„Fahrender Supermarkt“ kommt nach Stuttgart

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BONUS‐Verkaufswagen startet als Pilotprojekt in acht Stadtteilen

Stuttgart.| Neue Wege der Nahversorgung: Am 7. November 2023 startet in acht Stuttgarter Stadtteilen, in denen es an Einkaufsmöglichkeiten mangelt, das BONUS‐Markt‐Mobil, ein Lebensmittelverkaufswagen des gleichnamigen Unternehmens. Der „fahrende Supermarkt“ wird frische Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs anbieten.

Das Team Wirtschaftskoordination Stadtteilzentren der Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt Stuttgart hat das Pilotprojekt gemeinsam mit der Firma BONUS gGmbH initiiert und setzt große Hoffnung in diesen neuartigen Ansatz in der Nahversorgung.

Dr. Iris Gebauer, Wirtschaftskoordinatorin Stadtteilzentren, erklärt: „Der Verkaufswagen wird in erster Linie in nicht versorgten oder unterversorgten Stadtteilen oder Quartieren eingesetzt, um die Nahversorgungsstrukturen in diesen Gebieten zu verbessern. Insbesondere für ältere und mobilitätseingeschränkte Bürgerinnen und Bürger kann dieses neue, mobile Versorgungsangebot zur Unabhängigkeit im Alltag und damit zur Steigerung der Lebensqualität beitragen.“

Starten wird das BONUS‐Markt‐Mobil in Stuttgart mit zwei Touren, eine am Dienstag und eine am Donnerstag. Bei jeder Tour werden vier Standorte angefahren, so dass in dieser ersten Testphase insgesamt acht Standorte jeweils einmal pro Woche bedient werden können. Der Verkaufswagen wird in den einzelnen Stadtteilen jeweils auf einem zentral gelegenen Platz halten und eine Stunde lang wie ein normaler Lebensmittelmarkt seine Türen öffnen.

Karsten Fischer, Geschäftsleiter der BONUS gGmbH, erläutert das Konzept: „Unser Verkaufswagen bietet auf einer Fläche von nur 15 Quadratmetern eine breite Palette von etwa 550 Produkten an. Das Sortiment reicht von Getränken über Wurst und Käse, frisches Obst und Gemüse, bis hin zu Gewürzen und Drogerieprodukten. Per Vorbestellung können die Kundinnen und Kunden darüber hinaus aus dem gesamten BONUS‐Sortiment wählen, mit Ausnahme von Tiefkühlwaren. Vorbestellte Produkte bringt der Verkaufswagen dann bei seiner nächsten Tour mit.“

Mit dem Verkaufswagenkonzept geht das Team Wirtschaftskoordination Stadtteilzentren neue Wege in der Nahversorgung in Stuttgart. Ziel ist es, die Nahversorgungsstrukturen in den Stadtbezirken weiter zu verbessern. „An Standorten, wo keine geeigneten Flächen für einen stationären Lebensmittelmarkt verfügbar sind oder ein Markt dauerhaft nicht wirtschaftlich betrieben werden kann, kann ein mobiles Konzept wie das BONUS‐Markt‐Mobil eine sinnvolle Alternative sein“, sagt Elias Henrich, Wirtschaftskoordinator Stadtteilzentren.

Dr. Iris Gebauer ergänzt: „Unsere Mission ist es, die lokale Wirtschaft zu fördern und gleichzeitig die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt zu verbessern. Der Lebensmittelverkaufswagen ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie diese beiden Ziele miteinander vereint werden können. Gerne unterstützen wir als Stadt die Firma BONUS gGmbH beim ‚Roll‐out‘ dieses neuartigen Konzepts in Stuttgart.“

Das Pilotprojekt wird von der Landeshauptstadt Stuttgart mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Nahversorgung konkret“ unterstützt. Die Stadt ermutigt die Bürgerinnen und Bürger, von diesem neuen Angebot Gebrauch zu machen und damit das Pilotprojekt zu unterstützen. Sollte sich das Konzept bewähren und von den Stuttgarterinnen und Stuttgartern gut angenommen werden, könnte der Verkaufswagen schon bald auch durch weitere Stadtteile touren, so die Wirtschaftsförderung.

Verkaufszeiten BONUS‐Markt‐Mobil

Jeden Dienstag (ab 7. November 2023):

  • 9−10 Uhr: Feuerbach (Lemberg/Föhrich)
    • Kyffhäuserstraße 59 (Kirche St. Monika)
  • 11−12 Uhr: Zazenhausen‐Ost
    • Pleibelstraße 2 (Nazariuskirche)
  • 13−14 Uhr: Stammheim‐Süd
    • Hornemannweg 10 (Gemeindehaus Arche)
  • 15−16 Uhr: Zazenhausen‐West
    • Herzkirschenweg 1 (Quartiersplatz)

Jeden Donnerstag (ab 9. November 2023):

  • 9−10 Uhr: Untertürkheim‐Wallmer
    • Ecke Dietbachstraße/Mäulenstraße (Gehweg)
  • 11−12 Uhr: Plieningen/Birkach (Steckfeld)
    • Osumstraße 57 (Kirchengemeinde)
  • 13−14 Uhr: Vaihingen‐Rosental
    • Krehlstraße 60 (Pestalozzischule)
  • 15−16 Uhr: Vaihingen‐Dachswald
    • Barchetstraße 14 (Dachswaldkirche)

Das Unternehmen BONUS gGmbH

BONUS steht für Berufliche Orientierung, Nachbarschaftsmärkte und Service und ist ein gemeinnütziges Konzept zur Sicherung der Nahversorgung. Die BONUS gGmbH ist eine hundertprozentige Tochter der sbr – gemeinnützige Gesellschaft für Schulung und berufliche Reintegration mbH und wurde Ende 2004 speziell für den Handel gegründet. Ziel der BONUS gGmbH ist die individuelle Arbeitsmarktintegration von Benachteiligten am Arbeitsmarkt durch Beschäftigung und Qualifizierung im Handel sowie die Sicherung der fußläufigen Nahversorgung von Ortschaften, Gemeinden, Städten und Stadtteilen. Das Konzept der BONUS‐Märkte beinhaltet eine sinnvolle Verknüpfung zwischen einer auf spezifische Zielgruppen ausdifferenzierten, lokalen Arbeitsförderung und einer öffentlichen Bedarfslage wie der Wiederherstellung von Nahversorgungsstrukturen.Die BONUS gGmbH betreibt über 20 Lebensmittelmärkte in Baden‐Württemberg und Bayern, davon acht Märkte in Stuttgart. Zuletzt hatte BONUS mit Unterstützung der Stadt Stuttgart im Juli dieses Jahres den ersten „BONUS‐Markt light“ auf einer Kleinstfläche im Stuttgarter Stadtteil Mönchfeld eröffnet.

