Bonusspiel für die SG BBM

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Über 4000 Zuschauer in der EgeTrans Arena, Saison-Rekordkulisse und die erfolgreichste Mannschaft des deutschen Handballs der letzten Jahrzehnte zu Gast. Das schafft nur der DHB-Pokal, die SG BBM Bietigheim empfängt am Donnerstag (19:30 Uhr) im Achtelfinale den THW Kiel. Die Rollenverteilung ist eindeutig.

„Wir nehmen den Aufschwung mit in den Pokal“, verspricht Jonathan Fischer, der am Samstag drei Sekunden vor dem Ende das Bietigheimer Siegtor zum 30:31 beim Tabellenzweiten TuS N-Lübbecke erzielt hatte. „Nach unserem November, in dem wir so schlecht gespielt haben, folgt jetzt ein Dezember, in dem alles so gut läuft.“ In den Worten des 25-jährigen Kreisläufers schwingt neben Stolz immer noch ein wenig Verwunderung über die eigene Teamleistung mit. Auch durch die Punktgewinne der SG BBM gegen die Top-4 ist die Situation an der Tabellenspitze der 2. Liga wieder enger geworden. Und jetzt: „Der Pokal wird ein Bonusspiel für uns“, sagt Fischer. Und natürlich will jeder Spieler dabei sein und am Donnerstag seine Einsatzzeiten gegen den deutschen Rekordmeister erhalten. Auch wenn das vierte Spiel innerhalb von zwei Wochen an die Substanz geht und am 26. Dezember noch die letzte Ligapartie vor der WM-Pause beim TV Großwallstadt wartet.

Doch was für ein Gegner kommt da in die praktisch ausverkaufte EgeTrans Arena. Deutscher Rekordmeister (22 Titel), Rekord-Pokalsieger (12 Titel), vierfacher Champions-League Gewinner (bei 8 Finalteilnahmen) – der Turnverein Hassee-Winterbek e.V. von 1904 ist seit Jahrzehnten das Maß aller Dinge im deutschen Männerhandball. Und wie die Spieler freuen sich auch die Fans an Metter und Enz auf diesen Vergleich mit Weltklasseleuten wie Sander Sagosen, Harald Reinkind und Nikola Bilyk im Rückraum, Hendrik Pekeler und Patrick Wiencek am Kreis, Niclas Ekberg, Rune Dahmke und Magnus Landin auf den Außenpositionen oder Niklas Landin zwischen den Pfosten. Mehrere hundert Anhänger der Schwarz-Weißen werden ihre Mannschaft auch im K.o.-Spiel in Baden-Württemberg unterstützen.

Der THW Kiel ist der Titelverteidiger im DHB-Pokal, setzte sich im Finale Ende April gegen den SC Magdeburg mit 28:21 Toren durch. Ganz nach ihrem Selbstverständnis mischen die Ostsee-Handballer auch in dieser Saison wieder oben mit in der Bundesliga. Bis Sonntag galt die volle Konzentration von THW-Coach Filip Jicha und seinen Jungs dem Nordderby bei der SG Flensburg-Handewitt. Das Spiel endete in einer ernüchternden 36:23-Niederlage, der höchsten in der mittlerweile 107. Auflage des prestigeträchtigen Derbys. Der THW büßte dadurch die Tabellenführung in der Bundesliga ein, die Füchse Berlin zogen wieder am deutschen Rekordmeister vorbei. Eng geht es zu an der Spitze der Handball-Bundesliga.
Doch der THW Kiel ist es gewohnt, dass wenig Zeit bleibt, um positive wie negative Erlebnisse zu verarbeiten. „Wir haben bisher eine gute Saison gespielt. Wir werden wieder aufstehen, nach vorne gucken. Das gute am Sport ist, dass es immer weiter geht. In vier Tagen haben wir ein Pokalspiel, dann geht es von vorne los”, wird Domagoj Duvnjak zitiert. Der 34-jährige kroatische Rückraumstratege ist seit 2014 bei den Zebras und eine der Identifikationsfiguren in Kiel. Filip Jicha musste gegen Flensburg-Handewitt auf Eric Johansson, Steffen Weinhold und Sven Ehrig verzichten, weitere Spieler waren gesundheitlich angeschlagen. Die Doppelbelastung mit Bundesliga und Europapokal hinterlässt auch im Kieler Kader ihre Spuren. Erst vor Wochenfrist siegte der THW bei Aalborg Handbold mit 26:30 und wahrte damit seine Chancen in der Gruppenphase der Champions League.

Als wichtigstes Ziel wird Iker Romero seinen Jungs mit auf den Weg geben, auf das eigene Spielsystem zu vertrauen und das möglichst fehlerfrei auf das Parkett zu bringen. Wenn es gelingen sollte, das Geschehen eine gewisse Zeit offen zu halten, dann könnte der THW Kiel in der EgeTrans Arena gezwungen sein, seine Reserven mobilisieren. Doch bis dahin kann es ein kniffliger Weg sein, denn mitunter macht der THW auch kurzen Prozess. Während Bietigheim durch Siege bei der SG Leutershausen (27:34) und gegen den TV Hüttenberg (31:26) den Sprung ins Achtelfinale schaffte, fertigte Kiel in seinem ersten Pokalauftritt den Zweitliga-Aufsteiger 1.VfL Potsdam mit 23:38 Toren ab.

Nur noch zwei Siege trennen die Achtelfinal-Teilnehmer vom Final-4, das im April erstmals in Köln ausgetragen wird. Doch genauso wie die drei weiteren Zweitligisten unter den letzten 16, denen allesamt einen Bundesligisten zugelost wurde, darf die SG BBM davon zunächst nur träumen. Die Pokal-Partie wird unter www.sportdeutschland.tv als kostenpflichtiger Livestream zu sehen sein.


