Baulandmobilisierungsgesetz heizt Flächenverbrauch an

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Enthaltung der Landesregierung im Bundesrat bei Betonparagraph §13b heizt Flächenverbrauch im Südwesten weiter an

Am heutigen Freitag (18.12.2020) steht im Bundesrat das Baulandmobilisierungsgesetz auf der Tagesordnung. Im Paket wird auch über den vom NABU als „Betonparagraph“ kritisierten §13b Baugesetzbuch (BauGB) befunden: „Der Paragraph 13b heizt den Flächenverbrauch und die Zersiedelung unserer Kulturlandschaft im Südwesten weiter an – ohne nennenswerten Wohnraum zu schaffen. Vor allem führt er zum Bau von hochpreisigen Einfamilienhäusern auf der grünen Wiese, obwohl er eigentlich stadtnah günstigen Wohnraum schaffen sollte“, sagt Johannes Enssle, Landesvorsitzender des NABU Baden-Württemberg.

Dass sich die Landesregierung von Baden-Württemberg hierzu bei der heutigen Abstimmung im Bundesrat enthalten wird, ist für den NABU-Landeschef ein falsches Signal. Der Grund dafür: Das Kabinett von Ministerpräsident Kretschmann konnte sich aufgrund des Widerstandes des CDU-geführten Wirtschaftsministeriums nicht zu einer Ablehnung des § 13b BauGB durchringen. Dazu sagt Enssle: „Es ist eine Schmach für die grün-schwarze Regierungskoalition, dass sie sich nicht klar gegen den Flächenverbrauchsparagraphen positioniert. Insbesondere von Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut und von Landwirtschaftsminister Peter Hauk hätten wir erwartet, dass sie sich gegen eine Verlängerung von 13b stellen. Schließlich ist Hoffmeister-Kraut auch zweite stellvertretende Vorsitzende des Nachhaltigkeitsbeirates und ressortverantwortlich für das in der Nachhaltigkeitsstrategie verankerte Ziel, den Flächenverbrauch zu senken. Und der Landwirtschaftsminister sollte ein starkes Interesse daran haben, dass nicht immer mehr wertvolle Ackerböden unter Beton verschwinden.“

Hintergrund
Der Paragraph 13b wurde 2017 unter dem Eindruck der Flüchtlingskrise befristet eingeführt, um schnell mehr Wohnraum zu schaffen. Dafür sollte bei den Umweltprüfungen gespart werden. Die Realität der vergangenen Jahre zeigt jedoch, dass durch §13b kaum neuer, günstiger Wohnraum in Stadtnähe entsteht, sondern vor allem die Neuausweisung von Baugebieten für hochpreisige Einfamilienhäuser und für Gewerbegebiete auf der grünen Wiese gefördert wird. Zu diesem Schluss kommen Analysen des Umweltbundesamtes sowie von Umweltverbänden wie dem NABU und dem LNV.


Dürr erwirbt Mehrheitsbeteiligung an Teamtechnik

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  • Erwerb von 75 % an führendem Automatisierungsspezialisten
  • Ausbau E-Mobility-Angebot durch Prüfsysteme für Elektroantriebe
  • Einstieg in automatisierte Produktionssysteme für Medizintechnik
  • Portfolioerweiterung im Rahmen der Mittelfriststrategie

Bietigheim-Bissingen, 16. Dezember 2020.| Der Dürr-Konzern stärkt seine Marktposition im Bereich Automatisierung durch eine Mehrheitsbeteili- gung an der Teamtechnik Maschinen und Anlagen GmbH. Das Unter- nehmen mit einem Umsatz von rund 155 Mio. € im Geschäftsjahr 2019 zählt zu den weltweit führenden Automatisierungsspezialisten und ist in den Zukunftsbereichen Elektromobilität und Medizintechnik aktiv. Das Produktspektrum umfasst vor allem Prüfsysteme für Elektro- und Hybridantriebe sowie Produktionssysteme für Medizinprodukte. „Automatisierung ist eine Kernkompetenz des Dürr-Konzerns und die Basis unserer Marktführerschaft, sei es im Lackierroboterbereich oder in der Holzbearbeitungstechnik. Durch die Mehrheitsbeteiligung an Teamtechnik schärfen wir unser Automatisierungsprofil weiter und erschließen neue, wachstumsstarke Geschäftsfelder“, sagte Ralf W. Dieter, Vorstandsvorsitzender der Dürr AG.