Das Förderprogramm „Nahversorgung konkret“

Mit dem städtischen Förderprogramm „Nahversorgung konkret“ setzen sich die Abteilung Wirtschaftsförderung und das Amt für Stadtplanung und Wohnen gemeinsam für die Stärkung der Nahversorgungsstrukturen in nicht versorgten, unterversorgten und in ihrer Versorgung gefährdeten Stadtteilen oder Quartieren ein. Für den großflächigen Lebensmitteleinzelhandel sind dies oft nicht‐rentable Standorte. Der Fokus des Förderprogramms liegt auf der Bestandssicherung und Neuansiedlung kleinflächiger, alternativer Versorgungsangebote sowie der Stärkung der Arbeitsmarkt‐ oder SGB‐geförderten Lebensmittelmärkte (CAP und BONUS). Die Mittel werden genutzt, um die Nahversorgung durch gezielte Investitionen in die Ladeninfrastruktur sowie individuelle Beratungsangebote zu sichern und zu stärken.


Täterfestnahme nach GAA-Sprengung und Verfolgungsfahrt mit Unfallgeschehen

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Am 11. November 2023 kam es in Wiernsheim (Enzkreis) gegen 2 Uhr zu einer Geldautomatensprengung. Nach Tatvollendung flüchteten drei Tatverdächtige in einem dunkelblauen Volkswagen des Typs Golf 8R. Im Rahmen der Fahndungsmaßnahmen konnte das Fahrzeug gegen 2.40 Uhr im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Heilbronn lokalisiert werden. Den Anhaltesignalen wurde keine Folge geleistet und versucht sich der Festnahme durch Flucht zu entziehen. Beim Versuch an der Anschlussstelle Sinsheim-Steinsfurt auf die BAB 6 in Richtung Mannheim aufzufahren, rammte der Volkswagen einen Streifenwagen und fuhr dann in die entgegengesetzte Richtung auf die A6 in Fahrtrichtung Nürnberg auf. Das Fahrzeug konnte kurzfristig auf dem Rastplatz Bauernwald gestoppt werden. Hierbei gingen zwei Tatverdächtige zu Fuß flüchtig, konnten jedoch durch Kräfte des Polizeipräsidiums Heilbronn und Mannheim festgenommen werden. Der Fahrzeugführer konnte hierbei nicht festgesetzt werden und setzte seine Fahrt weiter in entgegengesetzter Fahrtrichtung in Richtung Untereisesheim fort. Kurz darauf kollidierte der Pkw in Höhe Heilbronn-Biberach frontal mit einem unbeteiligten Fahrzeug. Durch das Unfallgeschehen wurden die beiden Fahrzeuginsassen des Kleintransporters, ein 45-jähriger bzw. 47-jähriger Mann sowie der Fahrer des Volkswagens schwer verletzt.

Wegen des Frontalzusammenstoßes ist aktuell die BAB 6 zwischen Bad Rappenau und Heilbronn-Untereisesheim in beiden Fahrtrichtungen seit 3 Uhr nach wie vor in Richtung Mannheim gesperrt. Der Fahrer des mutmaßlichen Tatfahrzeuges erlitt ebenfalls schwere Verletzungen. Alle Unfallbeteiligten wurden zur weiteren medizinischen Versorgung in umliegende Krankenhäuser verbracht.

Im flüchtigen Tatfahrzeug konnte Sprengstoff festgestellt werden. Neben den hinzugezogenen Entschärfern des Landeskriminalamtes Baden-Württemberg (LKA BW) befindet sich die Tatortgruppe des LKA BW am Unfallort zur 3D-Tatortvermessenung. Der Entschärfungsdienst konnte bislang ein Sprengstoffpaket aus dem Fahrzeug bergen und entschärfen. Die Maßnahmen am Ereignisort sowie am stark unfallbeschädigten Tatfahrzeug dauern noch an.

In Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Karlsruhe – Außenstelle Pforzheim und den Polizeipräsidien Pforzheim und Heilbronn wurden die Ermittlungen durch das LKA BW übernommen. Die zwei zu Fuß geflüchteten 21-jährigen niederländischen Tatverdächtigen werden im Verlauf des Wochenendes dem Haftrichter vorgeführt. Bezüglich des schwer verletzten Fahrers ist die weitere Entwicklung seines Gesundheitszustandes abzuwarten.


Gesundheitsgefahren durch „Hot-Chip-Challenge“

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  • Extrem scharfer Tortilla-Chip kann gesundheitliche Probleme verursachen
  • Landratsamt Rems-Murr-Kreis klärt Verkäufer über Gefahren auf und führt Schwerpunktüberprüfungen durch

Waiblingen.| Aktuell tauchen in den sozialen Medien immer mehr Beiträge zur sogenannten „Hot-Chip-Challenge“ auf. Bei der Challenge handelt es sich um eine gefährliche Mutprobe, bei der sich junge Menschen dabei filmen lassen, wie sie einen extrem scharfen Tortilla-Chip essen. Der Verzehr hatte in den letzten Wochen vermehrt gesundheitliche Auswirkungen und Behandlungen in Krankenhäusern von Kindern und Jugendliche zur Folge.