SVL verliert das letzte Spiel des Jahres

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Vierter Advent, Stadionbad Hannover: die Ludwigsburger Bundesliga-Wasserballer verlieren ihr letztes Spiel des Jahres mit 13:11 in Hannover – nach einer Vier-Tore-Führung.

Guter Start für Ludwigsburg: die zweite Minute, das 0:1 für den SVL durch Guram Kutchuashvili. Dann Unterzahl Ludwigsburg, kein Gegentreffer. Wenig später Überzahl – aber der Treffer der White Sharks zum 1:1 Ausgleich. Dieses Spiel wird sicherlich schwierig für das Team aus Schwaben. Die Sharks spielen in dieser Saison stark, sie stehen in der Tabelle vor Ludwigsburg auf Platz vier.

Wieder Überzahl für den SVL. Diesmal das 1:2 für Ludwigsburg durch Vitor Pavicic Capucho. Die Männer aus dem Süden der Republik haben angekündigt, dass sie diese Partie unbedingt gewinnen wollen – um mit einem guten Gefühl in die Weihnachtspause gehen zu können und um das Saisonziel im Visier zu behalten: Platz vier, besser noch Platz drei in der Abschlusstabelle. Und wieder Überzahl für Ludwigsburg: der Routinier Nino Blazevic macht ein paar Sekunden vor dem Pfiff das 1:3. Ende des ersten Viertels.

Im zweiten Viertel legt Tobi Bauer für Ludwigsburg nach, der Mann, der immer wichtiger für den SVL wird, macht das 1:4. Und postwendend legt auch noch Sergio Prieto Hernandez nach, es steht 1:5. Was für eine Serie! Die Sharks tun sich schwer, nehmen eine Auszeit und machen das 2:5. Bald legt Hannover nach – und es steht 3:5. Ludwigsburg sollte nun aufpassen, das bis dato souverän geführte Spiel nicht aus den Händen zu geben.

Überzahl SVL und Auszeit Ludwigsburg. Was sagt der Trainer Marko Martinic seinen Spielern wohl? Offenbar das Richtige. Pavicic Capucho erhöht für den SVL auf 3:6. Aber nur Sekunden später fällt der erneute Anschlusstreffer für Hannover zum 4:6. Hier ist kurz vor dem Halbzeitpfiff noch längst nichts entschieden. Unterzahl Ludwigsburg, Prieto Hernandez muss raus. Und Treffer für die Sharks zum 5:6. Es bleibt spannend.

Die zweite Hälfte der Partie beginnt mit dem Ausgleich zum 6:6 und dem 7:6 für Hannover. Ludwigsburg lässt sich den Schneid abkaufen. Erstmals liegen die Sharks vorne. Vor ein paar Minuten stand es doch noch 1:5! Wie wird das Team reagieren? Auf Bauer ist Verlass, der junge Mann, der in Stuttgart Sportmanagement studiert, macht das wichtige 7:7. Jetzt Unterzahl SVL – und der erneute Führungstreffer für Hannover. 8:7. Aber dann wieder Bauer, 8:8. Ein munteres Spiel – und das 9:8. Kurz vor dem Pfiff macht Mikael Metodiev das 9:9.

Das letzte Viertel. Ludwigsburg bleibt in Zugzwang. Muss nachlegen. Doch Hannover macht das 10:9. Kutchuashvili erzielt das 10:10, hält den SVL im Spiel. Und dann wieder der unermüdliche Tobi Bauer, er schießt seinen Club in Führung. Es steht 10:11. In der fünften Minute des Viertels zieht Hannover wieder gleich zum 11:11 und macht auch noch das 12:11. Was für ein Krimi! Foul Aleksa Manic, Strafwurf für Hannover, verwandelt. Kurz vor Schluss steht es 13:11. Der Schlusspfiff. Was für ein bescheidenes Ende für Ludwigsburg. Das Team geht als Tabellenfünfter ins neue Jahr.

Der Ludwigsburger Trainer ist nicht zufrieden, klar. Marko Martinic sagt, es sei nie gut, wenn die Spieler quasi eigenwillig nach Lösungen suchten. Die individuelle Klasse habe heute gefehlt, „Glückwunsch an die White Sharks.“ Hannover habe sich als Team präsentiert, jeder habe für jeden gekämpft.

„Eine bittere Niederlage“ – mit diesen Worten kommentiert der SVL-Betreuer Dieter Gscheidle das Ergebnis. Wie schon zu befürchten war: alle Sharks-Wasserballer, die auch für die Top-Mannschaft Waspo Hannover spielen dürfen, hätten sich am Sonntag in die Torschützenliste eingetragen. „Jetzt heißt es: Mund abwischen, in der Pause Kräfte sammeln und dann mit neuem Elan ins neue Jahr starten.“ Dem schließt sich SVL-Vizepräsident Matthias Nagel an: “Wir starten stark ins Spiel und lassen wie so häufig in dieser Saison erkennen, welches Potential in diesem Team steckt. Leider schaffen wir es noch nicht, diese Leistung über das ganze Spiel abzurufen und uns als Mannschaft weiterzuentwickeln. Daran gilt es in den nächsten Wochen zu arbeiten.”

Toni Dzaja, der Papa des SVL-Neulings und deutschen Jugendnationalspielers Ivo Dzaja, war mit dem Team in Hannover und sagt nach dem Abpfiff: „Die Jungs waren hoch konzentriert“, hätten sich von den Hannoveranern zunächst nicht aus der Ruhe bringen lassen. Das Angriffsspiel sei sehr gut vorbereitet worden – die White Sharks seien „sichtlich überrascht“ gewesen vom zunächst dominanten Spiel der Ludwigsburger. Alles sei nach Plan gelaufen – jedenfalls bis zum 1:5 für den SVL. Die „diskussionswürdige Schiedsrichterentscheidung“, Sergio auszuschließen, habe die White Sharks wieder stark ins Spiel gebracht.


