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StartSportSVL schlägt Potsdam und holt Platz fünf 

SVL schlägt Potsdam und holt Platz fünf 

SportSVL schlägt Potsdam und holt Platz fünf 

Die SVL-Wasserballer haben am Samstagabend zuhause im Freibad Hoheneck den OSC Potsdam knapp mit 8:7 geschlagen und sind damit Fünfter. Ludwigsburg hat sich damit erneut für den Euro-Cup qualifiziert.

Was für ein Abend für das erste echte Heimspiel der SVL-Bundesligawasserballer! Die Sonne lacht vom Himmel, die Stimmung bei den Zuschauern ist bestens. Bis dato wurde immer im Sportbad Stuttgart gespielt, jetzt, endlich, im Freibad Hoheneck.

In ein paar Minuten wird die Partie gegen den OSC Potsdam, in der es um Platz fünf geht, angepfiffen. Die Orcas sind ein junges, ehrgeiziges Team. Auch wenn Ludwigsburg favorisiert ist, gewonnen ist hier noch gar nichts. Adrijan Jakovcev springt mal wieder als SVL-Trainer ein, weil Marko Curic nach wie vor wegen einer Roten Karte gesperrt ist. „Feuerwehrmann Adrian“, sagt er und lacht.

Das Spiel könnte das letzte in dieser Besetzung werden, ruft er den Wasserballern zu, die alle schwarz-gelb tragen – also: haut rein. Wenn die Partie gewonnen wird, ist die Saison beendet und Platz fünf wäre erreicht. Sollte der SVL allerdings verlieren, dann würde gleich am Sonntag ein drittes, dann entscheidendes Spiel stattfinden. Das erste von maximal drei Spielen gegen die Orcas hat Ludwigsburg vor einer Woche souverän für sich entscheiden können.

Der Anpfiff. Das erste Anschwimmen holt Domagoj Mijatovic für den SVL. Erster Angriff, aber kein Tor. Auch im Gegenangriff, kein Tor. Bald ein Aufsetzer vom Kapitän Nino Blazevic, knapp am Tor vorbei. Dann ein Lattentreffer der Orcas. Angriff SVL, Tor, Nino Blazevic bringt Ludwigsburg in Führung. 1:0. Unterzahl SVL. Der nächste Lattentreffer, Glück für Ludwigsburg. Ein blöder Ballverlust, Angriff Potsdam, der Ausgleich. 1:1. Und gleich der nächste Treffer für die Orcas. 1:2. Überzahl SVL, ein toller Treffer durch Vitor Pavicic Capucho, der Ausgleich zum 2:2. Aber im Gegenzug fällt sofort das 2:3 für Potsdam. Die SVL-Abwehr hat Probleme. Unterzahl SVL. Und das 2:4. Ein Viertel weitgehend zum Vergessen für Ludwigsburg, vorne zu viele vergebene Chancen, hinten wackelt die Abwehr.

Das zweite Viertel. Wieder holt der SVL den Ball. Aber wieder kein Tor. Angriff Orcas, der SVL-Keeper Josip Katusa verhindert das nächste Gegentor. Dann – endlich – das 3:4 durch Guram Kutchuashvili. Ludwigsburg ist dran. Unterzahl SVL. Auszeit OSC. Viele Fehlschüsse auf beiden Seiten. Auszeit SVL. Vitor Pavicic Capucho fasst sich ein Herz, ein knallharter Schuss aus der zweiten Reihe, Treffer. Der Ausgleich zum 4:4. Halbzeit.

Auch das dritte Anschwimmen geht an Ludwigsburg. Angriff, top Parade des Orca-Torwarts. Auch auf der anderen Seite: eine super Parade von Josip Katusa. Domagoj Mijatovic bringt Ludwigsburg in Führung. Ein tolles Abstauber-Tor. 5:4. Angriff Orcas, toll verteidigt von Nino Blacevic. Nächster Angriff Potsdam, Parade Josip Katusa. Foul SVL, Strafwurf, verschossen. Die Latte rettet Ludwigsburg. Weiter 5:4. Und wieder Josip Katusa, der SVL-Torwart pflückt den Ball aus der Luft.

Und das vierte Anschwimmen, wieder vom SVL gewonnen. Aber keine Torausbeute. Unterzahl Ludwigsburg und der erneute Ausgleich. 5:5. Es bleibt spannend. Dann schlägt erneut Vitor Pavicic Capucho zu, ein Distanzschuss zum 6:5. Was für ein Tor! Foul OSC, Strafwurf, der SVL-Kapitän haut den Ball rein ins Tor der Orcas, 7:5. Zwei Tore vorne, aber im Gegenzug fällt das 7:6. Unterzahl SVL. Angriff Orcas, gut verteidigt, noch gut zwei Minuten, Vitor Pavicic Capucho macht seinen vierten Treffer zum 8:6. Reicht das? Abwarten. Auszeit Orcas. Unterzahl SVL. Der OSC macht das 8:7, aber zu spät. Es ist nur noch eine Sekunde ist auf der Uhr. Der Abpfiff.