Nachdem das baden-württembergische Verbraucherschutzministerium in diesem Zusammenhang eine Warnung ausgesprochen und die Lebensmittelüberwachungsbehörden aufgefordert hat, das Inverkehrbringen der Chips zu verbieten, reagiert der Rems-Murr-Kreises mit kreisweiten Kontrollen: „Unsere Lebensmittelkontrolleure haben in den letzten Tagen Schwerpunktüberprüfungen durchgeführt und die Verkäufer über dieses gefährliche Lebensmittel aufgeklärt. Wenn wir künftig entsprechende Waren finden, werden wir diese aus dem Verkehr nehmen und gegebenenfalls Verwaltungsverfahren einleiten. Wir informieren dann die für die Lieferanten in Deutschland zuständigen Behörden, damit dort weitere Maßnahmen ergriffen werden können,“ erläutert Verbraucherschutzdezernent Gerd Holzwarth. „Überwiegend bestand aber bei den Kontrollen Einsicht bei den Anbietern und die Chips wurden sofort aus dem Laden genommen,“ stellt Holzwarth erleichtert fest.

Obwohl im Rems-Murr-Kreis noch keine Fälle in den Kliniken bekannt sind, ist das Risiko, durch den Verzehr der extrem scharfen Chips gesundheitliche Probleme zu bekommen, nicht nur für Kinder und Jugendliche gegeben. Eine Behandlung im Krankenhaus ist aber vor allem für Kinder erforderlich. Daher sollten Eltern ihre Kinder auf die Gefahren dieser Mutprobe hinweisen und vom Verzehr dieser Produkte abhalten.

Die Sachverständigen der Chemischen und Veterinäruntersuchungsämter (CVUA) beurteilen die bisher untersuchten Proben als gesundheitsschädlich. Nicht nur im Rems-Murr-Kreis, auch in ganz Deutschland kam es zu Rückrufen und zu Verkaufsverboten. Die anderen EU-Mitgliedstaaten wurden im „Europäischen Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel“ (RASFF) über die Beurteilungen und Maßnahmen in Deutschland informiert.

Im Veterinäramt und Lebensmittelüberwachung sind Tierärztinnen und Tierärzte sowie Lebensmittelkontrolleurinnen und Lebensmittelkontrolleure ständig im Einsatz, um die Sicherheit der Verbraucher beim Kauf und Verzehr von Lebensmitteln zu gewährleisten. Das Kontrollteam nimmt regelmäßig Proben bei Erzeugern, Verarbeitern, Vertreibern und Gaststätten und schaut sich genau die hygienischen Bedingungen in allen Verarbeitungsstufen der Lebensmittel an. Damit Verbraucherinnen und Verbraucher auch auf den bald beginnenden Weihnachtsmärkten im Rems-Murr-Kreis die angebotenen Waren sorgenfrei genießen können, werden auch dort Schwerpunktkontrollen durchgeführt.


Fördermittel nicht ungenutzt lassen

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Wenn die letzten Monate des Jahres angebrochen sind, stellt sich für Verbraucherinnen und Verbraucher stets die Frage, ob sie alle Zuschüsse und Förderungen ausgeschöpft haben, die ihnen für die eigene Vorsorge und den Vermögensaufbau zustehen. Die Wüstenrot Bausparkasse rät, bestehende Fördertöpfe vor dem Jahresschluss noch zu nutzen.

So steht Bürgerinnen und Bürgern bereits ab dem 16. Lebensjahr zum Aufbau von Eigenkapital für späteres Wohneigentum eine staatliche Förderung zu – die Wohnungsbauprämie. Gefördert wird hier eine jährliche Sparleistung von bis zu 700 Euro bei Alleinstehenden und maximal 1.400 Euro bei Verheirateten sowie eingetragenen Lebenspartnern, die auf einen Bausparvertrag einbezahlt wird. Für die Wohnungsbauprämie von bis zu 10 Prozent gelten Einkommensgrenzen: Anspruch haben alle, deren zu versteuerndes Einkommen bei Alleinstehenden unter 35.000 Euro, bei Ehepaaren sowie eingetragenen Lebenspartnerinnen und -partnern bei nicht mehr als 70.000 Euro liegt.

Auch Arbeitgeberin oder Arbeitgeber fördern – je nach geltendem Tarifvertrag – eventuell die Vermögensbildung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bis zu 40 Euro vermögenswirksame Leistungen können Beschäftigte auf diesem Weg pro Monat erhalten. Zudem steht ihnen bei einem zu versteuernden Einkommen von maximal 17.900 Euro bei Alleinstehenden und 35.800 Euro bei Verheirateten die Arbeitnehmer-Sparzulage zu. Der Staat legt hier bis zu 9 Prozent auf vermögenswirksame Leistungen drauf, die beispielsweise in einen Bausparvertrag fließen können – jährlich beträgt diese Förderung maximal 43 Euro für Alleinstehende oder 86 Euro für Verheiratete oder eingetragene Lebenspartnerinnen und -partner. Arbeitnehmersparzulage und Wohnungsbauprämie werden im Übrigen unabhängig voneinander beantragt und gewährt: Personen, deren zu versteuerndes Einkommen über den Einkommensgrenzen der Arbeitnehmersparzulage liegt, können trotzdem die Wohnungsbauprämie beantragen, sofern hier die Einkommensgrenzen nicht überschritten werden.

Um die Umsetzung des Wunsches nach eigenen vier Wänden über die bestehenden Maßnahmen hinaus weiter zu fördern, gewährt die öffentliche Hand seit 2008 auch die staatlich geförderte Eigenheimrente – besser geläufig als „Wohn-Riester“. Sie dient entweder zum Aufbau von Eigenkapital für den späteren Erwerb von Haus oder Wohnung oder für eine schnellere Tilgung eines bestehenden Wohndarlehens. Ab 2024 können Wohn-Riester-Mittel auch zur energetischen Sanierung von selbst genutztem Wohneigentum eingesetzt werden.