Porsche fährt auf der Überholspur in den DAX

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  • Sportwagenhersteller wird als „Fast Entry“ im Deutschen Aktienindex aufgenommen
  • Einstieg in Deutschlands Aktien-Leitindex gelingt zum erstmöglichen Termin nach dem Börsendebüt vor 81 Tagen
  • CEO Oliver Blume: „Der schnelle Direkteinstieg in die Top 40 Deutschlands zeigt: Weltweit sind Investoren von unserem attraktiven Geschäftsmodell und vom Potenzial unseres Unternehmens überzeugt.“
  • CFO Lutz Meschke: „Mit unserem klaren Commitment für die Börse Frankfurt haben wir gerne dazu beigetragen, den Finanzstandort Deutschland zu stärken.“
  • Kurs der Vorzugsaktien ist seit 29. September um 14 Prozent auf 94,58 Euro gestiegen Soziales Engagement wird mit Zustiftung von 9,11 Millionen Euro an die Ferry-Porsche-Stfiftung ausgebaut

Stuttgart.| Auf der Überholspur in die Spitzengruppe. Nur 81 Tage nach ihrem Debüt auf dem Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse ist die Porsche AG im Zuge des sogenannten Fast-Entry-Verfahrens in den Deutschen Aktienindex (DAX) aufgenommen worden. Die Aufnahme in den Kreis der 40 nach Marktkapitalisierung größten und umsatzstärksten deutschen Aktien wurde am 19. Dezember im Handelssaal der Frankfurter Börse verkündet. „Der Fast Entry in die Top 40 Deutschlands macht uns glücklich und stolz“, sagt Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG. „Der schnelle Direkteinstieg in den DAX zeigt: Weltweit sind Investoren von unserem attraktiven Geschäftsmodell und vom Potenzial unseres Unternehmens überzeugt.“

Die Deutsche Börse hatte am 5. Dezember angekündigt, dass die Porsche AG zum 19. Dezember als sogenannter „Fast Entry“ in den DAX aufgenommen wird. Maßgebliches Kriterium hierfür war die Marktkapitalisierung des Streubesitzes. Die Vorzugsaktien der Porsche AG werden seit 29. September 2022 im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse (Prime Standard) gehandelt. Seitdem ist der Aktienkurs bis zum Börsenschluss am Freitag, 16. Dezember, um 14 Prozent auf 94,58 Euro gestiegen. Der Gesamtbörsenwert am 16. Dezember betrug 89,4 Milliarden Euro. Porsche ist auch in den Indizes der Anbieter MSCI sowie STOXX enthalten.

Finanzplatz Deutschland erweist sich als überzeugende Heimat

„Unser Aktienkurs hat seit September trotz globaler Herausforderungen deutlich zugelegt. Wir fühlen uns durch diese positive Entwicklung des Aktienkurses in unserer harten Arbeit bestätigt. An der Börse wird die Zukunft gehandelt“, sagt Lutz Meschke, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands und Vorstand für Finanzen und IT der Porsche AG. Nach knapp drei Monaten als börsennotieres Unternehmen zieht Meschke zufrieden Zwischenbilanz: „Besonders freuen wir uns über die breite Akzeptanz der Porsche-Aktien. Unsere Investoren sind global breit gestreut. Darunter gibt es sehr viele Privataktionäre. Mit unserem Börsengang haben wir Porsche greifbar gemacht. Viele Aktionäre besitzen keinen Porsche, können jetzt aber als Aktionär Mitglied der Porsche-Familie sein.“ Vor dem Börsendebüt hatten rund 170.000 Privataktionäre Kauforders für die Porsche-Papiere erteilt. Davon haben mehr als ein Drittel weniger als zehn Anteilsscheine gezeichnet. „Wir werden auch in Zukunft alles daran setzen, unsere Kunden mit emotionalen Fahrzeugen zu inspirieren und unsere Aktionäre mit überzeugenden Finanzzahlen zu begeistern“, betont Meschke. Für das Geschäftsjahr 2022 erwartet Porsche eine operative Konzernumsatzrendite in der Bandbreite von 17 bis 18 Prozent. Mittelfristig wird ein Wert von etwa 17 bis 19 Prozent angestrebt. Langfristig strebt Porsche eine operative Umsatzrendite von mehr als 20 Prozent an.

Obwohl Porsche international aktiv und die Marke weltweit bekannt ist, ist die Aktie ausschließlich an der Frankfurter Börse notiert. „Wir stehen zum Börsenstandort Frankfurt. Mit unserem klaren Commitment haben wir gerne dazu beigetragen, den Finanzstandort Deutschland zu stärken“, sagt Lutz Meschke. „Wir haben viele Aktionäre in Deutschland und werden ein deutsches Unternehmen bleiben. Wir setzen auch in Zukunft auf Made in Germany. Und Engineered in Germany.“

Mit dem Börsengang gewinnt Porsche mehr Autonomie und größere unternehmerische Freiheit. Beides will das Unternehmen nutzen, um seine Positionierung weiter zu schärfen. „Wir stehen für modernen sportlichen Luxus – und definieren diesen Begriff neu“, betont Oliver Blume. „Unser Ziel ist es, die Begehrlichkeit unserer Produkte konsequent mit Nachhaltigkeit und sozialem Engagement zu verbinden. Wir sind stolz auf unsere besondere Porsche-Kultur und auf unsere Tradition.“ Im kommenden Jahr feiert das Unternehmen gleich mehrere Jubiläen, unter anderem die Geburtsstunde der Marke Porsche unter dem Motto „75 Jahre Porsche Sportwagen“. Blume: „Wir übertragen unser Heritage in die Zukunft. Wir verbinden es mit unserem Pioniergeist, mit Innovation und Fortschritt. Und wir geben dem Mythos Porsche damit neuen Antrieb.“

