Stadt Stuttgart analysiert Folgen des Unwetters im Sommer

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  • Planungen für Sirenennetz
  • Online-Karte zeigt Gefahren

Stuttgart.| Die Landeshauptstadt Stuttgart hat die Auswirkungen des Unwetters Ende Juni in Stuttgart sowie die Folgen der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz analysiert. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden am Dienstag, 28. September, vom Tiefbauamt im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik vorgestellt.

Bei dem Unwetterereignis vom 28. auf den 29. Juni 2021 handelte es sich um ein extremes Starkregenereignis mit Sturmböen um die 90 km/h. Es ist schlichtweg nicht möglich, die Stadt umfänglich vor solchen Ereignissen zu schützen. Die öffentliche Infrastruktur zur Abwasserableitung ist darauf ausgelegt Starkregenereignisse, wie sie alle 2-5 Jahre vorkommen, schadlos abzuführen. Eine immer weitere Vergrößerung der Kanäle und Regenrückhalteeinrichtungen ist technisch nicht umsetzbar: dies scheitert beispielsweise daran, dass nicht genügend Platz im Untergrund zur Verfügung steht. Zusätzlich würden neben höheren Investitionskosten auch höhere Betriebskosten entstehen.

Die Stadt ergreift selbstverständlich Maßnahmen für eine optimierte Unwettervorsorge. Damit die Bürgerinnen und Bürger für ihre Gebäude Vorsorge treffen können, bieten ihnen Starkregengefahrenkarten wichtige Informationen. Zu finden sind sie auf www.stuttgart.de im Geo-portal unter “Stadtplan Stuttgart”. Auch die Stadt selbst optimiert die Vorsorge vor Extremwettern. Das Tiefbauamt plant, langfristig bei den Bächen auf Stuttgarter Gemarkung den Wasserstand zu messen, um bei einem starken Anstieg die Bevölkerung warnen zu können. Auch der Wasserstand bei den Hochwasserrückhaltebecken ist ein Indikator für eine mögliche Warnmeldung. Zudem laufen Gespräche, ob die Sperrung von Straßenunterführungen künftig nicht nur über eine rote Ampel, sondern auch anderweitig kenntlich gemacht werden kann.

Warnung per Sirene

Die Branddirektion will prüfen, ob und wie ein Sirenennetz die Bevölkerungswarnung in Stuttgart verbessern kann. Aktuell erfolgt die Bevölkerungswarnung in Stuttgart über das Modulare Warnsystem (MoWaS) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Über MoWaS werden Warn-Apps wie „NINA“ ausgelöst und Warnungen an Radio- und Fernsehsender weitergegeben. Zudem kann die Feuerwehr Stuttgart vier mobile Sirenenanlagen nutzen, diese werden auf Feuerwehrfahrzeugen montiert und in den betroffenen Bereichen gezielt eingesetzt. Zuletzt wurde MoWaS in Stuttgart bei einem Brand am 17. Juli in Stuttgart-Feuerbach eingesetzt, um die Anwohner vor einer Rauchwolke zu warnen.

Ein stationäres Sirenennetz bietet den Vorteil einer flächendeckenden Warnmöglichkeit. Sirenen erreichen auch ältere Personen oder ausländische Gäste, welche die Warn-Apps nicht installiert haben. Zudem haben die Sirenen eine Weckfunktion, wohingegen die Smartphones mit den Warn-Apps nachts oftmals ausgeschaltet sind, oder nicht im Schlafzimmer liegen.

Die Branddirektion hat vorgeschlagen, ein spezialisiertes Ingenieurbüro für Sirenenwarntechnik mit der Planung für ein Sirenennetz zu beauftragen. Dabei sind Faktoren wie beispielsweise die Topografie, die Bebauung, Naturschutz- und Hochwassergebiete oder die Standorte von Industrie- und Störfallbetrieben zu beachten. Dies ist ein Thema der Haushaltsberatungen.


Reds Softball-Damen unterliegen ganz knapp

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  • Softballteam der Stuttgart Reds im Halbfinale um den Deutschlandpokal nur knapp geschlagen
  • 10:3 Sieg in Spiel zwei zu wenig um in die Finalserie einzuziehen.

von Monja Keßler

Stuttgart.| Nachdem die Softballdamen der Reds bereits in der Bundesligasaison alle Erwartungen weit übertroffen hatten, stand im heimischen TVC Ballpark der nächste Saisonhöhepunkt auf dem Programm. Mit den Hamburg Knights war ein Bundesliga-Urgestein und mehrfacher Deutschere Meister zu Gast auf dem Schnarrenberg, der den Hausherrinnen einiges an Erfahrung voraushat.

Im ersten Spiel waren die Reds einmal mehr das Gastteam, während die Knights als nominelles Heimteam den Vorteil des Nachschlages hatten. Im ersten Inning konnten die Reds gleich in Führung gehen als Jessica Weil ein Double vorlegte und auf einen Sacrifice Fly von Hope Cornell erst die dritte Base vorrückte und im gleichen Spielzug auf einen Fehler in der Hamburger Defensive die Homeplate erreichte.