Wer frühzeitig mit dem Sparen beginnen will – oder von Eltern, Großeltern oder Paten herangeführt wird – für den lohnt sich der Abschluss eines Jugend-Bausparvertrags. Bei Wüstenrot gibt es hierbei für junge Menschen unter 25 Jahren einen Jugendbonus von bis zu 200 Euro. Hinzu kommt, dass junge Bausparerinnen und Bausparer – ohne Nachweis einer Verwendung für Wohnungsbau, -erwerb oder -modernisierung – nach Ablauf einer siebenjährigen Bindungsfrist über die Verwendung der in den Bausparvertrag eventuell eingeflossenen Wohnungsbauprämie einmalig frei entscheiden können.

Nähere Informationen rund um die staatliche Förderung und das Bausparen bietet Wüstenrot auf seiner Internetseite sowie über eine Vielzahl von Beraterinnen und Beratern in ganz Deutschland.


Ludwigsburg verliert zuhause gegen Potsdam

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Keine Punkte im zweiten Heimspiel. Die Wasserballer des SVL haben die Bundesligapartie am Samstag im Sportbad NeckarPark gegen die Orcas aus Potsdam knapp verloren. Beim Schlusspfiff steht 12:13.

Der Sechste gegen den Fünften. Die Partie des SV Ludwigsburg gegen den OSC Potsdam verspricht spannend zu werden. Das sagt der Sprecher am Samstagnachmittag im Sportbad Stuttgart wenige Minuten vor dem Anpfiff. Und er wird Recht behalten. Das Spiel wird bis wenige Sekunden vor dem Ende spannend bleiben – und ein unglückliches Ende nehmen für die Heimmannschaft.

Laute Musik schallt aus den Boxen am Beckenrand. Und dann ist es 16 Uhr. Der Anpfiff. Das erste Anschwimmen gewinnt Ludwigsburg. Das ist immer gut, nicht zuletzt für die Moral der Truppe. Der erste Angriff, kein Tor. Ein Distanzschuss geht vorbei am Kasten. Aber im zweiten Anlauf, Tor SVL durch Zoran Bozic. Das 1:0. Gute Abwehrarbeit SVL, der nächste Angriff. Distanzschuss Sergio Prieto Hernandez, Parade des OSC-Keepers. Im Gegenzug eine Topparade des Ludwigsburger Torwarts Max Vernet Schweimer. Nach fünf Minuten der Ausgleich zum 1:1. Ein bis dato ausgeglichenes Spiel. Dann ein platzierter Schuss zum 2:1, wieder durch Zoran Bozic. Aber quasi im Gegenzug das 2:2. Foul SVL, Strafwurf für Potsdam – zu einem ungünstigen Zeitpunkt für Ludwigsburg, nur noch eine Minute in diesem Viertel. Verwandelt zum 2:3. Die erste Führung für die Gäste vom OSC. Foul Potsdam, Strafwurf für Ludwigsburg. Verwandelt durch den SVL-Kapitän Nino Blazevic. 3:3. Der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel ist ganz zufrieden mit dem ersten Viertel, „ist okay“, sagt er am Beckenrand.

Das zweite Viertel. Wieder Ballgewinn für Ludwigsburg. Ein Treffer aus einem super spitzen Winkel, erneut Zoran, er macht das 4:3, sein bereits drittes Tor. Überzahl SVL, eine schöne Kombination und Treffer SVL. Timotej Filo erzielt das 5:3. Auf der anderen Seite auch ein schöner Spielzug, der Anschlusstreffer zum 5:4. Es bleibt spannend. Tobias Bauer mit einem Heber aus der Distanz zum 6:4. Großartige Abwehrarbeit SVL, Ludwigsburg ist jetzt richtig gut im Spiel. Der OSC macht in dieser Phase der Partie zu wenige aus seinen Chancen, und der SVL-Keeper ist gut drauf. Die nächste Parade von Max. Doch dann fällt das 6:5 für Potsdam. Distanzschuss Nino, der Treffer zum 7:5. Super verteidigt, Konter SVL. Unterzahl SVL, Auszeit OSC. Und der neuerliche Anschlusstreffer zum 7:6. Der Halbzeitpfiff.

Das Anschwimmen Nummer drei geht erneut an Ludwigsburg. Ein verunglückter Schuss geht indes weit am Tor des OSC vorbei. Auch vor dem SVL-Tor zunächst nichts Zählbares. Angriff SVL, Parade. Angriff OSC, ein schöner Heber geht ins Ludwigsburger Tor, der Ausgleich zum 7:7. Überzahl SVL, Auszeit SVL. Schöne Kombination, abgeblockt. Foul SVL, Strafwurf OSC, Treffer. Führung für die Gäste. 7:8. Ein schlechter Start für Ludwigsburg in die zweite Hälfte. Foul SVL, Strafwurf OSC – der nächste Treffer zum 7:9. Timo macht den wichtigen Anschlusstreffer zum 8:9. Konter SVL, Foul OSC, Strafwurf SVL – Timo verwandelt zum 9:9. Alles wieder offen. Ludwigsburg spielt mit Moral, leistet jetzt gute Abwehrarbeit, ist oft schnell vorm OSC-Tor. Aber keine weiteren Treffer für Ludwigsburg, sondern das 9:10. Ein blödes Tor, Max hatte den Ball eigentlich schon pariert, der landet dann doch noch hinter der Linie. Diese Szene ist s ymptomatisch für die zweite Hälfte des Viertels und auch den Rest der Partie. Ludwigsburg hat Pech. Im Gegenzug fällt aber das 10:10 durch den Ludwigsburger Jugendnationalspieler Tobias Bauer. Wenige Sekunden vor dem Ende des Viertels aber das 10:11.

Die letzten acht Minuten. Potsdam am Ball. Unterzahl SVL, trotzdem gut verteidigt. Gute Chance für den SVL, vertan. Der Versuch eines Hebers in das SVL-Tor scheitert. Und die nächste Chance für Ludwigsburg vertan. Angriff Orcas. Foul SVL, Fünfmeter, Parade Max. Der Keeper hält sein Team im Spiel. Der nächste Strafwurf für den OSC, vergeben. Hektik im Becken und am Beckenrand. Sergio muss wegen Meckerns auf die Tribüne. Später wird er sagen: „Ein Spiel verloren, dass wir hätten gewinnen müssen.“ Ein Lattentreffer für den SVL. Wieder Pech. Unterzahl, Treffer OSC zum 10:12. Nur noch drei Minuten auf der Uhr. Jetzt müssen Treffer her. Überzahl SVL, aber weiter keine Tore für Ludwigsburg. Eineinhalb Minuten vor Schluss der Anschlusstreffer zum 11:12 – wieder Zoran Bozic. Top Parade Max. Überzahl und Auszeit SVL. Der Ausgleich durch Andrei Covaci. 12:12. Noch 45 Sekunden. Unterzahl SVL, Au szeit Orcas – und der Treffer des OSC zum Endstand 12:13.

