Gefahr schnell gebannt
Stuttgart.| In Stuttgart-Nord ist am Morgen auf einer Baustelle eine 250 Kilo schwere Weltkriegsbombe mit beschädigtem Langzeitzünder entdeckt worden. Sie konnte bereits gegen Mittag entschärft werden. Rund 1400 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen. Mehr als 380 Einsatzkräfte waren beteiligt. Verkehrsprobleme blieben aus.
Bei Arbeiten auf einer Baustelle im Stadtbezirk Stuttgart-Nord ist heute, 08.Mai 2026, Vormittag eine nicht explodierte Weltkriegsbombe entdeckt worden. Die Entschärfung des 250 Kilo schweren Sprengkörpers mit chemischem Langzeitzünder musste aus Sicherheitsgründen so schnell wie möglich erfolgen. Der Zünder war bei den Tiefbauarbeiten mechanisch beschädigt worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg im Regierungspräsidium Stuttgart konnte den Blindgänger kurz nach 13 Uhr unschädlich machen.
Durch die schnelle Reaktion und die routinierte Zusammenarbeit von KMBD, Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen mit dem Amt für öffentliche Ordnung der Stadtverwaltung war die Gefahrenlage innerhalb weniger Stunden beseitigt. Dass die Ausnahmesituation so schnell vorüberging, war auch der guten Kooperation der Anwohnerinnen und Anwohner zu verdanken.
Sperrzone für 1400 Personen
Um Gefährdungen für Leib, Leben und Gesundheit zu vermeiden, hatte das Amt für öffentliche Ordnung eilends eine Sperrzone eingerichtet. Durch den benötigten Sicherheitsradius von mindestens 250 Metern um die Fundstelle in der Eduard-Pfeiffer-Straße war ein Bereich zu evakuieren, in dem 1400 Personen ansässig sind. Sie konnten bei Bedarf eine vom Bevölkerungsschutz dafür eingerichtete Notunterkunft in der Sporthalle des Hölderlingymnasiums aufsuchen. Für Anfragen von betroffenen Bürgerinnen und Bürgern hatte die Stadtverwaltung kurzfristig eine Hotline geschaltet. Dort konnten Betroffene mit Mobilitätseinschränkungen auch Hilfe bei der Evakuierung anfordern. Zusätzlich lief ein Live-Ticker auf der Internetseite der Feuerwehr Stuttgart mit aktuellen Informationen – auch die Social-Media-Kanäle von Feuerwehr, Stadt und Polizei berichteten über die Entwicklung der Lage.
Für die Evakuierung, die Sicherheit vor Ort und die Betreuung der Betroffenen sorgten 80 Polizeibeamte sowie mehr als 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten und Bevölkerungsschutz.
Zu größeren Verkehrsbeeinträchtigungen kam es nicht, da keine Durchgangsstraßen die Sperrzone queren. Die SSB musste wegen der Sperrung zeitweilig die Buslinie 43 umleiten. Die Gleise der Gäubahn verlaufen durch diese Zone. Wegen aktueller Instandhaltungsarbeiten war der Abschnitt innerhalb der Landeshauptstadt zwischen Hauptbahnhof und Vaihingen jedoch für den Zugverkehr ohnehin gesperrt.