Porsche baut sein soziales Engagement weiter aus

Soziale Verantwortung hat bei Porsche Tradition. Im Zuge des Börsengangs baut der Sportwagenhersteller sein soziales Engagement weiter aus: Der Vorstand der Porsche AG hat entschieden, weitere fünf Millionen Euro an die Ferry-Porsche-Stiftung zu spenden. Somit stehen zusätzliche Mittel für die Förderung gemeinnütziger Projekte zur Verfügung – vor allem in den Bereichen Bildung und Soziales sowie in der Kinder- und Jugendförderung. Zudem spendet die Porsche AG eine Zustiftung in Höhe von 9,11 Millionen Euro. Damit erhöht sich das Stiftungsvermögen auf insgesamt 33,11 Millionen Euro. Die 2018 gegründete Ferry-Porsche-Stiftung fördert und initiiert gemeinnützige Projekte in den Bereichen Soziales, Umwelt, Bildung & Wissenschaft, Kultur und Sport. Mit ihrem gesellschaftlichen Engagement will die Stiftung vor allem junge Menschen an den Unternehmensstandorten der Porsche AG unterstützen. Namensgeber ist Ferry Porsche, der 1948 die Sportwagenmarke Porsche gründete.


Stuttgart weist Waffenverbotszone in der Innenstadt aus

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OB Nopper: „Wollen sowohl die öffentliche Sicherheit als auch das Sicherheitsgefühl der Menschen verbessern“

Stuttgart.| Die Landeshauptstadt Stuttgart wird eine Waffenverbotszone im Innenstadtbereich ausweisen. Das hat der Gemeinderat am Donnerstag, 15. Dezember, mit 36 zu 18 Stimmen beschlossen, Enthaltungen gab es keine. Ziel ist es, dass in der Innenstadt keine Messer mehr mitgeführt werden. Die Verbotszone gilt freitags und samstags in den Abend- und Nachtstunden sowie vor Feiertagen. Die Verordnung ist zunächst auf zwei Jahre befristet. Eine Beschilderung ist nicht vorgesehen.

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper sagte: „Wir wollen mit der Ausweisung einer Waffenverbotszone sowohl die öffentliche Sicherheit als auch das Sicherheitsgefühl der Menschen verbessern. Wir können mit einer Waffenverbotszone zwar nicht alle Messerstechereien verhindern, aber wir wollen deren Zahl spürbar reduzieren. Von der Ausweisung einer Waffenverbotszone geht in Anbetracht der drohenden hohen Geldbußen eine starke präventive Wirkung aus. Und mit der Ausweisung einer Waffenverbotszone können Messer von der Polizei auch beschlagnahmt und dauerhaft eingezogen, also nachhaltig aus dem Verkehr gezogen werden.“

Im Zeitraum März 2021 bis März 2022 hat die Polizei insgesamt 1.048 Fälle mit Messerbezug erfasst. In diesen Zahlen enthalten sind nicht nur Auseinandersetzungen, in denen Menschen durch Messer verletzt wurden, sondern auch Fälle, in denen mit einem Messer gedroht oder ein Messer mitgeführt wurde. Mehr als 40 Prozent dieser Straftaten ereigneten sich in den Abend- und Nachtstunden des Wochenendes.

Der Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, Dr. Clemens Maier, erklärte: „Gerade Messer stellen ein großes Problem dar: Sie sind leicht zu beschaffen und können verdeckt getragen werden. Außerdem sind sie preisgünstig und einfach in der Handhabung. Da wir weniger Waffen in der Stadt haben wollen, begrüßen wir die Regelung des Innenministeriums, nach der Kommunen in Baden-Württemberg seit dem 8. Oktober Verbotszonen erlassen dürfen. Im Wesentlichen geht es darum, die maximal erlaubte Klingenlänge von mitgeführten Messern zu reduzieren. So sind in einer Waffenverbotszone Messer mit feststehender oder feststellbarer Klinge über 4 cm ebenso verboten wie sogenannte Elektroschocker. Die Waffenverbotszone ist neben dem Einsatz der Mobilien Jugendarbeit, der Bespielung der Innenstadt und präventiv-polizeilichen Maßnahmen ein weiterer Baustein, um Stuttgart sicherer zu machen.“

Nach einer Statistikauswertung von Landes- und Bundespolizei zu Vorfällen mit Messern soll die Waffenverbotszone im Stadtbezirk Mitte für die folgenden Bereiche eingerichtet werden: Neue Vorstadt, Universität (im Bereich des Stadtgartens), Hauptbahnhof, Oberer Schlossgarten und Rathaus einschließlich des Stuttgarter Hauptbahnhofs und der Verkehrsbauwerke der S- sowie Stadtbahn.

Der Präsident des Polizeipräsidiums Stuttgart, Markus Eisenbraun, betonte: „Die Waffenverbotszonen-Verordnung ermächtigt die Polizei weder zu anlasslosen Kontrollen, noch werden polizeiliche Maßnahmen verschärft. Die Waffenverbotszone erweitert jedoch unsere Möglichkeiten bei der Beschlagnahme und Einziehung von bisher erlaubten Waffen und hier insbesondere Messern. Die Verbotszone soll ein klares Signal sein, dass Messer erst gar nicht in die Stadt mitgenommen werden und wenn wir sie bei unseren Kontrollen doch feststellen, dann nehmen wir sie vorsorglich aus dem Spiel. Messer führen bei möglichen Auseinandersetzungen zu gefährlichen Verletzungen, die es zu verhindern gilt.“

Eine Evaluation durch Stadt, Landes- und Bundespolizei soll zeigen, ob sich die Waffenverbotszone bewährt hat. Vorbehaltlich einer anderen Entscheidung des Gemeinderats tritt die Verordnung nach zwei Jahren außer Kraft.


