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StartLebenRatgeberDer Arbeitsweg verlangt zum Jahresende besondere Aufmerksamkeit

Der Arbeitsweg verlangt zum Jahresende besondere Aufmerksamkeit

LebenRatgeberDer Arbeitsweg verlangt zum Jahresende besondere Aufmerksamkeit
  • Müdigkeit und Stress haben Auswirkungen am Steuer
  • Warnsignale ernst nehmen, im Zweifel Auto stehen lassen
  • AvD gibt Tipps für belastete Autofahrer

In den meisten Bundesländern ist nach den Herbstferien bereits wieder der Alltag im Berufsverkehr zurück. Wenn der Arbeitstag lang war, die To-do-Liste voll und der Kopf noch immer bei den Problemen des Tages ist, dann stellen uns volle Straßen vor einige Herausforderungen. Gerade jetzt, wenn es im Spätherbst und Winter früh dunkel wird, fällt es vielen Menschen schwer, auf dem Heimweg konzentriert zu bleiben. Müdigkeit, innere Anspannung und schlechte Sicht können die Fahrt zusätzlich belasten. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) rät deshalb, die eigene Fahrtüchtigkeit ehrlich einzuschätzen und sich nicht unter Druck zu setzen. Denn sicher anzukommen ist wichtiger, als möglichst schnell zu Hause zu sein.

Wie ernst das Risiko ist, zeigt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR): Bei einer Studie gaben 26 Prozent der repräsentativ befragten Pkw-Fahrer an, schon einmal am Steuer eingeschlafen zu sein. Zudem können laut DVR bis zu 25 Prozent aller Verkehrstoten auf Müdigkeitsunfälle zurückzuführen sein. Die tatsächliche Zahl ist schwer zu erfassen, da Übermüdung nicht immer als Unfallursache erkannt und nachgewiesen werden kann.

Was hilft und was droht?

Wer nach einem anstrengenden Tag fährt, sollte vor dem Start kurz innehalten und überlegen: Bin ich wirklich wach genug? Bin ich gedanklich noch bei der Arbeit oder emotional aufgewühlt? Bei Stress helfen einige Minuten Ruhe, tiefes Durchatmen und ein bewusster Abstand zu den Ereignissen des Tages. Grundsätzlich helfen regelmäßige Pausen, ausreichend Schlaf und eine vorausschauende Routenplanung, die allesamt eine sichere Fahrt unterstützen.

Gegen echte Müdigkeit helfen solche Maßnahmen allerdings nur begrenzt. Häufiges Gähnen, schwere Augenlider, Konzentrationsprobleme, übersehene Verkehrszeichen oder Erinnerungslücken an die letzten Kilometer sind deutliche Warnsignale. Dann sollte bei nächster sicherer Gelegenheit kurz angehalten werden. Bei großer Müdigkeit kann ein kurzer Schlaf von etwa 15 bis 20 Minuten helfen. Auch Kaffee kann hilfreich sein, aber meist nur kurzfristig und er ersetzt keinen Schlaf. Frische Luft, laute Musik oder ein geöffnetes Fenster machen Übermüdung nicht zuverlässig wett.

Wie gefährlich schon wenige Sekunden Unaufmerksamkeit sind, verdeutlicht eine Hochrechnung auf der Webseite des Bußgeldkatalogs. Demnach werden bei 120 km/h in fünf Sekunden bereits rund 160 Meter unkontrolliert zurückgelegt. Zudem drohen gemäß § 315c des Strafgesetzbuches (StGB) bei einer entsprechenden Gefährdung des Straßenverkehrs empfindliche Strafen wie Geldbuße, Verlust der Fahrerlaubnis oder gar Freiheitsstrafe. Wer bereits mit Sekundenschlaf kämpft, sollte deshalb nicht versuchen, die restliche Strecke noch irgendwie zu schaffen.

Auto im Zweifel stehenlassen

Ist die Erschöpfung ausgeprägt, die Konzentration deutlich eingeschränkt oder die innere Anspannung so groß, dass besonnenes Fahren schwerfällt, sollte das Auto stehen bleiben. Alternativen sind öffentliche Verkehrsmittel, ein Taxi oder eine Abholung durch vertraute Personen. Auch Alkohol oder andere berauschende Mittel sind keine Lösung, um Stress zu verdrängen. Darauf weist DEKRA in einem aktuellen Beitrag zu Arbeitsstress am Steuer hin.
Der AvD appelliert an alle Autofahrer, die eigenen Grenzen ernst zu nehmen. Erschöpfung nach einem fordernden Tag ist kein persönliches Versagen. Wer eine Pause einlegt oder eine Fahrt verschiebt, handelt verantwortungsvoll, und zwar sich selbst gegenüber und allen anderen Verkehrsteilnehmern.


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