Stuttgarter Weihnachtsspektakel ist klimafreundlich

0
Stadtwerke beliefern alle Partner mit 100 Prozent Ökostrom

Stuttgart.| Die großen Stuttgarter Weihnachtsattraktionen setzen auf Klimaschutz: Die rund 280 Verkaufs- und Gastronomiestände des Weihnachtsmarkts sowie die Eislaufbahn „Stuttgart Wintertraum“ werden auch in diesem Jahr wieder mit 100-prozentigem Ökostrom der Stadtwerke Stuttgart versorgt. Nach der erfolgreichen Premiere der Glanzlichter Stuttgart 2018 können Innenstadt-Besucher die Lichtskulpturen nun zum zweiten Mal auf dem Schlossplatz und in der Königsstraße bewundern. Sie leuchten auch dieses Jahr mit TÜV-zertifiziertem Stadtwerke-Ökostrom.

„Gerade zur Weihnachtszeit ist die Botschaft Klimaschutz und CO2-Einsparung wichtig“, betont Martin Rau, Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart Vertriebsgesellschaft. „Alle drei Weihnachtsattraktionen machen vor, wie leicht es mit dem Bezug von Ökostrom ist, selbst etwas für das Klima zu tun.“

Während der Veranstaltungszeit der drei Publikumsmagneten werden durch den Stadtwerke-Ökostrom im Vergleich zum bundesweiten Strommix rund 262 Tonnen klimaschädliches CO2 vermieden. Die positive Ökobilanz wird noch ergänzt durch den Einsatz stromsparender LED-Lichterketten. So verbrauchen die fast 500.000 LED-Lichter der Glanzlichter Stuttgart etwa rund 80 Prozent weniger Energie als herkömmliche Leuchtmittel.

Zum Nikolaustag am Freitag, den 6. Dezember, bringen die Stadtwerke Stuttgart neben LEDs auch Kinderaugen zum Leuchten. 612 Schoko-Nikoläuse aus deutscher Produktion mit Fair-Trade-Siegel werden vor dem großen Weihnachtsbaum am Königsbau an Kindergartenkinder und Grundschüler verschenkt.

Weitere Chancen, beschenkt zu werden, bietet das Gewinnspiel „Glanzlichter liebt Ökostrom“ der Stadtwerke und der Glanzlicht-Partner. Als Hauptgewinn winkt eine Fahrt im neuen Stadtwerke-Heißluftballon.

Dieser Ballon steht am Samstag, 14. Dezember, im Mittelpunkt eines besonderen Spektakels: Nachdem ihm eine neue Hülle verpasst wurde, wird er nach alter Luftschiffertradition um 12 Uhr im Ehrenhof des Neuen Schlosses feierlich getauft. Anschließend wird er – sofern das Wetter mitspielt – vor der Innenstadtkulisse abheben.


Die Schönbuchbahn kommt

0
Schnupperfahrten und großes Eröffnungsfest für alle interessierten Bürger und Familien mit Kindern am Samstag, 14. Dezember

Kreis Böblingen.| Die Schönbuchbahn kommt – mit Schnupperfahrten und einem großen Eröffnungsfest für alle interessierten Bürger und Familien mit Kindern am Samstag, 14. Dezember. Die Schnupperfahrten sind kostenlos und verkehren ab 11 Uhr  zwischen Dettenhausen und Böblingen mit Stopp an allen Haltestellen der Schönbuchbahnstrecke. Nach dem Ausbau und der Elektrifizierung kommen an diesem Tag erstmals  angemietete Elektrotriebwagen zum Einsatz.

Das Fest zur Eröffnung beginnt ab ca. 11.45 Uhr im neuen Betriebswerk neben dem Böblinger Bahnhof in der Talstraße. Für Erwachsene und Kinder gibt es dort ein vielfältiges Bühnen- und Rahmenprogramm. Nach Konzerteinlagen der Bigband des Böblinger Albert-Einstein-Gymnasiums werden Landrat Roland Bernhard, Landesverkehrsminister Winfried Hermann und Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz Festreden halten. Der Chor des Landratsamtes wird eine eigens gedichtete Version des Klassikers „Auf der schwäbsche Eisebahne“ anstimmen und die Besucher zum Mitsingen einladen.. Ab 14 bis 18 Uhr unterhalten die Schoabach-Musikanten sowie die Majoretten des SV Böblingen und die Flugfeldmoves mit Tanzauftritten das Publikum.

Das Rahmenprogramm lädt vor allem Kinder zwischen 14 und 18 Uhr zum Staunen und Mitmachen bei verschiedenen Aktionen ein. Auch eine Modelleisenbahnlandschaft zum Selbststeuern steht bereit.