Beliebte Winteraktivitäten in Stuttgart

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Geschäftliche Information

Stuttgart ist als Produktionsstandort für Mercedes-Benz und Porsche vor allem für Autos bekannt. Allerdings bietet die Hauptstadt Baden-Württembergs darüber hinaus noch vieles mehr. Insbesondere im Winter ist es hier alles andere als langweilig.

Was Sie im Winter alles in Stuttgart machen können, erfahren Sie in diesem Artikel. Wir haben beliebte Winteraktivitäten in Stuttgart aufgelistet, die Sie unbedingt ausprobieren sollten, wenn Sie dort wohnen oder auf Durchreise sind.

1.   Zuhause bleiben und zocken

Wer es gemütlich mag, kann es wie zahlreiche Stuttgarter machen, einfach in den eigenen vier Wänden bleiben und eine Runde zocken. Dabei haben Sie die Auswahl aus zahlreichen unterschiedlichen Spielen. Hierzu zählen beispielsweise Casinos, die ganz ohne Anmeldung zugänglich sind und die für Nervenkitzel während der kalten Jahreszeit sorgen und die grauen Tage etwas spannender gestalten.

Was sich ebenfalls für solche Tage eignet? Brettspiele mit der Familie und mit Freunden, die beispielsweise auch im Ribi in Stuttgart gespielt werden können, während man dazu einen Cocktail oder ein Bier schlürft.

2.   Den Weihnachtsmarkt besuchen

Wer im Winter gern in der Stadt unterwegs ist, hat in Stuttgart ebenfalls einige Möglichkeiten. Die Stadt hat nämlich einen der größten, ältesten und beliebtesten Weihnachtsmärkten Deutschlands. Historiker können seine Wurzeln bis ins Jahr 1692 verfolgen!

Mit mehr als 300 unglaublichen Ständen ist ein Besuch des Stuttgarter Weihnachtsmarktes etwas, das Sie nicht verpassen sollten! Hier finden Sie nicht nur einen malerischen Markt, die unglaublichen Düfte von Lebkuchen, Glühwein und Flammkuchen, die durch die Luft wehen, und die wunderbare Weihnachtsmusik, die überall erklingt – auch darüber hinaus hält der Stuttgarter Weihnachtsmarkt ein paar Überraschungen bereit!

Von Anfang November bis Ende Dezember verwandelt sich die Stuttgarter Innenstadt in einen traditionellen deutschen Weihnachtsmarkt. Mit schönen Holzbuden, Weihnachtsbeleuchtung und einem riesigen Baum erstreckt sich der Markt über mehrere Häuserblocks in der Stuttgarter Stadtmitte.

Was den Stuttgarter Weihnachtsmarkt wirklich besonders macht? Die fantastische Eislaufbahn direkt neben dem Markt, mehrere Fahrgeschäfte im weihnachtlichen Design, ein Miniaturdorf, eine Krippe mit lebenden Tieren und ein Adventskalender in Gebäudegröße! So viel wird nicht auf jedem deutschen Weihnachtsmarkt geboten!

3.   Glanzlichter Stuttgart besuchen

Von Ende November bis Ende Dezember finden die Stuttgarter Glanzlichter auf dem Schlossplatz statt. Dieses Lichterfest ist absolut unglaublich! Die mehrere Meter hohen Lichtskulpturen stellen acht der wichtigsten Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen der Stadt dar.

Sie finden hier das Stuttgarter Rössle aus dem Stadtwappen, den Stuttgarter Fernsehturm, den Zoo Wilhelma, das Mercedes-Benz Museum, das Porsche Museum, die königliche Grabkapelle, das Wasen-Bierfest und das Stuttgarter Weinfest. Die Skulpturen sind täglich von 15 Uhr bis 21 Uhr beleuchtet. Aber an bestimmten Tagen und zu bestimmten Zeiten erwachen die Skulpturen mit einer halbstündigen Licht- und Soundshow zum Leben.

4.   Auf der Königstraße shoppen gehen

Die Königstraße ist die Hauptstraße, die Sie sehen, wenn Sie den Hauptbahnhof verlassen. Sie ist als Einkaufsmeile bekannt und die längste Fußgängerzone in Deutschland, auf der man eine Menge erleben und machen kann – auch wenn die Temperaturen kälter sind und die Schneeflocken den Boden weiß einhüllen.

Als Verkaufsstellen finden Sie hier viele der beliebten Ladenketten (wie Zara, H&M, Pandora und Starbucks) sowie zahlreiche Biergärten, Restaurants und Cafés, um Durst und Hunger zu stillen, während Sie einkaufen. Auch mit Kindern lohnt sich der Besuch der Königstraße.

5.   Die Sicht vom Fernsehturm genießen

Der im Jahr 1956 errichtete Stuttgarter Fernsehturm war der erste Fernsehturm, der weltweit gebaut wurde. Er ist 217 Meter hoch und kann sowohl von der Stuttgarter Innenstadt als auch von vielen Vororten aus gesehen werden. Die Antenne ist zwar nicht mehr aktiv, aber der Fernsehturm Stuttgart hat eine beeindruckende Aussichtsplattform, 150 Meter über dem Boden.