Die 1976 gegründete Teamtechnik Maschinen und Anlagen GmbH mit Haupt- sitz in Freiberg bei Stuttgart beschäftigt rund 730 Mitarbeiter an vier Standorten in Deutschland, den USA und China. 2019 entfielen rund 60 % des Umsatzes auf den Bereich E-Mobilität. Hier bietet Teamtechnik vor allem Systeme für die Prüfung fertig montierter Elektro- und Hybridantriebe am Bandende. Zudem werden Technologien für die automatisierte Produktion von Batteriemodulen und -packs für Elektrofahrzeuge geliefert. Bereits 20 % des Umsatzes stammen aus dem Medizintechniksektor, in dem sich Teamtechnik in den vergangenen Jahren als Systemlieferant etabliert hat. Mit Lösungen von Teamtechnik werden zum Beispiel Injektionssysteme, Inhalatoren oder Infusionssets, aber auch Kontaktlinsen vollautomatisch produziert. Rund 20 % des Umsatzes entfallen auf den Service und sonstige Geschäfte.

Automatisierungstrend in der Medizintechnik-Fertigung
Mit der Akquisition von Teamtechnik steigt der Dürr-Konzern in das neue Geschäftsfeld Produktionstechnik für Medizinprodukte ein. Hier sind hohe einstellige Wachstumsraten zu erwarten. Denn Hersteller von Medizintechnik investieren zunehmend in die Automatisierung ihrer Fertigung, um eine gleichbleibend hohe Qualität der Produkte sicherzustellen.

Wachstum im Bereich E-Mobilität
Auch das Geschäft mit automatisierten Testanlagen für die E-Mobilität bietet gute Wachstumsperspektiven. Der Anteil von Elektro- und Hybridfahrzeugen nimmt stark zu und soll im Jahr 2025 bereits 25% der Neuzulassungen aus- machen. Dies entspricht circa 25 Millionen Fahrzeugen und ebenso vielen Antrieben, die geprüft werden müssen. Etablierte Autohersteller erweitern ihr Angebot an Elektromodellen signifikant. Zudem betreten neue Anbieter von Batteriefahrzeugen den Markt und vergrößern den Kundenkreis von Dürr und Teamtechnik.

Ergebnissteigerung durch Synergien geplant
„Gemeinsam mit Teamtechnik können wir unseren Kunden ein breiteres Portfolio an Lösungen im Bereich E-Mobilität anbieten. Teamtechnik ist in der Prüftechnik für Elektroantriebe technologisch führend und verfügt über eine beachtliche installierte Basis, die wir weiter ausbauen wollen“, so Dr. Jochen Weyrauch, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Dürr AG und zuständig für das Automotive-Geschäft sowie für Mergers & Acquisitions. „Das für Dürr neue Geschäftsfeld Medizintechnik ist hochattraktiv: Teamtechnik hat sich in der Branche einen hervorragenden Namen als Automatisierungsspezialist gemacht. Dieses Geschäft werden wir ausbauen und Produktionslösungen für weitere medizintechnische Produktbereiche anbieten.“

Die Einbindung in den Dürr-Konzern bietet eine gute Basis, um das Absatz- wachstum von Teamtechnik zu beschleunigen und Margenpotenziale zu reali- sieren. Als Teil des Dürr-Konzerns verbessert Teamtechnik seinen Zugang zu Automobilherstellern und kann auch das Medizintechnikgeschäft schneller aus- bauen. Synergiepotenziale bestehen auch in Einkauf und Service sowie bei der Digitalisierung.

„Wir werden von der operativen Stärke von Dürr in Projektmanagement und Auftragsabwicklung profitieren. Das ist ein wesentlicher Vorteil bei der weiteren Markterschließung – sowohl im Automotive- als auch im Medizintechniksektor – und wird zusammen mit anderen Synergien zu Profitabilitätszuwächsen führen“, sagte Stefan Roßkopf, Vorsitzender der Geschäftsführung von Teamtechnik und Mitglied der Gründerfamilie, der mit einem Anteil von 25 % beteiligt bleibt und die Aktivitäten von Teamtechnik als Geschäftsbereich innerhalb des Dürr- Konzerns führen wird.

Ziel 2024: 200 Mio. € Umsatz und 9 % EBIT-Marge
Der heute unterzeichnete Kaufvertrag umfasst den Erwerb von 75 % der Anteile an der Teamtechnik Maschinen und Anlagen GmbH. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Vollzug der Transaktion ist für Februar 2021 geplant. Er steht unter dem Vorbehalt des Eintritts üblicher kartellrechtlicher Vollzugsbedingungen.