Die Spieler steigen aus dem Becken. Die Männer aus Potsdam mit einem Grinsen im Gesicht, die Spieler des SVL dagegen sind konsterniert. So hatten sie sich diese Partie nicht vorgestellt. Ein Sieg im zweiten Heimspiel war eigentlich fest eingeplant gewesen. Die Ludwigsburg Zuschauer verlassen das Bad, Roland „Lucky“ Glück, ein ehemaliger SVL-Spieler, sagt beim Rausgehen, die Wasserballer müssten aus seiner Sicht das Überzahlspiel besser trainieren. Der Ludwigsburger Trainer Raul de la Pena ruft sein Team zusammen, mit hängenden Köpfen hören sie was der Coach zu sagen hat: Viel zu viele Angriffe verloren, Ludwigsburg habe es dem OSC zu einfach gemacht.

Wenig später ruft der SVL-Kapitän seinem Team zu: „Wir müssen zurück in unseren Modus!“ So wie in diesem Spiel dürfe die Saison keinesfalls weiter gehen. Zwei fest eingeplante Punkte fehlen! „Wir müssen wieder gewinnen, bitte!“ Die gezeigte Leistung sei nicht akzeptabel. Potsdam habe den Sieg mehr gewollt, „das ist sehr schmerzhaft“, dieses Spiel werde Ludwigsburg nachhängen, „denn jetzt müssen wir jedes Spiel gewinnen – wir stehen unter Druck“, so Nino Blazevic.

Viele Spieler gehen schnell in Richtung Duschen. Guram Kutchuashvili steht noch am Beckenrand, gefragt nach einer Erklärung für die Niederlage sagt er sinngemäß: sein Team habe zu viele Herausstellungen bekommen. Zu Recht oder zu Unrecht? Darüber will er nicht spekulieren. Klar sein aber: „Wir haben zu viele Fehler gemacht.“ Tobias Bauer antwortet zunächst nur mit einem Wort: „Verloren.“ Dann sagt er noch: „Schlecht gespielt, Mund abwischen, weiter machen.“ Am Sonntag haben die Spieler frei, gleich am Montag wird wieder trainiert.

Matthias Nagel sagt, das Team habe nicht so schlecht gespielt, aber viele Chancen nicht genutzt. Erfreulich sei, dass die beiden Neuzugänge Zoran und Max tolle Leistungen gezeigt hätten. Aber klar ist, dass der Club nicht mehr voll im Plan ist. Punkte gegen die Orcas, die man im Vorbereitungsturnier in Potsdam noch geschlagen hatte, seien eingeplant gewann. Der Vize ist sicher: Ludwigsburg holt in den nächsten zwei Auswärtsspielen in Krefeld und in Neukölln dann eben die Punkte.

Der beste SVL-Mann dieses gebrauchten Ludwigsburger Spätnachmittags im Sportbad, Zoran Bozic, sagt im Interview: „Wir hatten das Spiel unter Kontrolle.“ Leider nur bis zur Halbzeit. Dann seien zu viele Chancen liegen gelassen worden. Womöglich seien die unerfahrenen Spieler „zu aufgeregt“ gewesen. Was tun? Schnelle Antwort: „Trainieren.“ Der zweite Torwart, Josip Katusa, der verletzungsbedingt nicht spielen konnte, spricht mit Blick auf den Leistungsabfall nach der Halbzeit von einem „schwarzen Loch“. Jetzt gelte es, Vollgas zu geben. Gleich am nächsten Samstag beim SV Krefeld.


Zahl der Härtefalleingaben geht leicht zurück

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Der 17. Tätigkeitsbericht der Härtefallkommission Baden-Württemberg zeigt, dass die Zahl der Härtefalleingaben im Jahr 2022 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen ist. Die Kommission entscheidet über humanitär schwierige Sonderfälle, für die das Ausländerrecht keine befriedigende Lösung anbietet.

Das Ministerium der Justiz und für Migration Baden-Württemberg hat am 2. November 2023 den 17. Tätigkeitsbericht der Härtefallkommission des Landes Baden-Württemberg für das Jahr 2022 (PDF) veröffentlicht.

Die Härtefallkommission entscheidet auf der Grundlage der gesetzlich geregelten Härtefallregelung über humanitär schwierige Sonderfälle, für die das Ausländerrecht keine befriedigende Lösung anbietet. Für die Annahme eines Härtefalls müssen dringende humanitäre oder persönliche Gründe vorliegen, die die weitere Anwesenheit des Ausländers im Bundesgebiet rechtfertigen.

Härtefalleingaben leicht zurückgegangen

Im Jahr 2022 sind die Neueingänge mit 417 Eingaben nur leicht zurückgegangen. Im Jahr 2021 waren 450 Härtefalleingaben bei der Geschäftsstelle der Kommission eingegangen. Die Härtefallkommission hat 2022 hinsichtlich 503 Eingaben eine Entscheidung getroffen, wobei ein Teil davon bereits in den Vorjahren eingereicht worden war. In 295 dieser Fälle wurde eine Befassung aus zwingenden rechtlichen Gründen abgelehnt. Dabei wurden 62 Prozent dieser sogenannten Nichtbefassungsentscheidungen getroffen, weil die Eingabesteller während des Härtefallverfahrens ein anderweitiges Bleiberecht erhalten haben. Über 208 Eingaben hat die Härtefallkommission abschließend beraten und dabei alle für und gegen eine Aufenthaltsgewährung sprechenden Gründe in einer Gesamtschau abgewogen. In 125 der beratenen Fälle hat sich die Kommission für ein Härtefallersuchen an die oberste Ausländerbehörde entschieden.