Der unglaubliche 360-Grad-Blick reicht über die Stadt und das Neckartal bis ins schwäbische Umland. An einem klaren Tag kann man sogar den Schwarzwald und den Odenwald sehen. Im Winter, wenn auf der Stadt eine frische Schneedecke liegt, ist der Anblick absolut magisch. Sie benötigen eine Eintrittskarte, um den Aufzug zu nutzen, der Sie auf die Aussichtsplattform bringt. In den oberen Etagen befindet sich ein Café und ein Restaurant, beide mit fantastischer Aussicht.

Der Turm bleibt im Winter bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt lohnt sich und bietet den perfekten Ort, um den Sonnenuntergang und die Lichter Stuttgarts zu sehen, wenn der Tag klar ist. Der Fernsehturm ist sowohl mit dem Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen.

Wie Sie sehen können, haben Sie in Stuttgart eine Menge unterschiedlicher Dinge, die Sie zur kalten Jahreszeit machen können, um eine Menge Spaß zu haben und das kalte Wetter hinter sich zu lassen.


Stadtwerke: Gemeinderat beschließt Milliardenprogramm

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Stuttgart.| Die Landeshauptstadt treibt die Erreichung der Klimaneutralität weiter voran. Der Gemeinderat hat am Donnerstag, 15. Dezember, mit nur drei Gegenstimmen neue Vorgaben für die Stadtwerke beschlossen, die den Anforderungen aus dem Klima‐ Fahrplan gerecht werden und damit bis 2035 bis zu 25 Prozent der gesamten CO2- Emmission einsparen sollen. Dafür sind Investitionen von drei Milliarden Euro vorgesehen, die erste Milliarde sollen bereits in den nächsten vier Jahren aufgewendet werden. Im gleichen Zeitraum will das Unternehmen auf 450 Beschäftigte anwachsen.

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper betonte: „Wir läuten mit unseren Stadtwerken ein neues Zeitalter ein. Wir wollen einen Quantensprung in Richtung Energiewende machen. Wir wollen unsere Energieversorgung stärker in die eigene Hand nehmen und mit einem gewaltigen Kraftakt auf erneuerbare Energien umstellen. Die Stadtwerke sollen von allen Akteuren in der Gesamtstadt in Sachen Klimaneutralität den stärksten Einzelbeitrag leisten. Die Stadtwerke spielen die Hauptrolle, wenn es um die Erreichung der Klimaneutralität geht.“

Zu den Leitplanken der Stadtwerke gehören der weitere Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen, die Erschließung erneuerbarer Wärmequellen in Stuttgart, der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Entwicklung neuer Produkte anhand der Kundenwünsche. Um diese Vorhaben zu finanzieren, brauchen die Stadtwerke mehr Eigenkapital. Der Bedarf wird auf 300 Millionen Euro geschätzt. Davon wurden bereits 100 Millionen Euro bewilligt. Da im Wärmesektor nur schwer kostendeckende Lösungen realisierbar sind, sollen die Energiedienste Stuttgart GmbH (EDS) für die kommenden zehn Jahr damit betraut werden, auf städtischen Flächen Anlagen zur Wärmeversorgung wie auch Wärmenetze zu errichten und zu betreiben.


Unterbringung Geflüchteter

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Gemeinderat stimmt Errichtung von zwei Modulbauten zu

Stuttgart.| Die Landeshauptstadt wird im kommenden Jahr zwei Modulbauten mit Platz für gut 180 Geflüchtete Menschen errichten. Die Bauten entstehen in Plieningen, In den Entenäckern, und in Hedelfingen, Amstetter Straße. Die Entscheidung dafür fiel im Gemeinderat mit nur einer Gegenstimme. Über einen weiteren Standort in Hedelfingen wird der Rat nach Beschluss des dortigen Bezirksbeirat Anfang 2023 befinden.

Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH wird beauftragt, die Modulbauten zu errichten. Sie könnten bereits Ende 2023 bezogen werden. Die Kosten für alle zwei geplanten Bauten, inklusive Ausstattung der 46 Module, belaufen sich auf 14,4 Millionen Euro. Die Verwaltung wird Zuweisungen vom Land beantragen. Die zweigeschossigen Bauten sind für eine Nutzung von drei Jahren vorgesehen.

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper sagte vor der Abstimmung: „Wir verurteilen Drohungen, Schmähungen, Gewalt gegen Menschen und Sachen auf das Schärfste. Ich habe gestern mit Ulrich Strobel telefoniert, der sich für die Errichtung von Unterkünften in Hedelfingen ausgesprochen hatte und daraufhin bedroht worden ist. Ich habe ihm den Rücken gestärkt und ihm unsere volle Unterstützung zugesagt.“

Der Bürgermeister für Wirtschaft, Finanzen und Beteiligungen Thomas Fuhrmann, sagte: „Viele Geflüchtete mussten kurzfristig in angemieteten Hotels, zeitlich befristet angemieteten Containern oder in städtischen Hallen untergebracht werden. Die Kapazitäten sind erschöpft. Daher brauchen wir schnellstmöglich zusätzliche Unterkünfte und Alternativen zu den Notunterkünften.“ Die Stadt nutze wiederverwendbaren Wohnmodule auf zeitlich verfügbaren Grundstücken, da dies für Flexibilität in der Nutzung der Fläche oder auch einer anderweitigen Verwendung sorge.


Neue Parkgebührensatzung in der Landeshauptstadt

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Carsharing-Fahrzeuge künftig befreit, E- Fahrzeuge nicht mehr

Stuttgart.| Die Landeshauptstadt ändert zum 1. Januar 2023 ihre Parkgebührensatzung. Wie der Gemeinderat am 15. Dezember mehrheitlich beschlossen hat, gibt es nun zeitlich befristet eine Parkgebührenbefreiung für Carsharing-Fahrzeuge, während die Parkgebührenbefreiung für E- Fahrzeuge von Januar an wegfällt.