Die Akquisition hat keinen Einfluss auf die Finanzkennzahlen des Dürr- Konzerns für 2020. Daher besteht die im Juli aktualisierte Prognose unver- ändert fort. Im Jahr 2021 erwartet der Dürr-Konzern für Teamtechnik einen Umsatz von 120 Mio. € und ein leicht negatives EBIT. Gründe dafür sind Sonderaufwendungen einschließlich Kaufpreisallokationseffekte sowie vorüber- gehende Ergebnisbelastungen durch die Corona-Pandemie. Ab 2022 sind deut- liche Zuwächse geplant, im Jahr 2024 soll Teamtechnik rund 200 Mio. € Umsatz beisteuern und eine EBIT-Marge von rund 9 % erreichen. Die Zielwerte stehen in Einklang mit den Mittelfristzielen des Dürr-Konzerns. Diese sind mindestens 8 % EBIT-Marge und ein ROCE von etwa 25 % (Rendite auf das gebundene Kapital).

Im Dürr-Konzern wird das erworbene Geschäft Teil der Division Paint and Final Assembly Systems, aber als eigenständiger Geschäftsbereich geführt.


 

Bietigheim klettert in der Tabelle

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Die SG BBM Bietigheim hat am Mittwoch mit einem ungefährdeten 28:19(14:7)-Erfolg im Nachholspiel gegen den VfL Lübeck-Schwartau erstmals in dieser Saison zwei Siege hintereinander gefeiert und arbeitet sich in der Tabelle der 2. Liga langsam nach oben. Durch die Niederlage bei den Schwaben musste Lübeck-Schwartau den Anschluss an die Spitze zunächst abreißen lassen.

„19 Gegentore gegen eine Mannschaft wie Lübeck-Schwartau, da hat man nicht viel verkehrt gemacht“, freute sich Jochen Zürn über den Aufwärtstrend seiner Mannschaft und insbesondere über eine erneut starke Defensivleistung. „Das war ein Sahnetag heute“, unterstrich der Sportliche Leiter der Bietigheimer Handballer. „Man spürt, dass wir in unseren Rhythmus kommen“. Für VfL-Coach Piotr Przybecki ein gebrauchter Tag: „Bietigheim hat das Spiel durch seine agile und bewegliche Deckung dominiert. Wir haben zu viele leichte Fehler gemacht, aber Bietigheim hat uns das Leben auch schwer gemacht.“
Im Grunde diente der 25:18-Erfolg vier Tage zuvor in der Viadukthalle dem Dritten der vergangenen Saison als Blaupause. „Wir haben nahtlos an die Leistung gegen Wilhelmshaven angeknüpft mit einer bockstarken Abwehr und Aron hinten drin“, freute sich Nick Lehmann über die geschlossene Teamleistung und eine erneut starke Serie seines Torhüter-Kollegen Aron Edvardsson. Der Isländer zog am Ende mit über 42 Prozent gehaltener Würfe den Gästen den Zahn. Viele Bälle räumte die Hintermannschaft der SG BBM auch schon im Vorfeld weg. Dreimal blieb Edvardsson bei Strafwürfen gegen wechselnde VfL-Schützen der Sieger, während bei der SG BBM Christian Schäfer mit vier verwandelten Siebenmeter aus vier Versuchen an einer neuen Serie zu arbeiten scheint. Bietigheim führte schnell mit 9:3 Toren, ehe SG BBM-Coach Hannes Jón Jónsson seinem Team eine erste Auszeit gönnte.

Die Schwaben haben die Leichtigkeit in ihrem Angriffsspiel wiederentdeckt, so der Eindruck über die vollen 60 Minuten. Jonas Link findet zu alter Torgefährlichkeit. Der Halblinke war mit seinen sieben Toren am Ende bester Werfer, gleichauf mit VfL-Spielmacher Julius Andersson, der einzig für überraschende Momente beim VfL sorgte. Martin Marcec bearbeitet erstmals nach langer Verletzungspause wieder die linke Außenbahn der SG BBM, er wird in der 23. Minute fast genau zwölf Monate nach seinem Kreuzbandriss eingewechselt. Patrick Rentschler versenkt an seinem 30. Geburtstag seine beiden Wurfchancen am Kreis. Aktuell scheint vieles zu passen bei den Schwaben, so wie das Tor von Link zum 14:7 passgenau mit der Halbzeitsirene.

Und Bietigheim kontrollierte weiter den Spielrhythmus, vom gefährlichen Tempospiel des aktuellen Tabellenfünften, der bislang eine starke Saison spielt, war weiter nichts zu sehen. Erst als Niels Versteijnen zweimal in kurzer Folge zum 21:13 aus der zweiten Reihe trifft, scheinen die Ostsee-Handballer besser im Spiel zu sein. Doch Bietigheim hält die „Tiger“ auf Distanz und steuert Mitte der zweiten Hälfte bereits einem ungefährdeten Erfolg entgegen. Zehn Minuten vor dem Ende wird Edvardsson von der Bank ausgiebig abgeklatscht, als er den Platz zwischen den Pfosten für Nick Lehmann räumt. Da scheint die SG BBM nach zwei Tempo-Toren von Mario Urban zum 27:17 einem zweistelligen Erfolg entgegenzusteuern. Erst Finn Kretschmers Treffer für die Gäste zum 28:19-Endstand kann diese Marke verhindern.