Die Umsetzungsquote betrug im Berichtszeitraum 75 Prozent. Sie drückt aus, welcher Anteil der Ersuchen von der obersten Ausländerbehörde durch Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach Paragraph 23a Aufenthaltsgesetz (AufenthG) oder in anderer Weise umgesetzt werden. Damit lag sie etwas unter dem sehr hohen Wert des Vorjahres (88 Prozent) und auf einem ähnlichen Niveau wie im Jahr 2020, als die Quote 76 Prozent betragen hatte. In diesen Fällen endet das Härtefallverfahren für die Betroffenen mit einer positiven Entscheidung, weil ihnen ein Bleiberecht für einen Aufenthalt im Bundesgebiet gewährt wird. Die Entwicklung der Umsetzungsquote erklärt sich vor dem Hintergrund der dynamischen Entwicklung des Aufenthaltsrechts in den letzten Jahren, die zu einer kontinuierlichen Ausweitung vorrangiger Bleiberechte für gut integrierte Personen geführt hat.

Anzahl an Anträgen von Familien gestiegen

Wie bereits in den Vorjahren wurde der weit überwiegende Teil der Eingaben für Einzelpersonen gestellt. Bei insgesamt absinkenden Eingabezahlen ist die Anzahl an Anträgen von Familien angestiegen. Dieser Anteil lag bei 13 Prozent des Gesamtaufkommens. Die Mehrheit der Anträge betrifft alleinreisende Männer, die überwiegend aus afrikanischen Ländern, insbesondere aus Gambia und Nigeria, eingereist sind.

Das am stärksten vertretene Herkunftsland im Berichtszeitraum war – wie auch in den vergangenen Jahren – Gambia mit 89 Eingabestellern. Weitere stark vertretene Herkunftsländer waren Nigeria (56 Eingaben), Kamerun (39) Iran (27) und Pakistan (23).

Der sich bereits Ende 2022 abzeichnende Trend sinkender Eingangszahlen hat sich bislang auch im Jahr 2023 fortgesetzt. Im ersten Halbjahr 2023 wurden 105 Härtefalleingaben gestellt. Dies entspricht einem Rückgang um 53 Prozent gegenüber dem entsprechenden Zeitraum des Berichtsjahres (erstes Halbjahr 2022: 227 Eingaben). Ein Hauptgrund für diese sinkende Tendenz dürfte die Einführung des Chancen-Aufenthaltsrechts nach Paragraphen 104c Aufenthaltsgesetz am 31. Dezember 2022 sein, da eine beachtliche Gruppe potentieller Eingabesteller vom Anwendungsbereich dieses neu geschaffenen Aufenthaltstitels erfasst ist und somit ein anderes, dem Härtefallverfahren vorgehendes Bleiberecht erhalten kann.


Vorläufige Prognose Anschlussunterbringung 2024 – Lage ist angespannt

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Landrat Bernhard: „Fluchtmigration muss begrenzt werden“

Böblingen.| Das Landratsamt Böblingen hat die Oberbürgermeister, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister in einem Schreiben über die Prognose zur kommunalen Anschlussunterbringung für nächstes Jahr informiert. Landrat Roland Bernhard erklärt: „Die Lage zur Aufnahme Geflüchteter im Landkreis Böblingen hat sich deutlich verschärft. Derzeit werden dem Kreis Böblingen monatlich rund 350 Personen zur Unterbringung zugewiesen. Je nach weiterem Verlauf ist  nicht auszuschließen, dass wir später auch wieder verstärkt auf Sporthallen zurückgreifen müssen. Unser Ziel ist aber, dies nach Möglichkeit zu vermeiden. Bereits jetzt nutzen wir zwei kreiseigene Sporthallen, deren Nutzung bereits enden hätte sollen, aber immer wieder verlängert werden musste. Auch für die Kommunen sind die hohen Zuweisungszahlen in der Anschlussunterbringung von Geflüchteten eine immense Herausforderung und ein Kraftakt. Nach der vorläufigen Prognose werden nächstes Jahr 1.900 Geflüchtete von der vorläufigen Unterbringung beim Landkreis in die kommunale Anschlussunterbringung wechseln. Weder auf Ebene des Kreises noch auf Ebene der Kommunen können wir dauerhaft die Aufnahme von Geflüchteten in dieser Größenordnung bewältigen. Gemäß den Forderungen der kommunalen Landesverbände muss die Fluchtmigration begrenzt werden. Meine Erwartung an den am Montag stattfindenden Flüchtlingsgipfel von Bundeskanzler und den Ländern ist, dass wirksame Maßnahmen, die vor Ort schnell entlasten, beschlossen und umgesetzt werden. Nur so kann die Versorgung der hier Schutz Suchenden weiter gelingen“.

Aktuell leben rund 11.500 Menschen im Landkreis, die vor Krieg oder politischer Verfolgung geflüchtet sind. Über 4.700 Menschen sind dabei aus der Ukraine. Monatlich rund 350 Personen werden dem Landkreis Böblingen zur Unterbringung zugewiesen. Hauptherkunftsländer sind die Ukraine mit 15 %, die Türkei mit 29 %, Länder mit guter Bleibeperspektive (Syrien, Afghanistan, Iran, Irak) mit 20 %, Georgien mit 9% und Mazedonien mit 8 %.

Soweit ukrainische Geflüchtete keinen eigenständigen Wohnraum nachweisen können, ist der Landkreis verpflichtet, für die Dauer von sechs Monaten Wohnraum in der vorläufigen Unterbringung bereit zu stellen. Danach erfolgt die Unterbringung in kommunaler Anschlussunterbringung der Städte und Gemeinden. Asylantragsteller sind in der Regel bis zum Abschluss des Asylverfahrens in der vorläufigen Unterbringung aufzunehmen. Diese endet jedoch spätestens nach einer maximalen Verweildauer von zwei Jahren. Danach werden die Personen ebenfalls den Städten und Gemeinden zur kommunalen Anschlussunterbringung zugewiesen. Die kommunale Anschlussunterbringung ist daher eine wichtige Säule bei der Aufnahme von Geflüchteten.

