Bild: Jasmin-Patricia Hofmann | Foto: Angelika Mansfeld / Staatliche Schlösser und Gärten Baden-Württemberg

Stuttgart.| Ein neues Gesicht auf Schloss Solitude: Jasmin-Patricia Hofmann ist die neue Schlossverwalterin der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg auf dem einstigen Lustschloss von Herzog Carl Eugen. Die junge Frau, aufgewachsen in der Region, hat jetzt die Nachfolge von Gabriele Kuhn angetreten, die nach vielen Jahren im Sommer in den Ruhestand gegangen ist.

Neue Verwalterin im herzoglichen Lustschloss
Angefangen hat sie schon im September und sich erste Orientierung in der neuen Aufgabe verschafft: Jasmin-Patricia Hofmann ist die neue Verwalterin der Schlossanlage mit der berühmten Aussicht und freut sich darauf. „Es ist vor allem die Vielfalt und Vielseitigkeit der Aufgaben, die Arbeit mit einem Team, aber auch, danach zu schauen was das Schloss braucht“, erklärt sie. Die junge Frau hat ein Faible für historische Bauwerke, es sei etwas Besonderes, in einem solchen Baudenkmal täglich arbeiten zu dürfen. Jasmin-Patricia Hofmann hat Anglistik und Italianistik in Berlin und England studiert und bringt unterschiedliche Erfahrungen mit, etwa aus der Arbeit an Theatern.

Aus der Region mit neuen Ideen
Die Solitude kannte sie, da sie in der Region aufgewachsen ist: „Ich bin schon als Kind öfter hier gewesen und habe als Glücksbringer beim Vorstellungsgespräch ein Foto von mir damals an der Solitude mitgenommen“, sagt Hofmann. Und sie bringt auch schon neue Pläne mit – etwa die Idee einer Kostümführung mit Königin Olga, die im 19. Jahrhundert mit ihrer vornehmen russischen Verwandtschaft das Schloss wiederentdeckte. Auf die Frage, wen sie lieber kennen gelernt hätte, den lebenslustigen Schlosserbauer Herzog Carl Eugen oder seine zweite Frau Franziska von Hohenheim, kommt die Antwort schnell: „Franziska natürlich, sie hat verstanden, was Bildung bedeutet. Mir ihr hätte ich mich gern unterhalten!“

Generationenwechsel im Schloss
Stephan Hurst, als Leiter der Schlossverwaltung Ludwigsburg zuständig für Schloss Solitude, spricht von einem Generationenwechsel. Er nennt voller Respekt die Leistung von Gabriele Kuhn, die den Besucherbetrieb auf Schloss Solitude mit ihrem kleinen Team über Jahre betreut hat. Sie ist in diesem Sommer in den Ruhestand gegangen. Mit Jasmin-Patricia Hofmann hat nun die nächste Generation die Leitung des Teams übernommen. Einen Lieblingsplatz hat die junge Nachfolgerin auch schon: „Die Treppenanlage mit dem Blick in Richtung Ludwigsburg – die Aussicht ist unschlagbar.“ Und die erste Bewährungsprobe hat sie auch schon hinter sich: Den „Herzoglichen Apfeltag“, der Ende September gut 3.000 Menschen auf die Solitude gezogen hat.

Rückzugsort für den Herrscher
Schloss Solitude entstand als eines der zahlreichen Schlossprojekte des württembergischen Herzogs Carl Eugen. Errichtet wurde es in kurzer Zeit in den 1760er Jahren auf einer Höhe am Rande von Stuttgart in einem der bevorzugten Jagdreviere des Herrschers. Das Schloss, an der Schwelle vom späten Barock zum frühen Klassizismus errichtet und ausgestattet, versammelt um das zentrale Hauptgebäude mit seiner markanten Kuppel einen Halbkreis von Kavaliersbauten. Das Schloss birgt kostbar ausgestattete Räume, die zum Besten gehören, was in Südwestdeutschland im späten 18. Jahrhundert geschaffen wurde. Gut 40.000 Menschen besuchten es im letzten Jahr bei Führungen und Veranstaltungen der Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg. Weitaus mehr Menschen genießen das Schloss als Ausgangspunkt oder Ziel für Spaziergänge oder einfach nur wegen der grandiosen Aussicht ins Unterland in Richtung Ludwigsburg. Schloss Solitude beherbergt außerdem die bekannte Akademie Schloss Solitude und die Schloss Solitude Gastronomie. Das Schloss ist gut mit den Buslinien der VVS erreichbar.