Leider konnten die Knights im zweiten Durchgang mit zwei Runs auf drei Hits das Spiel drehen. Doch diese Führung hatte nicht lange Bestand. Direkt im Anschluß konnte Alia Petzold den Ausgleich zum 2:2 erzielen. Nachdem im vierten Durchgang kein Team punkten konnte legten die Reds im fünften Inning sogar zwei Runs zur zwischenzeitlichen 4:2 Führung vorlegen. Doch einmal mehr konnten die Knights zurückschlagen. Ein Solo-Homerun brachte den Anschlußpunkt, gefolgt vom erneuten Ausgleich.

Leider konnten die Reds in den beiden verbleibenden Durchgängen keine Punkte mehr erzielen und so hatten die Knights im siebten Inning die Chance, das Spiel für sich zu entscheiden. Zwei Singles sowie 2 Aus führten zum Hamburger Siegpunkt und Spiel 1 ging denkbar knapp mit 5:4 Runs an die Knights.

Im zweiten Spiel legte Stuttgarts Power-Schlagfrau Hope Cornell gleich im ersten Inning mit einem mächtigen Homerun los und gab damit offensichtlich die Initialzündung für das Team, der sie im weiteren Verlauf noch zwei weitere Hits folgen ließ. Nicht weniger als 15 Hits konnten die Reds in nur 5+ Innings verbuchen. Neben Cornell stach dabei vor allem Pitcherin Kaleigh Fisher hervor, die neben ihrer dominanten Pitching-Performance auch noch vier Hits in vier Schlagchancen beisteuerte. Ebenfalls je zwei Hits verbuchen konnten Annie Stepniak, sowie die beiden Nachwuchstalente Jule Breuninger und Kira Manske. Letztere zeigte mit einer starken Schlagleistung (vier Hits in neuen At Bats), daß auch sie inzwischen in der Bundesliga angekommen ist. Am Ende stand damit ein ungefährdeter 10:3 Erfolg für die Reds und es mußte wiederum am Sonntag ein entscheidendes drittes Spiel folgen.

Am Sonntagmorgen sollte einmal mehr Jessica Weil am Pitching Rubber beginnen, diesmal mit Jule Breuninger hinter der Platte. Die Knights Offensive startete jedoch gleich fulminant ins Spiel. Die erste Schlagfrau kam durch einen Fehler in der Stuttgarter Defensive auf Base, durch ein Double eine weitere und ein Sacrifice Flyball sowie zwei Singles brachten die Knights direkt mit 2:0 in Front. Für die Reds konnte Annie Stepniak zwar mit einem Triple eröffnen und auf einen Bunt von Jessica Weil punkten, doch das erste Inning ging an die Knights. Im zweiten Durchgang konnten die Reds dann zwar durch Jennifer Weil den Ausgleich erzielen, zu Beginn des dritten Innings konnten die Gäste dann aber den Grundstein für den späteren Sieg legen. Zwei Singles und zwei Doubles brachten insgesamt drei Runs für Hamburg, die erst durch den Wechsel auf Stepniak als Pitcherin gestoppt werden konnten.

Im weiteren Verlauf blieb das Spiel recht ausgeglichen und mit 7:4 Runs im Rückstand ging es für die Reds in das letzte Inning. Dort konnten die Reds zwar noch den fünften Run nachlegen und sogar noch den potentiellen Ausgleich an den Schlag bringen, doch leider konnten Knights noch rechtzeitig das dritte Aus erzielen und das Spiel letzten Endes mit 7:5 für sich entscheiden und die Saison für die Softballerinnen des TV Cannstatt beenden.

Dennoch dürfte die Enttäuschung über das Ausscheiden schnell der Freude über das Erreichte gewichen sein. Als Aufsteiger in die Saison gestartet feierte das Team mit dem Gewinn der Bundesliga Süd und dem Erreichen des Halbfinales sowohl um die Deutsche Meisterschaft als auch den Deutschlandpokal die größten Erfolge der Vereinsgeschichte. Jetzt geht es erst einmal in eine verdiente Pause bevor dann ab dem Spätherbst in der Halle wieder weitergearbeitet wird, sagt Trainerin Nadja Manske. Vor allem will man die Nachwuchsarbeit weiter intensivieren um den Unterbau für die Bundesliga langfristig zu stärken.


Notar muss Nachlassverzeichnis sorgfältig erstellen

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Schließt jemand in seinem Testament nahe Angehörige vom Erbe aus, können diese im Erbfall ihren Pflichtteil verlangen und damit die Hälfte dessen, was sie ohne Testament erben würden. Um die Höhe des Pflichtteils berechnen zu können, können sie von den Erben verlangen, ein von einem Notar erstelltes Nachlassverzeichnis vorzulegen. Der Notar muss dann das hinterlassene Vermögen sorgfältig ermitteln und darf sich nicht nur auf die Angaben der Erben verlassen. Die Wüstenrot Bausparkasse, ein Unternehmen der W&W-Gruppe, weist auf eine aktuelle Entscheidung des Oberlandesgerichts Celle (6 U 34/20) hin.

