Ludwigsburg.| Die Stadt Ludwigsburg hat rund um das Areal der Hauptfeuerwache ihren bislang größten Photovoltaikanlagen-Komplex in Betrieb genommen. Die Anlagen befinden sich auf dem Flachdach der Feuerwehr, dem Satteldach eines Gebäudes der Technischen Dienste Ludwigsburg (TDL) für den Bereich Grünpflege sowie einer neuen Containerbedachung auf dem Hof der Feuerwehr. Allein die neue Photovoltaik-Anlage auf dem Satteldach des TDL-Gebäudes hat eine Leistung von 197 Kilowattpeak (kWp). Sie ist damit auch die größte Einzelanlage der Stadtverwaltung.
Die drei Anlagen zusammen haben eine Leistung von 295 Kilowatt-Peak (kWp). Sie bestehen aus 659 Modulen, die pro Jahr etwa 300.000 Kilowattstunden Strom produzieren. Genug, um circa 80 Vier-Personen-Haushalte zu versorgen. Der erzeugte Strom wird zuerst direkt auf dem Areal für die Feuerwehr und die TDL genutzt. In diesem Sommer wird ein Batteriespeicher installiert, in den die Stromüberschüsse zum großen Teil zwischengepuffert werden. Der Batteriespeicher wird zu 90 Prozent durch Fördermittel des Umweltministeriums Baden-Württemberg aus dem Wettbewerb „Auf dem Weg zur Klimaneutralität“ finanziert.
Die Stadt spart – durch eingesparte Stromkosten und Einspeisevergütungen für den überschüssigen Strom – mit den drei Photovoltaik-Anlagen jährlich rund 70.000 Euro. Die Investition von rund 500.000 Euro amortisiert sich also voraussichtlich in rund sieben Jahren. Bei einer geplanten Laufzeit von 30 Jahren werden die Anlagen etwa neun Millionen Kilowattstunden treibhausgasneutralen Strom erzeugen.
Insgesamt befinden sich auf den Dachflächen der städtischen Gebäude aktuell 52 Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.911 kWp – davon sind 35 Anlagen im Eigentum der Stadt Ludwigsburg. Im Jahr 2025 gingen insgesamt vier neue Photovoltaik-Anlagen der Stadtverwaltung in Betrieb: auf der Kugelberghalle, der Gemeinschaftsschule Innenstadt, der Kindertageseinrichtung Charlottenkrippe sowie des Mehrgenerationenhauses Grünbühl-Sonnenberg.
Im Laufe des Jahres 2026 ist die Inbetriebnahme fünf weiterer Anlagen geplant: auf dem sanierten Dach der Doppelsporthalle am Bildungszentrum West, dem Neubau der Oststadthalle, der Innenstadtsporthalle in der Karlstraße, dem zu sanierenden Hauptdach der Eichendorffschule sowie auf dem Dach der Grundschule Oßweil. Im Jahr 2026 werden somit Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 800 kWp in Betrieb gehen. Außerdem hat die Stadt in diesem Jahr zwei bestehende Photovoltaik-Anlagen von privaten Investoren übernommen: auf der Schlösslesfeldschule sowie auf der Justinus-Kerner-Schule. Zusammen haben diese beiden eine Leistung von 39 kWp.
„Der Ausbau der Photovoltaik auf unseren städtischen Gebäuden ist ein zentraler Bestandteil unserer Energie- und Klimastrategie“, erläutert Baubürgermeisterin Andrea Schwarz. „Damit treiben wir die Energiewende kommunal konkret voran und profitieren gleichzeitig von einer auf lange Sicht unabhängigeren und wirtschaftlicheren Energieversorgung. Zwar setzt die aktuell angespannte Haushaltslage auch dem Photovoltaik-Ausbau Grenzen. Dennoch halten wir konsequent an diesem Kurs fest – nicht zuletzt, weil sich die Investitionen langfristig durch Einsparungen refinanzieren und so den städtischen Haushalt nachhaltig entlasten.“
Die Stadtverwaltung treibt aber nicht nur den Ausbau von Anlagen auf Dächern der Stadtverwaltung voran, sondern setzt auch Anreize für Privatpersonen. Diese können beim Thema Solarenergie verschiedene Unterstützungsangebote nutzen. Zum Bespiel hilft der „Solar-Check“ bei der privaten Energiewende: Das digitale und kostenlose Beratungstool bietet nach nur wenigen Klicks individuelle Informationen zur Eignung des eigenen Dachs sowie zu Kosten und Technik und erleichtert so den Einstieg in die Planung der Solaranlage. Mehr Informationen dazu gibt es auf www.ludwigsburg.de/solar-check.
Außerdem beraten Fachleute der lokalen Solarinitiative jeden ersten Mittwoch von 16 bis 18 Uhr im Monat über Balkonkraftwerke. Die Beratung findet in der Stadtbibliothek im Kulturzentrum statt, bei gutem Wetter wird sie auf den Rathaushof verlegt. Direkt am Rathaus kann gemeinsam ein Anschauungs-Balkonkraftwerk begutachtet werden. Eine weitere Möglichkeit, sich zu informieren, sind privat organisierte Solarpartys. Dabei geben ehrenamtliche Solarbotschafter, die selbst eine Photovoltaik-Anlage besitzen, ihr Wissen an Interessierte aus der Nachbarschaft weiter. Mehr dazu auf www.ludwigsburg.de/solar.