Speisen und Getränke sind durchgehend erhältlich. Der Parkplatz des Finanzamtes Böblingen in der Talstraße gegenüber dem Betriebswerk der Schönbuchbahn ist geöffnet und kann von den Besuchern genutzt werden, die nicht mit Bus oder Bahn anreisen.

Der Zweckverband Schönbuchbahn präsentiert zudem die Bau- und Renaturierungsmaßnahmen und der VVS begleitet das Fest mit seinem Informationsangebot. Das Programm findet man auf der Internetseite www.lrabb.de/sbb.

Nach fast zwei Jahren und drei Monaten fährt die  Schönbuchbahn wieder auf der gesamten Strecke zwischen Böblingen und Dettenhausen – ab 15. Dezember nach Fahrplan. Neben dem teilweisen Elektrobetrieb ist auch der Viertelstundentakt zwischen Böblingen und Holzgerlingen in den Hauptverkehrszeiten und zum Schulschluss eine der wesentlichen Verbesserungen durch das Ausbauprojekt. Zunächst wird in einem Mischbetrieb aus Elektro- und Dieselfahrzeugen gefahren, bis im Laufe des Jahres 2021 neue, eigens entwickelte Antriebswagen an den Zweckverband ausgeliefert werden. Dann soll der Verkehr nur noch strombetrieben sein. Bis es soweit ist, kommen die bekannten Regio-Shuttles der Schönbuchbahn zum Einsatz sowie angemietete Elektro-Triebwagen der Deutschen Bahn aus der Baureihe 426 mit 40 m Länge und damit mehr Kapazität und mit Ökostrom.


SVL-Wasserballer gegen Spandau chancenlos

0

Trotz phasenweise guter Verteidigung: Die Ludwigsburger Bundesligawasserballer müssen sich beim deutschen Serienmeister Wasserfreunde Spandau 04 am sechsten Spieltag der Pro A mit 2:14 (0:5/1:2/0:4/1:3) geschlagen geben.

Timo van der Bosch, Bundesligawasserballer des SV Ludwigsburg, hatte eine 7:15-Niederlage seiner Mannschaft beim Deutschen Meister Wasserfreunde Spandau 04 prognostiziert. Spandau 04-Kapitän Marko Stamm tippte auf einen 15:9-Heimsieg.

Beide Prognosen stimmten zur Hälfte: Der SV Ludwigsburg bekam am sechsten Spieltag der Pro A immerhin nur vierzehn Gegentreffer gegen Spandau 04 (Zum Vergleich: Pro A-Konkurrent Neukölln Berlin 25 Gegentore), allerdings erzielte die Mannschaft um SVL-Trainer Adrian Jakovcev nur zwei Treffer in Berlin. „Wir haben phasenweise gut verteidigt, allerdings im Angriff unkontrolliert und naiv gespielt“, sagt Nationalspieler van der Bosch.

Auch SVL-Kapitän und Torwart Ivan Pisk, der nach der Halbzeit mit Josip Katusa wechselte, stimmte zu: „Spandau war das bessere Team. Unsere Angriffe hätte deutlich besser sein müssen“. Ohne die beiden Nationalspieler Marko Stamm und Ben Reibel (beide krank), den Dauerverletzten Remi Saudadier sowie Stammtorwart Laszlo Baksa sind die Spandauer in die Partie gegen den SVL gegangen.

Die Frage nach den Favoriten ließ nicht lange auf sich warten: Der Angriff der Barockstädter fand gegen das breite Pressspiel der Berliner bereits im ersten Viertel keine Mittel. Im Gegenzug schalteten die Spandauer im Angriff schnell um, und entschieden so den ersten Abschnitt mit 5:0.

Im zweiten Viertel stand die Zonenverteidigung von Jakovcev und Co. deutlich besser: Der SVL kassierte lediglich zwei Tore, erzielte das erste sehenswert durch Veljko Stanimirovic in diesem Viertel (1:7).

Timo van der Bosch verpasste im Zentrum jeweils zweimal ein besseres Ergebnis aus SVL-Sicht. Die erhoffte Wende im Ludwigsburger Angriff blieb nach der Halbzeit aus. Es fehlte an Kreativität gegen eine konzentrierte Spandauer Abwehr im dritten Viertel, sodass auch dieser Abschnitt torlos aus Barockstädter Sicht blieb (1:11).

Auch machte sich die konditionelle Überlegenheit bei den Gastgebern immer mehr bemerkbarer. Das letzte Viertel war ein träges Hin- und Herschwimmen, bei dem die Ludwigsburger Wasserballer das lang ersehnte zweite Tor erzielten (2:14).

Für den SVL heißt es nach diesen Spiel den Mund abzuwischen und am 30.11 im Achtelfinale des Deutschen Pokals beim Pro B-Ersten SGW Rhenania/BW Poseidon Köln weiterzumachen. Am besten mit den Einzug unter die besten Acht.