In dem vorliegenden Fall hatte ein Mann in seinem Testament seine Ehefrau zur Alleinerbin eingesetzt und damit seinen Sohn vom Erbe ausgeschlossen. Dieser verlangte nach dem Tod seines Vaters den Pflichtteil und die Vorlage eines notariellen Vermögensverzeichnisses. Die Witwe beauftragte damit einen Notar und legte ein von diesem erstelltes Verzeichnis vor. Dieses war jedoch in mehreren Vermögenspositionen unvollständig und beruhte offensichtlich auf den Angaben der Alleinerbin. Der Sohn verlangte daher ein neues Verzeichnis, in dem der Notar die von ihm recherchierten Vermögenswerte so detailliert auflistet, dass hieraus der Pflichtteil errechnet werden kann. Da dies nicht erfolgte, verklagte der Sohn die Erbin und bekam Recht.

Laut der Entscheidung dürfen sich Notare nicht nur auf die Angaben der Erben verlassen. Sie müssen das hinterlassene Vermögen sorgfältig ermitteln und zum Beispiel bei den Kreditinstituten nachfragen, mit denen die verstorbene Person in Geschäftsverbindung stand. Hat der oder die Verstorbene Vermögenswerte verschenkt, muss das Verzeichnis aufführen, wann dies erfolgt ist, da Schenkungen je nach ihrem Zeitpunkt teilweise bei der Berechnung des Pflichtteils berücksichtigt werden. Die pflichtteilsberechtigte Person kann auch verlangen, bei der Erstellung des Verzeichnisses hinzugezogen zu werden.


Fahrplan Impfbus Landkreis Esslingen

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Der Impfbus ist im Landkreis Esslingen in der kommenden Woche ab Montag, 27. September wie folgt unterwegs:

Montag, 27. September: Filderstadt-Sielmingen, Bushaltestelle Bushaltestelle “Schulzentrum Sielmingen”, Seestraße 40, 12 bis 14:00 Uhr; Filderstadt-Bonlanden, Fildorado, Mahlestraße 50, 15.30 bis 18 Uhr

Dienstag, 28. September: Erkenbrechtsweiler, Parkplatz an der Mehrzweckhalle, Jahnstraße 40, 12 bis 13 Uhr; Frickenhausen, Kundenparkplatz dm/ Café Mayer, Bodelschwinghstraße 65, 13.45 bis 15.30 Uhr; Großbettlingen, Rathausplatz, Schweizerhof 2, 17 bis 18 Uhr

Mittwoch, 29. September: Weilheim, Marktplatz vor der Peterskirche, 12 bis 14 Uhr; Reichenbach an der Fils, Marktplatz vor dem Rathaus, Hauptstraße 7, 15.45 bis 18 Uhr

Donnerstag, 30. September: Kirchheim, Parkplatz Nanz-Center, Stuttgarter Straße 1, 12 bis 16 Uhr


Bietigheim und Emsdetten mit Punkteteilung

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Die SG BBM Bietigheim muss sich nach einem dramatischen Finale im zweiten Heimspiel in der Viadukthalle mit einer Punkteteilung zufriedengeben. Bietigheim und Emsdetten trennten sich am Freitagabend 31:31 (17:14) unentschieden. Für die Schwaben, die im zweiten Abschnitt ständig in Führung lagen, war es am Ende ein verlorener Punkt.

Wie jedes ordentliche Drama hatte auch jenes in der Viadukthalle einen tragischen Helden. Und der hieß ausgerechnet Sven Weßeling. Der 23-jährige Rückraum-Shooter, der zu dieser Saison von den Münsterländern nach Bietigheim gewechselt war, markierte zunächst die letzten beiden Tore für die SG BBM zum 31:29. 60 Sekunden waren da noch auf der Uhr. Robin Jansen erzielte für Emsdetten den schnellen Anschluss. Fünf Sekunden vor dem Ende werteten die beiden Unparteiischen Dietz/Biehler einen Wurf von Weßeling, der nach dem Schiedsrichterpfiff kam, als Spielverzögerung. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Dirk Holzner sicher zum 31:31-Endstand.

„Meine Mannschaft hat 50 Minuten gut gespielt. Am Ende kann das Spiel so oder so ausgehen“, haderte SG BBM- Coach Iker Romero mit dem unglücklichen Spielausgang. „Wir haben einen Riesen-Kampf gezeigt“, freute sich hingegen Sascha Bertow für die Gäste. „Großer Kampf und Emotionen zeichnet diese Mannschaft aus.“

Beide Teams hatten von Beginn an viel investiert. Nach einer guten Anfangsphase und einer 7:4-Führung der SG BBM war nach 17 Minuten beim 9:9 plötzlich wieder alles ausgeglichen. Die Hausherren agierten mit viel Willen und Engagement, jedoch nicht immer glücklich in ihren Abschlüssen. Natürlich hatte die Emsdettener Defensive ein besonderes Auge auf Sven Weßeling, der im ersten Abschnitt noch kaum Akzente setzen konnte. Dafür nutzte Juan de la Peña seine Freiräume zu insgesamt fünf Toren. Wenig Einfluss hatte in dieser Phase Bertows taktische Variante des zusätzlichen Feldspielers in jeder 2. Welle. Nach dem 14:14 verschaffte sich Bietigheim bis zur Halbzeit dann doch noch ein kleines Polster. Erst traf der unermüdlich rackernde Jonathan Fischer am Kreis spektakulär, dann zweimal Alexander Pfeifer, zuletzt mit dem Pausenpfiff zum 17:14.

