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Der NABU freut sich mit Forstminister Peter Hauk, dass ein neues Luchsmännchen den Südwesten und das Gebiet um Konstanz auf der Suche nach einer Partnerin und einem eigenen Revier durchstreift. „Es wäre großartig, wenn der Luchs in Baden-Württemberg wieder heimisch würde. Doch solange das Land den Bestand nicht mit ausgewilderten Weibchen stützt, bleiben die vier scheuen Kuder Toni, Lias, Wilhelm und der namenlose Neuzugang unter sich, ohne Aussicht auf Nachwuchs“, sagt NABU-Artenschutzreferentin Felicitas Rechtenwald. Luchskatzen wandern keine weiten Strecken, so dass sich so schnell keine Katze aus der Schweiz oder dem Jurabogen nach Baden-Württemberg verirren wird.

Die NABU-Expertin betont: „Damit sich diese eindrucksvolle Großkatze in Baden-Württembergs Wäldern wieder langfristig ansiedeln kann, brauchen wir eine staatliche Luchs-Familienplanung und eine Finanzierungszusage aus dem MLR. Ein solches Auswilderungsprojekt ist nicht billig, aber sollte es dem Land wert sein. Allerdings darf das Geld dann nicht an anderer Stelle im Naturschutzhaushalt fehlen.“

Der NABU begrüßt ein solches Auswilderungsprojekt grundsätzlich sehr. „Wir Menschen haben den Luchs vor mehr als 200 Jahren ausgerottet. Seine Wiederansiedlung wäre ein kleiner Schritt zur Wiedergutmachung und könnte eventuell langfristig für ein besseres Gleichgewicht der Arten im Wald sorgen. Da der Luchs dem Jagdrecht unterliegt, müsste Minister Hauk seine Haushaltskasse dafür öffnen. Vielleicht ließe sich das Projekt aber auch als EU-LIFE-Projekt finanzieren,“, so Rechtenwald.