Foto: © Deutsche Bahn AG

Stuttgart.| Der künftige Stuttgarter Hauptbahnhof nimmt zusehends Gestalt an: Unter den Augen des Architekten Christoph Ingenhoven hat die Deutsche Bahn am Samstag, 27. Juni 2020, erfolgreich die zehnte von 28 Kelchstützen betoniert. Die einzigartige Dachkonstruktion wird später das sichtbare Herzstück von Stuttgart 21, die Bahnsteighalle des künftigen Durchgangsbahnhofs, überspannen.

„Mit Fertigstellung der zehnten Kelchstütze zeigt der Bahnhof mehr und mehr von der Schönheit seiner Konstruktion. Die elegante Form der Kelchstützen lässt die spektakuläre Atmosphäre der Bahnhofshalle, den dynamischen, frei fließenden Raum, sichtbar werden. Ich bin sehr gespannt darauf, wie die demnächst betonierten Verbindungsflächen zwischen den Kelchstützen einen ersten gesamthaften Raumeindruck der Bahnhofshalle ermöglichen werden“, sagte Christoph Ingenhoven.

Um etwa 5.30 Uhr am Samstagmorgen floss erstmals Beton in die Schalung. Über zwei Pumpen gelangten innerhalb von sechseinhalb Stunden rund 660 Kubikmeter Beton in die Kelchstützenform. Die am Samstag betonierte, etwa sechs Meter hohe Kelchblüte ruht auf dem ebenso hohen Kelchfuß, der bereits vor einigen Monaten gefertigt worden war.

Die sogenannte Hutze für die Einfassung der markanten Lichtaugen wird planmäßig später betoniert. Die Betonage des nächsten Kelchs findet voraussichtlich in wenigen Monaten statt.

Zahlen und Daten zum Bau der Kelchstützen:
Höhe eines Kelchfußes: sechs Meter
Höhe eines gesamten Kelchs: bis zu zwölf Meter
Durchmesser eines Kelchs: rund 32 Meter
Bewehrungsstahl pro Kelchstütze: bis zu 30.000 einzeln vermessene Streben
Betonmenge Kelchfuß: rund 35 Kubikmeter
Betonmenge Kelchblüte: zwischen 500 und 800 Kubikmeter
Geschalte Fläche: circa 1000 Quadratmeter

Der Bau des künftigen Stuttgarter Hauptbahnhofs nahm im Jahr 1997 im Rahmen eines Realisierungswettbewerbs seinen Anfang. Das 32-köpfige Preisgericht wählte damals aus 126 eingereichten Vorschlägen einstimmig den Entwurf des Büros ingenhoven architects.