Heim – Wfr. Spandau 04: Florian Thom, Mark Dyck, Lucas Gielen (3 Tore), Mateo Cuk, Kerem Gemalmazoglu, Maurice Jüngling (3), Denis Strelezkij (2), Nikola Dedovic (2), David Rudnick (2), Sebastian Andruszkiewicz, Marin Restovic (1), Stefan Pjesivac (1), Felix Ostmann

Gast – SV Ludwigsburg 08: Josip Katusa, Tim Kraut, Timo van der Bosch, Luka Vuckovic, Marko Martinic, Veljko Stanimirovic (1), Domagoj Mijatovic (1), Leopold Friedrich, Philipp Kotowski, Mitko Nachev, Aleksandar Katic, Milan Attila Melegh, Ivan Pisk


Preisgünstige Unfall- und Pannenhilfe bei der Württembergischen

0

Bei einem Autounfall oder einer -panne ist schnelle Hilfe sehr wichtig. Die Württembergische Versicherung AG hat deshalb im Frühjahr 2019 ihre Mobilitätsschutz-Police an den Start gebracht. Sie kostet auch weiterhin gerade einmal 59,95 Euro pro Jahr und ist damit günstiger als andere Angebote am Markt.

Die Mobilitätsschutz-Police gilt für alle Fahrten, bei denen der Versicherungsnehmer und sein Partner als Fahrer oder Insasse im In- und Ausland mit einem Pkw, Wohnmobil (bis 4 Tonnen) oder Motorrad unterwegs sind. Die Leistungen beinhalten unter anderem Unfall- und Pannenhilfe am Schadenort, den Rücktransport des defekten Fahrzeugs, die Zurverfügungstellung eines Mietwagens, die Übernahme von Bergungs- und Übernachtungskosten, den Krankenrücktransport und die Beschaffung von Ersatzdokumenten im Ausland. Dabei spielt es keine Rolle, bei welcher Versicherung das gefahrene Fahrzeug Kfz-versichert ist.


TEC Waldau ist neuer „Partner der Energiewende“

0
Auf der neuen Tennishalle wird Solarenergie im großen Stil erzeugt

Stuttgart.| Der TEC Waldau Stuttgart ist neuer sportlicher Partner der Energiewende in Stuttgart. Die Auszeichnung der Stadtwerke Stuttgart nahm der Erste Vorsitzende, Christoph von Eynatten, und Geschäftsführer Thomas Bürkle in der neuen Eduardo Garcia Halle entgegen.

Beim TEC Waldau spielen die Tennisspieler nicht nur die Bälle übers Netz, sie treiben auch mit Solarkraft vom Hallendach die Energiewende voran. Die Photovoltaik-Anlage der Stadtwerke Stuttgart nimmt mit 220 Solarmodulen auf 370 Quadratmetern Fläche fast die ganze südwestliche Dachhälfte der Halle ein. „Damit ist sie ein richtiges Solarkraftwerk“, sagte Stadtwerke-Projektleiter Stefan Ronzani bei der Übergabe der Auszeichnung. „Sie macht den Verein um ein Drittel energieautark und könnte rechnerisch mehr als 15 Einfamilienhäuser mit Ökostrom versorgen. Der TEC Waldau gehört in Sachen Energiewende zu den Vorreitern unter den großen Vereinen in Stuttgart.“

Namensgeber Eduardo Garcia kann stolz sein auf die Tennishalle: Es handelt sich um ein Gebäude mit nachhaltiger Holzbauweise und höchsten energetischen Standards. Damit gehört die Tennisanlage zu den europaweit ersten Tennishallen mit Passivhaus-Standard, wie Generalunternehmer Rainer Walser von der Firma Franz Walser Holzbau GmbH betont. Der Photovoltaik-Anlage hat der Verein gepachtet und verbraucht die jährlich rund 56.000 erzeugten Kilowattstunden Ökostrom zum größten Teil selbst. Eine sportliche Leistung.

„Unser Nachhaltigkeitskonzept ist Wunsch unserer Mitglieder“, betont Christoph von Eynatten. „Auch bei kommenden Maßnahmen wird der TEC Waldau Stuttgart seiner Linie treu bleiben, energiebewusst zu handeln. Wir freuen uns über diese Auszeichnung, die für uns ein Zeichen der Anerkennung ist und unterstreicht, dass wir mit unseren Aktivitäten im Energiebereich auf dem richtigen Weg sind.“


VfB Stuttgart gegen Karlsruher SC: Polizeieinsatz

0
Perfekte Vorbereitung der Polizeikräfte zahlt sich aus

Stuttgart-Bad Cannstatt.| Die Polizei ist anlässlich des Fußballspiels VfB Stuttgart gegen den Karlsruher SC mit rund 700 Beamten im Einsatz. Bereits am Samstag (23.11.2019) fand man im Gästefanblock bei einer Routinedurchsuchung Rauchpulver. Die Ermittlungen zu den Tatverdächtigen dauern an.

