Bildrechte: Flickr Limecrime Mini-cards! Ariel Grimm CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Zahlreiche Romane und TV-Serien wie „Sherlock“ oder „Profiler“ inszenieren außerordentlich begabte Personen als Detektive, die mehr sehen als andere Menschen und deren Gehirn scheinbar Zusammenhänge anders verarbeitet. Aber existieren Menschen mit paranormalen Fähigkeiten wie Gedankenübertragung und Hellsehen auch im echten Leben? Kürzlich haben Psychologen aus Freiburg im Breisgau eine Studie veröffentlicht, die genau darauf hindeutet.

Remote Viewing: Parapsychologische Fernwahrnehmungs-Experimente
Einen Blick in die Zukunft werfen – wer würde das nicht gerne können? Es gibt immer wieder Berichte über Menschen, die angeblich Geschehnisse in der Ferne richtig vorhersagen können. Dazu nutzen sie mitunter die Technik des „Remote Viewings“, zu Deutsch Fernwahrnehmung: Die sogenannten „Viewer“ (Seher) versuchen durch ihre außersinnlichen Fähigkeiten, Objekte und Vorgänge wahrzunehmen, die ein normaler Mensch mit seinen fünf Sinnen nicht erfassen kann. Nach einem Experiment des Psychologen Dr. Marc Wittmann vom Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene (IGPP) in Freiburg glauben Wissenschaftler nun, neue Belege dafür gefunden zu haben. Dazu führten sie mit 36 zufällig ausgewählte Probanden eine Ganzfeld-Stimulation durch. Das Ziel war dabei, das Nervensystem der Studienteilnehmer von äußeren Reizen abzuschotten, sodass sich das Gehirn mit sich selbst beschäftigt und Signale sowie Botschaften aus dem eigenen Unterbewusstsein hervorholt. Anschließend sollten die Probanden sechs Fotos in verschlossenen Briefumschlägen beschreiben und Skizzen davon anfertigen. Die Übereinstimmungs-Quote von 72,2 Prozent ist den Forschern zufolge mehr als Zufall. Sie erhoffen mit weiteren Studien auf „übernatürlichem“ Wege Informationen über Orte, Menschen oder Sachverhalte zu erhalten. Die Studienergebnisse sind in diesem PDF-Dokument einzusehen.

Software „Precobs“: Züricher Kriminalisten sehen Einbrüche voraus
Wer Steven Spielbergs „Minority Report“ gesehen hat, fühlt sich bei dem Namen der Software „Precobs“ (Pre Crime Observation System) eindeutig an die Hellseher aus dem Blockbuster erinnert. Allerdings basiert das PC-Programm vielmehr auf Algorithmen, die Polizisten in Zürich Aufschluss darüber geben, in welchem Radius auf einem digitalen Stadtplan die Wahrscheinlichkeit für Einbrüche am höchsten ist. In Zürich ist die Anzahl der Fälle seitdem um 14 Prozent zurückgegangen – in den Gebieten, die „Precobs“ beobachtet, sind es sogar 30 Prozent.

Mentalmagie: Kombination aus Trick, Intuition und Übung
Hilfsmittel wie eine Software, Geräte zur Ganzfeld-Stimulation und Methoden aus der Psychologie spielen im Bereich der Paranormalität also eine bedeutende Rolle. So nutzen auch sogenannte Mentalmagier, die bei ihren Zaubershows die Gedanken ihrer Zuschauer lesen, bestimmte Tricks. Was den professionellen Hellsehern von Questico Tarotkarten, Pendel oder Kristallkugeln, sind Christoph Kuch und Nicolai Friedrich sogenannte Swamis wie Daumenschreiber und Boonwriter. Was mysteriös klingt, sind in diesem Fall schlicht ein Zettel und ein Stift, der am Finger befestigt wird, um die Vorhersage der Testperson im Moment des Aufdeckens unauffällig zu notieren. Je geschickter sie sich dabei anstellen, desto leichter lassen sich die Zuschauer hinters Licht zu führen. Es braucht also neben Fingerfertigkeit also auch eine Menge Übung und Menschenkenntnis. Wie genau es funktioniert, verraten die meisten Zauberkünstler jedoch nicht – Berufsgeheimnis.

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