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StartAktuellNächtlicher Drohnenflug über dem Fernwärme-Verbundnetz

Nächtlicher Drohnenflug über dem Fernwärme-Verbundnetz

AktuellNächtlicher Drohnenflug über dem Fernwärme-Verbundnetz

Ludwigsburg.| Manch nächtlicher Spaziergänger in Ludwigsburg mag sich Anfang Februar verwundert die Augen gerieben haben: Die Firma DronEye aus Rheda-Wiedenbrück war mit zwei Drohnen über den Straßen von Ludwigsburg unterwegs. Was auf den ersten Blick vielleicht nach Science-Fiction aussah, hat jedoch einen klaren technischen Hintergrund: Die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) hatten Wärmebildaufnahmen des Ludwigsburger Fernwärme-Verbundnetzes in Auftrag gegeben, die auch Auskunft über mögliche Leckagen geben.

„Die Befliegung fand zu nachtschlafender Zeit zwischen null und fünf Uhr statt – zum einen gibt es da weniger störende Wärmeherde als tagsüber, zum anderen greift man dann nur minimal ins Stadtleben ein“, erläutert Bernd Tröscher aus der für den Betrieb von Wärmenetzen zuständigen Abteilung der SWLB. Bei einer Flughöhe von etwa 50 Metern hätte die Aktion am Tag sicherlich trotz Abstimmung mit dem örtlichen Polizeipräsidium für Aufsehen gesorgt. Da die gemachten Aufnahmen ausschließlich aus Infrarotbildern bestehen und keine klassischen Kamerabilder erstellt wurden, sind auf den Wärmebildern weder Personen noch andere datenschutzrelevante Informationen erkennbar.

Während der Befliegung, die laut DronEye ohne besondere Vorkommnisse verlief, wurden über 20.000 radiometrische Wärmebilder aufgenommen und anschließend mit einer speziellen Software zu einem sogenannten thermografischen Orthofoto zusammengefügt – wodurch eine durchgehende, georeferenzierte Temperaturkarte des gesamten beflogenen Gebiets entstand. Bei einer Auflösung, bei der jedes Pixel der Bildgebung fünf Zentimetern des Ludwigsburger Straßenpflasters entspricht, sind auf den Bildern alle Leitungen des Fernwärme-Verbundnetzes gut zu erkennen. Zum Vergleich: Bei klassischen Thermografieflügen mit Flugzeugen liegt die Auflösung meist nur bei 25 bis 50 Zentimetern pro Pixel.

Außerdem ist der Einsatz von Drohnen leise und umweltfreundlich: Während Flugzeuge schnell mehrere hundert Liter Kerosin verbrauchen, benötigen die Drohnen für den gesamten Einsatz nur wenige Kilowattstunden Strom. Hinzu kommt, dass Drohneneinsätze bezüglich des Wetters flexibler sind, da kein wolkenfreier Himmel erforderlich ist. Lediglich niedrige Außentemperaturen – idealerweise unter etwa fünf Grad Celsius – sind vorteilhaft, damit sich die Fernwärmeleitungen im Wärmebild gut von ihrem kälteren Umfeld abheben.

Wir verfügen jetzt über eine Bestandsaufnahme unseres Netzes, die wir gegebenenfalls mit zukünftigen Aufnahmen vergleichen können. Außerdem haben wir durch die Drohnen auch wertvolle Hinweise auf Undichtigkeiten erhalten“, bilanziert Tröscher. Die Aufnahmen zeigen acht Auffälligkeiten, die es nun zu bewerten gilt: Zunächst prüft die SWLB, ob sie nicht von schlecht gedämmten Einbauten im Erdreich oder anderen Wärmequellen herrühren. Anschließend muss entschieden werden, wo Grabungen zur Beseitigung vermuteter Undichtigkeiten stattfinden sollen.


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