Bewohnerinnen und Bewohner der Bewohnerparkgebiete bzw. der Gebührenzone City, die ein Fahrzeug mit E-Kennzeichen besitzen, können von Januar an alternativ einen Bewohnerparkausweis bzw. einen Parkausweis für die Citygebiete (AG City) beantragen. Hinweise zu den Voraussetzungen sowie ein Online-Antragsverfahren sind auf der Internetseite der Landeshauptstadt zu finden. Die Verkehrsüberwachung wird in den ersten Tagen des neuen Jahres noch keine Verwarnungen aussprechen, sondern bei Verstößen über die neue Gebührenpflicht für E-Fahrzeuge informieren.

Neu eingeführt wurde eine befristete Gebührenbefreiung für alle Carsharing- Fahrzeuge. Von diesem Beschluss profitieren alle Anbieter und Nutzer von stationsbasiertem oder so genannten free-floating-Carsharing – also einem Verleih, der die Rückgabe der Fahrzeuge an verschiedenen Standorten zulässt. Die Gebührenbefreiung gilt für alle Carsharing-Fahrzeuge unabhängig von der Antriebsart. Die Stadtverwaltung unterstützt das Carsharing zudem, indem sie dafür öffentliche Flächen zur Verfügung stellt. Aktuell gibt es Carsharing-Stationen mit insgesamt rund 100 Stellplätzen in allen Stadtbezirken.

Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper erklärte zum Beschluss: „Ich freue mich über die Entscheidung des Gemeinderats, dass Carsharing-Anbieter eine Parkgebührenbefreiung erhalten. Ich hatte mich zudem dafür eingesetzt, dass E-Fahrzeuge weiterhin von den Parkgebühren befreit sind, um einen Anreiz zum Umstieg zur E-Mobilität zu geben. Das hat der Gemeinderat mehrheitlich anders gesehen.“

Mit Ablauf des Jahres läuft zudem die Regelung zum kostenlosen Parken von E- Fahrzeugen aus. Zehn Jahre lang hat die Landeshauptstadt Stuttgart in dieser Weise die Elektromobilität erfolgreich gefördert.

Die Zulassungszahlen für vollelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride steigen seit Jahren an. Im Jahr 2012 lag der Anteil der Elektrofahrzeuge noch bei 0,2 Prozent inzwischen ist er auf acht Prozent gestiegen. An den Neuzulassungen machen die beiden Antriebsarten bereits rund ein Drittel aus. Ein Grund dafür ist der ständige Ausbau der Ladeinfrastruktur. Mit 1.086 öffentlich zugänglichen Ladepunkten nimmt Stuttgart einen Spitzenplatz in Deutschland ein. Neue Ladesäulen kommen laufend dazu.

Zudem bietet die Stadt Förderprogramme wie die „Solaroffensive“ und das neue Programm „privates Laden“ sowie eine kostenlose Erstberatung an. Dadurch wird die private Ladeinfrastruktur gefördert und der Umstieg auf die Elektromobilität unterstützt.

Hinweise zum Anwohnerparken und das Online-Antragsverfahren für Bewohnerparkausweise: https://www.stuttgart.de/leben/mobilitaet/auto/parkraummanagement/


Katastrophenschutzübung am Krankenhaus Leonberg

Positives Fazit – alle wesentlichen Abläufe haben gut funktioniert

Kreis Böblingen.| Am vergangenen Samstag hatte am Krankenhaus Leonberg eine Katastrophenschutzübung stattgefunden. Ziel war, das Konzept einer abgesetzten Sichtungsstelle zu testen, sowie die Systematiken eines „Patientenverteilungsplans“ und „Transport-Ticket-Systems“. Dabei werden bis zu 200 Patienten mit verschiedenen Verletzungsmustern geeigneten Krankenhäusern zugewiesen, um lebensnotwendige Zeit zu sparen und dennoch einen Überblick über die Verteilung der Patienten zu erhalten.

An der Übung beteiligten sich rd. 100 Helferinnen und Helfer als Patientendarsteller bzw. im Rahmen der Versorgung dieser. Sie kamen aus den Reihen des Deutschen Roten Kreuzes und des Malteser-Hilfsdiensts. Beobachtet wurde die Übung durch die Polizei, den Klinikverbund Südwest sowie durch eine Gruppe der Leitenden Notärzte.

Die Aufgabe war, die Statisten mit ihren jeweils dargestellten Verletzungen in den Fahrzeugen zu versorgen und an die Sichtungsstelle außerhalb des Krankenhauses zu transportieren. Nach Sichtung durch einen Arzt erfolgte dort die Zuweisung zu einem Transportziel. Fünf Patienten, darunter zwei Schwerverletzte, wurden direkt dem Krankenhaus Leonberg zugewiesen und teilweise durch das Schockraum-Team in Leonberg versorgt. Andere wurden virtuell zu den Transportzielen gefahren, teilweise weit außerhalb des Landkreis Böblingen. Nach eineinhalb Stunden waren alle Patienten einem Transportziel zugewiesen und die Übung damit beendet.

Das Fazit der Übung fiel sehr positiv aus. Alle wesentlichen Abläufe haben aus Sicht der Übungsleitung funktioniert. Im weiteren Verlauf der Auswertung werden noch detailliert Erkenntnisse erarbeitet, um sie künftig umzusetzen. Allen Beteiligten an der Übung gilt ein Dankeschön für die großartige Zusammenarbeit mit der Stabsstelle Bevölkerungsschutz und Feuerwehrwesen des Landratsamts Böblingen.