Der knappe Kommentar von Volker Heyn: „Na also.“ Platz fünf bedeutet die Qualifikation für den Euro-Cup im Herbst. „Das Minimalziel ist erreicht“, sagt der SVL-Präsident. Eigentlich war zu Beginn der Saison Platz vier als Ziel ausgerufen worden, und es hieß: wenn alles glatt läuft, dann sei womöglich sogar Platz drei drinnen. Manches lief aber nicht rund, immer wieder waren zu viele SVL-Spieler verletzt oder krank. Und dann war da auch noch die Trennung vom Trainer Marko Martinic in der Winterpause. Im Januar hat Marco Curic übernommen und der Mannschaft zu mehr Stabilität verholfen.

Ludwigsburg hatte vor ein paar Wochen das Spiel um Platz drei im DSV-Pokal unerwartet und ziemlich deutlich gegen den OSC Potsdam verloren. Jetzt die Revanche, sagt ein zufriedener SVL-Betreuer Dieter Gscheidle. Während der Minuten nach dem Abpfiff denken die Spieler sicherlich nicht an diese bittere Niederlage im Pokal.

Sie lassen sich von den Fans feiern und kommen zusammen für das Siegerfoto. Zu sehen sind viele strahlende Gesichter und in den Himmel ausgestreckte Arme. Der SVL-Nationalspieler Tobias Bauer grinst und sagt: „Wir haben gemacht, was wir mussten.“ Und der Kapitän Nino Blazevic erklärt knapp: „Der Job ist erledigt – und wir sind auch erledigt.“ Das Team habe wieder Ausfälle kompensieren müssen, Jure Bozan und Jakov Skiljic – zwei ganz wichtige Spieler – sind verletzt. Nino Blazevic gratuliert „dem jungen Team aus Potsdam“ zu Platz sechs. Für den SVL sei es toll, dass die Saison mit einen Sieg ende.

Marko Curic steht ein bisschen abseits. Der Trainer, der seine Mannschaft an diesem Tag nicht coachen durfte, sagt, er sei sehr zufrieden – mit diesem Sieg gegen den OSC und mit dem Verlauf der Saison. Der SVL habe im Pokal die Runde der letzten vier erreicht und jetzt die Quali für Europa geschafft. Viel mehr sei nicht drinnen gewesen, aber klar, „wir sind traurig, dass wir im Pokal die Medaille verpasst haben“. Schnee von gestern.

Der Interimstrainer Adrijan Jakovcev sagt, bei diesem Spiel gegen Potsdam habe die Mannschaft Charakter gezeigt – das sei gut für die kommenden Partien in der neuen Saison und auch ganz allgemein für die Zukunft jedes einzelnen Spielers. Josip Katusa sagt, was vermutlich alle denken: „Gottseidank müssen wir am Sonntag nicht nochmal spielen.“ Dieter Gscheidle spricht von einem „erwartet engen Spiel gegen Potsdam – mit einem versöhnlichen Ende“.

Und dann wird am Beckenrand ein bisschen gefeiert – mit Bier, Grillwurst und Steaks. Der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel verabschiedet zwei Wasserballer, die im nächsten Jahr nicht mehr für den SVL antreten werden: Mikael Metodiev – er ist seit zwei Jahren in Ludwigsburg – wechselt nach Italien in die Erste Liga zu Palermo.

Und der zweite Torwart Ivan Pisk tritt zurück, er war sechs Jahre lang beim SVL, vier Jahre lang die Nummer eins im Tor und drei Jahre lang der Kapitän. Ivan spricht von „einer schönen Zeit“. Er sei traurig und froh zugleich, sagt er. Fortan gar kein Sport mehr? Nein, antwortet Ivan, das sei für ihn keine Option. Er werde Rad fahren, schwimmen, ins Fitnessstudio gehen. Nie mehr Wasserball spielen? „Die nächste Saison jedenfalls nicht.“ Er könne sich aber vorstellen, danach in der zweiten oder dritten Mannschaft zu spielen. Bei den nächsten SVL-Partien in der Bundesliga werde er aber ganz bestimmt immer mal wieder dabei sein – als Zuschauer, als Helfer oder als Betreuer.


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