Beim Fanmarsch der VfB-Anhänger vom Bahnhof Bad Cannstatt brannten Unbekannte mehrfach Pyrotechnik ab. Die Fans des Karlsruher SC sammelten sich am Bahnhof Untertürkheim und gingen von dort über die Benzstraße zum Stadion. Dabei zündeten auch sie mehrfach Pyrotechnik und warfen pyrotechnische Gegenstände sowie Absperrmaterial in Richtung der Einsatzkräfte. Daraufhin kontrollierten Einsatzbeamte etwa 200 mutmaßliche Ultrafans des KSC auf der Benzstraße, stellten die Personalien fest und erteilten ihnen Platzverweise für den Stadionbereich.

Während des Spiels gab es keine polizeilichen Vorkommnisse. Nach Spielende begleiteten Einsatzkräfte die Gästefans aus dem Stadion. Die zuvor in der Polizeikontrolle befindlichen mehreren Hundert Anhänger des Karlsruher SC wurden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf die Straße entlassen.


Naturschutz muss lauter werden, um Gehör zu finden

NABU-Landesdelegierte wählen neuen Vorstand – Landeschef Enssle lobt Engagement

Stuttgart / Schorndorf.| „Die Zeit ist reif für den Wandel!“ Unter diesem Motto hat der NABU-Landesvorsitzende Johannes Enssle die rund 250 Delegierten aus 232 Gruppen bei der gestrigen Landesdelegiertenkonferenz (LVV) in Schorndorf aufgerufen, bei ihren vielfältigen Aktivitäten zum Schutz der Natur nicht nachzulassen. „Euer Engagement macht einen Unterschied in dieser Welt! Ob wir Biotope pflegen, Kindergruppen anleiten, Bauprojekte kritisch begleiten oder für besseren Klimaschutz oder die Agrarwende demonstrieren. Der NABU als größter Naturschutzverband des Landes wird gehört.“

Trotzdem fällt die Bilanz des NABU-Landeschefs bei zwei globalen Mega-Krisen ernüchternd aus: „Seit Jahrzehnten warnen wir vor dem Kollaps der Ökosysteme. Das Klima ist bedroht, die Löcher im Lebensnetz der Artenvielfalt werden von Jahr zu Jahr größer. Wir spüren die Auswirkungen des Klimawandels und nehmen wahr, wie die Insektenwelt schwindet und die Vogelwelt verstummt – auch bei uns im Ländle und trotz unseres vielfältigen Engagements. Das schmerzt und macht nachdenklich.“ Naturschutz müsse deshalb noch lauter werden und sich beim Klimaschutz stärker einbringen – und die Politik müsse die Ohren spitzen und handeln: „Beteiligt Euch beim globalen Klimastreik am kommenden Freitag. Der NABU in ganz Deutschland ist mit dabei. Unsere NABU-Gruppen gehen in Stuttgart, Ulm, Heidelberg und Heilbronn dafür auf die Straße, dass unsere Kinder und unsere Artenvielfalt eine Zukunft haben.“

NABU-Präsident Krüger: Menschen wollen den Wandel
Diesem Appell schloss sich auch der vor zwei Wochen neu ins Amt des NABU-Präsidenten gewählte Jörg-Andreas Krüger an. In seiner Antrittsrede an die Delegierten des aktuell mit 112.500 Mitgliedern größten NABU-Landesverbandes betonte Krüger: „Vielerorts haben wir ausgeräumte, artenarme, übernutzte Landschaften, die keinerlei Puffer mehr haben, um auf den Klimawandel zu reagieren. Unser ökologischer Irrweg ist inzwischen auch ein ökonomischer geworden. Immer mehr Menschen begreifen, dass die Zukunft ihrer Lebensgrundlage auf dem Spiel steht. Sie fühlen sich zu recht persönlich betroffen vom Bienen- und Insektensterben, von Plastikmüll, Ressourcenverschwendung und Klimawandel und wollen, dass sich etwas ändert. Wir als NABU haben die Kompetenz und die Menschen, um uns aktiv auf allen Ebenen für lebens- und liebenswerte Landschaften und wirksame Schutzgebiete einzusetzen.“

In Baden-Württemberg engagiert sich der NABU im Volksbegehren „Rettet die Bienen“ und bei der Ausgestaltung des als Alternative von der Landesregierung vorgelegten Eckpunktepapiers. „Im Landeshaushalt ist ein mittlerer, zweistelliger Millionenbetrag reserviert, um die von uns seit langem, auch im Pestizidbericht geforderte Pestizidreduktion und den Ausbau der Ökolandwirtschaft in Baden-Württemberg voranzubringen. Angesicht der neuesten Studien zum Insektensterben ist dieser Beitrag dringender denn je. Dass im Eckpunktepapier jetzt 40 bis 50 Prozent Pestizidreduktion steht, ist ein wichtiges Signal der Landesregierung und wird uns beim Schutz der Artenvielfalt deutlich voranbringen“, so Enssle.