Aktuell betreibt der Landkreis Böblingen dezentral an 11 Standorten 26 Unterkünfte zur vorläufigen Unterbringung von Geflüchteten. Derzeit sind rund 1.900 Personen untergebracht. Zwei Objekte der vorläufigen Unterbringung sind Notunterkünfte in Form von Sporthallen an den Standorten Gottlieb- Daimler-Schule Sindelfingen und dem Berufsschulzentrum Leonberg.

Seitens des Bundes gibt es keine Prognose, wie sich die Zuweisungszahl von Geflüchteten an die Landkreise in den nächsten Monaten entwickeln wird. Landrat Bernhard erläutert: „Aufgrund eigener Einschätzungen müssen wir davon ausgehen, dass die hohen Zuweisungszahlen weiterhin auf einem hohen Niveau sein werden. Die Kapazitätsplanung des Landkreises ist derzeit in Prüfung und muss nochmals nach oben angepasst werden“.


Nach Verkehrsunfall Folgeschäden vermeiden

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Nach einem Verkehrsunfall kommt es immer wieder zu Folgeschäden, weil bestimmte Sicherungsmaßnahmen unterbleiben oder andere Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer nicht angemessen reagieren. Die Württembergische Versicherung, ein Unternehmen der W&W-Gruppe, weist auf einen vom Oberlandesgericht Brandenburg (12 U 218/22) entschiedenen Fall hin, bei dem sich mehrere Beteiligte nicht angemessen verhielten und daher für einen Folgeschaden anteilig einstehen mussten.

Auf einer Autobahn kam es bei Dunkelheit zu einem Auffahrunfall, in den mehrere Fahrzeuge verwickelt waren. Hinter den Unfallfahrzeugen, die nahezu alle drei Fahrspuren blockierten, kamen einige Fahrzeuge zum Stehen, bei denen die Warnblinklichter eingeschaltet waren. Der Verursacher des Unfalls stieg aus seinem auf der linken Fahrspur stehengebliebenen Auto ohne Warnweste aus und wollte sich neben dem rechten Standstreifen in Sicherheit bringen. Er wurde jedoch kurz vor Erreichen des Standstreifens von einem Fahrzeug erfasst, das mit einer Geschwindigkeit von über 50 km/h versucht hatte, an der ungesicherten Unfallstelle vorbeizufahren. In dem Gerichtsprozess ging es um die Frage, inwieweit der Fahrer für die Schäden des angefahrenen Mannes aufkommen muss.

Laut dem Urteil war dem Fahrer ein besonders grober Verkehrsverstoß anzulasten. Er hätte an der Unfallstelle allenfalls mit Schrittgeschwindigkeit vorbeifahren dürfen, da in solchen Situationen mit Fußgängern gerechnet werden müsse, die die Fahrbahn unvorsichtig überqueren. Aber auch den angefahrenen Mann traf eine Mitschuld an seinen Verletzungen. Dieser habe die Gefahrensituation herbeigeführt und leichtsinnig ohne Warnweste die Autobahn überquert. Dagegen rechnete das Gericht dem angefahrenen Mann nicht an, dass er versäumt hatte, die Unfallstelle zu sichern, da zwischenzeitlich bei den nachfolgenden Fahrzeugen die Warnblinklichter eingeschaltet waren. Damit war die Unfallstelle ausreichend erkennbar. Im Ergebnis entschied das Gericht, dass der Fahrer die Hälfte der Schäden tragen müsse, die der ausgestiegene angefahrene Mann erlitten hatte.


MAHLE Powertrain eröffnet Zentrum für Batterietechnologien in Stuttgart

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  • Ingenieurdienstleister unterstützt Batterieentwicklungen von Kunden: vom ersten Prototypen bis zur Kleinserienfertigung
  • Speziell auf Bedürfnisse europäischer Kunden ausgerichtet
  • Einrichtung ergänzt neues Fahrzeug- und Batterietechnologiezentrum in Northampton, Großbritannien

Stuttgart.| MAHLE Powertrain, spezialisierter Entwicklungsdienstleister des Automobilzulieferers MAHLE, hat in Stuttgart ein neues, hochmodernes Test- und Entwicklungszentrum für Batterietechnologien eröffnet. Es ist speziell auf die Bedürfnisse seiner europäischen Kunden ausgerichtet. Auf über 1.300 Quadratmetern deckt die Einrichtung alle Aspekte der Batterieentwicklung ab – von der Prototypenentwicklung bis zur Kleinserienproduktion. Das Anwendungsportfolio ist – vom E‑Bike bis zum Elektro-Lkw – breit gefächert. Der neue Stuttgarter Standort ergänzt das kürzlich eröffnete Fahrzeug- und Batterieentwicklungszentrum von MAHLE Powertrain in Northampton, Großbritannien.

“Wir freuen uns, die wachsende Nachfrage aus der Automobilindustrie jetzt mit einem weiteren Entwicklungszentrum in Stuttgart bedienen und uns damit verstärkt auf unsere europäischen Kunden fokussieren zu können”, sagt Simon Reader, Geschäftsführer von MAHLE Powertrain. “Die Einrichtung ist bereits voll funktionsfähig, und wir konnten schon eine Reihe von Projekten für unsere OEM-Partner erfolgreich abschließen. Sie ist so angelegt, dass mögliche künftige Erweiterungen problemlos umgesetzt werden können.“

Das Test- und Entwicklungszentrum umfasst eine voll ausgestattete Prototypenwerkstatt. Eine hochmoderne Dual-Roboter-Laserschweißanlage ermöglicht es den Ingenieuren, aktive Hochvolt-Batteriemodule zu bearbeiten.

Zudem kann MAHLE Powertrain hier Niedervolt- und Hochvolt-Batteriepacks bis zu 1200 V und 2000 A oder 550 kW testen. Zwei Klimakammern, die Temperaturen von 40 bis +90 °C darstellen können, ermöglichen umfängliche Alterungstests der Batterien, einschließlich Fahrzyklen unter den verschiedensten klimatischen Bedingungen. Sicherheit wird in der Anlage großgeschrieben: Selbstlöschende Werkbänke und Beregnungsanlagen gewährleisten höchste Standards.


