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Stuttgart legt Klimastrategie 2026 vor

LokalesStuttgartStuttgart legt Klimastrategie 2026 vor
  • Treibhausgas-Emissionen seit 1990 um 55 Prozent reduziert
  • bis 2035 ist ein Minus von 85 Prozent möglich

Stuttgart.| Stuttgart hat seine gesamtstädtische Klimastrategie vorgestellt. Die Treibhausgas-Emissionen liegen 2024 bereits 55 Prozent unter dem Niveau von 1990. Bis 2035 soll eine Reduktion um 85 Prozent erreicht werden. Im Fokus stehen Strom, Wärme und Verkehr.

Die Verwaltung hat dem Ausschuss für Klima und Umwelt am Freitag, 10. Juli, einen Bericht zur gesamtstädtischen Klimastrategie vorgelegt. Das strategische Papier gibt einen Überblick über den aktuellen Stand auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035. Die Treibhausgas-Emissionen beliefen sich im Jahr 2024 nach derzeitigem Kenntnisstand auf 2,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente. Das ist ein Rückgang von 55 Prozent gegenüber dem Basisjahr 1990. Im Vergleich dazu: Bundesweit liegen die Emissionen 48 Prozent unter dem Niveau von 1990, in Baden-Württemberg beträgt die Reduktion 33 Prozent. Bis 2035 hält die Klimastrategie der Landeshauptstadt Stuttgart eine Minderung der Treibhausgas-Emissionen um insgesamt 85 Prozent gegenüber 1990 für realistisch. Um dies zu erreichen und gleichzeitig eine zukunftsfähige Energieversorgung für Stuttgart zu sichern, will sich die Landeshauptstadt auf sieben zentrale Handlungsfelder konzentrieren.

Beim Klimaschutz trägt Stuttgart eine doppelte Verantwortung: Zum einen geht es darum, Treibhausgas-Emissionen zu senken, weil die Stadt so einen Beitrag zur Umsetzung internationaler Abkommen zum Schutz des Klimas leistet. Außerdem ist es ganz im Sinne Stuttgarts, die Stadt mit erneuerbaren und sicheren Energien fit für die Zukunft zu machen. „Eine sichere, wirtschaftliche und saubere Energieversorgung liegt im ureigenen Interesse Stuttgarts“, betont Martin Körner, Leiter des Grundsatzreferats Klimaschutz, Mobilität und Wohnen bei der Landeshauptstadt. „Das gilt insbesondere für einen starken Industrie- und Wirtschaftsstandort. Mit der gesamtstädtischen Klimastrategie setzen wir klare Schwerpunkte in den Feldern, in denen wir selbst wirksam handeln und Verbesserungen aktiv vorantreiben können.“

Die Stadtverwaltung möchte mit der gesamtstädtischen Klimastrategie Transparenz schaffen und zeigen, wo bereits deutliche Fortschritte erzielt wurden. Gleichzeitig wird aber auch deutlich, in welchen Bereichen alle gemeinsam noch schneller vorankommen müssen. Klimaneutralität bis 2035 bleibt das ambitionierte Ziel, das nur gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft, Stadtverwaltung und Bürgerschaft zu erreichen ist, so die Verwaltung. Mit der Umsetzung der Klimastrategie leistet die Stadt zudem einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele von Land, Bund und Europäischer Union sowie zur Umsetzung von internationalen Abkommen.

Analyse der drei zentralen Sektoren Strom, Wärme und Verkehr

Die Strategie konzentriert sich auf die drei entscheidenden Sektoren Strom, Wärme und Verkehr. Für diese hat die Stadt die wichtigsten Einflussfaktoren (Klimaschutz-Treiber) zur Emissionsminderung benannt und Zielwerte für das Jahr 2035 definiert. Die aktuelle Analyse macht deutlich: Bei Fortführung der heutigen Entwicklung kann Stuttgart seine Emissionen bis 2035 voraussichtlich um rund 85 Prozent gegenüber 1990 reduzieren – bei Restemissionen von einer Million Tonnen CO2-Äquivalenten.