Und damit schien Bietigheim das Spiel doch auf seine Seite ziehen zu können. Nach fünf Minuten im zweiten Abschnitt bat Bertow sein Team zur Auszeit, Bietigheim hatte seine Führung auf 22:16 ausgebaut. Schrecksekunde dann in der 42. Minute für die SG BBM, als Jonathan Fischer humpelnd vom Feld musste. Bietigheim war ohne die verletzten Patrick Rentschler und Nils Boschen auf der Kreisposition blank. Der 24-jährige Kreisläufer biss aber auf die Zähne, markierte in der Schlussphase noch einen Treffer zum 26:24.

Zehn Minuten vor dem Ende war Emsdetten da schon wieder bis auf ein Tor dran, weil jetzt die zweite Welle des TVE Wirkung zeigte, während Bietigheim vielleicht zu früh den 6-Tore-Vorsprung zu verwalten versuchte. So sahen es wohl auch die beiden Unparteiischen, die die SG BBM zunehmend mit frühen Vorwarnzeichen für Zeitspiel unter Zugzwang setzten. Bietigheim legte auch unter Zeitdruck stets vor, Emsdetten antwortete selbst nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Jakob Schwabe bis in die Schlussminute. Dann wechselte das Momentum dramatisch zu den Gästen. „Nach der 6-Tore-Führung waren es ein paar unglückliche Würfe und Aktionen zu viel von uns“, sah es Tim Dahlhaus. Dafür spricht auch die Torhüterstatistik. Emsdettens Maurice Paske hatte am Ende mehr Paraden auf dem Zettel als Konstantin Poltrum und Nick Lehmann auf der Gegenseite.

SG BBM Bietigheim: Poltrum, Lehmann; Vlahovic, Claus (3), Öhler, Dahlhaus (2), Schäfer (3), de la Peña (5), Barthe (2), Link, Asmuth, Weßeling (6/3), Pfeifer (4), Fischer (6).

TV Emsdetten: Paske (1), Krechel; Terhaer (2), Dimietrievski (1), Schwabe (1), Kolk, Schliedermann (2), Thomas, Tamms, Holzner (7/3), Jansen (2), Stüber (3), Mihaljevic (2), Runarsson (3), Langhans (7), Nowatzki.

Spielverlauf: 7:4 (12.), 9:7 (15.), 9:10 (20.), 14:13 (25.), 17:14 (30.), 22:16 (36.), 25:20 (44.), 25:24 (48.), 31:29 (59.), 31:31 (60.).
Zeitstrafen: Vlahovic (19.), Schäfer (40.), Barthe (44.), Dahlhaus (60.) – Stüber (5.), Terhaer (7.), Krechel (42.)
Rote Karte: Weßeling (60.)
Siebenmeter: 3/4 – 3/3
Schiedsrichter: Fabian Dietz / Tobias Biehler (DHB Bundesligakader)
Zuschauer: 840 (Sporthalle am Viadukt, Bietigheim)


Stuttgart senkt energiebedingten CO2-Ausstoß stärker als geplant

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Gemeinderat diskutiert über Anpassung der Ziele zur Klimaneutralität

Stuttgart.| Bereits 2016 hatte sich Stuttgart per Gemeinderatsbeschluss das Ziel gesetzt, klima-neutrale Landeshauptstadt zu werden. Ende 2019 wurde dieses Ziel nochmals mit Nachdruck bekräftigt, indem auf Vorschlag des Oberbürgermeisters ein Klimaschutz- Aktionsprogramm in Höhe von 200 Millionen Euro und ein Treibhausgas- Reduktionspfad auf Basis der Zielsetzungen der UN-Klimakonferenz von Paris beschlossen wurden, wo in einem breiten internationalen Konsens vereinbart wurde, die globale Erwärmung noch vor Überschreiten der 1,5-Grad-Schwelle zu stoppen. Nach der aktuellen Energie- und Treibhausgasbilanz des Amts für Umweltschutz für das gesamte Stadtgebiet befindet sich Stuttgart auf einem guten Weg, die Zwischenziele einzuhalten. Im Jahr 2019 betrugen die Treibhausgas-Emissionen im gesamten Stadtgebiet 3,8 Millionen Tonnen, was einer Reduktion gegenüber 1990 von 41 Prozent entspricht. Damit unterschreitet die Stadt sogar den geplanten Reduktionspfad um 4 Prozent.

Die Emissionen werden jedes Jahr mit dem vom Amt für Umweltschutz entwickelten, mit zahlreichen Akteuren abgestimmten und vom Gemeinderat beschlossenen Treibhausgasreduktionspfad für Stuttgart abgeglichen. Dazu der Bürgermeister für Städtebau, Wohnen und Umwelt, Peter Pätzold: „Unsere Anstrengungen haben sich gelohnt. Wir sind mit den -41 Prozent besser als geplant und auf dem Pfad des Klimaschutzes sehr gut unterwegs. Damit haben wir 2019 schon die Zielmarke von 2020 erreicht. Wir dürfen aber nicht nachlassen und es braucht weitere Anstrengungen, den Klimaschutz in Stuttgart umzusetzen.“

Die ersten Erkenntnisse des sechsten Sachstandsberichts des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) zeigen allerdings, dass die Zeit mehr drängt, als bisher angenommen. Nachdem zuletzt auch die Bundesregierung ihre Ziele verschärfte, wurde daher im Ausschuss für Klima und Umwelt (AKU) über eine Anhebung der Zielsetzungen diskutiert. Konkret stehen Anträge aus den Gemeinderatsfraktionen mit dem Ziel des Vorziehens der Klimaneutralität auf 2038, 2035 oder 2030 im Raum.