SG BBM Bietigheim: Edvardsson (1), Lehmann; Link (7), Schäfer (5/4), Claus (3), Rentschler (2), Fischer (2), M. Urban (2), Barthe (1), Vlahovic (1), Dahlhaus (1), de la Peña (1), Marcec (1), Boschen (1), Asmuth, Öhler.

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann, Conrad; Lindskog Andersson (7/1), Versteijnen (5), Raguse (2), Löfström (2), Hansen (1), Kretschmer (1), Bruhn (1), Potratz, Gonschor, Waschul, Schrader, Hagen.

Spielverlauf: 3:3 (12.), 9:3 (18.), 11:7 (25.), 14:7 (30.), 17:10 (35.), 20:11 (40.), 25:15 (51.), 28:17 (59.), 28:19 (60.).
Zeitstrafen: Fischer (49.) – Waschul (14., 44.), Lindskog Andersson (16.)
Siebenmeter: 4/4 – 1/4
Schiedsrichter: Tobias Schmack / Philipp Dinges (DHB Bundesligakader)


Mutmaßlicher Angehöriger der Costa Nostra festgenommen

Kreis Heilbronn.| Am Dienstagnachmittag wurde im Landkreis Heilbronn ein mit Europäischem Haftbefehl gesuchter 37-jähriger italienischer Staatsangehöriger festgenommen. Italienische Ermittlungsbehörden werfen dem Mann vor, hochrangiges Mitglied der Cosa Nostra, also der sizilianischen Mafia, zu sein.

Der Europäische Haftbefehl der italienischen Behörden wirft dem als gefährlich geltenden Italiener vor, an organisierten Rauschgiftgeschäften und Erpressungen in Italien beteiligt gewesen zu sein und eine federführende Rolle innerhalb der dortigen kriminellen Clan-Strukturen innezuhaben. Seiner Festnahme in Italien hatte sich der Verdächtige mit zunächst unbekanntem Aufenthalt durch Flucht entzogen.

Anfang Dezember 2020 erließ das Oberlandesgericht Stuttgart auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart einen Auslieferungshaftbefehl. Umfangreiche verdeckte Maßnahmen führten zur Identifizierung von Kontaktpersonen und schlussendlich zur Lokalisierung des Unterschlupfs, an dem sich der Gesuchte aufhielt. Unter Leitung der Kriminalpolizei Heilbronn und der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart und in Abstimmung mit dem Landeskriminalamt Baden-Württemberg und Spezialkräften des Polizeipräsidiums Einsatz konnte der Mann am Dienstag (15.12.2020) in seinem Versteck festgenommen werden. Zum Erfolg trug auch die gute Zusammenarbeit mit der italienischen Antimafiabehörde DIA bei.

Der Festgenommene wurde einem Ermittlungsrichter vorgeführt und hat sich mit seiner Auslieferung einverstanden erklärt. Nach den Regelungen der Rechtshilfe ist vorgesehen, den Mann den italienischen Behörden zu überstellen. Der Haftbefehl wurde in Vollzug gesetzt und der Mann in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.


Stadt setzt vorerst den Einzug der Kita-Elternbeiträge aus

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Stuttgart.| Bis zum Ende der Weihnachtsferien am 10. Januar 2021 sind die Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflege grundsätzlich geschlossen, es wird eine Notbetreuung eingerichtet. Eltern sind daher erneut vom Lockdown betroffen. Die Stadtverwaltung wird im neuen Jahr entscheiden, ob für die Zeit der Kita-Schließungen – wie im Frühjahr 2020 – auf die Erhebung der Elternbeiträge verzichtet wird. Dabei wird auch zu berücksichtigen sein, inwieweit sich Bund oder Land an den erneuten Einnahmeausfällen beteiligen. Bis zu einer Entscheidung des Gemeinderats wird der Einzug der Elternbeiträge – ohne Anerkennung einer Rechtspflicht – zunächst für den Januar 2021 ausgesetzt.

