes, in einem solchen Baudenkmal täglich arbeiten zu dürfen. Jasmin-Patricia Hofmann hat Anglistik und Italianistik in Berlin und England studiert und bringt unterschiedliche Erfahrungen mit, etwa aus der Arbeit an Theatern.

Aus der Region mit neuen Ideen
Die Solitude kannte sie, da sie in der Region aufgewachsen ist: „Ich bin schon als Kind öfter hier gewesen und habe als Glücksbringer beim Vorstellungsgespräch ein Foto von mir damals an der Solitude mitgenommen“, sagt Hofmann. Und sie bringt auch schon neue Pläne mit – etwa die Idee einer Kostümführung mit Königin Olga, die im 19. Jahrhundert mit ihrer vornehmen russischen Verwandtschaft das Schloss wiederentdeckte. Auf die Frage, wen sie lieber kennen gelernt hätte, den lebenslustigen Schlosserbauer Herzog Carl Eugen oder seine zweite Frau Franziska von Hohenheim, kommt die Antwort schnell: „Franziska natürlich, sie hat verstanden, was Bildung bedeutet. Mir ihr hätte ich mich gern unterhalten!“

Generationenwechsel im Schloss
Stephan Hurst, als Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg zuständig für Schloss Solitude, spricht von einem Generationenwechsel. Er nennt voller Respekt die Leistung von Gabriele Kuhn, die den Besucherbetrieb auf Schloss Solitude mit ihrem kleinen Team über Jahre betreut hat. Sie ist in diesem Sommer in den Ruhestand gegangen. Mit Jasmin-Patricia Hofmann hat nun die nächste Generation die Leitung des Teams übernommen. Einen Lieblingsplatz hat die junge Nachfolgerin auch schon: „Die Treppenanlage mit dem Blick in Richtung Ludwigsburg – die Aussicht ist unschlagbar.“ Und die erste Bewährungsprobe hat sie auch schon hinter sich: Den „Herzoglichen Apfeltag“, der Ende September gut 3.000 Menschen auf die Solitude gezogen hat.

Rückzugsort für den Herrscher
Schloss Solitude entstand als eines der zahlreichen Schlossprojekte des württembergischen Herzogs Carl Eugen. Errichtet wurde es in kurzer Zeit in den 1760er Jahren auf einer Höhe am Rande von Stuttgart in einem der bevorzugten Jagdreviere des Herrschers. Das Schloss, an der Schwelle vom späten Barock zum frühen Klassizismus errichtet und ausgestattet, versammelt um das zentrale Hauptgebäude mit seiner markanten Kuppel einen Halbkreis von Kavaliersbauten. Das Schloss birgt kostbar ausgestattete Räume, die zum Besten gehören, was in Südwestdeutschland im späten 18. Jahrhundert geschaffen wurde. Gut 40.000 Menschen besuchten es im letzten Jahr bei Führungen und Veranstaltungen der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Weitaus mehr Menschen genießen das Schloss als Ausgangspunkt oder Ziel für Spaziergänge oder einfach nur wegen der grandiosen Aussicht ins Unterland in Richtung Ludwigsburg. Schloss Solitude beherbergt außerdem die bekannte Akademie Schloss Solitude und die Schloss Solitude Gastronomie. Das Schloss ist gut mit den Buslinien der VVS erreichbar.


Einführung eines Mehrweg-Pfandsystems für Coffee-to-go-Becher

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Stuttgart sagt dem Einwegbechermüll den Kampf an

Stuttgart.| Nach einer aktuellen Studie des Umweltbundesamtes verbrauchen die Menschen in Deutschland pro Jahr etwa 2,8 Milliarden Einwegbecher für Heißgetränke. Viele davon landen auf der Straße. Um die große Zahl dieser Becher und den daraus entstehenden Müll einzudämmen, unterstützt die Landeshauptstadt die Einführung eines Pfandsystems für Mehrwegbecher.

Ein Aktionsstand zum Thema wird am 7. Oktober von 11 bis 18 Uhr und am 8. Oktober von 8 bis 18 Uhr am Kronprinzplatz die Stuttgarterinnen und Stuttgarter über den neuen Pfandbecher informieren. Zur besseren Wahrnehmung des Pfandsystems in der Öffentlichkeit startet der Pfandbecher in Stuttgart mit einer eigenen Städte- Edition. Der Becher zeigt die Wahrzeichen der Stadt wie den Fernsehturm, die Stiftskirche oder das Mercedes-Benz- und Porsche-Museum.

Das Mehrwegsystem für Kaffeebecher ist Teil des Konzepts „Sauberes Stuttgart“. Für das Konzept hat die Stadt Stuttgart bis zum Jahr 2022 Haushaltsmittel in Höhe von insgesamt 45,4 Millionen Euro vorgesehen – rund 10 Millionen Euro pro Jahr. Schwerpunkte des Konzepts sind unter anderem umfangreichere Reinigungen, verstärkte Prävention, mehr Kontrollen und eine breit angelegte Öffentlichkeitskampagne sowie die Beteiligung am Pfandsystem für Mehrwegbecher.