Peter Pätzold: „Schärfere Zielsetzungen sind besser für das Klima, haben aber jeweils große Auswirkungen darauf, wie schnell und wie viele Maßnahmen umgesetzt werden müssen.“ Die Stadtverwaltung präsentierte im AKU gleich ein ganzes Spektrum an möglichen Zieljahren und deren Auswirkungen. Ein Beispiel: Werden durch das Erreichen der Klimaneutralität in 2045 statt 2050 lediglich 11 Prozent Treibhausgase weniger rausgestoßen, sind es mit dem Zieljahr 2030 bereits 55 Prozent. Bis 2030 müssen je nach gewähltem Zieljahr 1,6 bis 3,8 Millionen Tonnen CO2/a eingespart werden.

Beim Umsetzen der Stuttgarter Ziele hilft das im Dezember 2019 beschlossene 200 Millionen Euro starke Aktionsprogramm. Es umfasst über 50 verschiedene Maßnahmen. Sie reichen von zusätzlichen Bäumen über den Stuttgarter Klima- Innovationsfonds bis zum 75-Millionen-Paket für das energetische Sanieren im Energiesparprogramm. Bei vollständiger Umsetzung des Aktionsprogramms kann der CO2-Ausstoß in der Landeshauptstadt um bis zu 100.000 Tonnen CO2 pro Jahr reduziert werden.

Insgesamt 15 Ämter in acht Referaten sowie städtische Betriebe und Beteiligungen arbeiten gemeinsam am Aktionsprogramm. Im Jahr 2020 hat die Verwaltung die Grundlagen für die Umsetzung geschaffen: Neue Vorgaben bei Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen mit einem CO2-Preis von derzeit 65 Euro pro Tonne CO2, der Stuttgarter Klima-Innovationsfonds und neue Vorgaben im Baubereich wie der Plusenergie-Standard bei städtischen Neubauten wurden fixiert. Bereits laufende Maßnahmen wie das Energiesparprogramm zur Förderung der energetischen Sanierung von Wohngebäuden weiterentwickelt und auf 75 Millionen Euro massiv aufgestockt. Darüber hinaus wurden zahlreiche zusätzliche Fachkräfte eingestellt und neue Förderrichtlinien wie die Solaroffensive oder das Wärmepumpenprogramm im November letzten Jahres vom Gemeinderat verabschiedet.

Der im AKU vorgestellte Klima-Bericht 2020 zeigt, dass einige Maßnahmen bereits gut angelaufen sind, die Anstrengungen an anderen Stellen noch intensiviert werden müssen. Um die Umsetzung in den einzelnen Handlungsfeldern weiter zu beschleunigen, hat der AKU die Verwaltung beauftragt, eine Empfehlung zur Weiterentwicklung des Klima-Aktionsprogramms zu erarbeiten.

Um die vorgezogenen Ziele zu erreichen ist die gesamt Stadtgesellschaft gefragt: Im Bereich der privaten Haushalte, der Unternehmen oder auch der Mobilität sind große Einsparungen notwendig. Diese Einsparungen und Effizienzsteigerungen stehen für Stuttgart als hochverdichtete Stadtinfrastruktur im Vordergrund, da das lokal verfügbarer Potenzial erneuerbarer Energie nicht ausreichend groß ist. Auch bundespolitische Maßnahmen wie zum Beispiel ein hoher Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix sind deshalb zum Gelingen einer schnelleren Energiewende erforderlich. Die Diskussion im AKU war der Auftakt für die politische Entscheidungsfindung, die in den nächsten Monaten voraussichtlich neue Klimaziele für Stuttgart hervorbringen wird. Darüber soll der Stuttgarter Gemeinderat entscheiden.


Landeshauptstadt Stuttgart fördert ab sofort Plusenergiegebäude

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Stuttgart.| Die Landeshauptstadt Stuttgart fördert ab sofort den Neubau von Plusenergiegebäuden sowie die Sanierung bestehender Gebäude auf Plusenergieniveau. Das hat der Ausschuss für Klima und Umwelt am Freitag, 24. September, beschlossen.

Im Plusenergieprogramm können unter anderem Gebäude gefördert werden, die über das Jahr hinweg mehr Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen als im Gebäude benötigt wird. Die Förderung gilt also sowohl für Privatpersonen, Eigentümergemeinschaften, juristische Personen und Vereine als auch für Beteiligungen der Landeshauptstadt Stuttgart, des Landes Baden-Württemberg oder der Bundesrepublik Deutschland. Ein Gebäude kann laut den Richtlinien immer dann gefördert werden, wenn über das Jahr gerechnet eine positive Primärenergie- und CO2-Bilanz erreicht wird. Um dieses Kriterium zu erfüllen, muss der Energieverbrauch des Gebäudes so gering wie möglich und die lokale Erzeugung von erneuerbaren Energien so hoch wie möglich sein.

