Bild: Jonas van Bergen war mit insgesamt 5 RBI und elf „Total Bases“ einer der produktivsten Spieler des Abschluss-Wochenendes in Mainz | Foto: Iris Drobny
15:5-Sieg in Mainz reicht dem Team des TV Cannstatt um Platzierung zu verteidigen

Mainz.| Ein fulminanter 15:5-Sieg am Samstag, 19. September, beim Tabellennachbarn in Mainz reichte den Baseballern des TV Cannstatt um die Pandemie-bedingt verkürzte Saison als Tabellendritter zu beenden. Zuvor hatten es die Stuttgart Reds mit einer Niederlage im ersten Spiel des Doppelspieltages noch einmal spannend gemacht.

An einem wettermäßig tollen Baseball-Wochenende reisten die Stuttgart Reds zu den Mainz Athletics, um ihren Zwei-Siege-Vorsprung gegen die stets gefährlichen Pfälzer zu verteidigen. Stuttgart – am vergangenen Wochenende Sieger in beiden Spielen gegen Tübingen – hatte es dieses Mal mit einem Gegner anderen Kalibers zu tun.

Beim ersten Spiel am Freitagabend unter Flutlicht klappte nicht allzu viel. Starting Pitcher Moritz van Bergen fand zu selten die Strikezone und geriet durch drei Hits der Mainzer schnell mit 0:3 in Rückstand. Ein hoher Flugball, der mitten zwischen drei Stuttgarter Feldspieler zu Boden fiel, zeigte auch, dass sich die Gäste in der Verteidigung mit den Lichtverhältnissen schwer taten.

Die Reds schafften es trotz vieler Chancen nicht, ihre Runner auf den Bases auch „nach Hause“ zu bringen – sprich punkten zu lassen. Mainz erhöhte stattdessen auf 4:0 und im vierten Inning mit zwei Homeruns gegen den zwischenzeitlich eingewechselten Stuttgarter Pitcher Ruben Kratky sogar auf 6:0. Erst im siebten Spielabschnitt brachten Schläge von Dustin Ward und Yannis Weber die ersten Punkte nach Hause. Stuttgart wechselte noch zwei weitere Mal den Pitcher, konnte aber nicht verhindern, dass Mainz den Vorsprung ausbaute. Hoffnung kam nach einem tollen Drei-Punkte-Homerun von Jonas van Bergen auf, der zum 5:9 verkürzen half. Sollte da noch etwas gehen? Mainz hatte jedoch mit Tim Stahlmann noch einen souveränen Pitcher auf der Bank, gegen den Stuttgart nichts Zählbares mehr zustande brachte. Mainz punktete seinerseits auch im 8. Inning noch viermal und siegte schließlich mit 13:5.

Das machte das zweite Spiel am Samstagnachmittag noch einmal sehr spannend: Die Reds mussten gewinnen, um den dritten Tabellenplatz zu verteidigen. Ganz anders als am Vorabend präsentierten sich die „Roten“ aber dieses Mal: Gleich in den ersten beiden Innings punkteten sie dank Hits von Danilo Weber und Xavi Gonzalez sowie einer konfusen Mainzer Verteidigung zum 2:0. Stuttgarts Pitcher Dustin Ward agierte sehr souverän auf dem Wurfhügel und hielt die Mainzer Offensive zunächst komplett „zu Null“. Die Reds waren dagegen in „Hit-Laune“: Jannik Denz, Daniel Zeller und Billy Germaine (mit einem sehenswerten Home Run) sorgten für eine 6:0-Führung. Dustin Ward wackelte im fünften Spielabschnitt etwas und ließ das 1:6 zu, aber in der nächsten Offensiv-Phase legten die Reds nach und droschen die Bälle mehrfach über die Outfield-Verteidigungslinie der Mainzer bis an den Zaun. Vier Hits in Folge brachten eine 10:1-Führung bereits nach fünf Innings.

Zwischenzeitlich schlug auch Mainz‘ Tim Kotowski einen Homerun, aber erst im achten Inning mussten die lautstarken Stuttgarter Fans wirklich den Atem anhalten. Nicht weniger als vier „Wild Pitches“ in Folge erlaubten den Athletics ohne große Schlagleistungen drei Punkte zum zwischenzeitlichen 5:12 zu „erlaufen“. Der dann auf den Werferhügel eingewechselte Stuttgarter Yannik Witt stellte die Ordnung wieder her. Während ein Home Run von Xavi Gonzalez drei Punkte zum 15:5 einbrachte, hielt Witt den Gegner souverän in Schach. Die Bases waren voll mit Mainzern, als deren letzter Schlagmann den Ball nur schwach direkt zum Pitcher zurückbringen konnte und Yannik Witt für das finale Aus sorgte.

Die 17 Hits der Stuttgart Reds verteilten sich auf fast alle Spieler. Neben den Routiniers Jonas van Bergen, Xavi Gonzalez (je drei Hits), Billy Germaine und Danilo Weber (je zwei) steuerte auch Fabian Beck, der seine erste volle Bundesliga-Saison spielte, zwei Hits und auch drei Runs-Batted-In bei.

Großer Jubel also bei den „Roten“ auf dem Feld und auf den Rängen: Mit dem dritten Platz in der Süd-Gruppe der 1. Bundesliga erzielt Stuttgart zum zweiten Mal diese bislang beste Platzierung in der höchsten deutschen Spielklasse. Leider zieht man dadurch nicht in die Playoffs ein, die dieses Jahr ebenfalls verkürzt sind: Nur die beiden Tabellenbesten – in der Südgruppe sind das Heidenheim und Regensburg – erhalten 2020 die Chance, um den deutschen Meister-Titel zu spielen. Stuttgart aber kann der Zukunft guter Dinge entgegensehen: die jüngste Mannschaft der Liga hat einen blendenden Eindruck hinterlassen und gezeigt, dass die erfolgreiche Jugendarbeit der Baseballer des TV Cannstatt bis hinauf in die 1. Bundesliga Früchte trägt.