Neben der Landwirtschaft fordere das Eckpunktepapier der Landesregierung auch von Privatleuten und Kommunen, ihren Beitrag zu leisten. „Ein Pestizidverbot in Privatgärten ist längst überfällig. Niemand muss Läuse auf seinen Rosen mit der chemischen Keule wegspritzen.“ Hinzu kommt der enorme Flächenverbrauch in den Kommunen durch immer neue Bau- und Gewerbegebiete. „Obwohl sich der Flächenverbrauch verlangsamt hat, werden weiterhin unbebaute Flächen durch Wohn- und Gewerbeflächen sowie Straßen versiegelt – täglich verlieren wir im Schnitt 4,5 Hektar, das waren allein 2018 weitere 1.651 Hektar oder rund 2.360 Fußballfelder.“

Neue Naturschutzkompetenz im Landesvorstand
Für den langjährigen Schatzmeister Ingo Ammermann, der in selbiger Position künftig den NABU-Bundesverband unterstützt, wechselt der bisherige 2. Stellv. Landesvorsitzende Prof. Dr. Markus Röhl auf diese Position. Dessen Vorstandsposten übernimmt als neues Mitglied der Forstwissenschaftler Dr. Dietmar Götze. Ebenfalls neu im Landesvorstand des NABU Baden-Württemberg sind die beiden Diplom-Biologinnen Elke Hauser und Andrea Frank-Bühler sowie der Ornithologe Dr. Ulrich Tammler. Weitere Mitglieder des nun elfköpfigen Vorstandes mit dem Landesvorsitzenden Johannes Enssle an der Spitze sind Anna Süpple (NAJU), Thomas Hoffmann, Dr. Christoph Aly, Hans-Peter Kleemann (1. Stellv. Vors.) und Egbert Badey. Erneut mit großer Zustimmung als Kassenprüferin bzw. Kassenprüfer gewählt wurden Elke Schabernack und Reinhard Walter.

Die Versammlung hat zudem dem Haushaltsplan 2020 zugestimmt, der Ausgaben von rund 5,2 Millionen Euro vorsieht. Schwerpunkte setzt der NABU weiterhin beim Ausbau der Verbandsstruktur, um die NABU-Gruppen im Land bei ihrer Arbeit bestmöglich und professionell zu unterstützen, sowie bei Projekten zum Natur-, Arten- und Biotopschutz. Dank steigender Mitgliederzahlen steht der Haushalt auf festen Füßen.


Bietigheim macht zu Hause Boden gut

0

von Bernhard Gaus

Bietigheim.| Im Duell der beiden Bundesliga-Absteiger gab es diesmal – anders als beim Saisonfinale – einen eindeutigen Sieger. Die SG BBM Bietigheim setzte sich gegen den VfL Gummersbach mit 32:26 (15:12) Toren durch und rückt in der Tabelle zunächst auf Platz 8 vor. Nachdem Spitzenreiter Essen Punkte gelassen hat, kann Gummersbach den Abstand zur Spitze nicht verkürzen und bleibt auf 4.

„Das ist jetzt unser dritter Sieg in Folge“, freute sich Kreisläufer Patrick Rentschler, „Wenn wir jetzt nächste Woche in Dormagen gewinnen, sieht’s ganz gut aus.“ Die Schwaben haben ihr Saisontief zu Beginn der Saison überwunden, so zumindest der Eindruck, den die 2622 Zuschauer aus der EgeTrans Arena am Samstag mit nach Hause nahmen. „Uns haben heute ein paar Prozent Wille und Leidenschaft gefehlt, die uns Bietigheim voraushatte“, analysierte Torge Greve die Leistung seines Teams.

Der VfL-Coach sah aber auch eine ungenügende Wurfquote als Ursache für einen frühen Rückstand schon in der Anfangsphase. „Das war von beiden Mannschaften ein sehr nervöser Beginn. Wir haben nach acht Minuten schon sieben Fehlwürfe und das summiert sich über die Zeit auf.“ Kein Wunder, dass Greve den Punkt mit einer ersten Auszeit beim Stand von 5:2 zu korrigieren versuchte. Bietigheim machte es zumindest vor dem Tor besser und wirkte zudem engagierter in der Defensive. Die Hausherren versäumten aber durch eine Reihe von technischen Fehlern im Spielaufbau den Abstand schon in der Anfangsphase deutlicher zu stellen.