Zur Erzeugung von Energie am Gebäude eignet sich beispielsweise die Nutzung von Photovoltaikanlagen für die Stromerzeugung oder Wärmepumpen für die Wärmegewinnung. Umweltbürgermeister Peter Pätzold sagte: „Mit dem Plusenergiestandard erreicht ein Gebäude sozusagen die Note 1 bei Energie und Klimaschutz. Wir wollen alle Stuttgarter Gebäudeeigentümerinnen und Gebäudeeigentümer finanziell unterstützen, die diese vorbildliche Maßnahme realisieren wollen.“

Die Förderung beträgt 50 Euro je m2 Nettogrundfläche für Wohn- und Nichtwohnge- bäude. Im Ein- und Zweifamilienhaus liegt die maximale Förderung bei 6.000 Euro je Wohneinheit, bei Wohngebäuden mit mehr als zwei Wohneinheiten liegt die maximale Förderung bei 3.750 Euro je Wohneinheit. Pro Antrag werden maximal 200.000 Euro bezuschusst. Dr. Jürgen Görres, Leiter der städtischen Energieabteilung, ergänzt: „Da die Förderung mit weiteren Förderungen der Stadt, des Landes und des Bundes kombinierbar ist, erhöht sich in der Praxis die Gesamtförderung. Nutze man zum Beispiel noch das Photovoltaik-Förderprogramm „Solaroffensive“ sowie das Wärmepumpenprogramm der Stadt und die Bundes- Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) würde der Antragsteller für das Vorhaben in der Regel hohe zweistellige Fördersätze erhalten. Für den Erfüllungsnachweis dieser Förderkriterien hat die Energieabteilung ein Berechnungsformular entwickelt, das im Rahmen der Antragstellung mit einzureichen ist. Dadurch wird sichergestellt, dass alle Anträge nach den gleichen Berechnungsgrundlagen erfolgen.

Durch das Stuttgarter Klimaschutz-Aktionsprogramm stehen für das Plusenergieprogramm bis 2023 insgesamt zwei Mio. Euro bereit. Ziel des Aktionsprogramms ist es, die Aktivitäten im Bereich Energie und Klimaschutz zu steigern, damit Stuttgart so schnell wie möglich klimaneutral wird. „Dem Gebäudesektor kommt bei der Erreichung der städtischen Klimaschutzziele eine wichtige Rolle zu. Die Gebäude müssen möglichst wenig Energie verbrauchen und gleichzeitig das lokale Potenzial an erneuerbaren Energien nutzen“ führt Hans-Wolf Zirkwitz, der Leiter des Amts für Umweltschutz, aus. Das Plusenergieprogramm ergänzt die Förderlandschaft in Stuttgart im Bereich Energie und Klimaschutz. Detaillierte Infos zum Plusenergieprogramm sowie weitere Förderprogramme und Angebote finden Sie unter www.stuttgart.de/energie-angebote

Für Rückfragen oder weitere Informationen zum Förderprogramm können Sie sich gerne an die Energieabteilung im Amt für Umweltschutz wenden ([email protected], 0711-216-88088). Sie ist gleichzeitig auch die Kontaktstelle für das Förderprogramm.


Gemeinschaftsschule Weilimdorf bekommt Neubau mit Mensa

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Stuttgart.| Die Gemeinschaftsschule Weilimdorf bekommt einen dreigeschossigen Neubau mit einer Mensa und allgemeinen Schulbereichen. Dies hat der Gemeinderat in seiner Sitzung vom 23. September beschlossen. Aktuell werden am Standort insgesamt 458 Schülerinnen und Schüler in 20 Klassen beschult und betreut.

Die Schülerinnen und Schüler essen derzeit in mehreren Schichten in Klassenzimmern der bisherigen Engelbergschule auf dem Schulareal sowie im Gemeindehaus der Salvator-Gemeinde. Die Essensversorgung erfolgt per Warmanlieferung durch einen Caterer. In dieser angespannten Situation hat der Neubau der Mensa Priorität und ist als ein erster Bauabschnitt bei der Umstrukturierung der Gemeinschaftsschule geplant. Mit dem Bau der Mensa wird deshalb bereits im Oktober begonnen. Die voraussichtlichen Gesamtkosten des Projekts betragen einschließlich der Ausstattung 19,1 Millionen Euro.

In dem vorgesehenen Neubau wird die Mensa mit dem Speisebereich und der Aufbereitungsküche im Erdgeschoss auf 468 Quadratmetern untergebracht. Dies sichert die Essensversorgung auch für den weiteren Ausbau zur vierzügigen Gemeinschaftsschule. Für die beiden baugleichen Obergeschosse ist jeweils ein Jahrgangscluster mit gemeinsamer Mitte, Differenzierungsfläche und einem Lehrerbereich vorgesehen. Dies gewährleistet den dringend benötigten, bedarfsgerechten Unterrichtsraum für die Pädagogik einer Gemeinschaftsschule.

