von Bernhard Gaus

Drei Wochen nach der letzten Partie wollen die Handballer der SG BBM Bietigheim an ihre kleine Erfolgsserie unter Interimstrainer Brian Ankersen anknüpfen. Am Freitag (19:30 Uhr) kommt der TV Emsdetten in die Halle am Viadukt. Die Partie des 30. Spieltages wird ohne Zuschauer ausgetragen und kann im Livestream unter www.sportdeutschland.tv verfolgt werden.

19 spielfreie Tage sind eine ungewohnt lange Pause in der aufgrund der zahlreichen Spielverlegungen unter heftigem Terminstress stehenden 2. Liga. Bis zum Saisonfinale am 26. Juni müssen die Schwaben innerhalb von sechs Wochen noch zehn Ligaspiele absolvieren. Doch nicht nur die Corona-bedingte Absage des Spiels in Hamm sorgte für eine Verlängerung der Regenerationsphase, mit der niemand gerechnet hatte. Zuletzt war der Spielbetrieb auch aufgrund der Länderspielpause unterbrochen. Die Bietigheimer Handballer hoffen, ihre Serie von drei Siegen in Folge am Freitag gegen den Tabellenvorletzten ausbauen zu können. Vor drei Wochen feierte die SG BBM an gleicher Stelle einen ungefährdeten 31:25-Heimerfolg über den TuS Fürstenfeldbruck.

Von Hundert auf Null hieß es auch für die Münsterländer, die ihre letzte Partie sogar Anfang April bestritten und bei Aufsteiger Dessau-Roßlau knapp mit 34:36 Toren den Kürzeren gezogen hatten. Wenig später musste das komplette Team aufgrund eines positiven Corona-Testergebnisses in eine 14-tägige Quarantäne. Inzwischen sind wieder alle Spieler im Emsdettener Kader ins Training eingestiegen. Da das erste Spiel nach der Zwangspause beim HC Elbflorenz – ebenfalls Corona-bedingt – ausgefallen war, bleibt der Mannschaft von Trainer Peter Portengen genügend Zeit, sich vor der Partie in Bietigheim wieder in Form zu bringen.

Der 55-jährige Niederländer ist Nachfolger von Aaron Ziercke, der Anfang Januar seinen Cheftrainerposten räumen musste. Als die Verantwortlichen im nördlichen Münsterland die Reißleine zogen, lag der TV Emsdetten mit 5:23 Punkten auf dem letzten Tabellenplatz. Die Bilanz unter Portengen ist mit 11:9 Zählern positiv. Dennoch steht der Tabellenvorletzte unverändert unter Zugzwang. Wenn man die Klasse halten will, muss das Team mit der schlechtesten Auswärtsbilanz der Liga auch in Bietigheim den Erfolg suchen. Nur bei Aufsteiger Fürstenfeldbruck ist in dieser Saison bisher ein Sieg gelungen. Auch SG BBM-Coach Ankersen sieht die Westfalen im Vergleich zum ersten Saisondrittel defensiv und spielerisch verbessert. Wesentlichen Anteil daran hat die Rückraumachse der „Dettener“ um deren 23-jährigen Torjäger Sven Weßeling (137/26), Marcel Schliedermann auf Rückraum Mitte und Johannes Wasielewski im rechten Rückraum. Mit dem Niederländer Robin Jansen hat sich Emsdetten in der Winterpause zudem im Rückraum breiter aufgestellt.

Corona war auch das bestimmende Thema in Hinspiel zwischen Emsdetten und Bietigheim. Die Schwaben mussten ohne Dominik Claus und Christian Schäfer antreten, weiteren Akteuren fehlte kurz nach beendeter Quarantäne oder überstandener Erkrankung in Emsdetten schlichtweg die Form. Dies relativiert die Bietigheimer 23:28-Niederlage in der Emshalle zwar, wurmte die Schwaben aber dennoch gewaltig. Der Wille ist da, die Leistung von Anfang Dezember wieder ins rechte Licht zu rücken. Den Eindruck hat zumindest Brian Ankersen in den zurückliegenden Trainingstagen gewonnen, die sein Team hochmotiviert absolvierte. Der 32-jährige Däne versteht es durchaus schon, subtile Signale an sein Team zu senden. So standen im letzten Spiel etwas überraschend Max Öhler oder Torsteher Nick Lehmann in der Anfangsaufstellung, was Ankersen auch mit starken Trainingsleistungen begründete. Sicherer als die Bietigheimer Startaufstellung ist indes, dass ein Erfolg gegen den mit dem Rücken zur Wand stehenden Tabellenvorletzten auch diesmal nur über eine stabile Abwehrleistung führen wird. Und die haben die Bietigheimer Handballer in den letzten Spielen stets auf die Platte gebracht.