Die Bürgermeisterin für Jugend und Bildung, Isabel Fezer, erklärte am Mittwoch, 16. Dezember: „Die Pandemie und der Lockdown treffen uns alle, gerade die Eltern, die auf die Betreuung ihrer Kinder angewiesen sind, und auch die Kinder, die auf ihr gewohntes Umfeld und den Kontakt zu ihren Freunden verzichten müssen. Wir werden nun klären, ob wir diese Mehrbelastung wieder ausgleichen können.“ Hierzu ist ein Beschluss des Gemeinderats erforderlich. Fezer weiter: „Vor dieser Entscheidung ist es für die Verwaltung und den Rat wichtig zu wissen, ob Bund oder Land sich an den erneuten Einnahmeausfällen beteiligen werden“.

In der Zeit, in denen die Kitas im Frühjahr geschlossen waren, befreite die Stadt die Eltern freiwillig von den Kita-Gebühren und ersetzte den freien Trägern entsprechende Einnahmeausfälle. Hierfür waren von der Stadt in Summe bereits rund 11 Mio. EUR (Monate April bis Juni) auszugleichen, welche zu einem großen Teil direkt vom Land (8,3 Mio. EUR) kompensiert wurden.


Landkreis sucht helfende Hände für das geplante Kreisimpfzentrum

  • Vorbereitungen laufen für geplante Inbetriebnahme ab 15. Januar 2021
  • Infos und Formular auf www.lrabb.de

Kreis Böblingen.| Die Vorbereitungen für das Kreisimpfzentrum (KIZ) in der Messe Sindelfingen laufen auf Hochtouren – in Abhängigkeit davon, ob dann ein Impfstoff auch für die Inbetriebnahme der KIZe zur Verfügung steht, ist man beim Landkreis zuversichtlich, dass das KIZ am 15. Januar an den Start gehen könnte. Einer der wichtigsten Faktoren ist die Personalgewinnung. Darum ruft nun auch der Landkreis dazu auf, dass sich Personen, die unterstützen können und wollen, ab sofort melden sollen. „Ich freue mich, dass es schon viele Anrufe und Mails gab von Menschen, die sich einbringen wollen“, so Landrat Roland Bernhard.

Der personelle Bedarf beim Betrieb des KIZ ist riesig. Errechnet sind, schon ohne die organisatorischen Erfordernisse im Hintergrund, rd. 80 Personen täglich. Gesucht wird Personal für drei Bereiche: Zum einen der Verwaltungsbereich, dann natürlich der ganze medizinische Bereich und zum Dritten für den Bereich des Dolmetschens – hier insbesondere für die Sprachen Türkisch, Russisch. Für das ärztliche und medizinische Personal gibt es bereits den Aufruf der Kassenärztlichen Vereinigung. Die Formulare dazu finden sich auf der Corona-Infoseite des Landkreises, unter dem Button (Kreisimpfzentrum), https://www.lrabb.de/start/Aktuelles/coronavirus.html.

Für die anderen Bereiche – Verwaltung und Dolmetschen – sind die Bewerbungen an den Landkreis direkt zu richten. Der Link auf das Karriereportal findet sich ebenfalls auf dieser Seite. (Oder www.lrabb.de/karriere/).

„Wichtig wäre, dass sich Interessierte auch mit einem nennenswerten Arbeitsumfang einbringen können“, so Bernhard. „Für eine sinnvolle Personalplanung bitten wir in erster Linie diejenigen, sich zu melden, die für 20 Stunden und mehr je Woche zur Verfügung stehen.“

Zum Ablauf ist bisher bekannt, dass die Termine zentral über eine eigene Telefonnummer über das Land vergeben werden. Die Termine werden dann an die jeweiligen Impfzentren übermittelt, wo dann jeweils nur noch die Überprüfung der Person erfolgt (Plausibilitätsprüfung). Vom Land wird auch die Priorisierung vorgenommen, welche Personengruppen wann das Impfangebot erhalten.

„Wir sind zuversichtlich, dass wir zum anvisierten Zeitpunkt Mitte Januar 2021 mit dem KIZ in der Messe Sindelfingen an den Start gehen können“, sagt Landrat Bernhard. „Wir können möglicherweise nicht sofort die geplanten 750 Impfungen täglich abarbeiten, jedoch ist es ohnehin fraglich, ob zu diesem Zeitpunkt schon Impfstoff in solchen Mengen zur Verfügung steht.“


Zukunftsmarkt Fahrzeugcomputer: Bosch erhält Aufträge in Milliardenhöhe

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  • Bosch-Geschäftsführer Harald Kröger: „Fahrzeugcomputer sind der Schlüssel, um die Komplexität von Elektroniksystemen deutlich zu reduzieren.“
  • Bosch entwickelt Fahrzeugcomputer für alle Fahrzeugbereiche.
  • Fahrzeuge mit Zentralrechnern von Bosch sind seit 2019 im Einsatz.
  • Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions startet im Januar.