Gummersbach blieb beim 15:12-Halbzeitstand in Schlagdistanz und schaffte in seiner besten Spielphase gleich nach dem Seitenwechsel den 16:15-Anschluss. Bietigheim blieb aber stabil, was in den Augen von Trainer Hannes Jón Jónsson auch ein Verdienst von Ex-Weltmeister Michael Kraus war. „Auch wenn Mimi selbst nur zwei Tore gemacht hat, war das heute für mich seine beste Saisonleistung“, so der Isländer, „denn er hat das Spiel unglaublich gut gesteuert.“ Wenig später war der alte Abstand von vier Toren beim 21:17 wiederhergestellt, das Gummersbacher Zwischenhoch gekontert. Tim Dahlhaus hatte da bereits seinen siebten Treffer erzielt. Der Bietigheimer Halbrechte traf am Ende zweistellig und war bester Rückraumakteur auf dem Feld.

Jónsson packt den 7. Feldspieler aus
Und dann gab es noch ein taktisches Schmankerl zu beobachten. Der VfL hatte auf eine offensivere Abwehrvariante umgestellt, die Bietigheim postwendend mit dem Einsatz eines zusätzlichen Feldspielers beantwortete und diese Variante bis zum Schlusspfiff erfolgreich spielte. „Das war kein Zufall, wir haben das in den letzten Wochen ausführlich trainiert“, so Jónsson, „Die Jungs haben die zweite Hälfte mit dem siebten Feldspieler souverän gespielt.“ In der Innendeckung hatte der SG BBM-Coach seinem Youngster Nikola Vlahovic viel Verantwortung und Spielzeit gegeben, was sich am Ende auszahlen sollte. „Wir haben in dieser Saison schon eine bessere Abwehr gespielt und eine bessere Torhüterleistung gesehen“, so Jónsson, „aber Kampf und Wille haben da immer gestimmt.“

Das war auch nötig, denn Gummersbach zeigte jetzt bessere Abschlüsse und Yonatan Dayans Treffer zum 22:20 brachte die Gäste noch einmal auf zwei Tore heran. Doch weil Bietigheim in der numerischen Überzahl seine Tore machte, kam der VfL in der restlichen Spielzeit nicht mehr zum Anschlusstreffer. Spätestens nach dem 30:25 durch den starken Jonas Link schien der Gummersbacher Widerstand gebrochen. Während der VfL in den letzten fünf Spielminuten nur noch einmal traf, Bietigheim aber vier Tore erzielte, brachte die SG BBM jetzt auch seinen ersten Saisonsieg in der Bietigheimer EgeTrans Arena unter Dach und Fach.

SG BBM Bietigheim: Müller, Maier; Dahlhaus (10), Rentschler (4), Link (4), Fischer (3), Schäfer (3/2), Kraus (2), Asmuth (2), Marčec (2/2), Claus (1), Vlahovic (1), Öhler, Rønningen, Emanuel, Boschen.

VfL Gummersbach: Ivić, Puhle; Sommer (6/2), Božović (5), Hermann (4), Becker (4), Schröter (4), Herzig (1), Dayan (1), Baumgärtner, Blohme, Kontrec, Villgrattner, Haller, Stüber, Weck.

Spielverlauf: 5:2 (9.), 6:5 (15.), 10:7 (19.), 12:8 (23.), 13:11 (27.), 15:12 (30.), 16:15 (33.), 21:17 (39.), 22:20 (43.), 26:22 (50.), 28:25 (56.), 32:26 (60.).
Zeitstrafen: Dahlhaus (17., 24.), Rentschler (50.) – Schröter (14.)
Siebenmeter: 4/5 – 2/2
Schiedsrichter: Tanja Kuttler / Maike Merz (IHF / EHF Kader) Zuschauer: 2622 (EgeTrans Arena Bietigheim)


Diesel-Verkehrsverbot: Ausnahmegenehmigungen können ab sofort verlängert werden

0

Stuttgart.| Das vom Land Baden-Württemberg eingeführte ganzjährige Diesel-Verkehrsverbot für alle Kraftfahrzeuge mit Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 4/IV und schlechter im gesamten Stadtgebiet Stuttgart gibt es bald seit einem Jahr. Seit dem 1. Januar 2019 gilt das Verbot für Auswärtige, seit dem 1. April 2019 für Stuttgarter. Die individuellen Ausnahmegenehmigungen vom Diesel-Verkehrsverbot sind auf ein Jahr befristet. Entsprechend laufen viele Anträge in den kommenden Wochen aus. Die Besitzer von Ausnahmegenehmigungen müssen die Verlängerung selbstständig beantragen.