Der Neubau entsteht im Süden des Grundstücks zwischen Fachklassenbau und Turnhalle. Er ist als kompakter Baukörper mit geringer Grundfläche konzipiert, teilweise unterkellert und wird in Holz-Hybridbauweise erstellt. Das Flachdach wird extensiv begrünt und mit einer Photovoltaik-Anlage belegt. Im Außenbereich steigt das Schulgelände zum Baufeld der neuen Mensa hin an. Die Höhendifferenz wird durch Treppen, Sitzmauern und Rampenanlagen überbrückt und gegliedert. Es werden zwei Ebenen geschaffen, die als Aufenthalts- und Spielbereiche für die Schüler neu gestaltet werden. Leitidee des Entwurfs ist die Entwicklung der Schulanlage zum Campus mit der Mensa als zentralem Gebäude und den neu gestalteten Freiflächen als zentraler gemeinsamer Schulhof.


SVL winkt der Aufstieg in die Zweite Bundesliga Süd

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Triathlon Saisonfinale

Ludwigsburg.| Die SVL-Triathleten sind top in Form. Fabian Knobelspies ist jetzt in Heilbronn auf der Mitteldistanz Deutscher Meister in seiner Altersklasse – bei den sogenannten Agegroupern – geworden. Der ersten SVL-Männer-Mannschaft winkt zudem der Aufstieg in die Zweite Bundesliga Süd.

Dem SVL liegt eine Anfrage des Triathlonverbands vor, ob er den Aufstieg in die Zweite Bundesliga Süd annehmen würde. „Klar, der Verein zieht da mit, wenn wir die Aufstiegschance erhalten“, sagt der SVL-Vizepräsident Matthias Nagel. In der Zweiten Bundesliga Süd werden mehrere Plätze frei, und die Chancen stehen ganz gut, dass die SVL-Triathleten zum Zuge kommen werden.

Sie haben die Saison in der Baden-Württemberg-Liga jetzt mit einem hervorragenden zweiten Platz abgeschossen, knapp hinter Süßen und vor Mengen. Es bleibt aber abzuwarten, welche der potenziellen Aufstiegskandidaten überhaupt Interesse haben. Ein Team wäre vor dem SVL dran.

Beim letzten Liga-Wettbewerb, dem Team Triathlon in Erbach, ist die erste SVL-Mannschaft auf Platz 3 gelandet – was schlussendlich für Platz zwei im Gesamtklassement gereicht hat. Nils Friedrichs, Lasse Friedrichs, Fabian Knobelspies, Cornelius Theus und Maximilian Schober sind jetzt ganz heiß auf die kommende Saison, dann hoffentlich in der Zweiten Liga.

Beim Abschlusswettkampf in Erbach musste Lasse Friedrichs beim Laufen zwar abreißen lassen, war also das sogenannte Streichergebnis der ersten Mannschaft. Er hat aber beim Radfahren durch seine engagiere Führungsarbeit entscheidend zur sehr guten Teamleistung beitragen.

Ludwigsburg startete in Erbach als erste von allen 14 Mannschaften der BaWü Liga Wasser und musste die 30 Sekunden danach gestartete Mannschaft von Mengen unerwartet schon beim Schwimmen passieren lassen. Der Wechsel aufs Rad verlief nicht optimal aber die Mengener konnten auf dem Rad wieder eingeholt werden. Durch eine besonders starke Laufleistung von Cornelius Theus, der zwei Teammitglieder schiebend unterstützen konnte, ist letztendlich ein starker dritter Platz in Erbach erreicht worden.

Mit nur zwei Sekunden Rückstand auf das Team Mengen, bei einer guten Stunde Maximalleistung, zeige das Ergebnis wie eng umkämpft es in der BaWü Liga zu geht, sagt der Co-Abteilungsleiter Jan Cartsburg, der selbst in der zweiten SVL-Mannschaft gestartet ist.

Diese zweite Mannschaft hat sich solide geschlagen: Platz 10 in der Liga. Möglich wurde dies durch einen hervorragenden fünften Platz im Teamwettkampf in Erbach. „Unser stärkste Läufer Sven Heinle konnte schiebend richtig gut unterstützen und Ulrich Bauer und mich in den Bereich persönlicher Bestzeiten pushen“, erzählt Jan Cartsburg.

Die SVL-Triathleten haben in dieser Saison super Leistungen abgeliefert. Fabian Knobelspies ist jetzt in Heilbronn auf der Mitteldistanz in seiner Altersklasse AK30 – bei den sogenannten Agegroupern – Deutscher Meister geworden. Cornelius Theus ist in seiner AK 25 mit Platz drei bei den Deutschen ebenfalls auf dem Treppchen gelandet. Ebenfalls Dritte wurde Sophia Salzwedel in ihrer AK30.

Auch beim Breisgau Triathlon wurden in dieser Saison top Ergebnisse erzielt. Der Verein stellt zwei Baden-Württembergische AK-Meister: Sophia Salzwedel, Overall Platz 6, BaWü-Gesamt Platz 3, Ba-Wü-AK W30 Platz 1 und Fabian Knobelspies: Overall Platz 4, Bawü-Gesamt Platz 4, AK M30, Platz 1.