Stuttgart.| Mehr Intelligenz im Auto: Dafür sorgt Bosch mit Fahrzeugcomputern. Sie sind die neuen Multitalente der Fahrzeugelektronik und bündeln immer mehr Funktionen einzelner Steuergeräte in zentralen, besonders leistungsstarken Elektronikmodulen. Bereits seit 2019 steuern Fahrzeugcomputer von Bosch etwa Fahrerassistenzsysteme oder Fahrzeugbewegung von Serienfahrzeugen. In Kürze kommen zentrale Computer für Cockpitfunktionen und Karosserieelektronik dazu. Damit ist das Technologie- und Dienstleistungsunternehmen bei Fahrzeugcomputern so breit aufgestellt wie kein anderes Unternehmen, denn Bosch bietet sie serienreif für alle Bereiche moderner Fahrzeuge an. Das zahlt sich auch wirtschaftlich aus. Für seine Fahrzeugcomputer hat Bosch inzwischen Aufträge in Höhe mehrerer Milliarden Euro erhalten; alleine rund 2,5 Milliarden sind es seit Sommer 2020. „Fahrzeugcomputer bergen für Bosch enormes Geschäftspotenzial. Bereits heute sind wir mit Hochleitungsrechnern einer der führenden Entwicklungs- und Technologiepartner für Automobilhersteller“, sagt Harald Kröger, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH. Die Fahrzeugcomputer sind ein zentraler Baustein, mit dem Bosch seine führende Rolle bei softwareintensiven Elektroniksystemen ausbauen will. Dieser Markt umfasst rund 20 Milliarden Euro und wächst bis 2030 jährlich um bis zu 15 Prozent. Im Januar 2021 nimmt dazu der neue Geschäftsbereich Cross-Domain Computing Solutions mit insgesamt 17 000 Mitarbeitern seine Arbeit auf. In der Einheit führt Bosch sowohl die Hard- als auch Softwareentwicklung für Fahrzeugcomputer, Sensoren und Steuergeräte für alle Fahrzeugbereiche zusammen.

„Fahrzeugcomputer bergen für Bosch enormes Geschäftspotenzial. Bereits heute sind wir mit Hochleistungsrechnern einer der führenden Entwicklungs- und Technologiepartner für Automobilhersteller.“ Harald Kröger, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH

Fahrzeugelektronik wird fit für die Zukunft
Kein Auto wird in Zukunft mehr ohne Hochleistungs-Steuergeräte auskommen. In den zentralen Knotenpunkten laufen alle Nervenstränge eines Autos zusammen. Dank enormer Rechenleistung von mehreren Milliarden Operationen pro Sekunde verarbeiten die Zentralrechner selbst große Datenmengen, wie sie für das automatisierte Fahren, datenbasierte Dienste und permanente Software-Updates erforderlich sind. Rund 30 Prozent des Werts eines Fahrzeugs soll Software künftig ausmachen; heute sind es lediglich zehn Prozent (Quelle: McKinsey). Diese Entwicklung zeigt den Stellenwert, den Bits und Bytes für Fahrzeuge künftig haben. Fahrzeugcomputer, die einen solchen Software- und Datenumfang handhaben, sind daher bald Standard in allen Fahrzeugen – von Kleinwagen über die Oberklasse bis zum 40 Tonner. Bosch entwickelt sie sowohl für Cockpit- und Vernetzungsfunktionen, Fahrerassistenzsysteme und automatisiertes Fahren als auch den Antrieb und die Karosserieelektronik. Damit lassen sich alle zentralen Fahrzeugfunktionen auf einer Handvoll leistungsstarker Zentralrechner zusammenführen. Ein Beispiel: Boschs zentraler Cockpit-Computer übernimmt in der nächsten Fahrzeuggeneration die Aufgaben von bis zu zehn Steuergeräten. In Folge können Automobilhersteller die Anzahl der teilweise mehr als 100 Steuergeräte deutlich reduzieren. „Fahrzeugcomputer sind der Schlüssel, um die Komplexität von Elektroniksystemen zu reduzieren und so sicher wie möglich zu machen“, sagt Kröger. Werden künftig mehr zentrale Hochleistungsrechner verbaut, spart das obendrein Kabellänge – und damit Kosten, Gewicht und Bauraum.