Dr. Martin Schairer, Bürgermeister für Sicherheit, Ordnung und Sport, sagte: „Alle, die bisher eine Ausnahmegenehmigung vom Diesel-Verkehrsverbot haben, sollten sich rechtzeitig um eine Verlängerung kümmern. Nur so können Unannehmlichkeiten vermieden werden, wenn das Fahrzeug ohne gültige Ausnahmegenehmigung in der Verbotszone auffällt. Die zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung helfen bei den Anträgen gerne.“

Die Verlängerungsanträge können über das Online-Tool beantragt werden: Unter https://service.stuttgart.de/lhs-services/ag-diesel-verkehrsverbot können die Antragsteller ihre Daten und erforderlichen Dokumente hochladen. Darüber hinaus kann die Antragstellung auch persönlich bei den zuständigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Amts für öffentliche Ordnung in der Jägerstraße 14, 70174 Stuttgart, erfolgen. Telefonisch ist das Team unter 0711/216-32120 zu erreichen. Sprechzeiten sind montags bis freitags von 8.30 bis 13 Uhr sowie donnerstags zusätzlich von 14 bis 15.30 Uhr. Fragen zur Antragstellung können zudem schriftlich auf dem Postweg oder per E-Mail an [email protected] gestellt werden. Zudem informiert das Service-Center der Stadt Stuttgart von montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr unter der zentralen Behördennummer 115.

Wenn die Voraussetzungen für eine Ausnahmegenehmigung nach wie vor erfüllt sind, wird das Dokument um ein Jahr verlängert und dem Antragsteller gebührenfrei zugeschickt. Sofern noch weitere Unterlagen neueren Datums benötigt werden, wird das Team Ausnahmegenehmigungen diese anfordern. Sollten die Voraussetzungen nicht mehr vorliegen, kann die Ausnahmegenehmigung nicht mehr verlängert werden.

Bislang sind bei der Stadt Stuttgart insgesamt 12.854 Erstanträge auf eine Ausnahmegenehmigung eingegangen, davon stammen 7.088 Anträge von Auswärtigen und 5.766 Anträge von Stuttgartern. Genehmigt wurden in Summe 6.093 Anträge, abgelehnt 5.177 Anträge. Hinzu kommen 1.559 Anträge, die unter eine generelle Ausnahme fallen und daher keine Einzelausnahmegenehmigung brauchen.

Quell- und Zielfahrten von Reisebussen sind ab 2020 nicht mehr ausgenommen
Eine weitere Neuerung ist, dass das ganzjährige Diesel-Verkehrsverbot für alle Kraftfahrzeuge mit Dieselmotoren der Abgasnorm Euro 4/IV und schlechter in der Umweltzone Stuttgart ab dem 1. Januar 2020 auch für ältere Reisebusse gilt. Sie dürfen dann keine Quell- und Zielfahrten von und nach Stuttgart mehr machen. Für sie fällt damit die bisher geltende allgemeine Ausnahme weg. Dies hat das Land so in der 3. Fortschreibung des Luftreinhalteplans festgeschrieben.

Streckenbezogene Verbote für Euro-5-Dieselautos kommen zum 1. Januar 2020
Ab dem 1. Januar 2020 wird zudem auf vier Streckenzügen im Stadtgebiet ein Verkehrsverbot für Diesel-PKW der Emissionsklasse Euro 5 und schlechter umgesetzt. Dazu gehören die B 14 (am Neckartor) zwischen „ADAC-Kreuzung“ und Kreuzung Cannstatter / Heilmannstraße, die B14 (Hauptstätter Straße) zwischen Österreichischer Platz und Marienplatz, die B27 (Heilbronner Straße) zwischen Kreuzung Kriegsbergstraße und Kreuzung Wolframstraße sowie die B27 (Charlottenstraße, Hohenheimer Straße, Neue Weinsteige) zwischen Charlottenplatz und Kreuzung Obere Weinsteige/Jahnstraße. LKW, Omnibusse und Krafträder fallen nicht unter diese streckenbezogenen Verkehrsverbote. Auch Anlieger sind von der Regelung für zwei Jahre ausgenommen. Das streckenbezogene Verkehrsverbot ist eine Maßnahme aus der aktuellen 4. Fortschreibung des Luftreinhalteplans.


NABU: Oh Tannenbaum, wie ökologisch bist du?