Für die meisten Athleten ist die Saison nun beendet. Fabian Knobelspies indes startet voraussichtlich noch bei der Challenge Mallorca Mitte Oktober. Wegen der erneuten, Corona-bedingten Absage beziehungsweise Verschiebung des Ironman-WM auf Hawaii ist er ziemlich sauer, das alles sei „maximal zermürbend“, viel mehr will er zu diesem Thema zurzeit nicht sagen. Trotzdem ist der Fabian offenkundig in einer Topform.


Bietigheim will gegen Emsdetten die ersten Punkte

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von Bernhard Gaus

Bietigheim-Bissingen.| Dritter Anlauf der SG BBM Bietigheim zu den ersten Saisonpunkten. Am Freitag (19 Uhr) gastiert der TV Emsdetten in der Bietigheimer Viadukthalle. Nicht nur für den von den Münsterländern ins Schwabenland gewechselten Sven Weßeling ist es deshalb eine besondere Partie.

Der Halblinke spielte in der vergangenen Saison noch im grünen Dress der Dettener und hatte als erfolgreichster Torewerfer seinen Anteil am Klassenerhalt, den einer der Dinos der 2. Liga (Emsdetten geht in seine 35. Spielzeit) erst am allerletzten Spieltag sicherstellen konnte. Jetzt stemmt sich der 23-Jährige mit seinem neuen Team gegen einen veritablen Fehlstart.

Wie schon nach der Auftaktpartie gegen Eisenach stellte sich der neue Trainer der Bietigheimer Handballer auch nach der 20:21-Niederlage in Dormagen vor sein Team. „Natürlich gibt es vieles zu verbessern, das ist ganz klar“, betont Iker Romero, der aber nur intern ins Detail gehen wird. „Wir werden in dieser Lage nicht Harakiri spielen“, wirbt der Spanier gleichzeitig für ein wenig Vertrauen in die Fähigkeiten seines Teams. Wo der frühere Weltklasse- Handballer in dieser Trainingswoche da ansetzen wird, liegt auf der Hand. Nur 20 eigene Torerfolge gegen ein ersatzgeschwächtes Dormagener Team sind eine magere Ausbeute und Ausdruck einer wenig zufriedenstellenden Abschlussquote, die es schleunigst zu verbessern gilt. Darüber half auch eine zeigenswerte Abwehrleistung in Dormagen nicht zum erhofften Punktgewinn. Der Kurzeinsatz von Jonas Link nach überstandenem Daumenbruch macht immerhin Hoffnung auf eine schnelle zusätzliche Option im Rückraum.

Die Neuzugänge sorgten im letzten Spiel für die positiven Momente. Neben Weßeling, der mit seinen 12 Tore nach den ersten beiden Begegnungen die interne Torschützenliste anführt, zeigte der im zweiten Abschnitt eingewechselte Linksaußen Alexander Pfeifer mit seinen fünf Toren Abschlussqualitäten. Und ein glänzend aufgelegter Konstantin Poltrum im Tor war dafür verantwortlich, dass die Punkte für die SG BBM bis in die Schlussphase hinein in Reichweite blieben. „Wir waren immer hinten gegen Eisenach, immer hinten gegen Dormagen. Diese Situation müssen wir umdrehen“, deutet Romero immerhin ein klein wenig die Marschrichtung für die Partie gegen Emsdetten an.

Im letzten Aufeinandertreffen beider Teams im Mai feierte die SG BBM übrigens in der Viadukthalle einen deutlichen 41:31-Erfolg. Das war nur wenige Tage, bevor Sascha Bertow in Emsdetten das Ruder übernahm. In einer turbulenten Vorsaison war der 44-jährige bereits der dritte Trainer in Emsdetten. Bertow schaffte als „Feuerwehrmann“ den Klassenerhalt und steuert jetzt einen runderneuerten Kader in die Saison. Nicht weniger als elf Abgänge sind zu kompensieren. Mit Weßeling, Tomas Urban (Minden) und Johannes Wasielewski (Nordhorn-Lingen) verließen die drei besten Feldtorschützen den Verein. Gabor Langhans (32 / Rückraum Rechts), der Isländer Anton Runarsson (33 / Rückraum Mitte), Jakob Schwabe (32 / Kreis) und Oliver Krechel (30 / Tor) bringen reichlich Erfahrung auch aus der 1. und 2. Liga neu ins Team. Mit dem Bulgaren Darko Dimitrievski und dem Kroaten Rene Mihaljevic wurde vor allem die Defensive verstärkt. Und die neue Mischung scheint vom Start weg zu funktionieren, gleich am ersten Spieltag überraschten die Dettener mit einem 29:30-Erfolg bei Elbflorenz Dresden. Es folgte eine 24:28-Heimniederlage im Lokalderby gegen Absteiger Nordhorn-Lingen. Linksaußen Dirk Holzner und Robin Jansen im linken Rückraum trafen mit 13 bzw. 12 Toren in den ersten beiden Spielen dabei am häufigsten für die Nordrhein- Westfalen.

Für die Zuschauer vor Ort gelten in der Viadukthalle die 3G-Regeln (geimpft, genesen, getestet) sowie Maskenpflicht. Tickets sind nur im Vorverkauf oder online erhältlich. Das Spiel wird auch unter www.sportdeutschland.tv zu sehen sein.