„Mit Fahrzeugcomputern von Bosch werden selbst hoch komplexe Fahrfunktionen beherrschbar, die über einzelne Fahrzeugdomänen hinausgehen.“ Dr. Mathias Pillin, designierter Vorsitzender des Bereichsvorstandes des neuen Geschäftsbereichs Cross-Domain Computing Solutions

Speerspitze der Fahrzeugelektronik
In Fahrzeugcomputern werden in den nächsten Jahren außerdem Aufgaben aus unterschiedlichen Bereichen des Fahrzeugs – Experten sprechen von Domänen – verschmelzen. Sie steuern dann neben der Fahrzeugbewegung beispielsweise auch die Karosserieelektronik in nur einem Zentralrechner. Diese sind dann umso leistungsfähiger: In den letzten rund 20 Jahren wuchs die Rechenleistung eines einst für die Navigation eingesetzten Steuergerätes um den Faktor 3 000. Verglichen mit dem Moore‘schen Gesetz, das eine Verdopplung der Rechenleistung alle zwei Jahre annimmt, ist diese Steigerung rund drei Mal so groß. Damit kann ein Cockpit-Computer neben Displays, Infotainment und Sprachsteuerung auch Aufgaben anderer Fahrzeugbereiche steuern, wie etwa bestimmte Assistenzfunktionen. „Mit Fahrzeugcomputern von Bosch werden selbst hoch komplexe Fahrfunktionen beherrschbar, die über einzelne Fahrzeugdomänen hinausgehen“, sagt Dr. Mathias Pillin von Bosch. Er übernimmt ab Januar 2021 den Vorsitz des Bereichsvorstandes des neuen Geschäftsbereichs Cross-Domain Computing Solutions. Seinen Namen hat der Bereich übrigens nicht von ungefähr. Übersetzt bedeute er domänenübergreifende Computer-Lösungen. Hier bündelt das Unternehmen seine Kräfte in der Software-, Elektrik- sowie Elektronikentwicklung aus den Bereichen Fahrerassistenz und automatisiertes Fahren, Car Multimedia sowie Antrieb und Body Electronics unter einem Dach.

Baukastenlogik birgt Geschäftspotenzial
Bosch bietet seine Fahrzeugcomputer in einem skalierbaren Baukasten an, in dem für alle Anforderungen und Voraussetzungen das passende Elektroniksystem aus Hard- und Software enthalten ist. Das Ziel ist eine Software- und Systemarchitektur für das gesamte Fahrzeug, bei der alle Zentralrechner, Sensoren und Steuergeräte wie in einem Baukasten zusammenpassen und aufeinander aufbauen. Davon profitieren Autobauer, denn die Baukastenlogik macht die Entwicklung der Fahrzeugcomputer für unterschiedliche Fahrzeugmodelle besonders flexibel. Ist beispielsweise eine grundsätzliche Architektur von Hard- und Software vorgegeben, lässt sie sich – je nach Kundenprojekt – entlang einer festgelegten Systematik anpassen. Für Premiumfahrzeuge kommen dann weitere Softwarebausteine oder spezielle Chips auf den Platinen dazu, um mehr Funktionen zu ermöglichen. In Kleinwagen hingegen lässt sich der Aufbau der Fahrzeugcomputer so anpassen, dass sie wichtige sicherheitsrelevante Basisfunktionen zentral abdecken. „Mit der Baukastenlogik für Fahrzeugcomputer und unserer breiten Aufstellung kann Bosch auf alle Bedürfnisse von Autoherstellern eingehen“, sagt Pillin. Durch das Baukastenprinzip steckt in den Hochleistungscomputern außerdem enormes Geschäftspotenzial, denn Bosch kann damit einen großen Markt erschließen.


Wichtige Frist für Baukindergeld ist verlängert

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Gute Nachrichten gibt es zum Thema Baukindergeld: Die Befristung für Baugenehmigungen oder Kaufverträge für Wohnimmobilien, auf deren Grundlage diese staatliche Förderung in Anspruch genommen werden soll, wird um drei Monate verlängert. Die Wüstenrot Bausparkasse rät daraufhin, eigene Förderansprüche nochmals zu prüfen.

Bisher galt: Eine Förderung im Rahmen des Baukindergelds konnte nur für Kaufverträge einer selbstgenutzten Immobilie oder eine entsprechende Baugenehmigung für einen Neubau gewährt werden, wenn diese zwischen dem 1.1.2018 und dem 31.12.2020 ausgestellt bzw. erteilt wurden. Diese wichtige Frist hat der Staat nun bis zum 31.3.2021 verlängert.

Das Bayerische Baukindergeld Plus, welches Berechtigten einen um zusätzlich 300 Euro pro Kind und Jahr erhöhten Förderbetrag sicherte, läuft dagegen zum 31.12.2020 aus.

Das staatliche Baukindergeld steht speziell Menschen mit Kindern zur Verfügung, die erstmals ein Haus bauen oder eine bestehende Immobilie zu eigenen familiären Wohnzwecken kaufen. Sie können das Baukindergeld noch bis Ende 2023 im sogenannten Zuschussportal bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen.