0

Regional, mit Ballen, Zertifikat oder aus Durchforstung – Alternativen zum gespritzten Plantagenbaum

Stuttgart.| Der Trend beim Weihnachtsbaum geht zu regionalen Modellen. Das freut den NABU-Landesvorsitzenden und Forstexperten Johannes Enssle: „Das Kaufverhalten ändert sich. Nur noch zehn statt früher 25 Prozent der Bäume stammen aus dem europäischen Ausland, meist aus dänischen Plantagen. Die Menschen im Südwesten kaufen vermehrt Christbäume aus regionalem Anbau. Rund zehn Prozent greifen zu einem Baum mit Ballen, der nach 14 Tagen im Wohnzimmer nicht mehr auf dem Kompost landet. Und manche mieten sich einen Baum.“

Aktuell stehen auf 2.400 Hektar Fläche im Land Weihnachtsbäume. „Plantagenbäume werden in der Regel kräftig gespritzt und gedüngt, mit Insektiziden gegen Rüsselkäfer und Läuse, Herbiziden gegen konkurrierendes Gewächs und Mineraldünger für einen gleichmäßigen Wuchs und für eine intensive Grün- und Blaufärbung der Nadeln. Die Bäume werden häufig in Monokulturen angebaut. Diese bieten wenig Vielfalt als Lebensraum für Tiere. Dabei zeigen Ökobetriebe, dass es anders geht. Alle Bereiche der Landwirtschaft sollten prüfen, welchen Beitrag sie zur Pestizidreduktion im Land leisten können“, sagt Enssle.

Wer Wert auf giftfreie Bäume in der guten Stube legt, kann zu einem der noch wenigen Weihnachtsbäume mit Siegel greifen: „Mit dem Kauf eines Baumes mit Siegel von Naturland, Bioland, Demeter oder Forest Stewardship Council (FSC) setzen Verbraucherinnen und Verbraucher ein Zeichen für den giftfreien Anbau von Weihnachtsbäumen“, so Enssle. Einen Überblick über lokale Anbieter nach Regionen gibt die Waldschutzorganisation Robin Wood unter www.robinwood.de. Hier sind 62 Verkaufsstellen von 19 Betrieben gelistet.

Regional und giftfrei: Bäume aus Durchforstung
Bäume aus dem Wald sind ökologisch gesehen jedem weit gereisten, gespritzten Baum aus riesigen Monokulturen in Dänemark oder andernorts vorzuziehen“, fügt der Forstexperte an. Eine gute Wahl seien Fichten, Kiefern und Weißtannen, die beim Durchforsten des Waldes ohnehin weichen müssen, um anderen Bäumen Platz zu machen. „Diese Bäume stehen mitten im Wald statt auf Plantagen, verbrauchen damit keinen zusätzlichen Platz und sind frei von Giften. Dafür sind sie nicht ganz so perfekt gezogen. Am besten beim lokalen Förster danach fragen.“

Regionale Christbäume sind besser fürs Klima, weil sie nicht quer durch die Republik anreisen. Zudem besteht bei Bäumen aus dem Ausland immer die Gefahr, dass sie unerwünscht gebietsfremde Arten huckepack einschleppen. Trotzdem wachsen viele Bäume aus dem Südwesten in Christbaummonokulturen, etwa in der Ortenau und im östlichen Odenwald, wo sie gespritzt werden: „Auf den bis zu zwei Hektar großen Äckern werden oft Kunstdünger, Totalherbizide wie Glyphosat und Insektizide eingesetzt, um mit weniger Aufwand vermeintlich perfekte Bäume zu produzieren. Dabei stehen die vermeintlich perfekten Bäume dann nur ein paar Tage im Lichterglanz. Das müsste nicht sein“, kritisiert Enssle.

Eine Alternative zum geschlagenen Baum sind solche mit Wurzelballen. Zehn bis zwölf Prozent der Christbäume werden im Topf gekauft, so die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Bevor der Christbaum von Terrasse oder Balkon für die Feiertage ins warme Wohnzimmer umzieht, sollte er sich in Keller oder Garage akklimatisieren, damit er den Besuch gut übersteht. „Wer ihn von unten über eine Schale alle zwei Tage gießt und hell stellt, schafft gute Überlebenschancen. Der Ausflug ins Warme sollte nur kurz dauern, damit der Baum nicht mitten im Winter frisch treibt. Nach dem Auszug muss der Ballen für einige Zeit vor Frost geschützt werden“, empfiehlt Enssle.

Ein neuer Großstadttrend sind gemietete Weihnachtsbäume im Topf. Eine gute Anschaffung kann auch ein stilisierter, geschnitzter Baum sein, wie man sie bald auf Adventsmärkten finden kann. „Alternativ lassen sich Tannenzweige oder eine stabile Zimmerpflanze schmücken.“ Von den Plastikversionen rät Enssle ab: „Mit Plastikmüll haben wir ja wirklich genug Sorgen. Muss es da auch noch ein Baum aus Plastik sein?“.