Umgerechnet werden in Deutschland 320.000 Becher pro Stunde verbraucht. Diese bestehen überwiegend aus Papierfasern und sind auf der Innenseite mit Plastik beschichtet. Ein Recycling ist durch die Beschichtung fast unmöglich, was bei der Entsorgung zu einer enormen Ressourcenverschwendung führt.


Sperrung des Neckarradwegs auf Höhe des Hauptklärwerks Mühlhausen

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Stuttgart.| Im Rahmen einer Baumaßnahme des Eigenbetriebs Stadtentwässerung auf dem Gelände des Hauptklärwerks Mühlhausen wird der Neckarradweg zwischen dem Vier-Burgen-Steg und der Brückenstraße in Aldingen ab Montag, 7. Oktober, auf der Mühlhäuser Seite des Neckars vollständig gesperrt. Eine Umleitungsstrecke ist ausgeschildert und leitet den Radverkehr östlich des Neckars auf die Hofener Seite um.

Ab Montag, 18. November, ist der Radweg auf einer Breite von zirka 1,5 Metern für Fußgänger wieder geöffnet. Radfahrer müssen im unmittelbaren Baustellenbereich absteigen. Ab April 2020 ist der Radweg voraussichtlich wieder uneingeschränkt befahrbar.

Die Baumaßnahme ist wegen des neuen Eingangsgebäudes erforderlich. Dieses öffnet sich über eine Terrassenfläche zum Neckarradweg und ist von dort für die Öffentlichkeit zugänglich.

Die Planung sieht vor, den Radweg im Bereich des Eingangsgebäudes von derzeit zwei auf 3,4 Meter zu verbreitern.


Frühzeitig vorsorgen: BU für junge Leute

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Die Schule endet, etwas Neues beginnt: Im Herbst starten viele ehemalige Schüler ein Studium. Damit stehen oftmals finanzielle Entscheidungen an. Meist spielt die Absicherung der eigenen Arbeitskraft in dieser Lebensphase noch keine Rolle, doch können Krankheiten und Unfälle auch junge Menschen finanziell aus der Bahn werfen. Die Württembergische Lebensversicherung, ein Unternehmen der Wüstenrot & Württembergische-Gruppe (W&W), erklärt, warum eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) bereits für Studenten und Auszubildende ratsam ist.

Das erste Auto für die Fahrt zur Uni ist versichert, doch die eigene Arbeitskraft oft nicht. Selbst in akademischen Berufen, die kein hohes Risiko für Verletzungen oder Arbeitsunfälle bergen, ist ein BU-Schutz empfehlenswert. Mittlerweile gehen beispielsweise fast sieben Prozent aller Fälle von Berufsunfähigkeit auf Krankheiten des Nervensystems zurück. Psychische Belastungen wie Burnout machen sogar 43 Prozent aus.

BU auch ohne Beruf sinnvoll
Studenten üben zwar noch keinen konkreten Beruf im eigentlichen Sinne aus, haben jedoch einen Studienalltag, Exkursionen und eine stressige Klausurenphase. Die BU springt bereits dann ein, wenn das Studium mindestens zu 50 Prozent nicht mehr bestritten werden kann. Aber auch Azubis können durch eine schwere Krankheit oder einen Unfall berufsunfähig werden. Hinzu kommt: Wer in jungen Jahren berufsunfähig wird, hat keine Möglichkeit, für das Alter Geld zu sparen.

Früher Abschluss – günstiger Schutz für die Zukunft
Es ist daher sinnvoll, eine BU so früh wie möglich abzuschließen, da junge Menschen in der Regel noch keine ernsthaften gesundheitlichen Beschwerden haben oder einen potenziell gefährlichen Job ausüben. Zudem sind die Tarife umso günstiger, je früher man in die Versicherung eintritt. Mit dem Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung in jungen Jahren sichert sich der Student oder Auszubildende daher einen günstigen Schutz seiner Arbeitskraft für die Zukunft.

Wer gesund und bis zum Alter von 30 Jahren beispielsweise mit der Einsteiger-BU der Württembergischen startet, profitiert von günstigen Beiträgen bis zum Ende der Laufzeit. Mit dem Produktmerkmal der Berufsverbesserung ist dem Kunden bis zum 30. Lebensjahr die Möglichkeit geboten, mit jedem Berufswechsel eine Beitragsreduzierung prüfen zu lassen. Eine Schlechterstellung ist ausgeschlossen. Der Abschluss des BU-Tarifs ist bereits ab dem 10. Geburtstag möglich.