Für die Förderung gelten unverändert Einkommensgrenzen: Familien oder Alleinerziehende, die die Mittel beantragen möchten, dürfen maximal über ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen von jährlich 75.000 Euro zuzüglich 15.000 Euro pro Kind verfügen. Pro Kind gibt es insgesamt 12.000 Euro an Baukindergeld, verteilt über einen Zeitraum von zehn Jahren (also 1.200 Euro pro Kind und Jahr). Wüstenrot rät, sich zu den Details der Förderung mit einem Finanzfachmann zu besprechen.


Polizeirevier Kirchheim/Teck unter neuer Leitung

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Kirchheim/Teck.| Zum 15. Dezember hat Polizeipräsident Udo Vogel Polizeioberrat Jürgen Ringhofer zum neuen Leiter des Polizeireviers Kirchheim bestellt. Er folgt Polizeioberrat Fabian Mayer, der am ersten September diesen Jahres zur Polizeipräsidium Einsatz gewechselt war und dort seitdem die Leitung des Stabsbereiches Technik inne hat. Aufgrund der Corona-Pandemie musste von der bislang geplanten, offiziellen Feierstunde zur Amtseinführung abgesehen werden.

Die polizeiliche Laufbahn des 51-jährigen, gelernten Werkzeugmechanikers Jürgen Ringhofer begann im Jahr 1994 bei der damaligen Bereitschaftspolizei in Göppingen. Dort blieb er auch nach der Ausbildung zum mittleren Dienst 1998 und wurde als Einsatzbeamter in verschiedenen Stationen eingesetzt. Dem Studium an der Hochschule für Polizei in Villingen-Schwenningen und dem Aufstieg in den gehobenen Polizeivollzugsdienst im Jahr 2003 schlossen sich weitere Verwendungen bei der Bereitschaftspolizeiabteilung in Göppingen, zuletzt im Stabsbereich, an. Nach dem Studium an der deutschen Hochschule für Polizei in Münster und dem Aufstieg in den höheren Polizeivollzugsdienst im Jahr 2011 folgten Verwendungen als Dienstgruppenleiter im Lagezentrum der Landesregierung beim Innenministerium Baden-Württemberg, beim Projekt Polizeireform und als Leiter des regionalen Technikstandortes in Stuttgart beim Polizeipräsidium Technik, Logistik und Service der Polizei. Im Jahr 2014 wechselte er zum Polizeipräsidium Ulm und übernahm die Leitung des Polizeireviers Uhingen. Seit dem 15.Dezember 2020 leitet er nun das Polizeirevier Kirchheim/Teck und ist für die Sicherheit in den Städten Kirchheim, Owen, Weilheim/Teck und Wernau sowie in den Gemeinden Bissingen/Teck, Dettingen/Teck, Hochdorf, Holzmaden, Lenningen, Neidlingen, Notzingen und Ohmden zuständig.

Jürgen Ringhofer ist verheiratet und lebt mit seiner Frau in Kirchheim.


Landratsamt Böblingen schränkt Dienstbetrieb ein

  • Kfz-Zulassungsstelle nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung
  • Erreichbarkeit in dringenden Fällen per Telefon und Mail ist gewährleistet

Kreis Böblingen.| Seit 2. November ist das Landratsamt Böblingen für den Publikumsverkehr geschlossen. Nur die Kfz-Zulassungsstelle war bisher für den unangemeldeten Publikumsverkehr geöffnet. Das ändert sich ab 16. Dezember. Dann wird die Zulassungsstelle nur noch nach vorheriger Terminvereinbarung geöffnet sein. Das gilt für die Hauptstelle in Böblingen sowie auch für die Außenstellen in Herrenberg und Leonberg.

Damit wird für alle Bereiche des Landratsamts der Dienstbetrieb eingeschränkt. Um Kontakte zu reduzieren, sollen persönliche Termine nur für dringliche und begründete Fälle vergeben werden. Das gilt auch für andere Bereiche – beispielsweise ist das Jobcenter ab dem 16.12.2021 nur noch für Notfälle geöffnet, telefonisch oder per Mail aber erreichbar.

Landrat Roland Bernhard appelliert an die Bürgerinnen und Bürger: „Wir wollen auch mit dieser Maßnahme Ansammlungen, wie wir sie beispielsweise vor der Zulassungsstelle teilweise haben, vermeiden. Verzichten Sie deshalb in den kommenden Wochen auf Zulassungen und andere Dienstleistungen, wenn diese nicht unbedingt notwendig sind.“