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Energiearmut

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Winnenden.| Explodierende Energiekosten machen derzeit Haushalten und Unternehmen zu schaffen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts legten die Preise für Strom, Gas und andere Brennstoffe binnen eines Jahres um elf Prozent zu. Tendenz weiter steigend. Schlimm besonders für Haushalte mit niedrigem Einkommen oder Hartz IV. Wenn diese ihre Energiekosten nicht mehr oder nur mit Mühe zahlen können, wird von Energiearmut gesprochen.

Die Energiearmut wächst vor allem in kalten Zeiten: Laut amtlicher Statistik konnten bereits im Winter 2019/2020 rund zwei Millionen Bundesbürger ihre Wohnung aus finanziellen Gründen nicht angemessen beheizen. Damals waren die Energiepreise aber noch moderat. Erst seit Beginn des Jahres 2022 haben sich die Verbraucherpreise für Haushaltsenergie, Heizöl und Kraftstoffe deutlich verteuert. Gründe dafür sind zum einen der immer noch gewaltige Hunger nach fossilen Rohstoffen, insbesondere nach Gas. Auch die Nachfrage nach Öl ist nach dem Jahr 2020 weltweit gestiegen. Zudem hat die Politik 2021 eine nationale CO2-Abgabe für das Verbrennen von Heizöl, Erdgas und fossilen Kraftstoffen eingeführt. Der CO2-Preis wird weiter steigen, schließlich soll er dafür sorgen, dass die immer teurer werdenden klimaschädlichen Brennstoffe gegenüber den erneuerbaren und CO2-freien Energien verdrängt werden. Die derzeitige Preissteigerung ist schließlich auch der Klimakrise geschuldet. Mehr Klimaschutz wäre preiswerter. Immer wenn der Wind kräftig bläst, sinken die Einkaufspreise der Strombörse.

Die CO2-Abgabe fließt in die Staatskasse und brachte der Bundesregierung 2021 12,5 Milliarden Euro ein. „Diese Einnahmen finanzieren Klimaschutzprojekte und werden außerdem zur Entlastung der Verbraucher genutzt“, erklärt das Umweltbundesamt. Das Geld, das fürs CO2 eingenommen wurde, will der Bund wieder an die Verbraucher ausschütten: ein sogenannter Klimabonus ist geplant, womöglich eine Pro-Kopf-Rückerstattung. Die Rede ist von bis zu 300 Euro.

Doch das nützt den prekären Haushalten, die zumeist auch in schlecht gedämmten Gebäuden wohnen – und von der CO2-Bepreisung erst mal überproportional belastet werden –, zunächst wenig.

Hier hilft es erst mal, durch Energiesparen die Kosten zu senken. Beispielsweise durch einen Tausch stromfressender Haushaltsgeräte wie Geschirrspüler, Waschmaschine und Kühlschrank gegen energiesparende Geräte der Effizienzklasse A (oder B). Alle Lampen sollten mit verbrauchsarmen LEDs ausgerüstet sowie schaltbare Steckerleisten angebracht werden, mit denen sich der Standby-Verbrauch ausschalten lässt. Helfen können auch Wasserspararmaturen, die den Durchfluss warmen Wassers und damit die Heizkosten verringern. Auch die alte Heizungspumpe könnte man eventuell austauschen gegen eine höchst effiziente – in Kombination mit einem hydraulischen Abgleich: 20 Prozent dieser Kosten übernimmt der Staat.

Würden hierzulande alle Heizungspumpen auf den Stand der Technik gebracht, heißt es, entspräche der eingesparte Strom dem Verbrauch einer Millionenstadt wie Köln. (Quelle: Tim Bartels, Kommunale ökologische Briefe, Nr.2/2022)

Noch mehr zum Thema erfahren Sie unter dem seit 2009 laufenden Stromspar-Check

Dabei gehen geschulte Langzeitarbeitslose oder Ehrenamtliche zu Hartz-IV-, Sozialhilfe- oder Wohngeld-Empfängern und bieten kostenlos Soforthilfe beim Stromsparen an. Das Projekt des Caritasverbandes und der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) gibt es in mehr als 150 Städten und Gemeinden.
> https://www.stromspar-check.de/

Fünf Sondertipps vorm Energiesparen:

  1. Energiebewusstsein schaffen. Wer Energie sparen will, sollte ungefähr wissen, was eine Kilowattstunde (kWh) eigentlich so kann. Zum Beispiel eine Stunde staubsaugen, mit einem E-Auto 6,7 km weit fahren, sieben Stunden den Fernseher laufen oder eine Sparlampe bis zu 90 Stunden leuchten lassen. Oder mit einem elektrischen Wasserkocher sieben Mal je zwei Liter erhitzen. Noch eine Größe: Ein über die Maße stromfressender, alter Kühlschrank hat die Kilowattstunde schon nach anderthalb Tagen verbraucht; ein besonders sparsamer Gefrierschrank kommt auf immerhin drei Tage. Und schließlich verbraucht auch der Stand-by/ Bereitschaftsbetrieb der Elektrogeräte einer 4-köpfigen Familie an einem Tag (ohne die Nacht) in etwa 1 kWh.
  2. Jahresverbräuche kennen. Der durchschnittliche Pro-Kopf-Stromverbrauch in Deutschland liegt bei 1.300 kWh im Jahr. Ein 4-Personen-Haushalt kommt statistisch auf jährlich 4.000 kWh – was schon sehr hoch angesetzt ist. Hier lassen sich ohne Probleme 1.000 kWh und damit – bei einem Strompreis von mehr als 30 Cent je kWh – mehr als 300 Euro pro Jahr dauerhaft einsparen – ohne Komfortverlust.
  3. Besuchen Sie regelmäßig Ihren Stromzähler. Machen Sie eine Bilanz: Wieviel Strom verbrauchen Sie an einem Tag, in der Woche, im Monat – und schließlich im Jahr? Wenn Sie Ihre Verbräuche kennen, hat das den Vorteil, dass Sie sich von der nächsten Stromrechnung nicht mehr so leicht überraschen lassen.
  4. Der Jahresstromverbrauch eines Gerätes lässt sich ausrechnen. Multiplizieren Sie die Leistung Ihres Geräts (Datenblatt, Gebrauchsanleitung oder Etikett) in Watt (W) mit den täglichen Betriebsstunden (h), so erhalten Sie den Tagesstromverbrauch in Wattstunden (Wh). Diesen Wert multiplizieren Sie mit 365 Tagen (je nach Betriebsdauer) und teilen Sie durch 1.000 (1 kWh = 1.000 Wh) – damit erhalten Sie den Jahresstromverbrauch Ihres Gerätes in Kilowattstunden.
  5. Mit einem Messgerät die Stromfresser entlarven. Leihen Sie sich beim örtlichen Versorger ein Strommessgerät aus. Messen Sie vor allem Geräte, die im Haushalt besonders viel Strom verbrauchen, wie z.B. Kühlschrank und Waschmaschine.

> Weitere Tipps finden Sie unter https://www.co2online.de/energie-sparen/strom-sparen/strom-sparen-stromspartipps/stromverbrauch-im-haushalt/

> Energiespartipps fürs Homeoffice finden Sie unter https://verbraucherzentrale-energieberatung.de/energiesparen-im-homeoffice-licht-heizung/

Falls Sie noch Fragen haben sollten, wenden Sie sich bitte an den Umweltschutzbeauftragten/Energiemanager kommunal (KEA) der Stadt Winnenden, Jürgen Kromer, Tel. (07195) 13-204.


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