SG BBM bringt den HBW nahe an die erste Saisonniederlage

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von Bernhard Gaus

Die SG BBM Bietigheim ringt Zweitliga-Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten im Württemberg-Derby ein 24:24 (11:11)-Unentschieden ab und hadert am Ende doch mit dem Spielausgang. Vier Minuten vor dem Abpfiff hatten die Jungs von Iker Romero noch mit 24:21 Toren geführt.

Der siebte Feldspieler rettet dem HBW Balingen-Weilstetten vor 2019 Zuschauern in der Bietigheimer EgeTrans Arena am Mittwochabend einen Punkt. Nach der letzten Auszeit beim Stand von 23:19 zieht HBW-Coach Jens Bürkle diese taktische Variante und bringt damit Bietigheims Hintermannschaft, die in den zehn Minuten zuvor Beton angerührt und mit einem 6:1-Lauf das Spiel gedreht hatte, ganz schön aus dem Konzept. Während die SG BBM in den letzten sechs Minuten nur noch einmal trifft, kann der HBW punktgenau den Rückstand aufholen. Tobias Heinzelmann wirft in Überzahl 30 Sekunden vor dem Ende zum 24:24-Endstand ins leere Tor.

 

Eine Szene, die auch noch weit nach dem Schlusspfiff die Gemüter beim Tabellensechsten in Wallung bringen sollte. Die Unparteiischen ließen zuvor eine Abwehraktion gegen Juan de la Peña ungeahndet. „In den letzten 4 Minuten wird praktische jede Aktion gegen uns gepfiffen“, beklagte sich SG BBM-Coach Iker Romero.

Auch für HBW-Cheftrainer Jens Bürkle war der Spielausgang glücklich. „Eigentlich ist Bietigheim beim 23:19 schon vorentscheidend weg. Wir retten mit dem siebten Mann noch einen Punkt.“ Aber der 42-Jährige weiß auch um die mentale Stärke seiner Mannschaft in der Crunchtime, die dem Spitzenreiter in dieser Saison schon einige Punkte beschert hatte und auch in Bietigheim zündete.

Zuvor sahen die Handballfans in Bietigheim, darunter 120 mitgereiste Gästeanhänger, eine ausgeglichene Partie. Der HBW musste die Ausfälle von Filip Vistorop und Guilherme Linhares de Souza kompensieren. Von Beginn an entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, vor der Pause mit leichten Vorteilen für den abgeklärter agierenden Tabellenführer. „Beide Mannschaften waren taktisch gut vorbereitet“, stellte Romero fest, „nach der ersten Halbzeit waren wir glücklich mit dem 11:11“. Bei der SG BBM glänzte Torsteher Fredrik Genz mit sieben abgewehrten Bällen im ersten Abschnitt, während Torwartparaden beim HBW erst nach der Einwechselung von Mario Ruminsky ein Faktor werden sollten. Eine 7:9-Führung des HBW gleicht Bietigheim zum 11:11-Pausenstand aus. „Wir hätten in der ersten Halbzeit deutlicher führen können“, sagt Bürkle.

Hart umkämpft bleibt die Partie auch nach dem Wechsel. Balingen-Weilstetten gelingt es nicht, entscheidend wegzuziehen. Die SG BBM gleicht erneut einen 14:16-Rückstand zum 18:18 aus. Während beim HBW Jona Schoch die meisten Tore macht, treffen für die SG BBM in dieser Phase Christian Schäfer und Kapitän Paco Barthe. „Nach dem 18:19 war ein Bruch in unserem Spiel“, stellt Bürkle fest. „Die Chance auf 2 davonzuziehen, nimmt uns Genz mit einer Parade weg, wir bringen vier freie Bälle nicht im Tor unter.“ Das war die stärkste Phase der kämpferisch jederzeit am Limit agierenden Hausherren. Am Ende war es auch die eine oder andere ausgelassene Wurfchance zuviel gegen den starken HBW-Keeper Ruminsky oder die wenig glücklichen Abwehraktionen in numerischer Unterzahl, die in der Schlussphase das Spiel noch einmal kippen ließen.

„Ich bin stolz auf meine Jungs“, zieht auch Romero am Ende ein positives Fazit. „Sie haben wirklich gekämpft wie die Löwen.“ Einen kleinen Seitenhieb konnte sich der Spanier aber auch mit Blick auf die nächste Partie am Samstag beim Tabellenzweiten nicht verkneifen. „Wir haben heute gelernt, dass wir auch bei N-Lübbecke keinen Bonus bekommen werden.“

SG BBM Bietigheim: Poltrum, Genz; Vlahovic (1), Claus, Öhler, Wolf (4), Schäfer (6/2), de la Peña (3), Wiederstein (2), Velz, Barthe (4), Hejny, Brenner, Pfeifer (3), Fischer (1).

HBW Balingen-Weilstetten: Sejr, Ruminsky; Huber (4), Ingason (5), Gretarsson (2/1), Danner (2), Beciri, Hildenbrand, Schoch (6), Schüler, Fügel, Wente, Saueressig (3), Volz (1/1), Heinzelmann (1).
Spielverlauf: 4:4 (11.), 7:9 (22.), 11:11 (29.), 14:14 (37.), 14:16 (39.), 18:18 (44.), 23:19 (54.), 24:22 (57.), 24:24 (60.).
Zeitstrafen: Wiederstein (10.), Wolf (13.), Barthe (17., 50.), Vlahovic (26.), Claus (58.) – Ingason(5., 45.), Heinzelmann (19., 53.), Schoch (28., 37.)
Siebenmeter: 2/3 – 2/3
Schiedsrichter: Marvin Cesnik / Jonas Konrad (DHB Bundesligakader)
Zuschauer: 2019 (EgeTrans Arena, Bietigheim)