Beim Ausbau erneuerbarer Energien gibt es Fortschritte. Im Verkehrsbereich sorgen die zunehmende Elektromobilität und der Ausbau von öffentlichem Nahverkehr, Rad- und Fußverkehr für positive Entwicklungen. Die im Verkehrssektor im Jahr 2035 noch verbleibenden Restemissionen werden dann voraussichtlich schnell sinken. Im Bereich der Wärme reichen die bisherigen Fortschritte noch nicht aus, um die gesetzten Ziele rechtzeitig zu erreichen. Der Umbau der Wärmeversorgung, die energetische Sanierung von Gebäuden sowie die Umstellung auf Wärmepumpen wird länger dauern als erhofft, so die Einschätzung der städtischen Fachleute.

Die wichtigsten Einflussfaktoren im Stromsektor sind:

  • der Gesamt-Stromverbrauch,
  • der Ausbau der Photovoltaik-Leistung,
  • der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung außerhalb Stuttgarts durch Stuttgarter Akteure,
  • die Entwicklung des Bundesstrommix.

Die wichtigsten Einflussfaktoren im Wärmesektor sind:

  • der Gesamt-Wärmeverbrauch,
  • die Anzahl der installierten Wärmepumpen,
  • der Ausbau und die Verdichtung klimaneutraler Fernwärme sowie
  • neue klimaneutrale Wärmenetze.

Die wichtigsten Einflussfaktoren im Verkehrssektor sind:

  • klimaneutral fahrende Fahrzeuge,
  • die Entwicklung des „Modal Splits“ der Verkehrsmittelanteile.

 Fokus auf sieben zentrale Handlungsfelder

Nicht auf alle der genannten Treiber hat die Landeshauptstadt Stuttgart einen relevanten Einfluss. Deshalb konzentriert sie sich auf sieben zentrale Handlungsfelder, in denen sie Steuerungswirkung entfalten kann. Dazu gehören die Weiterentwicklung der Stadtwerke Stuttgart, die Aktivierung der Stadtgesellschaft, klimaneutrale städtische Liegenschaften, der Ausbau von Nah- und Fernwärme, eine Strategie für Negativ-Emissionen, die Nutzung regulatorischer Spielräume sowie der weitere Ausbau der Mobilitätsinfrastruktur.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Umsetzung. Die Stadtverwaltung empfiehlt unter anderem eine strategische Neuausrichtung der Stadtwerke Stuttgart, den Ausbau von Beratungsangeboten für Bürgerinnen und Bürger sowie eine Beschleunigung von Genehmigungs- und Förderverfahren.

In den nächsten Monaten und Jahren sind weitere wichtige Schritte geplant, um die Klimastrategie voranzubringen: Bis zur Sommerpause soll das weitere Vorgehen zur Konzessionsvergabe für das Wärmenetz geklärt werden. Zum Jahreswechsel 2026/27 sind Aktualisierungen zentraler Strategiepapiere sowie die Fertigstellung der Stuttgarter Negativ-Emissionsstrategie vorgesehen. In der ersten Jahreshälfte 2027 wird die Fortschreibung der kommunalen Wärmeplanung abgeschlossen.

Monitoring und transparente Darstellung wichtiger Kennzahlen

Das Programm-Management Klimaschutz koordiniert die Umsetzung der Klimastrategie in Zusammenarbeit mit den Referaten und Fachämtern der Stadt. Die Klimastrategie der Landeshauptstadt wird künftig jährlich fortgeschrieben und in aktualisierter Form dem Gemeinderat vorgelegt. Ergänzend veröffentlicht die Landeshauptstadt Stuttgart auf ihrer Internetseite einen digitalen Klima-Monitor. Dieser stellt die Entwicklung wichtiger Kennzahlen mittels anschaulicher Grafiken transparent dar. Der Klima-Monitor ist zu finden unter: https://www.stuttgart.de/klima-monitor


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