Bietigheim unterliegt gegen Potsdam, bleibt aber an der Spitze

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von Bernhard Gaus

Das Spitzenspiel in der ausverkauften Bietigheimer Viadukthalle entscheidet der 1. VfL Potsdam in der Crunchtime mit 27:31 (16:16) Toren für sich. Weil auch der Tabellenzweite Hamm-Westfalen sein Spiel in Hagen verliert, geht die SG BBM als Tabellenführer in die Länderspielpause. Potsdam rückt am zehnten Spieltag bis auf einen Punkt an das Führungsduo der 2. Liga heran.

Das sind die Spiele, für die sich die Jungs täglich in der Halle quälen und die die Handballfans in ihren Bann ziehen. 60 Minuten lang arbeiten sich Bietigheim und Potsdam am Sonntag mit vollem Einsatz und hoher Qualität aneinander ab, am Ende entscheiden wenige Situationen über den Spielausgang. Sieben Minuten vor dem Ende war beim Stand von 25:25 noch kein Sieger auszumachen. Die höhere Fehlerzahl der SG BBM in der Crunchtime macht schließlich den Unterschied. Die junge Potsdamer Mannschaft spielt die Partie in der brodelnden Viadukthalle erstaunlich cool zu Ende, die Adler nutzen die Fehler der SG BBM eiskalt zur 25:29-Führung. Zwei Minuten vor dem Ende die Entscheidung.

„Das war unser bestes Spiel, seit ich hier Trainer bin“, ordnet Adler-Coach Bob Hanning die Leistung seiner Mannschaft ein. „Wir waren heute maximal fokussiert auf die Aufgabenstellung und waren am Maximum dessen, was möglich war.“ – „Uns hat in der zweiten Halbzeit die Kraft gefehlt, wir haben kein perfektes Spiel gemacht“, spricht Iker Romero die Belastung im dritten Spiel innerhalb einer Woche an. „Doch Respekt für das, was die Mannschaft bis hierher geleistet hat. Wir haben 16:4 Punkte und sind Tabellenführer“, so der Bietigheimer Cheftrainer.

Von der ersten Minute an ziehen beide Teams die Handballfans in der Viadukthalle in ihren Bann. Eine tolle Stimmung begleitet die kompletten 60 Minuten, in die zunächst Potsdam den besseren Start hat und mit 6:9 Toren führt. Bietigheim kommt nur selten in sein Tempospiel, Lasse Ludwig im Tor des VfL zeigt einige Paraden, Potsdam scheint das Torewerfen einfacher zu fallen als den Gastgebern. Doch Bietigheim kämpft sich wie so häufig ins Spiel, der starke Alexander Velz trifft in der 18. Minute zum 9:9-Ausgleich, und vier Minuten später bejubelt die Viadukthalle den 13:12-Führungstreffer von Christian Schäfer. Es sollte nicht das letzte Mal in diesem Spiel sein, dass die Führung wechselt. Potsdam liegt noch vor der Pause wieder vorn (14:15), das 16:16 zur Pause ein fast logisch erscheinender Zwischenstand zwischen zwei Teams auf Augenhöhe.

Mehr als eine Ein-Tore-Führung sollte für die Schwaben and diesem Sonntagabend nicht drin sein. Die Möglichkeiten zu erhöhen wären für Bietigheim vor allem kurz nach der Pause da gewesen, doch VfL-Torsteher Ludwig pariert zwei Siebenmeter gegen Christian Schäfer und Tom Wolf. Das letzte Mal legt Schäfer zum 23:22 vor (47.). Bietigheim stellt genau wie Potsdam eine starke Defensive. Der eingewechselte Filip Baranasic hat mit zehn abgewehrten Würfen im zweiten Abschnitt maßgeblichen Anteil daran. Die Abpraller landen am Sonntag aber zu häufig bei den Gästen – auch eine Qualität, die für das große Engagement der Adler von Bob Hanning spricht.

„Wir machen heute einfach zu viele Fehler, kommen nicht in unser Tempospiel“, klagt Dominik Claus mit Blick auf die Crunchtime, neben Schäfer und Velz mit jeweils fünf Toren erfolgreichster Werfer für die SG BBM. Nach einer Riesenparade von Baranasic gegen den heranstürmenden Moritz Sauter nimmt Iker Romero beim Stand von 25:27 seine letzte Auszeit. Doch Bietigheim findet seine Konzentration nicht wieder, produziert technische Fehler, die Potsdam in den letzten Minuten nicht unterlaufen. Potsdams Josip Simic und Max Beneke treffen zwei Minuten vor dem Ende zum entscheidenden 25:29.

SG BBM Bietigheim: Baranasic, Genz; Vlahovic (1), Michalski, Claus (5), Wolf (3), Schäfer (5/4), de la Peña (3), Wiederstein (1), Velz (5), Barthe, Hejny, Bader, Pfeifer, Kaulitz, Fischer (4).

1.VfL Potsdam: Ludwig, Ferjan; Hansson (1), Simic (6), Beneke (10/5), Kofler (3), Thiele, Nowak, Grüner, Akakpo (1), Orlov (2), Gorpishin, Roosna (2), Fuhrmann (1), Sauter (5), Katic.

Zeitstrafen: Hejny (9.), Barthe (16.), Schäfer (54.) – Beneke (21.), Hansson (29.), Simic (46.), Orlov (50.)
Siebenmeter: 4/6 – 5/5
Spielverlauf: 2:5 (8.), 6:9 (15.), 9:9 (18.), 13:12 (22.), 16:16 (29.) – 18:19 (37.), 22:21 (47.), 25:25 (53.), 25:29 (58.), 27:31 (60.)
Schiedsrichter: Sophia Janz / Rosana Sug (DHB Bundesligakader)
Zuschauer: 1038 ausverkauft (Viadukthalle, Bietigheim)